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Vollständige Version anzeigen : Wasser, Bäder, Brunnen und Heilige Quellen Im Volksglauben


SAGEN.at
30.04.2005, 22:58
Vermutlich ohnehin bekannt, aber zur Sicherheit ein Hinweis auf das SAGEN.at-Kapitel:

WASSER, BÄDER, BRUNNEN und HEILIGE QUELLEN im Volksglauben (http://www.sagen.at/doku/quellen/quellen.html)

Wir haben schon sehr viel Mühe in das Kapitel gesteckt, sind aber besonders hier auf Ihre Zusendungen, Hinweise und Fotozusendungen angewiesen.
Also: bitte mitmachen!


SAGEN.at (Wolfgang Morscher)

SAGEN.at
28.05.2005, 15:29
Für das Kapitel
WASSER, BÄDER, BRUNNEN und HEILIGE QUELLEN im Volksglauben (http://www.sagen.at/doku/quellen/quellen.html)

würden wir insbesonders Fotos aus Vorarlberg, Steiermark und Kärnten suchen!

Wolfgang (SAGEN.at)

baru
28.05.2005, 23:56
Hallo Wolfgang!

WASSER, BÄDER, BRUNNEN und HEILIGE QUELLEN im Volksglauben (http://www.sagen.at/doku/quellen/quellen.html)


Ich habe ein Foto eines kleinen Brunnens, eine Art Wasserfassung an einem Steilhang, allerdings aus Panama, die Leute dort nennen es "ojo del agua" - Auge des Wassers / aus Wasser. Bist du auch daran interessiert?
LG
baru

SAGEN.at
29.05.2005, 01:05
Hallo Baru,

warum eigentlich nicht?
Würde mich freuen, wenn Du das Bild zusenden möchtest!

Hast Du übrigens die neuen Videos zu den Südtiroler Waalwegen (http://www.sagen.at/doku/quellen/quellen_s_tirol/tscharser_waal.html) gesehen?
War nicht so einfach, mit all' dem Gepäck, aber dürfte ausreichen, um einen Eindruck zu gewinnen?

Lg

Wolfgang (SAGEN.at)

baru
29.05.2005, 18:37
warum eigentlich nicht?
Würde mich freuen, wenn Du das Bild zusenden möchtest!

Gerade abgeschickt!
Hast Du übrigens die neuen Videos zu den Südtiroler Waalwegen (http://www.sagen.at/doku/quellen/quellen_s_tirol/tscharser_waal.html) gesehen?
War nicht so einfach, mit all' dem Gepäck, aber dürfte ausreichen, um einen Eindruck zu gewinnen?

Ja, ist schon beeindruckend, was die Menschen früher geleistet haben, ohne all die techn. Hilfen von heute.
Mir sind die Waalwege aus verschiedenen TV-Dokumentationen bekannt, vielleicht raffe ich mich auf, auch selber einmal ein paar nachzugehen - wenn da nicht noch soooo viel anderes wär....!
LG
baru

SAGEN.at
30.05.2005, 00:48
Hi Baru,

vielen Dank für Dein Foto, heute schaffe ich es nicht mehr; war jetzt über 12 Stunden auf den Beinen Wandern und das mit meinem Multimediarucksack ;-)

Videos gibt es von heute leider keine, es war einfach zu heiß - aber einiges an Fotos.

Wolfgang (SAGEN.at)

Lisa
28.09.2005, 01:44
Servus zusammen,

wir sind ja in der Region, in der ich lebe, emsig dabei, Quellen aufzuspüren, viele fanden wir durch ein altes Sagenbüchlein.

Doch sind eben einige "alte" Quellen neu erschlossen worden, teils durch Trinkwassernutzung teils durch Wanderwege, an denen man dann den Müll einsammeln kann und... naja, ich bin nicht ganz schlüssig mit mir selbst... natürlich sollte jeder Zugang zu dem wunderbaren Nass haben und jeder davon wissen dürfen, andererseits werd ich aber unsagbar traurig, wenn dann alles rundum plattgetrampelt und zugemüllt ist... oder Energievampirismus stattfindet... früher - gab man wenn man nahm... und zwar keine leeren bierdosen oder sowas...

Ist ein schwieriges Thema, das ich für mich bis jetzt noch nicht lösen konnte...

Liebe Grüße von Lisa

Berit (SAGEN.at)
05.10.2005, 20:58
Hallo Lisa!

Ich zweifle auch oft, ob es wirklich richtig ist so viele Menschen über Dinge und Plätze zu informieren und damit den Dingen ihre Ruhe und Unbekanntheit zu nehmen. Bei Fotos die Sammlerstücke zeigen bzw. Werke die in Liebhaberkreisen einen hohen Preis erzielen, habe ich meine größten Bedenken, denn wer weiß, vielleicht gebe ich den Dieben damit noch Hinweise?
Aber soll ich darum "schweigen" und Wissen verbergen?

Dein Ansatz "früher gab man wenn man nahm" ist mir aus der Lebenshaltung der Nordamerikanischen Indianer bekannt, ich könnte mir diese Haltung auch auf Island vorstellen... aber bei uns?

Am Brunnen von Maria Larch, einen stärker besuchten Heilbrunnen habe ich noch nicht gesehen (!), wurde dieses Schild angebracht

http://www.sagen.at/doku/fo_fotos/text_maria_larch.jpg

auf dem die Wasserholer ziemlich unverblümt zum Zahlen aufgefordert werden. Wie wir auf dem linken Titelbild der Tiroler Quellen und Brunnen sehen können, holen sich die Menschen wirklich flaschenweise das Wasser.

http://www.sagen.at/doku/quellen/quellen_tirol.html

Nur, warum auch nicht? Das Wasser rinnt sowieso, wenn es nicht getrunken wird, dann fließt es ins Siel.

Zurück zu Deinem Grundgedanken, ich glaube, wenn man mit Respekt die Gottesgaben nützt, dann ist man auf dem richtigen Weg.

Liebe Grüße

Berit

Lisa
06.10.2005, 00:22
Ja, Berit... das ist ja das absolut wunderbare an Quellen... sie rinnen sowieso...

Das Dankeschön muss auch nicht in Form von Geld sein, denk ich... einfach sich bewusst sein, dass es nicht selbstverständlich ist, wundervolles Wasser zu trinken.

Seit einem Jahr begleiten mich die Quellen beim Wandern und Schreiben und je länger sie mich begleiten, desto empfindsamer werde ich.

Glücklicherweise liegen viele eh so hoch droben, dass viele zu faul sind, dort Wasser zu zapfen. Es geht ja auch nicht ums Zapfen... aber wenn dann eine wunderbare Quelle in der Nähe eines kinderwagen- und piefketauglichen Wanderwegs ausgewiesen wird und ich dann erst mal ne Stunde Müll aus dem Wasserbecken sammeln muss, frag ich mich halt. Es schmerzt mich einfach. Ich - mach keinem einen Vorwurf, viele wissen es einfach nicht zu schätzen und leben unter Umständen, die ich nicht mal aus Büchern kennen möcht... aber eben drum... bin ich vorsichtig.

Hab kürzlich die "Patenschaft" für eine Quelle übernommen, die sehr vergessen vor sich hinsprudelt... gleich bei mir in der Nähe, nix Offizielles, ich besuch sie halt, werd demnächst auch die Kapelle reinigen, die daneben steht und einfach ein Lied singen oder wie kürzlich ein paar Bucheckern und Blumen dort schön zusammenlegen. Alles nur ein Symbol, aber... ich glaub, es ist wichtig.

Wahrscheinlich ist es auf diesem Gebiet - wie überall - einfach wichtig, die Balance zu finden. Vielleicht nicht alle Orte preiszugeben (viele hier bei uns wollen eh hart umworben werden mit schwierigen Zugangsmöglichkeiten) und die anderen... ja, immer mal aufmerksam machen und notfalls - Müll einsammeln, seufz

Upps... Quellen sind grad MEIN Thema, deshalb so lang und breit...

Lisa, gleich den Schlafquell nutzt

Wassermann
16.04.2006, 17:10
Hallo Sagen-Team,

ich 'sammle' seit einigen Jahren Heilige Brunnen und Quellen mit magisch-ritueller Bedeutung im Volksglauben. Sicher könnte ich in dieser Hinsicht einiges zu SAGEN.at beitragen.

Ich scheue mich allerdings ein wenig die teilweise doch sehr verwunschenen Plätze einer größeren Öffentlichkeit preiszugeben, da ich fürchte, dass dies den Orten vielleicht schaden könnte.

Andere Brunnen sind bereits jetzt schon von Wasser holenden Menschen so überlaufen, dass man ewig anstehen muss. Noch mehr Betrieb würde auch hier eher schaden als nutzen.

Wie ist Eure Meinung hierzu?

Klaus

Lisa
17.04.2006, 11:49
Servus Wassermann-Klaus,

da stehst Du vor einem ähnlichen Konflikt wie ich... also, ich habe beschlossen, es nur regional "öffentlich" zu machen, und da auch nicht bei jeder Quelle und nur "gewissen Kreisen". Eine sehr schöne Quelle wurde letztes Jahr wieder an ein Wandernetz angeschlossen - und schon liegt der Müll rum.

Es ist nicht so, dass ich es nicht jedem gönnen würde, aber ich glaube, wenn eine Quelle wieder zugänglicher sein will, wird sie Wege finden. Eine andere liegt eh schon im Wandergebiet, sie wird auch betreut von einem Wasserfreund, ach - es hilft nix - abwägen musst Du selbst. Spür einfach genau hin, wenn Du eine Quelle besuchst.

Nicht sehr hilfreich schick ich Dir trotzdem Grüße
Lisa

(gestern war ich erst wieder bei meiner Lieblingsquelle, ein paar Bauern erinnern sich noch an sie, es ist ruhig und friedlich dort)

Wassermann
17.04.2006, 14:41
Liebe Liesa,

vielen Dank für Dein Mitleiden und Deine schnelle Antwort.

Wegen meiner Skrupel habe ich heute Nacht tatsächlich kaum geschlafen. Ich denke, dass ich beim Herumwälzen eine für mich akzeptable Lösung gefunden habe.

Spätestens ab dem 15. Jh. wurden nach meinen bisherigen Erkenntnissen viele vorchristliche Quellheiligtümer verstärkt von der katholischen Kirche adaptiert und durch den Bau von Kapellen – nicht selten direkt über der Quelle - christianisiert. Legenden begründeten fortan den Standort dieser Kapellen, die sich in vielen Fällen zu mehr oder weniger bedeutenden Wallfahrtsplätzen entwickelten.

An vielen solchen Orten sind die ursprünglichen Quellen längst vergessen oder spielen eine eher nebensächliche Rolle. Vielerorts wurde ihnen, bewusst oder unbewusst, das Wasser abgegraben, so dass heute nur noch ein trockener Wandbrunnen an sie erinnert.

Ich denke, dass ich zunächst einmal mit solchen Quellorten beginne. Hier kann man wirklich nichts mehr kaputt machen und vielleicht überlegt sich ja die eine oder andere Gemeinde die früheren Zuläufe wieder zu reaktivieren.

Bei anderen Quellorten muss man zunächst einmal einen weiten Fußwerg auf sich nehmen – bei uns im Schwarzwald auch noch bergauf. Meist befindet sich dann in ihrem Umfeld ohnehin ein angelegter Wander-Rastplatz. Schmutzverstreuende Chaoten entfernen sich dagegen kaum 500 m von ihrem fahrbaren Untersatz und bleiben diesen Orten fern.

Wirklich verschwiegene und in einer halbwegs intakten Natur versteckte Quellorte werde ich dagegen für mich behalten.

Vielleicht kann man den alten Quellorten, durch ihre Nennung, ja auch wieder ihre ursprüngliche Bedeutung zurück geben und ihnen damit auch zu etwas mehr Schutz verhelfen.

Wie siehst Du die Sache?

Klaus

gavial
17.04.2006, 18:57
Hallo Wassermann!

Seit einem Jahr nun suche ich immer wieder für Quellen und Sagenorte auf, um sie SAGEN.at zu fotografieren. Ich habe (leider) nicht die Gabe, "Kraftfelder" oder Ähnliches zu fühlen. Eines allerdings habe ich gelernt: Alle diese Wasserplätze strahlen eine Würde und Schönheit aus und fast immer bin ich alleine, auch wenn es sich um gut publizierte Quellen handelt.
Überhaupt habe ich die Erfahrung gemacht: Nur wenige Meter (buchstäblich!) abseits der Wander- und Ausflugs-"Autobahnen" ist man wieder ganz alleine.
Und was die Vereinnahmung durch die christliche Kirche betrifft: Du kannst es auch umgekehrt sehen: Die Kraft dieser Quellen ist so stark, dass sie auch die Christen in ihren Bann ziehen ...

Lisa
17.04.2006, 20:03
Lieber Klaus,

ich denke, du wirst schon das richtige Gspür haben! Interessant, dass du die zugeschütteten, trockenen Brunnen bei Kirchen erwähnst. Normal halten sie sich oft ganz gut und kommen gut nebeneinander aus. Ich kenne allerdings eine Kapelle, da wurde wohl vor etlichen Jahrzehnten die Quelle abgegraben oder was auch immer sie gemacht haben. Interessanterweise glaubt keiner, die jährliche Überschwemmung der Kapelle hätte irrrgendwas damit zu tun. Schade. Ich glaub nämlich, würde die Quelle befreit, hätte die Kapelle auch wieder trockene Füße.

Eine andere Quelle riss in schöner Regelmäßigkeit die Kapelle nieder und wurde mit Umleitung bestraft. Aber das Wasser wird eines Tages den Weg wieder finden, den es nehmen möchte, Instandhaltungsarbeiten können ja zunehmend weniger finanziert werden, was manchmal auch sein Gutes hat. Vielleicht kommen dann sogar die Quelle und die Kapelle miteinander aus?

Auch "meine" Quellen liegen glücklicherweise oft hoch oben und sind schwierig zu erreichen, da stellt sich die Frage nach zuviel Touristen gar nicht erst. Es ist auch wahr, dass viele sich nicht allzuweit von den Rastplätzen entfernen, trotzdem schmerzen mich Quellbecken, die neben praktisch leeren! Abfalleimern als Sammelplatz für Dosen, Scherben, anderen Unrat dienen.

Vielleicht kann man den alten Quellorten, durch ihre Nennung, ja auch wieder ihre ursprüngliche Bedeutung zurück geben und ihnen damit auch zu etwas mehr Schutz verhelfen

Jetzt bin ich nicht ganz sicher, was du damit meinst... sie stärken, indem du z.B. über sie schreibst? Nennung hat in mir jetzt auch das "beim-Namen-nennen" wachgerufen. Von einer Quelle entdeckten wir in einem uralten Heimatbuch den alten Namen, er passt und tut ihr und uns Menschen gut.

Sicher bin ich, wenn du dich liebevoll mit Quellen befasst, werden sie stärker (was sie auch schützt). Grad Wasser ist ja DER Schwingungsträger überhaupt... ach, ich könnte stundenlang schwärmen :floet: In unserer Zeit ist da ja Emoto sehr bekannt, aber auch Schauberger hat sehr gute Werke geschrieben (und gefilmt). Ich les aber eher weniger, spür mehr rum. Und wie auch du, gavial, schreibst, diese Würde und Schönheit ist fast für jeden Menschen erfühlbar. Wenn wir mit unseren Kindern wandern, diese müde und knatschig werden - eine Quelle - und sie sind wieder glücklich.

Ähm... ich hör lieber auf... lach...

Nur noch kurz: Wir haben hier in der Region für manche Quellen "Paten". Im Augenblick hab ich nur für eine wirklich Zeit, aber vielleicht kommen noch welche dazu (wenn die Kinder mal noch selbständiger sind)

Liebe Grüße von Lisa

SAGEN.at
17.04.2006, 22:04
Ich scheue mich allerdings ein wenig die teilweise doch sehr verwunschenen Plätze einer größeren Öffentlichkeit preiszugeben, da ich fürchte, dass dies den Orten vielleicht schaden könnte.

Meine Meinung ist dazu etwas differenziert:

- Ich glaube, in den letzten Jahren hat sich der Umgang mit "Wissen" ganz grundlegend verändert. Dazu haben einerseits neue(re) Medien beigetragen, aber auch die gesellschaftlichen Strukturen haben dazu den Boden bereitet. Heute wird etwa auch in der Wissenschaft und in anderen Bereichen zunehmend mit halbwegs offenen Materialsammlungen gearbeitet - das sehe ich sehr positiv für die Gesellschaft. Durch die Fülle an angebotenem Material (vgl etwa www etc.) ist der Konsument mehr denn je darauf angewiesen, das auszufiltern bzw zu Lesen, was ihn wirklich interessiert. Ich betrachte es wünschenwert, wenn noch mehr Leser den Wert guter Texte (bzw Medien) der Volkskunde (Europäische Ethnologie) erkennen würden, hier gibt es nach meiner Meinung auch keine Inhalte zu "verheimlichen".

- Wie vielleicht schon mehrfach in diesem Forum angedeutet, beobachte ich (zu hiesigen Themen) insbesonders bei aktuellen Büchern im Buchhandel eigentlich keine inhaltlichen Neuigkeiten, dafür aber erschreckenden Schwachsinn im Sinne von Esoterik und ähnlicher Fabuliererei.
Im Sinne korrekter volkskundlicher Arbeit spricht natürlich nichts gegen exaktes Zitieren älterer Literatur, allerdings spricht alles gegen das freie Niederschreiben von Assoziationen...

- Ich glaube nicht, dass es in Mitteleuropa einen undokumentierten Quadratmeter Erdoberfläche gibt. Die verschiedenen Interessensgruppen haben unglaublich exakte Aufzeichnungen der Erdoberfläche, also Geographen, Geologen, Mineralogen, Energiewirtschaft, Versicherungen, Strassenbaufirmen etc. Ich hatte mehrfach Gelegenheit, einige der Karten zu sehen, die für die verschiedenen Tunnel in Tirol verwendet werden (etwa Brennerbasistunnel, Bahn-Umfahrung Innsbruck, Unterinntaltrasse etc). [Daher muss ich immer so herzlich lachen, wenn wieder ein Kollege sein neuestes GPS-Gerät vom Elektro-Supermarkt bringt. Das verhält sich etwa so, wie wenn man mit Lego-Steinen eine Armbanduhr bauen möchte.] Die Karten der oben angeführten Interessensgruppen sind auf wenige Zentimeter exakt und haben als GIS-Systeme neben jedem Gewässer ab Rinnsaal-Ausmassen natürlich jede denkbare Nebeninformation.
Also eine undokumentierte Wasserquelle zu finden, erachte ich als ausgeschlossen.
Bei den oben angesprochenen Baustellen wurden übrigens eine ganze Reihe natürlicher Heilquellen versiegelt und durch Anschlüsse aus dem normalen Wassernetz ersetzt, nur so nebenbei erwähnt...

- die volkskundliche Bedeutung von Heilquellen sollte in der regionalen volkskundlichen Literatur bis zu einem halbwegs guten Grad nachschlagbar sein. Hier setzt eher die Kunst an, zu wissen wo man nachschauen soll. Das ist keinesfalls trivial, aber im Grunde für jeden engagierten und ausdauernden Menschen machbar.

- ich glaube, dass mittelfristig, also in den nächsten Jahren und Jahrzehnten uns grosse Archive an Volltexten zur Verfügung stehen werden. Vielleicht so ähnlich, wie wir das in einem kleinen Bereich mit SAGEN.at schon seit ein paar Jahren machen? In den Bibliotheken stehen jedenfalls viele Regal-Kilometer zum Teil hervorragender Literatur, die uns nach heutigen "digitalen Vorstellungen" unerreichbar sind. (Etwa an der Uni Innsbruck auch physisch unerreichbar, da in Lagern) Mit den traurigen Mitteln die uns derzeit zur Verfügung stehen (und die wir dennoch euphorisch feiern), stehen uns nicht einmal die Inhaltsverzeichnisse von Zeitschriften oder die Titelliste von Sammelbänden (z. B. Festschriften etc), geschweige denn Inhaltsverzeichnisse zur Verfügung.

- also es gibt genug zu tun... :smiley_da

Wolfgang (SAGEN.at (http://www.sagen.at))

Lisa
17.04.2006, 23:22
Lieber Wolfgang,

klar, es gibt bei uns keine wirklich "unbekannten" Flecken, nur ist die Frage, ob es nicht einen Unterschied macht, ob auf irgendeiner Karte ein Bach eingezeichnet ist oder derselbige irgendwo groß bekannt gemacht.

Gerade die Quellen haben wir ja anhand von alten Texten (Quelltexten?) gefunden, auch über die Heilkraft. Vielleicht schlummern sie ja im Augenblick ganz gern, fern jeglichen Rummels, beleben mit ihrer Heilkraft die Umgebung, die Tiere und Pflanzen.

Na, und auch "Eso"touristen sammeln schon mal gerne an solchen Plätzen Energie ohne etwas zurückzugeben. (Von schwarzmagischen Ritualen in alten Kulthöhlen möcht ich ja gar nicht reden, das ist noch krasser) Das ist es, was zum Beispiel alte Texte vermitteln, dass man sich schon auch dankbar zeigt, muss keine große Sache sein, aber nicht nur als Nehmender sondern auch als Gebender (und wenn es nur ein schlichtes Danke ist) solche Orte besucht.

Da sind wir halt momentan ne gute Ecke entfernt ...

Herzliche Grüße von Lisa

cerambyx
18.04.2006, 11:45
Hallo, Ihr alle!

Ich finde das eine sehr interessante Diskussion - dazu jetzt mein Beitrag:
Auch ich bin oft auf den Spuren der Quellen unterwegs, aber nicht nur der "heiligen" oder "Heilquellen", sondern auch der versteckten, namenlosen und oftmals auch nur zu bestimmten Jahreszeiten aktiven Quellen. Und ich praktiziere hierbei ganz einfach eine gelebte Ehrfurcht, Nachdenklichkeit, Konzentration und Besinnung und - trinke! Nur am Rande interessieren mich Meßwerte über Collibakterien etc. obwohl ich gute Informationen über Gebirgs-/Almquellen habe und die dortige Viehwirtschaft oder auch Wildfütterung die "amtlichen Qualitäten" der Quellen nachweislich beeinträchtigen.
Wichtig scheint mir aber in der heutigen Zeit, das Wissen um Wasser und den Umgang damit zu bewahren und weiterzugeben. Das kann aber mit "Wissen verstecken" und "nicht herzeigen" nicht geschehen.
Zerstörerische Akte kann man meiner Meinung nicht von Wissenszentralen (wie sagen.at eine ist!) ableiten. Wie schon gesagt wurde: es ist ohnehin (fast) alles schon für technische oder wirtschaftliche Nutzungen ausreichend dokumentiert. Und wir sollten berücksichtigen, daß "Herr Wirtschaft" und "Frau Allgemeinheit" für die Durchsetzung ihrer Interessen sogar sehr daran interessiert sind, daß NUR SIE über das Wissen verfügen!
Und bezüglich Verschmutzung der Quellen-Umgebung: die kann man sehr oft mit reserviertem Platz in einer Seitentasche am Rucksack oder einem mitgeführten Plastiksack bekämpfen - und gegen "bauliche/technische" Sünden geht sowieso fast nix!
So wünsche ich Euch allen noch viele freudvolle Gänge zu Quellen und kleinen Gerinnen, und daß wir uns vielleicht einmal treffen bei einem genußvollen Schluck - und uns am Umgang mit dem edelsten aller Güter vielleicht sogar gegenseitig erkennen?
Liebe Grüße aus der Nationalpark Kalkalpen Region Oberösterreichs (mit fast 1.000 gut dokumentierten und denoch großteils unbekannten Quellen!)
Norbert

gavial
18.04.2006, 13:23
Das fand ich soeben über die Schneidjochquelle (http://www.sagen.at/doku/quellen/quellen_tirol/achensee.html) beim Durchlesen der Nachrichten auf der Seite des ORF:
http://tirol.orf.at/stories/103375/
Weil es gerade dazu passt ...

Lisa
18.04.2006, 13:34
:smi_klats danke für diesen tollen Link, gavial! Druck ihn mir gleich aus, finde ihn gleich mehrfach sehr sehr interessant

Servus Norbert,

es ist nicht so, dass ich Deine Sicht nicht verstehen oder akzeptieren könnte, ich werde aber auf jeden Fall bei manchen Quellen weiter zurückhaltend sein. Müll einsammeln tu ich eh - doch ich glaub, es schadet nicht, nichts zu überstürzen, was das Bekanntgeben betrifft
Hab einen Blick in dein Profil geworfen - heuer werd ich wahrscheinlich eine kleine Rundreise in der Nähe machen (wenn es irgendwie ausgeht), ein paar liebe Menschen besuchen, wer weiß - vielleicht treffen wir uns tatsächlich.

Grüße von Lisa

Wassermann
19.04.2006, 12:21
Hallo miteinander,

wenn Wolfgang schreibt: "Ich glaube nicht, dass es in Mitteleuropa keinen undokumentierten Quadratmeter Erdoberfläche gibt", dann hat er natürlich recht. Ich bin allerdings der Überzeugung, dass es einen großen Unterschied ausmacht, ob Quellen-Beschreibungen als geologische und geographische Datensammlung in irgendwelchen Aktenschränken vor sich hin schlummern - oder ob die Quellorte mit volkskundlichen und religiös-mythologischen Hintergründen in Verbindung gebracht, öffentlich an die große Glocke gehängt werden. Der Charme vieler Orte liegt in ihrer Unberührtheit und Stille. Menschen mit Gespür werden diese Plätze zu finden wissen, schätzen und für sich behalten.

Ich bin allerdings auch davon überzeugt, dass ein gewisser Bekanntheitsgrad für manche Quellorte auch ein Schutz sein kann. Ein anonymes Rinnsal ist schnell zugeschüttet oder mit Betonwänden zum Wasserreservoir umgenutzt. Bei einer gut besuchten Quelle, die auch ein öffentlicher Anziehungspunkt für den Ort sein kann, wird sich eine kluge Gemeindeverwaltung überlegen, ob sie den Quellort zerstört.

Auch einstigen Heiligen Quellen, die in den letzten Jahrhunderten von der katholischen Kirche vereinnahmt und überbaut wurden und denen die Kirche ihre eigentliche Geschichte und Bedeutung stahl, denen sollte man ihre alten Sagen und ihre alte Heiligkeit wieder zurück geben oder diese doch wenigstens wieder nennen.

Es gibt unzählige Beispiele, wo die Quelle als eigentlicher Ursprung des Baus Jahrhunderte lang im Inneren der Kirche entsprang. Vielerorts wurde das Wasser erst in den letzten Jahrzehnten bewusst abgegraben oder umgeleitet. Selten ist der Kirche die Nennung des heidnischen Ursprungs ihrer Gebäude angenehm.

Klaus

SAGEN.at
19.04.2006, 13:05
Übrigens bei dieser Gelegenheit: Eine der eher spektakuläreren Quellen im Alpenraum, das sogenannte Simonini-Bründl befindet sich in der Wolfsklamm bei Schwaz (Stans) in Tirol:

http://www.sagen.at/doku/fo_fotos/Simoni_Bruendl.jpg
© Wolfgang Morscher (Wolfgang.Morscher@sagen.at), 29. Oktober 2005

Es ist dies eine Quelle, die direkt aus einem Felsen entspringt!
Leider konnte ich bis zum Augenblick noch keine volkskundlichen Hinweise und Hintergründe zu diesem Bründl eruieren (kommt aber sicher noch :) )

Wolfgang (SAGEN.at (http://www.sagen.at))

SAGEN.at
19.04.2006, 13:34
Und noch ein Link der Tageszeitung "Der Standard" zum Schneidjoch (http://derstandard.at/?url=/?id=2416585), hier wenigstens mit Link auf SAGEN.at.

Im Übrigen ist festzuhalten, dass das oben abgebildete Simonini-Bründl sich örtlich gesehen unweit des Schneidjoches befindet.

Wolfgang (SAGEN.at (http://www.sagen.at))

Lilith
24.04.2006, 15:04
Hallo Klaus

ist doch verständlich. So, wie Lisa schon gesagt hat:

"viele wissen es einfach nicht zu schätzen und leben unter Umständen, die ich nicht mal aus Büchern kennen möcht... aber eben drum... bin ich vorsichtig."

Ich denke, dass die Leute, die in einem solchen Board wie diesem lesen, eher zu den Umweltbewusten gehören, aber es wird sich mit Sicherheit auch so mancher Frevler beim Googeln auf diese Seite verirren.

LG
Lilith

Ulrike Berkenhoff
02.05.2006, 12:01
Fand ein altes Lied (Volksgut oder Verfasser?)

Frau Holle

Frau Holle tut das Wasser tragn
mit goldenen Kandln
aus goldenen Brünndln
drin n liegen viel Kindln

Sie legts auf die Kissen
und tut sie schön küssn
und tut sie schön wiegn
auf goldener Stiegn
tut sie schön wiegn

Schöne Grüße! Ulrike

Wassermann
04.05.2006, 00:28
Hallo Lilith,

entschuldige bitte die späte Antwort.

Meiner Erfahrung nach liegen die Gefahren für viele Quellorte nicht bei den einfachen Leuten, sondern bei den Gemeindeverwaltungen und Bauämtern.

Bei uns werden viele Quellen für die Wasserversorgung in Betonklötze gefasst oder müssen Neubaugebieten weichen. Quellen, die einst als Heilige Orte mit Kirchen und Kapellen überbaut wurden, werden bewusst stillgelegt und werden mit Absicht durch neue Gründungslegenden von Seiten der Kirche in die Vergessenheit abgedrängt. Erst wenn diese Quellen wieder ihren alten Namen und ihre Bedeutung zurück erhalten und wieder im Bewusstsein der Bevölkerung einen Platz einnehmen, dann haben sie auch wieder einen gewissen Schutz.

Ich war erst am Wochenende an einer alten heiligen Quelle in Ringsheim, die noch immer unter dem Altar einer verwunschenen kleinen Kapelle hervorsprudelt. Die Neubauten rücken immer näher an diesen alten Quellort heran und der Gemeinderat möchte das Gebiet trocken legen - vermutlich um es als Baugelände ausweisen zu können. Die Kinder, die direkt neben der Kapelle spielten wussten nicht einmal mehr, dass hier ein alter Kindlesbrunnen entspringt. Viele Bewohner der Neubausiedlung werden sicher Klatschen, wenn endlich die Bagger anrollen und das Sumpfgelände trocken legen. In ihrer Unkenntnis wissen sie ja nicht, was dort zerstört wird.

Der einfache unbewehrte Mensch kann einer gefassten und "zivilisierten" Quelle kaum etwas anhaben. Dies mussten bereits die Missionare im Mittelalter erfahren, als sie gegen die alten Quellheiligtümer kein anderes Mittel sahen, als diese mit Altären und Kirchen zu überbauen.

Ich bin inzwischen davon überzeugt, dass man die Namen und die alten Geschichten gefährdeter Quellen veröffentlichen muss, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Das ist ihr bester Schutz. Dann finden sich auch wieder Menschen, die die Quellen und Brunnen pflegen und in Ordnung halten.

Was die noch "wilden" und in der Landschaft verborgenen Quellorte betrifft, da gebe ich Dir natürlich recht. Die sollte man für sich behalten.

Klaus

harry
09.06.2006, 10:45
Eine unbekannte und unbenannte Quelle auf dem Leopoldsberg in Wien. Ein stark frequentierter Wanderweg führt daran vorbei und niemand beachtet sie ...

http://www.sagen.at/fotos/data/536/medium/Waldquelle.JPG
Waldquelle

wissen
17.07.2006, 21:18
Zum Thema Brunnen!
Vor 2 Jahren machten meine Frau und ich eine Wallfahrt zu Füß von Wien nach Maria Zell. Dabei ist uns aufgefallen ( am meisten zw.Kaumberg und Rohr im Gebirge ) das es keine Sichtbaren auffallende Quellen und Brunnen gibt. Man ist gezwungen in einen Land wie Österreich genügend Wasser zum Trinken mitzunehmen obwohl wir im Voralpenland sind. Es ist traurig.
Im Vergleich, wie ich zeitweise in Bulgarien zw. 1988-1993 beschäftigt war und das Land und Leute gut kennen lernte,war das Eindruckvollste die vielen Brunnen im ganzen Land, man konnte in in der Stadt, so wie im letzten Winkel im Alten Gebirge ( Balkangebirge ) ohne Probleme ohne Mitnahme von Wasser durch das Land Reisen. Ich nannte Bulgarien das Land der Brunnen.
Wir würden uns wünschen das man in einen so schönen Land wie unseres es, als Dank an unsere Besucher und Wallfahrer, die Brunnen des Lebens aktivieren. Es ist nicht zu glauben das es diese Brunnen des Lebens nicht gibt.

cerambyx
18.07.2006, 10:59
Nun ja, die Brunnen und Quellen wären vielerorts schon noch vorhanden, bloß liegen sie heute oftmals/meist abseits (und unbenützt und unbeachtet) der "neuen Wanderwege", da diese anderen Gesetzmäßigkeiten folgen als früher: Grundbesitzprobleme, Wegeerhaltungsproblematik, Qualitäts- und Komfortangebot für den Wanderer lassen die alten Wege die an Quellen vorbeiführten, verfallen ... da man ja ohnehin in jedem Rast-/Gasthaus "versorgt" werden kann! Man (!) BRAUCHT die Quellen also nicht mehr ... und nur wenige WOLLEN sie erhalten - und darin liegt das Problem.

Ein weiteres Argument für die Nicht-Erhaltung ist die oftmals nicht mehr gegebene Nutzbarkeit von Quellen im Alpenvorland: intensive Viehwirtschaft, Gülleausbringung, Einschwemmung von Schwermetallen usw. belasten viele Quellen und erhöhen die Unsicherheit bei den potentiellen Nutzern. Wer sagt, auch früher wurde Viehwirtschaft betrieben, muß bedenken, daß noch vor wenigen Jahren die Kühe um ein Drittel kleiner/leichter waren und weniger Futter verwerteten - (somit auch weniger wieder hinten rauskam als Fladen etc.!!!) - vermehrter Vertritt und Beschädigung der Grasnarbe (gut zu sehen auf den Almen; die sogenannten "Weidegangeln" an den Böschungen) tun ein Übriges, um Bakterien in den Boden einsickern bzw. einschwemmen zu lassen und in weiterer Folge Quellen zu belasten ...

Wir können nur gemeinsam daran arbeiten, das Wissen um den Wert dieser vielen kleinen Quellen zu verbreiten, hochzuhalten und die frühere "Heiligkeit" begreifbar zu machen ... und jeden zu animieren, doch zumindest an den verbliebenen noch sauberen Quellen .... zu trinken!!!

Liebe Grüße aus dem gottseidank quellreichen Steyrtal
Norbert

SAGEN.at
19.07.2006, 00:54
Hallo Norbert,

herzlichen Dank für Deinen hervorragenden Beitrag! Sprichst mir sozusagen "aus der Seele".
In Oberösterreich, besonders in Eurem 'Nationalpark Kalkalpen' (http://www.kalkalpen.at/) ist die alpine Welt tatsächlich noch in Ordnung.

Hier in Tirol hat man es hingegen tatsächlich geschafft, die relevanten Bäche langfristig an amerikanische Investoren zu verpachten. Diese wiederum schaffen das weltweit einzigartige "Wunder", dass hier tatsächlich das Wasser in der Nacht mit viel Atomstrom bergauf fließt.

Ich verfasse dazu demnächst eine kleine Zusammenfassung...

Zudem wird hier in Tirol zwischenzeitlich fast jede Naturquelle in höheren Lagen für Sammelbecken zur Produktion von Kunstschnee für Skigebiete eingefasst (= verrohrt).

Es erscheint mir in diesem Zusammenhang fast ein wenig traurig, dass SAGEN.at leider doch noch nicht die Besucherzahlen erreicht, um hier ein Umdenken einzuleiten.

Wolfgang (SAGEN.at (http://www.sagen.at))

Lisa
20.07.2006, 10:05
Liebe Leut,

war jetzt zwei Tagen in den Bergen. Wunderschöne Hochalmenflächen - doch eben - das Wasser verunreinigt, nirgendwo kann man Trinkwasser zapfen, denn die meisten Quellen entspringen unterhalb der überreich mit Rindviechern beweideten Flächen... Dazu kommt noch ein "Quellensterben". Ob da damit zusammenhängt, dass die Almen das wenige Wasser mehr verbrauchen als früher oder dieser trockene Sommer... weiß ich nicht recht. Unser Wander- bzw. Höhlenführer sagte, auch die letzten beiden verregneten Sommer sei eine Quelle nach der anderen verschwunden. Sinkt der Grundwasserspiegel?

Seltsamer- und glücklicherweise sprudelt das Wasser da, wo sie deutlich gefasst und auch genutzt werden, an schönen Trögen, neben Marterln, immer noch. Aus wissenschaftlicher Sicht ist es natürlich hirnrissig, da einen Zusammenhang zu sehen, aus geomantischer vielleicht nicht.

Traurige Grüße von Lisa

cerambyx
21.07.2006, 15:37
Hallo Lisa!

Quellen in Hochlagen und auf Almen können (gottseidank) nicht durch "Mehrverbrauch" auf darunterliegenden Almen ersterben! Sie werden (bei uns) ja oft durch unterirdische überquellende Reservoirs gespeist. Gründe für das Ausbleiben von Quellwasser waren bei uns in der Vergangenheit kleinere lokale (Einsturz)Beben und unterirdische Einbrüche oder Verklausungen (Einschwemmen von Biomaterial und dadurch Verstopfen der "Leitungen"). Das Wasser muß sich dann einen neuen Weg suchen - die Folge sind neue Quellen oder die Erhöhung von Schüttungen bestehender Quellen - oder eben eine Befüllung unterirdischer neugebildeter oder bestehender leerer Becken, bis diese wieder über"quellen" und das gesammelte Wasser weitergeben - vielleicht sogar an alten, erstorbenen Quellen....
Die dauernde Veränderung der unterirdischen Karstlandschaft läßt solche natürlichen Erscheinungen auch in unserem kurzen Menschenleben bemerkbar werden - und ein "Verschwinden" bedrückt uns eben, sofern wir sensibilisiert sind, schon sehr.
Erst gestern war ich mit meinen MitarbeiterInnen an der Krummen Steyrling grillen, (*mmmhhh guuuuuuut*) und da unterhielten wir uns eben darüber, daß an viel trockeneren Sommern schon mal viel mehr Wasser floß. Der Grund liegt (oft) darin, daß durch die Schichtung des wasserleitenden/-durchlässigen Gesteins der im Norden fallende Regen nach der Südseite (!) des Gebirges abgeleitet werden kann (und umgekehrt!) und dort als Quelle austritt.
Solche Erkenntnisse erhält man aus der Einbringung von (unbedenklichen!) Farbstoffen z.B. an Dolinen oder Schwinden (wo das Wasser "verschwindet")in Höhenlagen und Untersuchung der Quellen ... wir haben so auch schon mal gefärbtes Wasser "am anderen Ende" des Nationalparks wiedergefunden ...

Also, keine Panik, gefährdet sind "nur" Quellen im Siedlungs/Tourismusraum!

So, Ende der Durchsage

Gruß aus dem gewittrigen Steyrtal
Norbert

Lisa
22.07.2006, 00:13
Danke Norbert!! Da bin ich wirklich froh :smi_huepf

Erleichtert winkt aus dem - jetzt ebenfalls gewittrigen - Berchtesgadener Land
Lisa

harry
04.10.2006, 13:14
Im Oktober 2006, bei einer Fahrt durch die Wachau, fiel mir dieser Brunnen neben der Kirche von St. Johann im Mauerthale auf. Eine ältere Frau, die neben der Kirche gerade im Weinkeller arbeitete, gab mir folgende Erklärung:
Dieser Brunnen sei früher eine Heilquelle gewesen. Beim Bau der Ortswasserleitung wurde die Quelle verschüttet und der Brunnen an das öfftentliche Wassernetz angeschlossen. Neben dem wunderschönen, alten Holzbrunnen ragt deshalb heute eine häßliche Wasserleitung heraus - mit ganz normalem Trinkwasser.

http://www.sagen.at/doku/fo_fotos/St_Johann_Im_Mauertale.JPG
Brunnen hinter der Kirche von St. Johann im Mauerthale

Die Frau erzählte mir von einer weiteren Quelle in der Nähe. Im Mauertal habe sie sich befunden. Auchenn bei Trockenheit alle Brunnen der Umgebung versiegt waren, spendete sie Wasser. Die Arnsdorfer fuhren dann dort hin, um Wasser zu holen. Da aber der Mauertalbach bei Unwettern immer wieder Schaden im Dorf anrichtete, wurde eine Wildwasser-Verbauung angelegt und dabei die Quelle verschüttet.

Ulrike Berkenhoff
07.10.2008, 15:06
www.jan-wellem-brunnen.de
Hier findet man Infos zu einer restaurierten Düsseldorfer Brunnenanlage.
Das Wasser galt als heilkräftig (eisenhaltig) . Zum diesjährigen 350. Geburtstag
des Kurfürsten Johann Wilhelm , nach dessen Tod der Verfall der Anlage
begann, da der Hof nach Mannheim verlegt wurde, sind Park mit Brunnen am
Grafenberg wieder sehenswert. Viele Grüße von Ulrike

Ulrike Berkenhoff
12.10.2008, 19:37
Unter "Quelle am Hestenberg" (Schwerte-Ergste) findet sich ein interessanter
Bericht, wie durch Bürgerinitiative ein alter Quellort wieder hergerichtet wurde.
Viele Grüße aus Westfalen (ich wohne allerdings auf der anderen Seite der
Ruhr): Ulrike

Barbara Albert
09.11.2008, 12:54
Wasser

Wasser zäg mir dine Quäll,
Facetta glitzran öbr s’Tal so häll.
Wasser rein wia Bärgkristall,
so küahl und klar rinnscht du dor mine Hand.

Wasser zög mr dini Quäll,
schprözischt ahi öbr d’Wasserfäll.
An Schtrahl vo goldrn Sonna glenzt
Bis därt wo dini Quäll as Ufr granzt.

Wasser so rein und klar, Wasser so wunderbar,
Wasser du Läban üs schenkscht i üsra Wält.

Wasser zäg miar dini Quäll,
banscht diar din Weg dor Wal und öbran Fäls.
Wasser wärtvolls Element,
du brengscht Läba öbr üsri Wält.
Du bischt so wärtvoll wenn d’Natur du trengscht
und da Dorscht üs schtillscht wia oft vergiss ma,
wia einzigartig dass du bischt.

Wasser so rein und klar, Wasser so wunderbar,
Wasser du Läban üs schenkscht i üsra Wält.


Aus dem Album „Generator III“, 2008 von der Vorarlberger Band Krauthobel.
www.krauthobel.com

Ich hoffe, ich hab den Text halbwegs richtig abgeschrieben, für mich als Oberösterreicherin ist das ja nicht ganz so einfach mit dem Montafoner Dialekt…

althea
07.08.2015, 15:49
Da dies ein wichtiger und auch interessanter Teilaspekt der Volkskunde ist, hole ich den Thread wieder hervor.

Eben kehrte ich von einem Ausflug zur Heiligen Quelle am Pöstlingberg heim; bis heute kannte ich dieses versteckte Kleinod nicht.
Es ist auch gut, wenn nicht zu viele Leute dorthinunter gehen(trampeln), es würde dem Ort seine Würde rauben.


http://www.sagen.at/doku/quellen/quellen_ooe/Linz_Poestlingberg.html

Auch wenn diese Thematik hier nicht sehr geschätzt wird: der Felsgang oberhalb der Quelle,, die Quelle selbst und die Nische der Anbetung sind engergetisch gemessen hochaktiv.
Da kommen zwei Linien zusammen - von Felsgang ober der Quelle und vom "Schrein", die sich etwas weiter unten kreuzen müssten... das möchte ich noch (an einem weniger heißen Tag) überprüfen.

Es besonderer Ort - ob energetisch gemessen oder einfach nur erspürt! ;-)

LG
althea

SAGEN.at
08.08.2015, 23:57
Danke für Deinen Bericht!
Verwendest Du ein physikalisches Messgerät oder berichtest Du von persönlichem Empfinden?

Sollte die Messung auf persönlichem Empfinden beruhen, wäre das ja auch nicht abwertend zu verstehen, da es bei physikalischen Messgeräten in den letzten Jahren leider keine Neuentwicklungen mehr gibt.

Wolfgang (SAGEN.at (http://www.sagen.at))

althea
05.09.2015, 15:47
Hallo Wolfgang,

leider hab ich deine Antwort erst jetzt entdeckt, verzeih bittw.


Ich hatte meinen persönlichen "Radar" aktiviert, d.h. ich spür einfach aus welcher Richtung "der Wind bläst" (ja, fühlt sich wirklich wie ein kühler, frischer Wind an) und ich fragte per Winkelrute ab, wie stark das Wasser fleißt und wo.

Mit physikalischen Messungen (nicht an dieser speziellen Quelle)haben deutsche Physiker und Geomanten Bestätigungen erzielt... da müsste ich aber noch in meinen Erinnerungen graben, ist schon ein paar Jahre her.

LG
althea