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SAGEN.at 08.09.2008 00:18

AW: Untergegangene Berufe
 
Hallo Gropli,

der "Hundestupfer" ist tatsächlich ein extrem seltener Beruf.
Wurde dies hauptberuflich ausgeübt?

Wolfgang (SAGEN.at)

erzähler 08.09.2008 19:05

AW: Untergegangene Berufe
 
Also eine Berufsart, die untergegangen ist, waren die "Wagner"Sie haben also die Räder der Holzwägen gemacht und repariert, sie haben Holzgabeln für die Bauern gemacht, Rechen usw....

Aus einigen von ihnen wurden dann so in den 60er Jahren der vorigen Jahrhunderts die "Skierzeuger". Gar nicht wenige, aber von denen haben es dann auch nur wenige geschafft.

Erzähler

Berit (SAGEN.at) 08.09.2008 22:45

AW: Untergegangene Berufe
 
Fast ausgestorben ist der Beruf der "Rechenmacher", der jedoch wie viele andere Berufsbezeichnungen als Familiennname heute noch besteht. Im Mühlviertel dürfte es diesen Berufsstand noch geben, wenigstens einen...

Berit

SAGEN.at 08.09.2008 23:48

AW: Untergegangene Berufe
 
1 Anhang/Anhänge
Du meinst wohl diese (Holz-) Rechenerzeugung im Mühlviertel?

Wolfgang (SAGEN.at)

Berit (SAGEN.at) 08.09.2008 23:52

AW: Untergegangene Berufe
 
Bingo! :)

Berit

gropli 09.09.2008 08:56

AW: Untergegangene Berufe
 
Zitat:

Zitat von SAGEN.at (Beitrag 7447)
der "Hundestupfer" ist tatsächlich ein extrem seltener Beruf. Wurde dies hauptberuflich ausgeübt?

Grüezi Wolfgang
Die Frage lässt sich nicht genau beantworten. Der Hundestupfer arbeitete jedenfalls im Auftrag der Obrigkeit. Obs ein Vollamt war, weiss ich nicht.

Mein Grossvater arbeitete noch als "Käfervogt". Er organisierte die regelmässige Sammlung der Maikäfer. Und vor allem rechnete er im Auftrag der Gemeindekasse mit den einzelnen Sammlern ab. Käfervogt war aber kein Beruf sondern ein Amt.

Gruss gropli

.

SAGEN.at 09.09.2008 14:12

AW: Untergegangene Berufe
 
Vielleicht ist auch der "Ohrenseifenbläser" von Interesse?

Ohrenseifenbläser demonstrierten auf Varietébühnen öffentlich die enorme Leistungsfähigkeit ihrer Luftkanäle im Kopf. Ein gewisser Mister Charles, der sich Erster Ohrenseifenbläser der Welt nannte, konnte mit den Ohren luftballongroße Seifenblasen erzeugen.
(Quelle: Rudi Palla, 1994, S. 223)

Wolfgang (SAGEN.at)

SAGEN.at 09.09.2008 14:15

AW: Untergegangene Berufe
 
Untergegangen erscheint mir auch der Beruf des "Sliemers" zu sein.

Sliemer fertigten, zum Beispiel in Wien und in italienischen Städten, bis ins 18. Jahrhundert Fenster aus ölgetränktem Papier an.
(Quelle: Rudi Palla, 1994, S. 311)

Wolfgang (SAGEN.at)

SAGEN.at 09.09.2008 14:25

AW: Untergegangene Berufe
 
Der Beruf des "Wassertrompeters" war schon immer untergegangen, da es diesen, entgegen verbreiteter Ansicht gar nicht gab.

Der Dichter Fritz von Herzmanovsky-Orlando, 1954 in Wien gestorben, vermeinte allerdings in einem Eisenbahnabteil der böhmischen Westbahn zwei solchen Wassertrompetern begegnet zu sein. Als der Zug mit einem Ruck anfuhr, sprang dem einen der etwas zu kleine chapeau melon vom Kopf und Herzmanovsky auf die Zeitung. In der nun folgenden Diskussion zwischen dem Hutlosen und dem Dichter entstand eine Diskussion um den Beruf des Wassertrompeters. "A Wassertrompeter is man doch von Geburt! Schon als Seigling! Ja schon im Mutterleibe!"

Schließlich stellte sich heraus, die beiden seien keine Wassertrompeter von Berufs wegen, sondern Einwohner der Ortschaft Wassertrompeten, Gerichtsbezirk Bischofteinitz, Gemeinde mit eigenem Statut in Westböhmen.
(Quelle: Rudi Palla, 1994, S. 355)

Wolfgang (SAGEN.at)

SAGEN.at 09.09.2008 14:27

AW: Untergegangene Berufe
 
"Fingerhüter" schlugen Fingerhüte mit stählernen Stanzen und Punzen aus Messing- oder Eisenblechstreifen mit freier Hand aus. Schon im Jahre 1373 werden zünftige Fingerhutmacher in Nürnberg werähnt.
(Quelle: Rudi Palla, 1994, S. 98)

Wolfgang (SAGEN.at)


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