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Babel 02.09.2014 16:03

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Zitat:

Zitat von Elfie (Beitrag 45674)
Davon hab ich in Wien schon oft provitiert. In der Gasse ist 3 Häuser weiter ein kleines Lokal und wenn mir die Wahl des Programms schwer fällt, dann ist das kein Problem: wenn ich brüllen hör, schalt ich um und seh die Wiederholung :D

Das kann ich mir gut vorstellen! 1974, als Deutschland die WM gegen die Niederlande gewann, wohnten wir in Vaals bei Aachen (in den Niederlanden, an der Grenze zur BRD). Unser Haus war das letzte einer kleinen Reihenhaussiedlung, in der lauter Deutsche wohnten; anschließend kamen ein paar von Niederländern bewohnte Häuserblocks. Man konnte das Hin und Her des Spielverlaufs auch ohne Fernseher verfolgen: Wurde auf der einen Seite gebrüllt, war es auf der andern still, und wenn auf der andern ... etc. ;)

Babel 02.09.2014 19:22

AW: Dinge des Verschwindens?
 
2 Anhang/Anhänge
Ich habe ja, wie schon erwähnt, in einer Ausstellung über "Verschwundene Dinge" fotografiert – nicht zuletzt dieses Threads wegen. ;)

Und da wir immer so gern in Nostalgie versinken und den verlorenen Dingen nachtrauern :smi_heult, stelle ich als erstes mal was ein, dem bestimmt keine Frau eine Träne nachweint: Camelia-Gürtel und Stoffbinden. An letztere erinnert sich wahrscheinlich niemand mehr, aber ich bekam sie als Mädchen, als so etwas nötig wurde, noch in die Hand gedrückt mit der Belehrung: Immer erst kalt auswaschen, dann erst warm – sonst geht das Blut nicht raus! :smi_ersch

Das war noch in der DDR. In Westdeutschland gab es längst Wegwerfbinden. Sie waren in neutrale weiße Kartons verpackt, weil es so furchtbar peinlich gewesen wäre, wenn einen jemand mit Camelias im Einkaufsnetz gesehen hätte. (Mein Gott, war man in den 50er Jahren zickig!) In Wirklichkeit erkannte die Packung natürlich jede(r), da es sonst nur bedruckte Schachteln gab und auch das Format unverwechselbar war. :D

Jackdaw 02.09.2014 19:37

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Zitat:

Zitat von Babel (Beitrag 45652)
Eine Website dorfladen-netzwerk.de gibt es, aber leider funktioniert sie nicht.

Das ist natürlich eine paradoxe Situation: Selbst das Abbild einer Idee, die Gestalt angenommen hat, ist heutzutage nicht mehr von Dauer, sondern verschwindet schon bald wieder aus dem Internet…*

Elfie 02.09.2014 21:11

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Zitat:

Zitat von Babel (Beitrag 45689)
Sie waren in neutrale weiße Kartons verpackt, weil es so furchtbar peinlich gewesen wäre, wenn einen jemand mit Camelias im Einkaufsnetz gesehen hätte.


Du liebe Zeit, die Gürtel kenn ich noch (hoffentlich rutscht der Knoten nicht durch :D), die Stoffdinger nicht mehr.
Wir hatten eine ältere Dame bei der Kassa eines Tante-Emma-Ladens an der Schwelle zum Supermarkt, die packte die später schon bedruckten Schachteln (die Firmen dachten nicht länger dran, auf Werbung zu verzichten) demonstrativ in Zeitungspapier, wobei sie einem ganz tief in die Augen schaute :D

Babel 02.09.2014 21:13

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Zitat:

Zitat von Elfie (Beitrag 45700)
... wobei sie einem ganz tief in die Augen schaute :D

Was wollte sie damit sagen? :kopfkratz

Elfie 02.09.2014 21:37

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Das hab ich mich auch immer gefragt, vielleicht wollte sie bedankt werden, weil sie mich vor Peinlichkeiten geschützt hat - ihrer Ansicht nach, oder warum sonst die ganze Aktion?

Babel 02.09.2014 22:57

AW: Dinge des Verschwindens?
 
1 Anhang/Anhänge
Zitat:

Zitat von Elfie (Beitrag 45704)
Das hab ich mich auch immer gefragt, vielleicht wollte sie bedankt werden, weil sie mich vor Peinlichkeiten geschützt hat - ihrer Ansicht nach, oder warum sonst die ganze Aktion?

Dann hast du dich also nie bedankt – wie frustrierend für die Frau! :(

Dies ist zwar nicht das volkskundliche Ratespiel, aber ich frage trotzdem: Weiß noch jemand, wozu diese Kätzchen dienten? :kopfkratz

Elfie 02.09.2014 23:27

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Nein, denn mit dem selben Blick hat sie einem immer angeschmiert, ein paar Schillinge zu wenig herausgegeben - und sich dann natürlich überschwenglich entschuldigt, wenn mans merkte :mad:.

Die mit dem Buckel erinnert mich an den "Schwarzen Kater" einen süffigen Johannisbeerlikör, der sich besonders gut im Eierlikör machte ;).
Also ich denke, die Schwänze haben etwas mit der Funktion zu tun: für Ringe oder so??

Babel 02.09.2014 23:35

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Zitat:

Zitat von Elfie (Beitrag 45708)
Nein, denn mit dem selben Blick hat sie einem immer angeschmiert, ein paar Schillinge zu wenig herausgegeben - und sich dann natürlich überschwenglich entschuldigt, wenn mans merkte :mad:.

Die mit dem Buckel erinnert mich an den "Schwarzen Kater" einen süffigen Johannisbeerlikör, der sich besonders gut im Eierlikör machte ;).
Also ich denke, die Schwänze haben etwas mit der Funktion zu tun: für Ringe oder so??

Na, dann war mein nachträgliches Mitgefühl wohl verschwendet. :(

Mit dem "Schwarzen Kater" hat es nichts zu tun. Und die Schwänze waren nicht für Ringe gedacht, sondern für etwas Eßbares, sozusagen den ersten kleinen Nachkriegs-Freßluxus, der auf den Tisch kam, wenn man abends Besuch hatte. ;)

Ulrike Berkenhoff 03.09.2014 09:04

AW: Dinge des Verschwindens?
 
Salzbrezeln? -Ulrike


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