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Ulrike Berkenhoff 10.12.2011 12:14

AW: Alte Worte
 
Ein Politiker im Fernsehen sprach von: Leuten, die alles über einen Kamm
kehren wollen. Heißt es nicht: über den Kamm scheren (Altes Sprichwort)?
Viele Grüße von Ulrike

Elfie 10.12.2011 13:08

AW: Alte Worte
 
Hallo Ulrike, das seh ich auch so. Dieses Scheren kommt ja von Schur und Haare schneiden (mit Kamm und Schere) - ob sich der Volksvertreter vielleicht mit dem Besen frisiert :D?

stanze 10.12.2011 13:32

AW: Alte Worte
 
Zitat:

Zitat von Elfie (Beitrag 25449)
Gugaruz - Kukuruz (andernorts auch "Türkenzapfen) hört man heute kaum noch, Mais hat sich auch in der Umgangssprache eingebürgert.
Soll auch auf Türken und Kuruzzen zurückgehen, angeblich haben Bauern auf Lagerplätzen, wo die Fremden ihre Pferde fütterten, diese unbekannten Pflanzen gefunden und wieder angebaut.

Wir sagen zum Mais -Türkentschurtsch`n.
So wie zum Tannenzapfen- Tonnentschurtsch`n.

Rabenweib 10.12.2011 13:48

AW: Alte Worte
 
gestern wieder mal ausgesprochen in eienm passenden moment:

du bist a gscheita "potzndömmi"!
(jemand der kleckert- also "potzt")

Elfie 11.12.2011 11:15

AW: Alte Worte
 
Lo´spitz: nachdrückliche Verabschiedung unliebsamer Gäste mittels Schuhspitze auf verlängertem Rücken - oder so.
Meist nur Androhung, selten ausgeführt ;).

harry 11.12.2011 12:33

AW: Alte Worte
 
Zitat:

Zitat von Rabenweib (Beitrag 25454)
heute gesagt und sofort an die rubrik hier gedacht: "aufpassn, es is HÄU draussn!" (glatt, eisig)
wie man das schreibt und wo es herkommt weiß ich leider nicht.

@Rabenweib: Dein Posting ist zwar schon eine Weile her, aber weil ich jetzt gerade im Mittelhochdeutschen Wörterbuch stöberte und es zur Jahreszeit passt:
Häu/heil kommt vom mhd. haele (ahd.hâli) und bedeutet glatt, glänzend

Elfie 11.12.2011 12:40

AW: Alte Worte
 
DANKE - das ist ja immer das Spannendste: was dahinter steckt. Der Sprache nachlauschen und schauen, woher die Ausdrücke kommen.
Wenn man weiß, wovon man spricht, muss man auch nichts über den Kamm kehren ;).

harry 11.12.2011 12:42

AW: Alte Worte
 
Elfies schönes Bild des Prangers von Groß Gerungs brachte mich auf das Wort "Bisgurn".
Dabei handelt es sich um eine Frau mit extrem scharfen Mundwerk. Das Wort stammt, wie ich recherchierte, vom mittelhochdeutschen "bizgurra" (=bissige Stute) ab. Das aus dem ahd. stammende Wort "gure" bedeutet Stute.
In letzter Zeit habe ich des Öfteren das "neusprech"-Wort "stutenbissig" gehört, wenn zwei Frauen einander verbal attackieren, sich also "ofäun" (anfaulen).

Rabenweib 11.12.2011 13:10

AW: Alte Worte
 
lieber harry, für dieses wort habe ich die patenschaft übernommen und versprochen, es so oft wie möglich auszusprechen, es gibt da einen mann in amstetten, der vom aussterben bedrohte mundart- wörter auf eine "rote liste" gesetzt hat und da kann man sich ein wort aussuchen und dafür die patenschaft übernehmen und dafür muss man es im alltag oft aussprechen. :-)

OISO DU BISGUADN: :heuldoch:

alles liebe, sonja

Elfie 11.12.2011 16:03

AW: Alte Worte
 
Herrlich - also den Spagat von der Bissgurn zur Stutenbissigkeit hätte ich nie vermutet!
Da gibts ja noch einen Neusprech zum ähnlichen Thema - nicht grad scharfzähnig, sondern mehr affektiert und leicht beleidigt: zickig, Zickenkrieg. Hat das wirklich mit den mir so sympatischen Ziegen zu tun? Abgesehen davon, dass Bissgurn meine Favoritin ist ;).


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