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Miriam- Dominique 14.06.2009 21:04

Dialektgärtchen
 
Dialekte sind es der Wert, gehegt und gepflegt zu werden.
Leider sind einige sehr schöne Dialekte, zB. das Rumantsch aus der Schweiz heute am Aussterben.
Darum möchte ich hier ein Gärtchen für die unterschiedlichen Sprachblüten, die Ihr kennt, einrichten und hoffe, dass eine Vielfalt zusammengetragen werden kann.

Ein erstes Beispiel, das ich hier vorstellen möchte, stammt aus dem Berndeutschen .
Das Besondere am Berndeutschen scheint zu sein, dass sich im Sprachrythmus teilweise wie von selbst das Versmass eines Hexameters ergibt.
Dies hat einen Sprachforscher dazu veranlasst, eine Dialektfassung der Odyssee herauszugeben.
Ein entsprechendes Tonbeispiel habe ich im Internet nicht gefunden, dafür hier etwas anderes, der Berner Mundartliedermacher Mani Matter:

zum Musikvideo:
[ame="http://www.youtube.com/watch?v=Ty7gj3TACyo&feature=related"]http://www.youtube.com/watch?v=Ty7gj3TACyo&feature=related[/ame]

zum Text:
http://www.geocities.com/SunsetStrip...ndhölzliazündt

Viel Spass beim Hineinhören und Lesen:)

Miriam

Nachtfee 27.07.2010 10:04

AW: Dialektgärtchen
 
Hallo Miriam,

Kann es sein dass der Name des Künstlers schon einen Hinweis auf einen Dialekt gibt?
Ich hörte mal von einem Bekannten aus der Schweiz, (alemannischer Sprachraum)
dass es in der Altstadt von Bern eine winzige Sprachinsel gibt.
Dort wird das sog. Matte gesprochen, leider auch dort nicht mehr von sehr Vielen.
Nicht verwechseln mit dem Masematte aus dem westfälischen Raum, ausser einer namentlichen Ähnlichkeit besteht zu
diesen Sprachen keine Verbindung. Es sei denn das Matte ist wie das Masematte den Rotwelsch Dialekten zuzuordnen.

Weisst Du etwas mehr darüber?

L.G. Nachtfee

gropli 27.07.2010 18:49

AW: Dialektgärtchen
 
Zitat:

Zitat von Nachtfee (Beitrag 17039)
Ich hörte mal von einem Bekannten aus der Schweiz, (alemannischer Sprachraum) dass es in der Altstadt von Bern eine winzige Sprachinsel gibt. Dort wird das sog. Matte gesprochen ...

Hoi Nachtfee

Du meinst "Matteänglisch", einen Berner Qurtiersprache. Das ist es nicht.
Der Mani Matter singt ganz typisches ...

Gruss Gropli


.

SAGEN.at 27.07.2010 19:00

AW: Dialektgärtchen
 
Hallo Gropli,

kannst Du evt. ein bischen mehr zum Begriff "Quartiersprache" im Allgemeinen und "Matteänglisch" im Speziellen erläutern?

Diese Begriffe sagen mir zur Zeit nichts?

Wolfgang (SAGEN.at)

Rabenweib 27.07.2010 19:29

AW: Dialektgärtchen
 
Zum Mostviertler Dialekt geht es hier lang:

http://www.lpph-amstetten.at/dialekt/

Hier kann man auch Pate von aussterbenden Wörtern werden und sich damit verpflichten, diese oft im Alltag zu benutzen! Ausserdem gibt es Hörbeispiele.

Ich bin übrigens Patin des Wortes: "Bisgurd`n"- damit ist ein zänkisches Weib gemeint. *lach*

Viel Spaß!
Sonja

Nachtfee 27.07.2010 19:30

AW: Dialektgärtchen
 
JAAAAAAA!!
A alsdo auch ich würde mich sehr freuen mehr über Matteänglisch zu erfahren, es steht nämlich kurz davor zu verschwinden wenn meine Infos richtig sind.
Ich habe irgendwo noch den Schriftwechsel von damals, dort waren auch ein paar Links mit Hörproben.
Leider finde ich sie z.Z. nicht.

L.G. Nachtfee

Elfie 27.07.2010 21:32

AW: Dialektgärtchen
 
Hallo Sonja, DANKE für den Hinweis :smiley_da, bin ja auch Mostviertlerin und krame oft in der Erinnerung nach Worten, die ich seit dem Tod meiner Großmutter nicht mehr gehört hab. Auch Redewendungen - und vor allem interessiert mich auch die Herkunft, bzw die Ableitung. Und ich möcht die Alten wieder reden hören!! Übrigens: Bißgurrn bist du keine!!! Liebe Grüße, Elfie

gropli 28.07.2010 15:09

AW: Dialektgärtchen
 
Zitat:

Zitat von SAGEN.at (Beitrag 17046)
kannst Du evt. ein bischen mehr zum Begriff "Quartiersprache" im Allgemeinen und "Matteänglisch" im Speziellen erläutern?

Hoi Wolfgang

...bin grad krank; mach ich aber demnächst.

Gruss Gropli

.

SAGEN.at 28.07.2010 15:14

AW: Dialektgärtchen
 
Hallo Gropli,

gute Besserung! :pflege:

Wolfgang (SAGEN.at)

gropli 28.07.2010 17:17

AW: Dialektgärtchen
 
Hoi zäme

Matteänglisch ist eine ganz spezielle Mundart, eine Art Geheimsprache, die nur im Quartier Matte in Bern gesprochen wird. Sie basiert im wesentlichen auf der Mundart der Stadt Bern (wie ihn Mani Matter spricht, im ersten Beitrag von Mirjam), verwendet aber auch zahlreiche jenische, rotwelsche und französische Wörter. Zudem werden die Silben vertauscht und Vokale ersetzt usw…

Ein Beispiel: aus „der Wolfgang vom Sagenforum“ wird „irde ilfgangwe imve igenforumse“.
ein Tonbeispiel


Gruss Gropli


.

Nachtfee 29.07.2010 00:40

AW: Dialektgärtchen
 
@ gropli

So wie das Rotwelsch auch, ging es meisst darum Vereinbarungen treffen zu können die nicht jeden was angingen. Vornehmlich sind hier wohl die Ordnungshüter gemeint gewesen.
Aber zu den Rotwelschdialekten wie z.B. der Kundenschall oder das Jenisch gehört es vermutlich nicht?

Ich meine im Jenischen und ganz besonders im Rotwelschen sind sehr viele Lehenswörter aus dem Jiddischen, aber von einer Sprachverwandschaft kann man trotzdem nicht sprechen, hatte das Jiddisch auch einen ganz anderen Sinn.
Jiddisch ist keine Geheimsprache sondern sollte eine sprachenübergreifende Verständigungsmöglichkeit der Juden untereinander bieten, und ist daher in gewisser Weise vielleicht mit dem Esperanto zu vergleichen.
Aber auch nicht wirklich, denn Esperanto ist kein Soziolekt.
Wie also könnte man das Matteänglisch wohl einordnen?

@ Rabenweib

Leider kenne ich mich im Östereicheschen Bereich überhaupt nicht aus, aber ich finde es ist sehr wichtig solche Sprachen zu bewahren.
Die Sprache ist der Spiegel der Kultur, und wer die Sprache versteht, der versteht auch die Menschen die diese Sprache sprechen.
Verschwindet die Sprache so verschwindet auch das Verständniss für die Kultur die an diese Sprache gebunden war.

L.G. Nachtfee

Mystika 23.11.2010 21:14

AW: Dialektgärtchen
 
Die ah leckt? Geh äatchen....Ha ha ha...

Ein Pate für ein Dialektwort, daß man dann häufig benutzen soll, wie einen Putzfetzen etwa? Mhhhh, was gäb es da für ein Wort? Pffff...Biest....jetzt überlege ich...und überlege ich....der is a iwalega...a gstudieada....der hod a büttung.....a seniera. Jetzt hab ich´s. Des is a oida ... taataataataaaaaa...."Seniera"!

Mystika 23.11.2010 21:42

AW: Dialektgärtchen
 
Ich muß also den "Seniara" ............ be"nutzen" wie einen Putzfetzen....Biest du narrisch, ich kenn ja gar keinen Seniera. Au u u ßer? Mich selbst.

Mystika 24.11.2010 22:16

AW: Dialektgärtchen
 
Du Hodalump, da Schani, da Simmal, s Pfidschigogal

Mystika 24.11.2010 22:19

AW: Dialektgärtchen
 
So. Seniera. Du hast hiermit die Patenschaft verloren. Gewinner ist? Das Pfitschigogal. Da? Die Deutung dieses Namens erst von jemanden gedeutet werden muß, der erraten kann, was es wirklich bedeutet.

Mystika 27.11.2010 09:19

AW: Dialektgärtchen
 
I hob an "Busara" ghobt. Na, wer weiß, was das bedeutet?

stanze 27.11.2010 13:19

AW: Dialektgärtchen
 
Zitat:

Zitat von Mystika (Beitrag 18919)
I hob an "Busara" ghobt. Na, wer weiß, was das bedeutet?

Liebhaber oder Freund?

harry 27.11.2010 14:16

AW: Dialektgärtchen
 
Unter "Busara" versteht man die ungewollte Annäherung zweier Kraftfahrzeuge auf weniger als die Minimaldistanz :)

Elfie 27.11.2010 16:22

AW: Dialektgärtchen
 
so elegant hat das zuvor noch niemand beschrieben :smi_blume

Rabenweib 27.11.2010 19:31

AW: Dialektgärtchen
 
pfitschigogaln ist bei uns ein spiel mit münzen.

LS68 27.11.2010 20:18

AW: Dialektgärtchen
 
Zitat:

Zitat von harry (Beitrag 18927)
Unter "Busara" versteht man die ungewollte Annäherung zweier Kraftfahrzeuge auf weniger als die Minimaldistanz :)

Hallo Harry ,

Was ist das eigentlich für eine Sprache oder Dialekt den Mystika da immer wieder schreibt. Als Deutscher verstehe ich immer nur Bahnhof und werde da nicht richtig schlau draus. Oder geht es Euch auch so ?

volker333 27.11.2010 23:06

AW: Dialektgärtchen
 
Zitat:

Zitat von Rabenweib (Beitrag 18929)
pfitschigogaln ist bei uns ein spiel mit münzen.

Futschigogel ist bei einigen meiner Bekannte und auch bei mir der Ausdruck für Gegenstände, für die es kein Wort gibt.
z.B. hatte ich mal einen mit Sand gefüllten Luftballon im Handschuhfach liegen.
Als mich jemand fragte, was das ist. "Das is ein Futschigogel"
Wobei das o bei gogel ausgesprochen wird wie das "aw" in Strawberry.

Würde mich wirklich interessieren wo dieses Wort herkommt.

Ok, sehe gerade das ich eigentlich von vielen Futschigogel's umgeben bin.

Grüße Volker

harry 27.11.2010 23:32

AW: Dialektgärtchen
 
Pfitschigogerl kenne ich seit meiner Volksschulzeit. Es ist eine Abart (Urform) des Tischfußballs. Das Spielfeld wird auf dem Schulpult eingraviert ;)

Näheres zitiere ich der Einfachheit halber aus Wikipedia:
Pfitschigogerl, (auch Fitschigogerl, österr. Dialekt: pfitschen= schnell dahingleitend; Gagel= ein runder Gegenstand) ist so etwas wie die Urform des Tischfußballs. Besonders Buben beschäftigen sich gerne mit diesem Spiel.

Die Spielregeln variieren stark, doch gibt es folgende Grundregeln:
Jeweils zwei Spieler treten gegeneinander an
Jeder Spieler hat eine Münze, eine kleinere Münze ist der "Ball"
Mit einem Lineal oder Kamm schubst der Spieler eine der beiden Münzen so, dass sie den "Ball" trifft und ihn im besten Fall ins Tor befördert.

Natürlich gibt es auch einen offiziellen Pfitschigogerl-Club :)

Mystika 28.11.2010 20:33

AW: Dialektgärtchen
 
Zitat:

Zitat von harry (Beitrag 18933)
Pfitschigogerl kenne ich seit meiner Volksschulzeit. Es ist eine Abart (Urform) des Tischfußballs. Das Spielfeld wird auf dem Schulpult eingraviert ;)

Näheres zitiere ich der Einfachheit halber aus Wikipedia:
Pfitschigogerl, (auch Fitschigogerl, österr. Dialekt: pfitschen= schnell dahingleitend; Gagel= ein runder Gegenstand) ist so etwas wie die Urform des Tischfußballs. Besonders Buben beschäftigen sich gerne mit diesem Spiel.

Die Spielregeln variieren stark, doch gibt es folgende Grundregeln:
Jeweils zwei Spieler treten gegeneinander an
Jeder Spieler hat eine Münze, eine kleinere Münze ist der "Ball"
Mit einem Lineal oder Kamm schubst der Spieler eine der beiden Münzen so, dass sie den "Ball" trifft und ihn im besten Fall ins Tor befördert.

Natürlich gibt es auch einen offiziellen Pfitschigogerl-Club :)

Der heißt Fitschigogalclub, nicht PFITSCHIGOGAL!

Rabenweib 05.09.2011 21:50

AW: Dialektgärtchen
 
hab wieder ein neues wort: LÄTSCHAD!
lätschad ist zum beispiel aufgewärmtes essen. (es ist nicht mehr knusprig, sondern schlabbrig- LÄTSCHAD eben. ;-)

alles liebe, sonja

Elfie 05.09.2011 22:57

AW: Dialektgärtchen
 
da hast du aber wieder was Schönes ausgegraben, irgendwie war das Dialektgärtchen in eine Art Schockstarre verfallen :D

Mit dem Tschad habens die Most4tler:
RITSCHAD - rülpelhaft, unfreundlich
DITSCHAD - dichschädelig, stur
GRAUMPAD - grob zupackend, unsanft. Und diesmal ohne TSCH.

Das AD am End verspricht jedenfalls nichts Gutes, oder weiß jemand Gegenteiliges?

Rabenweib 06.09.2011 07:14

AW: Dialektgärtchen
 
da fällt mir noch "WIAFLAD" ein
"I wor gestern gaunz wiaflad beinaund" (durcheinander, verwirrt, schwindelig)

Liebe Grüße, Sonja

Rabenweib 06.09.2011 07:17

AW: Dialektgärtchen
 
Ah und da fällt mir noch was ein.
"Waunn da Peter auf da Wiesn steht und "DÖNGIT"- was macht er dann? *schmunzel*

Er schärft die Sense mit dem Schleifstein. Das macht ein super Geräusch und hat mir als Kind immer sehr gefallen, ich bin dann gleich zum Fenster gerannt und hab geschaut, wie er mit der Sense die hohe Wiese mähte. (Der Peter war gleichzeitig Totengräber und hat immer wo er gerufen wurde geholfen beim mähen oder auch als Schmied, glaub ich... jedenfalls ist er im ganzen Dorf bekannt. Bei dem wollt ich immer das Sensenmähen lernen.... Vielleicht sollt ich ihn mal fragen...)

Elfie 06.09.2011 18:49

AW: Dialektgärtchen
 
hmm, das Geräusch hör ich auch noch. Bei uns hieß das einfach WETZN. Der Sensenmann holte den Stein vom WETZKUMPF, meist ein Kuhhorn, das am Gürtel seitlich am Rücken hing, und los gings. Ja und erst wurde mit einem Buschen Gras, das ja feucht war, über die Sense gewischt.
Was eurem Wort ähnlich ist, war das DENGLN oder DAUNGLN, aber das war das Hämmern auf dem DENGLSTECKL.

Rabenweib 06.09.2011 19:01

AW: Dialektgärtchen
 
du hast recht! *schäm* des hoasst wetzn und "dengln" is wos aundas....

stanze 06.09.2011 19:27

AW: Dialektgärtchen
 
Wetzn haßt Schortn ausmerzn.
Oba bevur ma de Sennsn vawendn kon, muaß ma se Dongln.
Die Schortn kemen vom stumpfn Gros.
Zan Gros wenns dier is sog ma don Hei.
Dos Hei frisst de Kur, don kimps hintn wida außa.
Don fongs wida von vurn on.
Dos is da Kreislaf da Natur.

Babel 06.06.2015 15:19

AW: Dialektgärtchen
 
Durch einen Kommentar von Elfie zu einem meiner Fotos (oder vielmehr zu dem Text dazu) bin ich auf dieses vergessene Thema gestoßen.

Zitat:

Zitat von Rabenweib (Beitrag 24100)
hab wieder ein neues wort: LÄTSCHAD!
lätschad ist zum beispiel aufgewärmtes essen. (es ist nicht mehr knusprig, sondern schlabbrig)

Zitat:

Zitat von Elfie (Beitrag 24102)
RITSCHAD - rülpelhaft, unfreundlich
DITSCHAD - dichschädelig, stur
GRAUMPAD - grob zupackend, unsanft. Und diesmal ohne TSCH.
Das AD am End verspricht jedenfalls nichts Gutes, oder weiß jemand Gegenteiliges?

"Lätsched" ist auch schwäbisch, mit derselben Bedeutung. Häufiger allerdings wird es als Attribut für Personen verwendet: "Ich bin heut so lätsched" heißt etwa: "Ich bin heut so faul, hab zu gar nix Lust, häng die ganze Zeit bloß so rum ..."

Die Endung -ad, -ed ist neutral und entspricht dem hochdeutschen -ig.

Dresdner 08.06.2015 16:37

AW: Dialektgärtchen
 
Wer es nicht so kompliziert mag, kann auch auf`s Sächsische ausweichen ... :liab:

https://www.youtube.com/watch?v=8kQfaBj0gJA

Joa 08.06.2015 16:52

AW: Dialektgärtchen
 
Zitat:

Zitat von stanze (Beitrag 24134)
Wetzn haßt Schortn ausmerzn.

Wir haben schon in der Volksschule eine andere Bedeutung dafür gefunden! :D

Elfie 08.06.2015 17:11

AW: Dialektgärtchen
 
Zitat:

Zitat von Babel (Beitrag 51239)
"Lätsched" ist auch schwäbisch, mit derselben Bedeutung. Häufiger allerdings wird es als Attribut für Personen verwendet: "Ich bin heut so lätsched" heißt etwa: "Ich bin heut so faul, hab zu gar nix Lust, häng die ganze Zeit bloß so rum ..."

Da habt ihr ja wieder was Schönes ausgegraben :)!

Lädschad steht auch bei uns eher für welk und müde hängen: Salat, Blumen, Gemüse, das zu wenig Wasser hatte, nicht mehr frisch usw., das dehnt sich eben auf nicht mehr frisches Essen oder den Gemütszustand aus ;).

Naja und Manches noch auf vieles Andere, was Joa bewiesen hat :D.

harry 10.06.2015 16:21

AW: Dialektgärtchen
 
1 Anhang/Anhänge
... und unvermutet musste ich heute im Supermarkt hellauf lachen: Ich sah nämlich dieses Preistäfelchen für Drahtspiralen:
Drahtwaschl
Natürlich musste ich sofort Grimms Wörterbusch zu diesem vieldeutigen Wort konsultieren:

Waschel, Wäschel, m. bair.-österr. Wort verschiedener Bedeutung und verschiedener Herkunft.
  1. Wäscher, namentlich in Badwaschel, Badediener, auch Barbier (Höfer 3, 270), Kuchelwaschel, der das Küchengeschirr wäscht Schmeller 2, 1040. Waschel ist auch einer, der sich gern die Gurgel wäscht.
  2. Wisch, Lumpen, namentlich ein Strohwisch zum Reinigen des Geschirres usw. Schmeller 2, 1039. Höfer 3, 270. Lexer 251. Rosegger im Heimgarten 4, 950. nomen instrumenti zu waschen. hierher gehört wol auch Wascherl 'als Seihkörper dienendes Geflecht aus Rindschnauzhaaren' Martiny wb. d. Milchwirtschaft 137 (Steiermark).
  3. kleines, aber breites Wasserrad bei brettersägen Unger-Khull 618b. zu wascheln, im Wasser plätschern.
  4. Mensch, der plump, schleppend einhergeht; zu weites, plumpes Kleidungsstück Schmeller 2, 1039. beide zu einem onomatopoetischen, neben watscheln stehenden wascheln 'schlappen, schlottern', auf das auch Waschel n. zurückgeht.
  5. groszes Thier Unger - Khull 618b (jägerspr.), in Nürnberg groszer Fleischerhund. vielleicht auch zu dem eben angeführten Verbum.

Babel 10.06.2015 16:37

AW: Dialektgärtchen
 
Zitat:

Zitat von harry (Beitrag 51335)
... und unvermutet musste ich heute im Supermarkt hellauf lachen: Ich sah nämlich dieses Preistäfelchen für Drahtspiralen:
Drahtwaschl
Natürlich musste ich sofort Grimms Wörterbusch zu diesem vieldeutigen Wort konsultieren:

Waschel, Wäschel, m. bair.-österr. Wort verschiedener Bedeutung und verschiedener Herkunft.
  1. Wäscher, namentlich in Badwaschel, Badediener, auch Barbier (Höfer 3, 270), Kuchelwaschel, der das Küchengeschirr wäscht Schmeller 2, 1040. Waschel ist auch einer, der sich gern die Gurgel wäscht.
  2. Wisch, Lumpen, namentlich ein Strohwisch zum Reinigen des Geschirres usw. Schmeller 2, 1039. Höfer 3, 270. Lexer 251. Rosegger im Heimgarten 4, 950. nomen instrumenti zu waschen. hierher gehört wol auch Wascherl 'als Seihkörper dienendes Geflecht aus Rindschnauzhaaren' Martiny wb. d. Milchwirtschaft 137 (Steiermark).
  3. kleines, aber breites Wasserrad bei brettersägen Unger-Khull 618b. zu wascheln, im Wasser plätschern.
  4. Mensch, der plump, schleppend einhergeht; zu weites, plumpes Kleidungsstück Schmeller 2, 1039. beide zu einem onomatopoetischen, neben watscheln stehenden wascheln 'schlappen, schlottern', auf das auch Waschel n. zurückgeht.
  5. groszes Thier Unger - Khull 618b (jägerspr.), in Nürnberg groszer Fleischerhund. vielleicht auch zu dem eben angeführten Verbum.

Drahtwaschel ist ja niedlich! Diese Dinger würde man wohl normalerweise als Drahtschwämme bezeichnen. Ich kenne nur (bayerisch) "Ohrwascherln". ("Mach gefälligst deine Ohrwascherln auf!" - wenn einer nicht zuhört, wenn man was zu ihm sagt.)

Elfie 10.06.2015 18:08

AW: Dialektgärtchen
 
Drahtspiralen (nie gehört, gelesen auch nicht, verwende sie nicht) sind aber auch zu beliebig. Könnten alles Mögliche oder auch Zubehör sein.

Den Badwaschl kennt man immer noch als Angestellten öffentlicher Bäder :).
Hier sagt man auch allgemein zu etwas/jemand Großem: a gscheiter Waschl.
Super, diese alten Wörterbücher ;).

Ja - und Ohrwaschln haben wir auch, nur Schwämme sind eher etwas Saugendes.

harry 10.06.2015 18:34

AW: Dialektgärtchen
 
"Drahtspiralen" ist die Bezeichnung der Waschl auf der Originalverpackung :)

Babel 10.06.2015 18:52

AW: Dialektgärtchen
 
Also, wenn man "Drahtspiralen" in die Google-Bildsuche eingibt, sieht man alles mögliche, nur nicht diese Dinger. Gibt man dagegen "Drahtschwämme" (oder -schwamm) ein, kommen diese Topfscheuerdinger in Mengen – obwohl ihre Konsistenz wahrhaftig nichts Schwammähnliches hat. :D

Als Bezeichnung für Personen kannte ich Waschl nicht, habe mich aber gerne belehren lassen, obwohl dies eine etwas mühsame Lektüre ist. ;)


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