![]() |
AW: Lieblingsgedichte
Liebe Ulrike, ich mag auch Weinhebers "Wien wörtlich", muss ich mich deshalb schämen? Hab es allerdings auch erst durch Oskar Werner kennengelernt und in dem Fall ist mir wurscht, wer was geschrieben hat: es ist einfach herrlich anzuhören. Den Weinheber als Figur muss ich nicht haben.
Was Waggerl angeht, weiß ich nicht, was genau gemeint ist mit "sich nicht gegen Vereinnahmung gewehrt". Ganz allgemein kann man glaube ich sagen: man kann sich heute nicht vorstellen, wie die Zeit damals war. Ob da ein Schullehrer einfach zu denen sagen konnte: mir gefällt nicht, dass euch das gefällt? Oder irgend eine blödsinnige "Ehrung" (falls es eine solche gegeben hat, weiß nicht) verweigern? Ich glaube, grundsätzlich sollte man unterscheiden, ob jemand, der nie in der scheußlichen Sache AKTIV war, aber aus einer Angst, die sich heute niemand von uns mehr vorzustellen braucht, nicht gewehrt hat. Oder ob sich jemand angebiedert hat, um persönliche Vorteile zu haben. Es war nicht wirklich eine Wertung, das mit dem Goethe, bei der "Glocke" kann ich heute noch heulen und den "Faust" hab ich auf CD mit Will Quadflieg als Faust, ein Genuss. Liebe Grüße, Elfie |
AW: Lieblingsgedichte
Ein Anderer, der großen deutschen Stimmen:
[ame="http://www.youtube.com/watch?v=dJwNmQsPhAc"]Kinski spricht "Die Ballade von der Mäusefrau" (Villon) - YouTube[/ame] |
AW: Lieblingsgedichte
Vielen Dank für "Villon" bezw. Kinski: Mir lief und läuft jedesmal eine
Gänsehaut den Rücken runter! Ich besitze die etwas "sanftere" Schallplatte: Heinz Reincke spricht Villon. Ich mochte diesen Schauspieler sehr, er ist wohl in diesem Jahr in Ö (?) gestorben. Vor über 40 Jahren sprachen wir in der Buchhändlerschule/FfM. in franz. Literatur über Villon. Ich habe noch ein angestaubtes dtv Taschenbuch im Regal: Die lasterhaften Balladen des Francois Villon, Nachdichtung von Paul Zech, Umschlagbild: der unvergessene Piatti, der damals der dtv Reihe das künstlerische Aussehen gab. Ich liebe diese alten Ausgaben! Nun aber: viele Grüße an alle hier! Ulrike |
AW: Lieblingsgedichte
Schwere Gedanken
Eisige Nebel verdunkeln das Herz Kalte Bilder vergangener Tage Regen gleitet die Wangen herab Das Purpur ist dem Schwarz gewichen Das Gelb zu Weiß verblaßt Der Regenbogen hat das Schillern verloren zu steinig, den gemeinsamen Weg zu entdecken zu ungeduldig, den rechten Moment zu begreifen zu gering die Zeit, Vergangenes zu bewältigen zu schwach, das Glück in Händen zu halten zu einfach, in Selbstzweifel zu vergeh´n Regen gleitet die Wangen herab Dieter Franke |
AW: Lieblingsgedichte
Danke für dieses Gedicht und viele Grüße von Ulrike!
|
AW: Lieblingsgedichte
Oskar Werner liest Rilke:
Herbsttag [ame="http://www.youtube.com/watch?v=DWk5ZP4xrvQ&feature=related"]Herbsttag (R. M. Rilke) vorgetragen von Oskar Werner - YouTube[/ame] |
AW: Lieblingsgedichte
Nach längerer Zeit habe ich wieder etwas gefunden,
das mich stark bewegt hat und an dem ich euch teilhaben lassen möchte. Der Blinde an der Mauer Ohne Hoffnung, ohne Trauer Hält er seinen Kopf gesenkt. Müde hockt er auf der Mauer. Müde sitzt er da und denkt: Wunder werden nicht geschehen. Alles bleibt so, wie es war. Wer nichts sieht, wird nicht gesehen. Wer nichts sieht, ist unsichtbar. Schritte kommen, Schritte gehen. Was das wohl für Menschen sind? Warum bleibt den niemand stehen? Ich bin blind, und ihr seit blind. Euer Herz schickt keine Grüße aus der Seele ins Gesicht. Hörte ich nicht eure Füße, dächte ich, es gibt euch nicht. Tretet näher! Laßt euch nieder, bis ihr ahnt was Blindheit ist. Senkt den Kopf, und senkt die Lieder, bis ihr, was euch fremd war, wißt. Und nun geht! Ihr habt ja Eile! Tut, als wäre nichts geschehen. Aber merkt euch diese Zeile: "Wer nichts sieht, wird nicht gesehen." Erich Kästner |
AW: Lieblingsgedichte
Einge werden mich schon kennen von den "alten Worten"
und wissen um meinen Hang zur Mundart. Deshalb handelt mein Lieblingsgedicht auch über die Mundart: I red wia mei´ Ahnl, Der lustig Mau; So hat aa mei´ Voda Der Muada schö´ dau. Und druckt mi der Kummer, Wer frogt denn danoch? Nur oane, dö tröst mi; Der Hoamat ihr Sproch. I red wia mei´ Ahnl, Der hot ma s` verirbt. Is d` Sproch net wia d` Hoamat? I red s`, dass s` net stirbt. Herbert Brachmann |
AW: Lieblingsgedichte
:daumen:
*applaus klatsch* wunderschön! danke! liebe grüße, sonja |
AW: Lieblingsgedichte
Der Hang zu Mundart ist auch in mir.
Darum ein Gedichtfragment das, obwohl vollständig erscheinend, keinen Anspruch auf Vollständigkeit stellt: I und du und nu a Mau hom in Wiat in Kölla dau; Wann da Wiat denn des tat wissn daß eam mai in Kölla g'schissn; Tat er uns beim G'richt verklgn miassat ma in Dreck austrogn; I nahm d' Schaufl Du nahmst d' Händ Hätt da gaunz Dreck an End. Attwenger haben dieses Gedicht 1992 zum Teil verwendet. |
Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 11:09 Uhr. |
Array
©2000 - 2021 www.SAGEN.at