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LS68 09.01.2011 11:29

AW: Alte Worte
 
Zitat:

Zitat von Ulrike Berkenhoff (Beitrag 19787)
Das "Kaffeetrinken" am Nachmittag (möglichst mit Kuchen!) soll typisch
deutsch sein, habe ich mal gehört. Bei uns gab es Frühstück, Mittagessen
und Abendbrot. -Ulrike

Ja bei uns im Bergischen war es früher brauch Sonntags und an Feiertagen eine "Bergische Kaffetafel" abzuhalten. Wird auch in Jedem Ausflugslokal angebote. In jedem Haushalt stand mindestens eine Dröppelminna,( Eine Kaffemaschiene, die die Türken vor Wien vergessen haben. Heute heißt das Samuar oder so ähnlich.) weil es ständig am tropfen ( dröppeln ) war.

Ulrike Berkenhoff 09.01.2011 12:07

AW: Alte Worte
 
Hallo Lars, schildere doch mal ausführlich eine "Bergische Kaffeetafel" in
der Rubrik: Küche, kochen ... ist doch eine regionale Besonderheit! -
Eine Dröppelminna kenne ich auch! Das Bergische Land mit Schloß Burg
ist immer einen Ausflug wert. Darüber schreibe doch mal unter: Wander-Tipp
Deutschland. Da du dort ein "Einheimischer" bist, kannst du es sicherlich besser als ich. War auch länger nicht dort! Ich hatte mal eine Tante in Wermelskirchen .
Einmal habe ich vor langer Zeit eine "Bergische Kaffeetafel genossen! -
Nachbarschaftliche Grüße von Ulrike

LS68 09.01.2011 13:12

AW: Alte Worte
 
Bin leider kein waschechter Remscheider und kann zur bergischen Kaffetafel weiter auch nichts Beitragen.
Ein Rundgang durch das Bergische werd ich sogleich in Angriff nehmen.

LS68 09.01.2011 15:50

AW: Alte Worte
 
Zitat:

Zitat von LS68 (Beitrag 19805)
Bin leider kein waschechter Remscheider und kann zur bergischen Kaffetafel weiter auch nichts Beitragen.
Ein Rundgang durch das Bergische werd ich sogleich in Angriff nehmen.

der bericht steht unter volkskunde, rundgang durch das bergische land

Ulrike Berkenhoff 10.01.2011 16:33

AW: Alte Worte
 
Bei Interesse an der "Bergischen Kaffeetafel" unter www.wermelskirchen.de
schauen, dort ist ein schöner Bericht über das "Kaffeetrinken mit allem Drum
und Dran" einschließlich Rezepte für Waffeln u.a. - Ulrike

Elfie 18.01.2011 11:36

AW: Alte Worte
 
Nochmals auf alte Worte meiner Kindheit zurückzukommen hat mich eine Stelle in einem herrlichen Buch verleitet, die mich an eine grandiose Blamage in der ersten Klasse erinnert hat.
Komischerweise versteht ein Kind jedes Wort, wenn es vorgelesen bekommt, aber sprechen konnten wir – die aus einfachen Verhältnissen – nur breiten Dialekt.

Eines Tages – die Frau Lehrerin (Fräu´n) war sehr bemüht, uns „Deutsch“ beizubringen – war ein Spielzeugfrosch das Lehrmittel und sie zeigte uns sein breites Maul: „wie kann man noch sagen?“ einige Vorschläge kamen, dann wurde ich gefragt. Bappe hat der Mensch, dachte ich. „Gosche“ sagte ich stolz und die Fräu´n war entsetzt.

Ganz zu Unrecht!! „...der Schaum hängt ihnen ganz dick von der Gosche…“ beschreibt ein gewisser Alfons Quellacasa (1843-1913), Naturgeschichtsprofessor in Brixen, seinen Schülern die Wiederkäuer.
Und noch ein Pfuiwort aus meiner Kindheit findet sich da:

„… Horntiere: Der Hauptrepräsentant der Hohlhörner oder wiederkäuenden, paarhufigen Horntiere ist das Rindvieh, je nachdem Stier, Ochs, Kuh oder Kalb genannt. Es ist das wichtigste Tier, deshalb überall zu finden. Die Beschreibung schenken Sie sich. Die Viehhändler legen den größten Wert auf die Wampen, d. i. nicht etwa der Bauch, wie viele glauben, sondern die Wampen mit zwei mm geschrieben oder Wammen, wenn Sie wollen. Das ist die Hautfalte dem Halse entlang. Wiederkäuer heißt man die ganze Familie, weil sie zweimal kauen muss, um das Futter verdauen zu können. Der Magen ist von der Vorsehung auch dementsprechend eingerichtet. Durch den Mund und Speiseröhre gelangt natürlich das Futter in den Wanst, was Sie nicht mit Wampen verwechseln wollen. Von dort in den Netzmagen und wiederum in den Mund, und wenn die Kühe im Stall liegen, kann man die zweite Kauung und Einspeichelung verfolgen. Der Schaum hängt ihnen oft ganz dick von der Gosche. Erst dann geht die zerkaute Speise durch den Blätter- und Labmagen und Schlundfalte seinen ordnungsgemäßen Gang in den Darm. Gerade vom Rindvieh können wir lernen, vernünftig zu essen und nicht alles wie ein Wolf zu verschlingen. In den alten… „

Originalzitat aus dem großartigen „Gullibuch“, empfehlenswert für jeden, der unsere Sprache, Originale oder auch nur Menschen liebt.

stanze 18.01.2011 12:37

AW: Alte Worte
 
Wir sagen zur "Gosche" des Rindes und auch das vom Schwein "Maul."
Eigendlich zu den Haustieren Hund und Katz auch.
Ein Schimpfwort ist es auch wenn einer frech ist oder nicht mitreden darf:
"Halt`s Maul."

alterego 18.01.2011 12:41

AW: Alte Worte
 
Von meiner Großmutter die aus dem Innviertel stammte
kenne ich noch:

aufleuten = anrufen
Botschn = Hausschuhe
hinterfotzig = unehrlich

Auch verdrehte und verballhornte sie gerne einzelne Worte.
So wurde aus dem Passage-Kaufhaus das "Paschaas" und
aus dem Staubsauger der "Saugstauber".

Berit (SAGEN.at) 18.01.2011 12:55

AW: Alte Worte
 
Anleuten - anrufen, Patschen/Botschen und hinterfotzig gehören in Tirol/Südtirol immer noch zu den verwendeten Begriffen. Hinterfotzig verwende ich besonders gern für Personen die" hinterm Rücken" reden und Unwahrheiten verbreiten.
Ein Wort was noch heute gebraucht wird und besonders bei Deutschen zu einem Schmunzeln führt ist:

auffrieren - auftauen

Berit

Rabenweib 18.01.2011 13:21

AW: Alte Worte
 
gosch`n
papp`n
mäu
fotz`

ein baby hat "a liabe fotz`n" (sowas würd ich heut nimmer sagen, aber meine oma sagt das noch)

"hoit de papp`n" bekomm ich zu hören wenn ich früh morgens schon zu viel rede. *lach*

`"sei net so goschat" wenn man was freches gesagt hat....


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