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SAGEN.at 12.10.2011 18:18

Bären im Ultental
 
Im Ultental findet zur Zeit wieder eine mediale Hetze gegen Bären statt.

Die übertrieben drastische Berichterstattung der österreichischen Medien nach sehr einfachem Muster:
"Im Ultental in Südtirol ist ein Bär unterwegs, der gefährlich werden könnte. Er nähert sich Häusern und auch Menschen. Ein Jäger und ein Bauer standen dem Bär direkt gegenüber. Eltern haben Angst um ihre Kinder.
Quelle: Tirol-ORF.at, 12. Oktober 2011

In den Südtiroler Medien wird man die Bären vermutlich gelassener sehen, im Augenblick fehlen noch Berichte aus Südtirol.

Dir dramatischen Berichte des ORF:

Südtirol: Angst vor Bär geht um

und für 7 Tage auf TVThek.


Es liegt hier zweifellos ein sehr gutes Beispiel vor, wie man mit dramatischem Boulevardjournalismus und entsprechend dramatischen Bildern (zB totes Schaf) Stimmung steuern und lenken kann.

Wolfgang (SAGEN.at)

baru 12.10.2011 19:01

AW: Bären im Ultental
 
Zitat:

In den Südtiroler Medien wird man die Bären vermutlich gelassener sehen, im Augenblick fehlen noch Berichte aus Südtirol.
Man muss nur wissen, WO berichtet wird ;) - ja, die Südtiroler sehen's gelassener.
Mein Info-Portal ist www.stol.it . Da war gestern Folgendes zu lesen:

Ulten: Bär nähert sich Jäger - "Hund war mein Lebensretter"
Das Bärenproblem im Ultental verschärft sich: Ein Bär hat sich am Montag einem Jagdaufseher bis auf wenige Meter genähert.

Zum Zwischenfall ist es am Abend kurz vor der Dämmerung gegen 19 Uhr gekommen.

Ferdinand Kaufmann, Jagdaufseher im Revier Ulten, war gemeinsam mit seinem Hund, einem Bayerischen Gebirgsschweißhund, in St. Nikolaus unterwegs, als der Hund plötzlich einen Bären, der zehn Meter vom Jäger entfernt stand, witterte, anbellte, zum Bären hinrannte und ihn stellte.

"Plötzlich kam der Bär auf mich zu"

"Gegen 19 Uhr war ich in der Nähe der Seidlwaldstraße nahe den ‚Teißn‘-Knotten auf dem Heimweg, als ich vor mir zwei Haselhühner sah. Mein Hund, er war mein Lebensretter, war schon vor mir, als er plötzlich zurücklief. Als ich mich umdrehte, sah ich, wie der Bär auf mich zukam", erzählte Kaufmann gegenüber STOL.

"Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich einen Bären gesehen habe."

Der Hund habe zunächst den Bären angebellt und sei ihm ein Stück weit entgegengelaufen, woraufhin sich der Bär niedergesetzt habe.

"Ich bin dann losgerannt, vermutlich aus Panik"

"Ich bekam es mit der Angst zu tun und bin losgerannt. Plötzlich sah ich, wie mich mein Hund überholte. Ich drehte mich um. Vermutlich aus Panik habe ich plötzlich begonnen loszuschreien und bin dem Bären entgegengerannt“, erzählt der Jagdaufseher.

"Als wir nur mehr zehn Meter voneinander entfernt standen, erhob sich der Bär plötzlich wieder. Ich habe nur mehr zur Büchse gegriffen und einen Warnschuss abgegeben. Daraufhin ist der Bär im Wald verschwunden."

„Ich habe dem Bären zwei, drei Sekunden in die Augen geblickt. Mir ist in diesem Moment alles Mögliche durch den Kopf gegangen. Zunächst hatte ich Angst und ich weiß nicht genau, was sich in meinem Kopf abgespielt hat. Aber als ich dem Bär entgegengegangen bin, habe ich meiner Waffe vertraut“, berichtete Ferdinand Kaufmann.

"Die Menschen haben Angst"

"Die Menschen im Ultental haben Angst. Wenn ein Verbrecher unterwegs wäre, wären sie weniger besorgt", so Hansjörg Gamper, Jagdaufseher im Bezirk Meran, gegenüber STOL. Gamper war von Ferdinand Kaufmann nach der unliebsamen Begegnung sofort verständigt worden und machte sich anschließend selbst ein Bild vom "Tatort".
Rupert Bertagnolli/Johanna Gasser


Lesenswert sind die Kommentare! (Link zur website anklicksen .) )

SAGEN.at 12.10.2011 19:55

AW: Bären im Ultental
 
Bin schon gespannt, vielleicht kommt der Bär auch zu uns in den Vinschgau?
Ich habe einmal gelesen, mit einem großen Topf Honig und einem offenen Krug Bier kann man Bären recht gut anlocken. Das gibt dann eine wunderbare Foto-Session.

Um Lachse werden wir uns im Vinschgau kaum streiten :)

[ame="http://www.youtube.com/watch?v=tuDxvj3wtV8"]Grizzly Bär vs Mann - YouTube[/ame]


Wolfgang (SAGEN.at)

baru 12.10.2011 20:32

AW: Bären im Ultental
 
Im Trentino wurde heuer ein sehr heller Bär gesichtet, auch eine Bärin mit 3 Jungen besucht denselben Reibebaum

[ame="http://www.youtube.com/watch?v=nmI2iQaP8iw"]Orso bianco in Trentino - YouTube[/ame]

Und hier ein Video aus dem Trentino vom Sept. 2011:

[ame="http://www.youtube.com/watch?v=vVZhDcp0368"]Orsa con cuccioloni di 20 mesi in trentino - 1 - YouTube[/ame]

Mit "orso trentino" in der youtube-Suche gibt es noch mehr Videos!

baru 13.10.2011 16:14

AW: Bären im Ultental
 
Heute auf "stol.it." ( = "Südtirol online)" zu lesen:

Ultner Bär schlägt wieder zu
Alfred Paris vom Rauthof oberhalb von St. Nikolaus ist müde. Seit 7 Uhr morgens ist er mit Förstern und Jagdaufsehern unterwegs, um Spuren eines Bären zu sichern.

Auf seiner Weide in St. Moritz am Gruebberg hat das Raubtier nämlich besonders gewütet.Nicht weniger als sieben der 21 Schafe von Alfred Paris sind in den vergangenen Nächten dem Bären zum Opfer gefallen.

Angefangen habe alles am Montagmorgen, erzählt Paris. Da hätten ihn die mehrere hundert Meter weiter talwärts lebenden Nachbarn angerufen, dass auf ihrer Zufahrtsstraße zwei gerissene Schafe lagen. Sehr schnell sei klar geworden, dass es sich um Bärenrisse gehandelt habe.

Zwei Schafe vermisst

Am Abend darauf wollte Paris nach eigenen Angaben gegen 23 Uhr nach seinen Schafen schauen, die auf der Weide unter dem Hof schlafen. Als er sie nicht sah, habe er ein mulmiges Gefühl gehabt, sich aber nichts weiter gedacht.

Am darauf folgenden Tag sei deutlich geworden, was der Bär angerichtet habe. Drei Kadaver habe er, Paris, bis 18 Uhr gefunden.

Zwei weitere Schafe vermisst der Bauer des Rauthofes noch. Daran, dass auch sie dem Bären zum Opfer gefallen sind, besteht für Paris kein Zweifel.

„Es waren Spitzenschafe, die bald gelämmert hätten“, sagt der Bauer. Zum materiellen Schaden, der ersetzt wird, komme der Schaden an der Zucht. Und diesen könne niemand wieder gut machen, klagt Paris.

Schafzüchter fordern Verantwortliche zum Handeln auf

„Diese Situation ist untragbar, hier muss etwas geschehen!“: Die Ultner Schafzüchter sind ungehalten, wenn es um den Bären geht.

Zu lange ist in ihren Augen nichts passiert. Angesichts der jüngsten Annäherungen von Bären an besiedeltes Gebiet fordern sie die Verantwortlichen nun zum Handeln auf.
lub/D


Die Sorgen der Bauern sind verständlich: Die steilen Hänge des Tales sind am besten durch Schafzucht zu nutzen. Dass das Schaf wieder mehr an Bedeutung gewonnen hat, hat sicher den einen oder anderen Bauern im Ultental bewogen, zu bleiben.
Schafzucht ist nicht nur eine finanzielle Angelegenheit; die Züchter , die ich kenne, sind "mit Herzblut" dabei und nehmen oft viele Mühen auf sich.
Wenn der Bär nun zu den Ställen kommt, und damit in das bewohnte Gebiet, ist die Sorge und Angst der Leute berechtigt.

stanze 13.10.2011 18:35

AW: Bären im Ultental
 
Auf der Welt ist einfach kein Platz mehr für Wildtier.
Das Beste ist man rottet sie alle aus züchtet nur noch Nutztier.
Die Wildtiere sind ja nur noch zur Jagtbefriedigung und für die Mordgier der Menschen zum brauchen .
MEINE PROBLEME SIND DIE MENSCHEN UND NICHT DIE TIERE!!!

SAGEN.at 13.10.2011 20:52

AW: Bären im Ultental
 
Hallo Stanze,

erlaube mir zu sagen, dass ich Dir NICHT zustimme!

Die Bären leben primär in Trient/Trentino und das Gebiet dort ist ziemlich groß...

Weiters sind die Bären geschützt (= sie dürfen nicht gejagt werden) und jeder Bauer erhält für ein von einem Bären gerissenes Schaf ziemlich gute Entschädigung, also mindestens die gleiche Summe, die er beim Schlachter/Fleischhauer für das Schaf bekommen hätte.

Diese harmlosen Bären tun keinem Menschen etwas, es sind kaum Fälle von Menschenbegegnungen bekannt - und wenn, dann nur ein paar Sekunden bis der Bär flüchtet.

Die oben angeführten Artikel zeigen aus meiner Sicht viel mehr, wie Medien Stimmungen steuern und schüren können.

Wie gesagt, ein Bär ist wirklich keine Gefahr für den Menschen! Da gibt es wesentlich gefährlichere Begegnungen im Wald, die bei weitem unberechenbarer sind, ich erwähne hier zB. verschiedene Schlangen, Bienen, Spinnen und Skorpione etc. Soweit ich die Medien etwa im Sommer 2011 verfolgt habe, sind auch sehr viele Bergwanderer über ihre eigenen Walking-Staberl gestolpert und abgestürzt.

Ich kenne keinen einzigen Fall selbst einer geringfügigen Verletzung eines Menschen in den letzten zweihundert Jahren durch Bären in den Alpen.

Bienen haben nach meiner oberflächlichen Medienbeobachtung allein im Sommer 2011 mindestens ein Dutzend Menschen (vielfach mit dergleichen Allergien) im Alpenraum getötet. Ich bitte daher als Konsequenz um restlose Ausrottung aller Bienenstämme! ;)

Aber die Medienberichte zeigen, dass im Fall der harmlosen Bären mit tränentriefenden Argumenten ("Eltern haben Angst um ihre Kinder" etc) eine Stimmungsmache vorbereitet wird, um eine Argumentation einer Interessensgruppe leichter durchzupeitschen...

Wolfgang (SAGEN.at)

Elfie 13.10.2011 22:30

AW: Bären im Ultental
 
... Walking-Staberl ist Spitze :D...
"..denn sie wissen nicht, was sie tun" kann man vermutlich manchen Medien zubilligen, die nicht absichtlich irgendwelche Ressentiments schüren und Interessen unterstützen, sondern einfach nur irgendwo abschmieren, ohne zu recherchieren, nur um dabei zu sein.

baru 13.10.2011 23:39

AW: Bären im Ultental
 
Zitat:

Wie gesagt, ein Bär ist wirklich keine Gefahr für den Menschen!
Naja, ganz so pauschal kann man das nicht sagen. Es gibt schon Situationen in denen ein Bär gefährlich werden kann. So eine wäre z.B.wie hier im Ultental, wenn der Bär bei der Nahrungsaufnahme überrascht wird. Auch Bärinnen mit Jungen sind unberechenbar.
Das Aufrichten des Bären wird meistens missverstanden, es dient der Orientierung mit Nase und Augen und ist normalerweise kein Zeichen von Aggression.
Ein Kuscheltier ist ein Bär sicher nicht!

Zitat:

Die oben angeführten Artikel zeigen aus meiner Sicht viel mehr, wie Medien Stimmungen steuern und schüren können.
Ich meine, dass hier eher die Stimmung der Betroffenen wiedergegeben wird. auch wenn die Schäden ersetzt werden, kann ich die Sorgen der Bauern verstehen.
Ich bin mir sicher, dass die Südtiroler eine bärenfreundliche Lösung finden - im Gegensatz zu Österreich, wo 8 Bären in 2-3 Jahren spurlos verschwunden sind ....
Die Trentinobären haben eine eigene "amtliche" website: http://www.orso.provincia.tn.it/vetrina/Dangerousness/
ist zwar in Italienisch, aber auch mit/trotz google-Übersetzung gut lesbar
Aus gegebenem Anlass habe ich den Link mit der Gefährlichkeit gewählt ;)

stanze 14.10.2011 14:48

AW: Bären im Ultental
 
Hallo, @Forum
Ich muß mich korrigieren.
Das hab ich alles etwas blöd geschrieben.
Ich meine die Menschen richten (besonders die Medien) mehr Schaden an als die Tiere selber.
Sie machen aus einer Mücke einen Elefanten, verdrehen die Wahrheit wie`s ihnen passt und hetzen die Leute gegen einander auf.Versetzen die Menschen in Angst und Schrecken.
Viele Tierarten werden dadurch zu "Reißenden Bestien."
Das ist bei vielen Tieren das Gleiche. Sie schreiben nur das Schlechte, aber was die Tiere viel gutes den Menschen tun, verschweigen sie, außer ein Hund rettet einmal ein Leben in Katastrophen einsetzen. Auch die Tauben gehören verjagt weil sie alles ansch....! Aber das sie sehr vielen alten Menschen freude machen und dadurch ihnen gutes tun, ist denen egal.
Liebe grüße.


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