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-   -   Piefke-Saga ... von der Realität überholt? (http://www.sagen.at/forum/showthread.php?t=247)

radl-inge 05.10.2009 16:13

AW: Piefke-Saga ... von der Realität überholt?
 
Ich bin auch aus Deutschland, war aber praktisch nie als Urlauber in Tirol und bewirtschafte jetzt seit zehn Jahren einen Bergbauernhof mit meinem "eingeborenen" Mann, auf 1800m Seehöhe.
Die Piefke-Saga habe ich erst kürzlich erstmals gesehen (muß irgendwie an mir vorbeigegangen sein) und war begeistert und entsetzt zugleich.
Anschließend an den vierten Teil sahen wir in den Nachrichten einen Bericht über den Festumzug "200 Jahre irgendwas mit Andreas Hofer" und es paßte alles so genau! Lauter maskierte, umoperierte Tiroler, gesund, glücklich, begeistert! So langsam weiß ich gar nicht mehr, wer wohl bei uns im Dorf noch nicht umoperiert ist. Dem Verhalten nach gibt es nur noch wenige, die "normal" sind. Besonders diese Schützen finde ich schon immer total hirnrissig mit ihrem Rumgeballere bei jeder kirchlichen (!) Prozession. Die haben wohl noch nicht mitbekommen, daß der zweite Weltkrieg vorbei ist.
Weiß nicht, ob ich mich wieder zum Hierbleiben entscheiden würde, nach den Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren hier gemacht habe, und wenn ich den Film damals schon gekannt hätte....
Irgendwie schon arm dran, dieses prostituierte Land.
Und typisch, daß das Österreichische Fernsehen den vierten Teil kaum ausgestrahlt hat.

cerambyx 05.10.2009 18:34

AW: Piefke-Saga ... von der Realität überholt?
 
tja - plastic-world ist nahe ;-)

Leider ist es so, dass viele Menschen den ganzen Unfug mit der Natur zwar verurteilen, aber im täglichen Leben doch "Plastikmäßig" reagieren und agieren. Jeder hat selbstverständlich seine eigenen Begründungen hierfür - und oft sind es auch gute Gründe. Denn viele sind derart in Konsum, Tagesarbeit, Freizeitverhalten, Statuserhalt usw. eingebunden, um nicht zu sagen eingefesselt, ohne dass sie es bemerken - oder überhaupt bemerken können!

Mein persönliches Fazit: es scheint sich um ein normales Verhaltensmuster zu handeln (vlg. vergleichende Verhaltensforschung, Revierabgrenzung und Macht-Attribute), das allerdings durch Wirtschaft, Werbung und Medien geschickt genutzt und zu einem gewissen Teil auch gelenkt wird. Leider ist keinerlei Bremssystem in diesen Weg eingebaut, weil dieses Bremssystem die Erträge reduzieren würde ...

Irgendjemand hat mal gesagt, dass wir einen permanent beschleunigenden Schnellzug anhalten wollen, indem wir alle zum Anschieben animieren ....

Tja, dann wünsch ich mal fröhliches anschieben .... ;-)

... und: Piefke sag ich zu keinem deutschen Nachbarn, egal ob Bayer oder sonstwoher, immerhin sind wir Nachbarn ... andererseits sollte man den Ausdruck nicht gar zu ernst nehmen. Und wenn mich einer als Ösi bezeichnet, rechne ich auch immer mit einem Augenzwinkern ...

Die Piefke-Saga fand ich schon damals nicht überzogen - aber das lag wohl daran, dass ich schon damals sehr nahe an den Informationen zu Öko-Themen dran war - und der Normalsterbliche einfach nicht wissen konnte, was alles bereits auf Schiene gelegt wurde.

LieGrü
Norbert

stanze 20.01.2010 13:26

AW: Piefke-Saga ... von der Realität überholt?
 
Zitat:

Zitat von Berit (SAGEN.at) (Beitrag 636)
Vielleicht liegt es daran, dass die Frau Auer von ihrem Sohn nicht ernst genommen wird, wenn sie "süßen Sohn" anstatt "liabn Buabn" sagt? *ggg

Berit

Das trift den Nagel auf dem Kopf. Selber Deutsch reden,
aber vom Sohn Tirolerisch verlangen.

Ulrike Berkenhoff 20.01.2010 14:43

AW: Piefke-Saga ... von der Realität überholt?
 
Bitte keine Pauschalurteile! "Piefke" (ich also auch - oder nur die deutschen
Männer?) finde ich lustig, es gibt auch andere Bezeichnungen für andere
"Ausländer", die ich gar nicht nennen mag. Bayern sind natürlich ganz
besondere "Spezies". Gefallen tut mir, wenn Menschen
ganz "natürlich" ihren Dialekt sprechen, böse finde ich, wenn dieser nur gesprochen wird, damit andere Anwesende nicht verstehen, was (über sie) geredet wird. Schade auch, manche Mundarten verschwinden (z.B. unser
heimisches Plattdeutsch). Die Sprache wandelt sich rasant, die Jugend hat
grenzüberschreitend ihre Sprache (amerikanisiert). Ich habe keine Hemmungen,
wenn ich etwas nicht verstehe, nachzufragen. In "Kölsch" z.B. kann man
"Sachen sagen", die in Hochdeutsch als weniger lustig empfunden würden
(vornehm ausgedrückt). - Winterlandschaften unter Hallendächern sind
schon verbreitet, vom Ruhrgebiet bis Saudi-Arabien (stand jetzt in der Zeitung).
Natürlich hat der Tourismus andernorts dann wieder Einbußen (und viele haben
eben dort ihren Broterwerb). Tirol, Kärnten,Steiermark waren früher sehr arm
(soweit ich weiß). Es ist irgendwie ein Teufelskreis! Momentan scheint ja
das "Biken" durchs Gebirge (Zugspitze) der Trend, ältere Wanderer leben
gefährlich (ich "walke" übrigens nicht). Auch bei uns sieht man aber massenhaft den "Sommerlanglauf". Neue Trends sind "in"! Man muß ja nicht
alles mitmachen.- Viele Grüße von Ulrike

Jutta 07.04.2015 12:42

AW: Piefke-Saga ... von der Realität überholt?
 
Am vergangenen Samstag, den 04.04.2015, habe ich folgenden Artikel zum Thema "Die Piefke-Saga wird 25" in der Tiroler Tageszeitung gelesen:
http://www.tt.com/kultur/kinoundtv/9...ga-wird-25.csp

Jutta 03.09.2015 17:19

AW: Piefke-Saga ... von der Realität überholt?
 
Am vergangenen Sonntag, den 30.8.2015, kam in ORF2 eine Sendung zum Thema: Österreich-Bild: Wir reisen ab! 25 Jahre Piefke-Saga
http://tvthek.orf.at/program/Oesterr...-Saga/10469867
Vor 25 Jahren hat eine Heimatsatire die österreichisch-deutschen Beziehungen auf eine harte Probe gestellt: Die "Piefke-Saga". Der vierteilige Film über die Hassliebe zwischen österreichischen Touristikern und deutschen Urlaubern stammt vom österreichischen Erfolgsautor Felix Mitterer. Was ist von der Piefke-Saga geblieben? Brigitte Gogl begibt sich für das Österreich Bild aus dem ORF Landesstudio Tirol auf Spurensuche - sie hat zahlreiche Zeitzeugen getroffen und Tobias Moretti genauso vor die Kamera gebeten wie Erfolgsautor Felix Mitterer.

SAGEN.at 04.09.2015 23:55

AW: Piefke-Saga ... von der Realität überholt?
 
Danke für Deinen Hinweis auf diesen Film zur Piefke-Saga!

Brigitte Gogl hat sich in diesem Film sehr dezent und zurückhaltend geäußert, so richtig schön brav und gut frisiert wie seinerzeit Heinz Conrads an diesem Sendeplatz.

Tobias Moretti hat gut und lustig analysiert, Felix Mitterer hat hingegen äußerst feige Rückzieher gemacht - sehr schwach von diesem Autor...

Ich denke, man hätte diesen Film ganz anders bzw. realitätsnäher gestalten können - aber man will ja den deutschen Touristen in Tirol weiter als Geldeinnahmequelle und wichtigsten Einwanderer hofieren und keinesfalls verärgern ;)

Wolfgang (SAGEN.at)


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