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-   -   Ratespiel Ethnologische Fotos - volkskundliches Ratespiel (http://www.sagen.at/forum/showthread.php?t=4589)

Elfie 13.05.2016 10:45

AW: Ratespiel Ethnologische Fotos - volkskundliches Ratespiel
 
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Woher stammt der Ausschnitt und wo befindet er sich?

Babel 13.05.2016 11:23

AW: Ratespiel Ethnologische Fotos - volkskundliches Ratespiel
 
Zitat:

Zitat von Elfie (Beitrag 56558)
Wie hast du als routinierte Näherin (die ich nie war) das gemacht mit dem Restlappen da in deinen geschickten Händen :kopfkratz, die Rede ist natürlich vom Handnähen.
Der Aufwand liegt vermutlich an der Entstehungszeit und den Benutzern, eine einfache Bauersfrau hatte so etwas sicher nicht.
In noblen Häusern wurde der einfachste Gebrauchsgegenstand zum Kunstwerk.

Restlappen??? Abgeschnittene Stoffstücke wurden nicht mehr gebraucht und konnten weggeworfen werden (d. h. natürlich im 19. Jahrhundert und in der Nachkriegszeit, der Zeit meines Wirkens: Sie kamen in einen Restekorb, weil man alles irgendwann mal verwenden konnte). Oder das andere Ende des Stücks, an dem man gerade nähte? Das ließ man entweder runterhängen, oder wenn es gedehnt bleiben mußte, wie etwa an einem Rocksaum, dann klemmte man es zwischen Knie und Hand bzw. Ellbogen oder zwischen Mittel-/Ringfinger und Handballen. Es in so ein Gerät einzuklemmen wäre nicht praktisch (man müßte es dauernd lösen und neu festmachen, und wahrscheinlich wäre es auch im Weg, je nachdem, wo man das Nadelkissen befestigt hat).

Aber Luxusgegenstände (und das war zweifellos einer!) hat man immer gern mit zusätzlichen Funktionen versehen, die zwar sinnlos waren, aber eben vorzeigbar. Das fing schon bei den frühneuzeitlichen Taschensonnenuhren an und ist bis zu heutigen Herrenarmbanduhren so geblieben. Und mit was für schwachsinnigen Funktionen, die niemand braucht, sind unsere Computerprogramme vollgestopft ... Alles nur, damit man/frau sagen kann: Aber meiner kann sogar ...! :smi_augen Deswegen sollte man vielleicht doch nicht mit der Stimme der Vernunft nach dem Sinn dieser Klemmvorrichtung fragen. ;)

Zu deinem Rätsel fällt mir erstmal nix ein. Es sieht nach einem Möbelstück (oder Kamin) aus bei jemandem, der sich unbedingt hochherrschaftlich-adlig darstellen wollte. ;)

Elfie 13.05.2016 11:42

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Was hätten denn die feinen Damen, die da u. a. mit Näharbeiten für ihr Eheleben vorbereitet wurden, für eine Figur gemacht mit zwischen Knie und Ellbogen eingeklemmtem Linnen :smi_nein:.
Mit den oft sinnlosen Multifunktionen hast du schon recht, aber wenn man eine alte Singer-Nähmaschine anschaut und diese heutigen Plastikkästen: kein Vergleich ;).

Mit hochherrschaftlicher Selbstdarstellung hast du recht, aber Kamin ist ganz kalt :D.

Babel 13.05.2016 11:58

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Zitat:

Zitat von Elfie (Beitrag 56561)
Mit den oft sinnlosen Multifunktionen hast du schon recht, aber wenn man eine alte Singer-Nähmaschine anschaut und diese heutigen Plastikkästen: kein Vergleich ;).

Mit hochherrschaftlicher Selbstdarstellung hast du recht, aber Kamin ist ganz kalt :D.

Da kann ich nicht mitreden, ich habe keinen heutigen Plastikkasten (die können, glaube ich, ziemlich viel?), sondern nähe nur noch mit der Hand. :)

Ist es draußen oder drinnen? Bevorzugte Orte für hochherrschaftliche Selbstdarstellung waren natürlich auch die Kirchen. Ist das Dunkelrote und Gelbliche Marmor bzw. Gips?

Elfie 13.05.2016 12:22

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Es ist drinnen in einer Kirche und beides ist Marmor.

Babel 13.05.2016 12:41

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Zitat:

Zitat von Elfie (Beitrag 56567)
Es ist drinnen in einer Kirche und beides ist Marmor.

Dann wird es wohl ein Grabmal sein. Da gibt's natürlich unzählige in (Nieder-)Österreich, und die kann ich unmöglich kennen bzw. googeln. :(

Erstaunlicherweise habe ich es doch gefunden, und sogar auf Anhieb: Der Helm gehört Hans-Georg von Kuefstein (1536-1603), und das protzige Ding steht in der Pfarrkirche von Maria Laach am Jauerling.

Joa 13.05.2016 13:21

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Zu diesem Rätsel kann ich noch ein eigenes Bild beisteuern.

Anhang 11212


Interessant ist in dieser Kirche ua. auch die Darstellung der Sechsfinger-Madonna

Anhang 11213

Babel 13.05.2016 13:47

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Zitat:

Zitat von Joa (Beitrag 56569)
Zu diesem Rätsel kann ich noch ein eigenes Bild beisteuern.

Interessant ist in dieser Kirche ua. auch die Darstellung der Sechsfinger-Madonna.

Schön! :)

Dieses Madonnenbild wird auf der Wiki-Seite über Polydaktylie erwähnt. Es ist eine angeblich nicht seltene Mißbildung und gar nicht so auffällig. Ich habe öfter ein sechsfingriges Kind im Supermarkt gesehen; es saß auf dem Sitz im Einkaufswagen, seine Fingerchen ordentlich am Haltegriff, und ich habe immer gedacht: Irgendwas sieht da seltsam aus ... Erst beim zweiten oder dritten Mal fiel mir auf, daß es je einen Finger zu viel hatte. ;)

Elfie 13.05.2016 14:19

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:die_Welle: ihr habt schon wieder alles vorweg genommen, dann zeig ich den Herrn noch von der anderen Seite ;).

Na, denkst du, ich getrau mich ein nicht googlbares Bild einzustellen? :D

Wenn diese Anomalie heute bekannt ist, ist ja auch der Künstler aus dem Schneider. Denn obwohl manche diese Madonna gerade deshalb für sehr hilfreich hielten, meinten böse Zungen, der Maler hätte wohl dem Wachauer Wein zuviel zugesprochen ;)

Babel 13.05.2016 15:27

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Zitat:

Zitat von Elfie (Beitrag 56571)
... dann zeig ich den Herrn noch von der anderen Seite ;).

Wenn diese Anomalie heute bekannt ist, ist ja auch der Künstler aus dem Schneider. Denn obwohl manche diese Madonna gerade deshalb für sehr hilfreich hielten, meinten böse Zungen, der Maler hätte wohl dem Wachauer Wein zuviel zugesprochen ;)

Der (oder sein Erbe) hat sich das Grab ja wirklich was kosten lassen! :D

Wenn der Künstler diese Anomalie auch per Augenschein gekannt hat, wundert es doch, wieso er ausgerechnet die Madonna damit ausgestattet hat? :kopfkratz Den Wachauer Wein würde ich in diesem Fall nicht verdächtigen – dazu schauen die Personen auf dem Bild viel zu griesgrämig drein. Ich hab jedenfalls noch nie so eine schlecht gelaunte Engelschar gesehen. ;)

Wo hab ich diesen heroischen Löwen fotografiert? (Daß das Bild schon älter ist, sieht man an der unschönen Farbigkeit und daran, daß keine(r) der da rumlungernden Jugendlichen ein Smartphone vor sich hat.)


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