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-   -   Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur (http://www.sagen.at/forum/showthread.php?t=1245)

SAGEN.at 11.11.2007 00:57

Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Auf Grund vieler Anfragen möchten wir die Dokumentationen zum Thema
"Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur"
ausbauen.

Das kann nur durch Eure Mithilfe ganz gut gelingen:

wer etwa Fotos von Bergwerken hat, das kann ja oft ganz nebenbei gelingen, dass man an einem Bergwerk, Mundloch oder Bergwerksindustrie vorbeikommt, beim Bergwandern findet etc. ist eingeladen, mit Fotos beizutragen. Schön wären Bergwerksfotos in der Fotogalerie oder per Email.

Weiters suchen wir jegliche Art von Texten zum Thema Bergbau. Wir können aus urheberrechtlichen Gründen nur eher alte Texte veröffentlichen. Wir benötigen für neuere Texte die Zustimmung des Autors oder der Nachfahren ("Opa hat einen Text geschrieben").

Und hier an dieser Stelle im Forum würden wir uns über spontane Dinge, was auch immer zum Thema Bergbau kommen mag, freuen.

Wolfgang (SAGEN.at)

Ulrike Berkenhoff 15.11.2007 19:06

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Dieses Thema finde ich sehr interessant! Ich wohne ja in nächster Nachbarschaft zum Ruhrgebiet, früher geprägt vom Bergbau. Es
gibt viele Sagen zum Bergbau, werde verstärkt danach "Ausschau"
halten. - Leider kann ich noch keine Fotos versenden. In vielen alten
Zechengebäuden finden heuer z.B. Kulturveranstaltungen statt. Zum
Glück wird nicht alles abgerissen, teilweise hat der Denkmalschutz neue
Nutzung gefunden, Museum und Gastronomie u.a. Den "Kumpel vor Ort"
haben wir praktisch nicht mehr. Die Zeit der Fördertürme ist vorbei, hohe
Schlote (Schornsteine) wurden gesprengt. Die ganze Landschaft bekommt
ein anderes Gesicht. Die großen Halden sind teilweise parkähnlich gestaltet
d.h. begrünt worden. Es gibt viele Bergsenkungsgebiete, d.h. immer wieder
mal bricht irgendwo plötzlich die Erde durch Untertagebewegungen auf,
Menschen haben Einbrüche auf ihren Grundstücken oder Risse im Mauerwerk
ihrer Häuser. Es ist ja ähnlich einem Erdbeben! Bin gespannt auf Berichte aus
anderen Regionen (bei uns geht es übrigens um Steinkohleabbau, wahrscheinlich
meint ihr mit der Dokumentation Bergbau überhaupt?). Noch eine Frage:
die Hl. Barbara als Schutzheilige ist mir bekannt, war im Osten nicht auch die
Hl. Anna "zuständig"? Der Mädchenname Barbara war hier übrigens sehr
beliebt und verbreitet. Nun viele Grüße von Ulrike

cerambyx 20.05.2008 10:37

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Zu den bei uns im Nationalpark O.ö. Kalkalpen existent gewesenen Bergwerken haben wir einige Untersuchungen angestellt die ich auf unserer Nationalpark Homepage veröffentlicht habe.

Außerdem hab ich spannende Details in den Heimatblättern entdeckt, die durch dieselben Untersuchungen initiiert wurden .. (siehe dazu auch Fotogalerie).

Liebe Grüße aus dem bergwerklichen Steyrtal
Norbert

SAGEN.at 20.05.2008 12:59

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Hallo Norbert,

zum Bauxitbergbau Unterlaussa schreibt Josef Weichenberger:

Zitat:

Eine Besonderheit war die 13,5 km lange Materialseilbahn zwischen dem Bergbaugebiet und der Bahnverladestation beim Bahnhof Weißenbach St. Gallen. Die Materialseilbahn galt als die längste Europas.
Weiß man, wer der Hersteller der Materialseilbahn war?
Wenn diese Bahn in den 1920er Jahren errichtet wurde, wäre die Firma "Adolf Bleichert & Co" aus Leipzig sehr wahrscheinlich.
Kannst Du das feststellen?

Wolfgang (SAGEN.at)

mina 28.05.2008 14:42

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
1 Anhang/Anhänge
zum öblarner kupferweg ...

führungen zwischen 1. juni und 30. september möglich ... es wird der öblarner steinkeller gezeigt, eine fahrt mit dem planenwagen, besichtigung der schmelzöfen und des thattäusstollens ... dauer der führung 4 bis 5 stunden ...

anbei die informationsbroschüre

cerambyx 29.05.2008 19:55

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Zitat:

Zitat von SAGEN.at
Weiß man, wer der Hersteller der Materialseilbahn war?
Wenn diese Bahn in den 1920er Jahren errichtet wurde, wäre die Firma "Adolf Bleichert & Co" aus Leipzig sehr wahrscheinlich.
Kannst Du das feststellen?

Wolfgang (SAGEN.at)

Meines Wissens existieren sogar noch Teile (Räder) mit Prägung ev. Hersteller? Werd' mich darum kümmern !!

Ich glaube auch einmal diesbezügliche GIS-Karten angefertigt zu haben - die werde ich auch ausgraben und auf Google-Earth umlegen ... könnte schon nächste Woche klappen, da ich ohnehin gerade geschichtliche Daten zusammentrage ....

Liebe Grüße aus'm hitzigen Steyrtal
Norbert

harry 07.09.2008 00:23

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Auf der ORF- Nachrichtenseite lese ich gerade unter dem Titel:
Bergwerks-Renovierung - Bundesforste wollen Geld von Freiwilligen:

Nicht nur gratis arbeiten, sondern dafür auch noch bezahlen: Das sollen freiwillige Helfer aus Tösens und Pfunds. Die Freiwilligen wollen eine alte Bergwerksanlage vor dem Zerfall retten. Die Bundesforste möchten Geld dafür sehen ... Im Bergwerk Platzertal hoch über Tösens wurden bereits im 16. Jahrhundert Zink, Blei und Silber abgebaut. Doch seit gut 100 Jahren zerfällt die historische Anlage zusehends. Die Einheimischen wollen unentgeltlich ein Stück regionaler Geschichte bewahren, doch der Besitzer Bundesforste will Geld dafür sehen...

Der komplette Bericht ist unter http://tirol.orf.at/stories/305596/ zu lesen.

Da ich Pressemeldungen gegenüber recht skeptisch bin und auch die Argumente der Bundesforste nicht kenne, möchte ich nicht vorschnell urteilen. Wenn das aber stimmt, dann ist es schon starker Tobak. :smi_mit k

SAGEN.at 07.09.2008 01:06

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Hallo Harry,

vielen Dank für Deinen sehr wichtigen Hinweis auf die Vorgangsweise der Österreichischen Bundesforste zu diesem äußerst wichtigen Kulturdenkmal in den Alpen und insbesonders zur Bergbaugeschichte!

Wie Du allerdings richtig vermutest, sind die Angaben in dieser Presseaussendung aus der Sicht der Bergbauforschung nicht ganz richtig...

Der Silber- und Bleibergbau Tösens ist sicher nicht das "höchstgelegene Bergwerk Europas"! Zu diesem Superlativ kämen auch andere Bergwerke in Frage, insbesonders das schon in diesem Forum angesprochene Bergwerk Valsertal bzw. die Dokumentation im Kapitel Bergbau.

Wie auch immer, das Bergwerk Tösens ist tatsächlich auch im Bereich der Alpen enorm abgelegen... :rolleyes:

Auch die Geschichte des Bergwerks Tösens mit "seit dem 16. Jahrhundert" ist etwas übertrieben...

Der Tiroler Bergbau-Experte Herbert Kuntscher formuliert das etwas seriöser:
"Sieht man von den Versuchen im 16. Jahrhundert ab, so begann der Abbau mit der Gründung des "Silber- und Bleibergbaues Tösens" durch Dr. Duregger im Jahr 1884".
[...]
"Im Jahre 1910 war der Bergbau zu Ende."
(Quelle: Herbert Kuntscher, Knappensteige in Tirol, Auf den Spuren des Bergbaus, Innsbruck 2006)

Dennoch versuchten die Österreichischen Bundesforste und die Bleiberger Bergwerksunion im Jahr 1985 den ursprünglichen Zustand des Geländes wieder herzustellen (= Verschluss der Stollen, Sprengung der Bauten, Einebnung des Geländes), was in den Jahren 1985/1986 einen großen Proteststurm der Gemeinden, Fremdenverkehrsverbände, Denkmalamt und Politiker auslöste. Auch das österreichische Parlament wurde eingeschaltet. Daraufhin unterbrachen die österreichischen Bundesforste diese Zerstörung von Kulturgut und liesen die Anlagen verfallen.

Die Stollenmundlöcher wurden dennoch zugesprengt, einen exzellenten Einblick in den derzeitigen Erhaltungszustand der Bergwerke Tösens hat Angelika Mair für SAGEN.at zur Verfügung gestellt:
Der Silber- und Bleibergbau Tösens, Tscheytal


Die Haltung der Bundesforste vom September 2009, für freiwillige Kulturarbeit Miete zu verlangen, erscheint in dem Zusammenhang, dass es sich um ausschliesslichen Vereinszweck der Kulturerhaltung handelt, mehr als unverständlich...

Wolfgang (SAGEN.at)

volker333 11.09.2008 20:39

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Zitat:

Zitat von SAGEN.at (Beitrag 7442)


Die Stollenmundlöcher wurden dennoch zugesprengt, einen exzellenten Einblick in den derzeitigen Erhaltungszustand der Bergwerke Tösens hat Angelika Mair für SAGEN.at zur Verfügung gestellt:
Der Silber- und Bleibergbau Tösens, Tscheytal


Die Haltung der Bundesforste vom September 2009, für freiwillige Kulturarbeit Miete zu verlangen, erscheint in dem Zusammenhang, dass es sich um ausschliesslichen Vereinszweck der Kulturerhaltung handelt, mehr als unverständlich...

Wolfgang (SAGEN.at)

Tolle Bilder (Großes Lob an Fr.Mair) und ein wahrer Satz am Schluß. AMTSSCHIMMEL :smi_reiteich Depp i
LG Volker

Ulrike Berkenhoff 11.10.2008 10:52

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Sophienhöhe
Erst haben Bagger die Braunkohle abgebaut, dann wurde der nicht verwertbare Abraum auf der grünen Wiese abgekippt. So kamen bei Hambach seit 1978 über
eine Milliarde Kubikmeter Sand, Kies und Ton zusammen; dort wo früher herrliche Eichenwälder standen. Inzwischen erhebt sich in der sonst flachen Bördelandschaft ein bis 200 m hoher künstlicher Hügel, eben die Sophienhöhe.
Inzwischen wurde dort sorgfältig aufgeforstet und auch Feuchtgebiete
angelegt. So verändert der rheinische Braunkohlenabbau die Landschaft!
Immerhin gibt es auch so gute Beispiele, die "Wunden" in der Natur wieder
zu schließen. - Viele Grüße von Ulrike!
(Meine Quelle: WDR 5, Der Natur auf der Spur, 2007)

Ulrike Berkenhoff 09.11.2008 10:41

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Nach dem Krieg stand die Zeche Grimberg unter brit. Verwaltung (Essen im
Ruhrgebiet). - Dort kam es im Feb. 1946 zu einem der größten Grubenunglücke
in der deutschen Geschichte. 402 Bergleute kamen von der Frühschicht nicht
zurück, die meisten konnten noch nicht einmal tot geborgen werden. Mittags
um 12 Uhr hatte es in der Tiefe eine Explosion gegeben, Ursache nicht geklärt.
Der Direktor u. 3 brit. Offiziere fanden ebenfalls den Tod, außerdem 2 Kumpel
über Tage (durch die Druckwelle). Nach drei Tagen gab man die Suche nach
den Verunglückten auf, da es eine weitere Explosion gab. Es wurde einfach alles
"geflutet". - Dies ist noch vielen Menschen in der Region in Erinnerung! Ulrike

Ulrike Berkenhoff 09.11.2008 11:13

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Ruhrbergbau (Steinkohle)-Krise begann vor 50 Jahren
Vor 50 Jahren begann die Kohlenkrise. 16000 Berglaute hatten ihre erste
"Feierschicht". Im Sept. 1958 schloß die erste Zeche: Lieselotte in Bochum.
Nach den 10 "Goldenen Jahren" hatte zunächst niemand mit dieser Flaute
gerechnet. Nach der Währungsreform wurden zunächst 800 000 Bergleute
angeworben, stillgelegte Kleinzechen reaktiviert, Überschichten gefahren.
Das "Schwarze Gold" fuhr Gewinne ein. -Weihnachten 1950 gab es einen
Energieengpass, in Deutschland gingen im wahrsten Sinne des Wortes:
die Lichter aus. Der Staat investierte: 50 neue Tagesschächte wurden
abgeteuft, tausende Stellen für Untertagearbeit waren noch 1957 frei.-
Nun kamen aber billigere Kohleimporte u. Erdöl, die Halden wuchsen schon 1958
"bis in den Himmel". Die Kumpel an der Ruhr fuhren über drei Millionen
unbezahlte Feierschichten!-Zwischen 1958 u. 69 verschwanden dann
62 Schachtanlagen u. gleichzeitig 280 000 Arbeitsplätze. -
1962 dann das sog. 7Punkte Programm d. Regierung. Es wurden Prämien
gezahlt f. Stillegungen (u.a.). -1958 forderte die Gewerkschaft eine
Einheitsgesellschaft u. Verstaatlichung. Unter Bundeswirtschaftsminister
Schiller kam es 1968 zur Gründung der Ruhrkohle AG, "Konzertierte Aktion"
war das Schlagwort. 52 Schachtanlagen u. 29 Kokereien wurden nun
privatwirtschaftl. einheitlich verwaltet. - Früh schon trugen wütende
Bergleute ihre Anliegen vor (Verbesserung der Arbeitsverhältnisse u.a.):
"Marsch auf Bonn" war bereits 1959 angesagt (60.000 Kumpel marschierten).
1960 wurde die Stimmung radikaler, der Arbeitsmarkt war leergefegt.-
1975 begann die zweite Krise für die region: der Niedergang der Stahlindustrie.
-Nun versucht das Ruhrgebiet, den Dienstleistungssektor weiter aufzubauen
(Technologiezenztren entstehen u.a.). - Dies mal ein kurzer Abriß
zur hiesigen Geschichte mit Grüßen von Ulrike!
Als Quelle diente auch: Unsere Zeitung, Unna 2008

Ulrike Berkenhoff 11.11.2008 08:45

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Vor hundert Jahren kam es zu einem großen Grubenunglück auf der Zeche Radbod bei Hamm. 350 Bergleute starben am 12. Nov. 1908 bei einer
Methangasexplosion. Es gab damals noch offene, mit Benzin gefüllte Grubenlampen,
wahrscheinlich die Ursache des grausigen Unglücks. Danach wurden diese
abgeschafft und durch elektrische Handlampen ersetzt. - Nach einem Jahr
förderte man vor Ort wieder, bis 1990 die letzte Kohle diese Zeche verließ.
-Ulrike-

cerambyx 11.11.2008 14:18

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Zitat:

Zitat von SAGEN.at (Beitrag 6912)
Hallo Norbert,

Weiß man, wer der Hersteller der Materialseilbahn war?
Wenn diese Bahn in den 1920er Jahren errichtet wurde, wäre die Firma "Adolf Bleichert & Co" aus Leipzig sehr wahrscheinlich.
Kannst Du das feststellen?

Wolfgang (SAGEN.at)

Hallo Wolfgang!

Sagte ich damals nicht so ähnlich wie: "...nächste Woche ???" ....

Na, endlich komme ich überhaupt wieder zu "Historischem" .... war ein bissl stressig die Zeit über! anschließend gleich ein Zitat aus einer Untersuchung des Bergbaus in unserem Nationalpark Gebiet, die ich gerade bearbeite - das wird Dich sicher interessieren:

Zitat aus: Der einstige Bergbau im Gebiet des Nationalpark Kalkalpen; Weichenberger Josef; Linz 1997

Die Materialseilbahn

Der Transport des Erzes vom Bauxit-Bergbaugebiet Unterlaussa zur Bahnstation Weißenbach bei St. Gallen erfolgte mittesl Materialseilbahn. Der Bau dieser Seilbahn wurde am 17. März 1943 genehmigt und 17 Monate später (am 29. August 1944) die Betriebsbewilligung erteilt.

Die Seilbahn wurde von der Firma Bleichert-Transportanalagen GmbH in Leipzig nach dem System "Zenith" (Zenitkupplung) ausgeführt und war in 3 Sektionen gegliedert. Die Sektion I und II wurden gemeinsam von der A-Station in Unterlaussa (Drehstrommotor Schleifring 64 kW, 975 UpM, mit zweistufigem Getriebe 80/320 UpM), die Sektion III von der K-Station aus (Drehstrommotor Schleifring 44 kW, 975 UpM) angetrieben.
Die Angaben über die Länge der Seilbahn schwanken zwischen 13,1 und 14 km, in der Bevölkerung von Unterlaussa wird auch von 18 km Länge gesprochen, wobei man möglicherweise sämtliche Hilfsseilbahnen mitgerechnet hat.

Die Leistung der Seilbahn war bei 1,2 m/s Seilgeschwindigkeit, 150 m Wagenabstand (alle 125 Sekunden ein Wagen) und 850 kg Nutzlast mit rund 20 t/h sehr gering. Eine Erhöhung der Leistung etwa durch größere Geschwindigkeit und/oder dichtere Wagenfolge war wegen der Holzstützen nicht möglich.

Die Materialseilbahn führte als Zubringerbahn von der Kopfstation (K-Station) und zugleich Beladestation des Rebiers Gräser über die Winkelstation (W-Station), wo das Erz des Revieres Prefing geladen wurde, zur Beladestaion für das Revier Sonnberg, der sogenannten Zentralstation (Z-Station) in Weißwasser. Die eigentliche Hauptseilbahn ging von Weißwasser über die unbemannten Spannstationen S-I, S-II und S-III zur Antriebsstaion (A-Station) in Unterlaussa, weiter über die Spannstation S-IV und S-V und der gleichfalls unbemannten Winkelstation am Hocheck zur Endstaiton (E-Station) beim Bahnhof Weißenbach/St. Gallen.
Der Seilbahnbetrieb war im allgemeinen so eingeteilt, daß in der Woche an 3 Tagen gefahren und an 2 Tagen repariert wurde.

Ausschlaggebend für die Entscheidung zum Bau der Seilbahn im Kriegsjahr 1944 war vor allem die Kürze der Bauzeit gegenüber einer Schmalspurbahn (wie sie die Bundesforste dann 6 Jahre später für sich bauten) oder gar die Errichtung einer Straße. 1951, als die Seilbahnstützen zu erneuern waren, verhandelte man intensiv mit den Bundesforsten wegen der Mitbenützung der Waldbahn. Es waren aber die Forderungen so hoch, daß man darauf wegen der notwendigen zusätzlichen Investitionen nicht einging. Also wurden bei der Seilbahn von 1952 bis 1956 sämtliche Stützen in Lärchenholz erneuert (bis auf die zwei Eisenstützen). Die Erneuerung der Zugseiel von der Z- bis zur K-Staiton (2,3 km) erfolgte im Juni 1958, von der E- bis zur A-Station (6 km) im August 1960, von der A- bis zur Z-Station (5,7 km) im März 1961.

------------

So, das wärs fürs Erste ;-)

Liebe Grüße aus dem Steyrtal
Norbert

Dachstein 11.11.2008 23:01

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Zitat:

Der einstige Bergbau im Gebiet des Nationalpark Kalkalpen; Weichenberger Josef; Linz 1997
Könntest du mir die ISBN Nummer des Buches verraten?

MFG Dachstein

SAGEN.at 11.11.2008 23:29

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Hallo Norbert,

Danke für diese wirklich interessante Information zu einer damit weiteren indentifizierten Seilbahn von der Firma "Bleichert & Co."!

Ich bin überrascht in Unterlaussa/Österreich eine Bleichert-Bahn aus dem Jahr 1943 zu finden. Nach 1933 existieren bisher weder Unterlagen noch Forschungsarbeiten zu den Bahnen der Firma Bleichert.

Ich hoffe, es melden sich noch die Experten zur Firma Bleichert hier im Forum.

Wolfgang (SAGEN.at)

Ulrike Berkenhoff 12.11.2008 10:14

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Fand etwas im Internet unter "alpinforum"-vielleicht von Interesse?
Viele Grüße von Ulrike

cerambyx 12.11.2008 11:05

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Zitat:

Zitat von Dachstein (Beitrag 7829)
Könntest du mir die ISBN Nummer des Buches verraten?

MFG Dachstein

Hallo Dachstein!

Es handelt sich hier um den Endbericht einer in unserem Auftrag (Nationalpark Oö. Kalkalpen) durchgeführten Untersuchung aus dem Jahr 1996/1997! Im gleichen Rahmen haben wir seinerzeit (neben vielen anderen naturkundlichen Themen) unter anderem die Holztrift, die Kohlplätze, den historischen Waldbau sowie die unterirdischen Karstformen (Speläologie = Höhlenkunde) untersucht und dokumentiert.

Diese Arbeiten wurden seinerzeit in unserer HP www.kalkalpen.at Menüpunkte > Naturraum > Forschung > Unveröffentlichte Endberichte nur aufgelistet. Sie werden von mir jedoch derzeit neu Inventarisiert, in einer Datenbank zusammengefaßt und digitalisiert bzw. gescannt, um schließlich (mit den GIS-Daten, sofern vorhanden bzw. keine sensiblen Daten) per Internet zur Verfügung gestellt werden zu können.

Ich werde versuchen, diesen Bericht vorzuziehen und gebe Euch hier Bescheid ... OK?

Liebe Grüße aus dem nebligen Steyrtal
Norbert

maex 12.10.2009 22:34

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Zitat:

Zitat von SAGEN.at (Beitrag 6912)
Hallo Norbert,

zum Bauxitbergbau Unterlaussa schreibt Josef Weichenberger:



Weiß man, wer der Hersteller der Materialseilbahn war?
Wenn diese Bahn in den 1920er Jahren errichtet wurde, wäre die Firma "Adolf Bleichert & Co" aus Leipzig sehr wahrscheinlich.
Kannst Du das feststellen?

Wolfgang (SAGEN.at)

Die erste Seilbahn aus dem Reichraminger Hintergebirge heraus, war von der Firma WAGNER BIRO. LG Markus

SAGEN.at 13.10.2009 16:51

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Hallo Markus,

vielen Dank für die Info!

Da das Reichraminger Hintergebirge leider nicht den Bekanntheitsgrad hat, den es aus meiner Sicht verdienen würde, würden wir uns jederzeit auf Fotos von dort freuen ;)

Wolfgang (SAGEN.at)

cerambyx 13.10.2009 18:28

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Zitat:

Zitat von maex (Beitrag 13347)
Die erste Seilbahn aus dem Reichraminger Hintergebirge heraus, war von der Firma WAGNER BIRO. LG Markus

Servus Markus! (kennen wir uns vielleicht vom Nationalpark?)

Tatsächlich interessante Info - wenn ich wüßte, welche Seilbahn Du da meinst (von wo nach wo), könnt ich in den Archiven noch nachgraben!?

... und @Wolfgang: von wegen Hintergebirgsbilder - dem kann abgeholfen werden ;-)

LieGrü
Norbert aus'm Steyrtal

dietli 24.01.2010 18:26

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Mein Vater hat im 700-Jahrbuch von Fulpmes mehrere Beiträge zum Bergbau im Stubai verfasst, mit Fotos und Zeichnungen, die er bei seinen Erkundungen am Habicht und anderswo machte.
Vielleicht kann hieraus noch ein wenig "Honig" gesaugt werden.

SAGEN.at 24.01.2010 23:18

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Hallo Dietli,

vielen Dank für Deinen interessanten Hinweis!

Gerade zum Bergbau im Stubaital ist es sehr mühsam, Informationen aufzutreiben...

Wolfgang (SAGEN.at)

Nicobär 28.01.2010 22:17

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Hier findet sich ein interessanter Beitrag zum Bergbau im Raum Borken (Hessen). Der Braunkohlebergbau endete im Jahre 1988 mit einem katastrophalen Grubenunglück, bei dem durch eine Kohlenstaubexplosion 51 Kumpel getötet und die Grube selbst einschließlich der Übertageanlagen zerstört wurde. Dass 6 Kumpel fast 3 Tage nach dem Unglück noch aus einer Luftblase gerettet werden konnten gilt als "Wunder von Borken".


Hier geht es zum Film "Das Wunder von Borken"

Ulrike Berkenhoff 24.02.2010 11:26

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Schachtzeichen
Im Rahmen der Kulturhauptstadt/Ruhr 2010 sollen im Ruhrgebiet große Ballons
aufsteigen (festgemacht), und zwar an jedem Ort, an dem es Bergbau gab.
Man wird staunen über die große Anzahl! Die ganze Region hat ihr "Gesicht"
stark verändert. Kohle, Eisen (Stahl) und Brauereien waren mal
Wirtschaftsfaktoren! In unserem Ballungsgebiet ist die hohe Bevölkerungszahl
plus Arbeitslosigkeit ein Problem auf vielen Gebieten. Man versucht deshalb
vermehrt, den Tourismus zu fördern (Route Industriekultur u.a.). - Viele
Grüße von Ulrike

Ulrike Berkenhoff 26.08.2010 11:25

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Das Unglück in Chile (33 Bergleute wurden vor 3 Wochen "verschüttet" und
müssen in 700 Meter Tiefe evtl. bis Weihnachten (!) auf ihre Rettung warten).
Man mag sich nicht vorstellen, wie die Männer in dem Schutzraum sich
fühlen-gesundheitlich u. seelisch! Auch für die Angehörigen eine Belastungs-
probe. Sie sollen wohl (wie damals in Lengede) mit einem Dahlbuschkäfig
gerettet werden. Dafür muß das Versorgungsrohr erweitert werden (volles
Risiko wegen der Einsturzgefahr). Hoffentlich gelingt alles! -
Bei uns gab es 1946 ein großes Unglück im Bergbau (habe ich 2005 hier
erwähnt). In den vergangenen 10 Jahren kam es immer wieder zu
tragischen Bergbau-Unglücken (53 Mal) weltweit, überwiegend in China.
Natürlich spielen die Sicherheitsstandards eine große Rolle, die waren
in der BRD zuletzt sehr groß. - Nun erklärt hier vielleicht noch einer
der Techniker im Forum den "Rettungskäfig" genau!? - Viele Grüße von
Ulrike

SAGEN.at 26.08.2010 11:45

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Das Unglück in der Goldmine in Chile bringt die Bergleute in eine tatsächlich ziemlich drastische Situation.
Es scheint sich zum Glück um eine sehr besonnene und disziplinierte Gruppe von Bergleuten zu handeln.

Einer Nachrichtenmeldung in Chile habe ich entnommen, dass die Bergleute nicht auf engstem Raum sitzen müssen, sondern sich doch ein wenig im Stollen bewegen können. Allerdings bei 36 Grad.

Sehr gute und aktuelle Informationen findet man auf der Webseite der chilenischen Zeitung:

La Tercera

Die Zeitung bringt sehr gute Pläne und Darstellungen der Situation der Bergleute.

Rettungskammer

360°-Ansicht des Geländes

Übersichtskarte

Rettungsbohrungen

Sonde

Sehenswert ist auch der erste Kontakt mit den Verschütteten


Wolfgang (SAGEN.at)

Ulrike Berkenhoff 13.09.2010 18:36

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Nun dürfen die Eingeschlossenen unter Tage rauchen, man schickte ihnen
"Glimmstengel" durchs Versorgungsrohr. Ein schwacher Trost, wenn man
bedenkt, daß voraussichtlich die Rettungsaktion erst im Dezember stattfinden
soll. An und für sich gilt dort unten absolutes Rauchverbot, sicherlich waren
einige auch schon inzwischen "entwöhnt" und fangen neu an oder überhaupt
erst an zu rauchen. Gut, vielleicht soll es die Nerven beruhigen. Aber
gesundheitlich sind alle doch schon "angeschlagen" genug. Ich finde ja für
mich persönlich-was die Nerven betrifft-lieber eine schöne dunkle Schokolade,
am liebsten mit ganzen Nüssen. - Es muß ein schrecklicher Zustand sein,
in der Tiefe eingesperrt auszuharren. Hoffentlich endet alles gut und geht
rascher als gedacht. - Nachdenklich! Ulrike

Ulrike Berkenhoff 19.09.2010 12:56

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Kalimandscharo - so heißt die riesige Abraumhalde nördl. von Magdeburg.
Zwischen Magdeburg u. Ostsee sind die Salzhalden von Zielitz die höchsten "Berge" (Sachsen-Anhalt). In alter Bergmannstracht gibt es nun neuerdings
dort Führer, die Touristen die bizarre Gegend zeigen. Unter:
www.kalimandscharo.com - mehr Infos (Quelle: Westf. Rundschau)- Ulrike

Ulrike Berkenhoff 02.10.2010 10:15

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Letzte Schicht im Bergwerk-Ost bei Hamm/Westfalen! Damit endet die
150 jährige Steinkohleförderung im östlichen Ruhrgebiet. Es soll noch
5 Zechen geben in Deutschland, davon 4 in Nordrhein-Westfalen,
eine im Saarland. - In Hörde ist nun übrigens der Phönix-See geflutet,
das nach China "verschickte" Stahlwerk hinterließ eine riesige Industriebrache,
die nun ganz neu genutzt wird (10 Jahre Bauzeit). - So haben wir kaum noch
Zechen, weniger Stahlwerke,- wie sieht es mit" Bier" aus? Denn Brauereien waren
das dritte "Standbein" der Region. - Die Förderung der Kohle war modern und
unterlag großen Arbeitssicherheitsbestimmungen, dies ist in anderen Ländern
(China) nicht so. Dafür liefern diese natürlich billiger und die Menschen unter
Tage sind großen Gefahren für wenig Lohn ausgesetzt. Aber wen kümmert es,
wenn der Preis stimmt? - Ulrike

Dresdner 02.10.2010 11:09

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Ja Ulrike, bei euch setzt sich jetzt auch jene Entwicklung durch, die uns 1990 mit einem Schlag getroffen hat.

Mit dem Beitritt der DDR zur BRD (der Einigungsvertrag hätte besser Anschlussvertrag heißen sollen, siehe auch die offz. Seite http://www.bundestag.de/dokumente/te...eit6/index.jsp) verschwand in 2 - 3 Jahren eine komplette Volkswirtschaft - ein riesiges Wachtums- und Konjukturpaket für die westdeutsche Wirtschaft. Schau dir als Beispiele nur VTA in Leipzig, SKET in Magdeburg, das Sachsenwerk in Dresden, die komplette Schiffbauindustrie an der Ostseeküste oder auch die DDR-Fischfang- und Handelsflotte an. Dazu kam ein Konsummarkt von ca. 16 Millionen Menschen.

Hunderttausende wurden plötzlich arbeitslos, ein Selbstbedienungsladen für die Westfirmen tat sich auf wie im Schlaraffenland - hochqualifizierte Arbeiter und Ingenieure gab es auf dem Silbertablett zum Nulltarif ohne einen Pfennig / Cent Ausbildungskosten. Dazu konnte man die Sozialleistungen rigoros zurückschrauben - die Konkurrenz in Form der sozialistischen Länder gab es ja nicht mehr. Die riesigen Geldtransferleistungen landeten zum Großteil auch in den Taschen westdeutscher Industriekonzerne, Leihbeamter etc. . Erinnerst du dich noch an den Begriff "Buschzulage"?

Von einigen Ausnahmen abgesehen (Dresden, Ostteile von Berlin sowie ehemalige "Zonenrandgebiete") ist Großindustrie weitgehend Mangelware und unsere Kinder und Enkelkinder wandern weiterhin ab. Ganze Regionen bleiben deindustrialisiert, allein hier im Umland die Sächs. Schweiz, Erzgebirge, Lausitz.

Neben all den positiven Dingen, wie dem Wegfall der militärischen Konfrontation im Herzen Europas, Reisefreiheit, Konjunkturpaketen für die Innenstädte etc. leider auch ein Fazit zum "20." - in den Reden der Politiker jedoch nicht präsent.

Ach ja: unsere Politiker sind auch nach 20 Jahren noch stolz darauf, dass wir hier 20 - 25% weniger als im Westen verdienen - bei gleichen Lebenshaltungskosten.

Dresdner

Ulrike Berkenhoff 02.10.2010 12:31

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Lieber Dresdner, Du hast recht. Manches hätte besser laufen sollen!
Ich habe Verwandte in Rostock und weiß z.B. über die Werftenmisere u.a.
Ein positives Beispiel (unter zig negativen) war vor kurzem im Fernsehen:
ein florierendes Edelstahlwerk! Habe leider den Ortsnamen vergessen. -
Viele "Kaputtkäufe" (so nenne ich auch die bei uns üblichen ) haben Werke,
die eigentlich noch gut hätten produzieren können, "erledigt" "abgewickelt" -
wie auch immer. Nun muß ich bemerken: die Mieten waren damals im Osten
viel niedriger, da viel "öffentlicher" Wohnungsbau. Ich betone: damals!
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist auch hier im Westen (entschuldige,
eigentlich trenne ich nicht unser Land) schon länger nicht mehr üblich.
Vielleicht kommt jetzt eine "Wende", jedenfalls für IGM/Stahlarbeiter.
Die "Verleihfirmen" haben sich goldene Nasen verdient . Groß auch die Misere
in der Pflege, Gastronomie, Reinigungsfirma (war ich auch mal kurze Zeit).
Vieles habe ich erlebt während meiner Berufszeit, die leider (damals!) wegen
mangelnder Kinderbetreuungsmöglichkeit aufhörte (wäre im Osten anders
gewesen). Danach (nun schon älter und mitten in der "Krise") gelang mir
nur zeitweise Beschäftigung im" Niedriglohnsektor". - Mein Mann ist
frühzeitig Rentner (noch durch die 58iger Regelung u. schwerbehindert),
ich bekomme keinerlei finanzielle Unterstützung. Meine Rente bekomme
ich mit 65 1/2 Jahren, habe 20 volle Jahre auf Steuerkarte, einige
geringfügige Jobs (heuer 400 Euro-Basis genannt) zählen nicht. Bin auch
gesundheitlich nicht mehr fit, um z.B. im Getränkemarkt Kisten zu
stemmen. Solche Tätigkeiten gibt es, da frage ich mich allerdings, warum
junge kräftige Männer dergleichen nicht annehmen? - Die ganzen gut
ausgebildeten Bergleute stehen nun (denn dies war ja das eigentliche Thema:
Bergbau) auch vor der beruflichen Neuorientierung! Alle wird immer recht
"vornehm" ausgedrückt, aber: was hilft es den Betroffenen. - Nun schließe
ich aber mit herzlichen Grüßen : Ulrike

Dresdner 02.10.2010 16:12

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Danke für deine auch sehr persönlichen Schilderungen.

Zwei kleine Anmerkungen:

Die Warmmiete für eine 2,5 Raum-WBS-70-Wohnung stieg im Zeitraum 1989 - 2010 von 55 DDR-Mark auf 500 Euro. Zum Vergleich dazu der ungefähre Verdienst eines Stammfacharbeiters mit 25 Berufsjahren (Nettobeträge): 1989: 600 - 800 DDR-Mark; 2010 im Osten: 1200€ - 1600€ (branchenabhängig).

Was den Lohnabstand betrifft, meine ich auch hier die Stammbelegschaften. Der MP von Sachsen-Anhalt, Prof. Böhmer, betonte noch im Sommer 2010 mit stolzer Stimme, dass die 25% niedrigerer Lohn doch ein entscheidender Standortvorteil wären.

Dresdner

Elfie 31.05.2011 22:39

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
eben im oesterreich.ORF gefunden:

WIRTSCHAFT 31.05.2011
Bergbau in der Weinebene wieder in Betrieb
Ein stillgelegter Bergbau auf der Weinebene wird wieder in Betrieb genommen. Ein australisches Großunternehmen hat die Lithium-Schürfrechte von der Kärntner Montanindustrie der Familie Henckel Donnersmarck um fast zehn Millionen Euro erworben.

Lithium ist als Rohstoff sehr gefragt. Erkundungsstollen aus dem Jahr 1985
Am Dienstag wurde in Wolfsberg der Vertrag unterzeichnet. In rund zwei Jahren soll mit dem Abbau von Lithium begonnen werden. Im Jahr 1985 wurde der Erkundsstollen auf der Weinebene errichtet.

Der Abbau von Lithium hat sich damals überhaupt nicht ausgezahlt. Das hat sich in den letzten beiden Jahren schlagartig geändert. Der Rohstoff ist wieder sehr gefragt. Lithium wird für die Batterien von Elektrofahrzeugen gebraucht.
Eigene Mittel hätten nicht gereicht
Das australische Bergbauunternehmen ECM erwirbt von der Kärntner Montanindustrie die Schürfrechte. Die Familie Henckel Donnersmarck bekommt fast 10 Millionen Euro. Selbst hätte die KMI nicht die finanziellen Mittel gehabt, mit dem Abbau wieder zu beginnen.
Komponentenlieferant auch für Handys. 30 bis 40 Arbeitsplätze im Raum Wolfsberg
Die Kärntner Montanindustrie hat die Schürfrechte im Jahr 1991 um einen Schilling von der Bleiberger Bergwerksunion erworben. Jetzt erlebt der Lithiumabbau also wieder eine Hochblüte.

Lithiumakkus stecken auch in Handys und Laptops. Der neue australische Eigentümer hofft nach den Vorbereitungsarbeiten in zwei Jahren mit dem Abbau beginnen zu können. Von einem Ausverkauf ans Ausland will heute niemand sprechen.

Im Raum Wolfsberg soll eine Fabrik errichtet werden, in der das Lithium extrahiert wird.
30 bis 40 neue Arbeitsplätze sollen allein im Bergwerk auf der Weinebene geschaffen werden.

Fast 30 Millionen Tonnen Erz werden im Inneren der Koralpe vermutet, damit ist das eines der größten Lithiumvorkommen in Europa. Der Abbau erfolgt unter Tag und ist damit laut dem neuen australischen Eigentümer schonend für die Umwelt.

Ulrike Berkenhoff 06.06.2011 17:45

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Für Bergbau-Interessierte: bei Google unter Zeche Josefine schauen.
Dies betrifft unseren heimischen Bergbau (Tagebau). -Ulrike

LS68 19.08.2011 01:18

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
wer sich für die bedienung der Maschienen interressiert , darf sich meinen Bericht : "Bohrer des Grauens" durchlesen.Ich würde mich freuen.
Achtung viele Rechtschreibfehler.
Gruß Lars

Ulrike Berkenhoff 20.08.2011 10:34

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Rechtschreibfehler finde ich nicht so schlimm, der Inhalt zählt! - Es soll
Korrekturprogramme geben, kenne ich mich aber nicht mit aus. Ich rede
und schreibe auch, "wie mir der Schnabel gewachsen ist" (Sprichwort)-Ulrike

Ulrike Berkenhoff 04.09.2011 13:07

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Wen es interessiert:
im internet schauen unter : Bergbau Dortmund-Syburg -
dort viel zum Thema, einschließl. Fotos (Route Industriekultur u.a.)
Ich kann hier nicht alles wiedergeben!
Viele Grüße von Ulrike

Ulrike Berkenhoff 22.01.2012 10:55

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Zur Zeit in meiner Nähe großer Verkehrsstau auf der A 45 (Witten-Dortmund)
durch Einbrüche in der Fahrbahn. Darunter sollen sich alte Bergbaustollen
befinden, alles ist eingesunken. Für manchen Pendler im Berufsverkehr
bedeutet dies das vielfache an Fahrstrecke, man kann froh sein, daß nichts
passiert ist. Nun soll alles verfüllt werden (riesige Mengen Beton). Hier gibt
es überall mal Bergsenkungsschäden, mal minimal, oft aber auch ziemlich
schlimm. Hoffen wir das Beste!-Ulrike

Siebenundsiebzig 22.01.2012 12:28

AW: Bergbau, Bergwerke und Bergbaukultur
 
Hallo und Grüss Gott miteinander,
Ich war achtundvierzig Jahre im Bergbau als Betriebsschlosser beschäftigt. (Salzbergbau). Werde versuchen zu diesem Thema etwas beizutragen. Hätte dazu auch viele Bilder. Leider blicke ich beim Einstellen von Bildern auf diesem Forum noch nicht so richtig durch. Muss mich erst damit mal damit beschäftigen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Für das neue Jahr 2012 (ist ja erst zweiundzwanzig Tage alt), gilt Euch allen mein bergmännischer Glückwunsch:

"Möge Euere Zukunft bleiben,
herrlich in der Zeiten Lauf;
Möge sich mein Wunsch erfüllen,
ist`s ein bleibendes GLÜCK AUF!"


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 10:22 Uhr.

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