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altha palustris. Sumpfdotterblume. Am St. Georgstage werden von den galizischen Ruthenen den Kühen Kränze von Caltha um die Hörner gewunden und dann, zerhackt, unter das Futter gemischt. Die Hexen können dann den Thieren [Tieren] im nächsten Jahre die Milch nicht nehmen.

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Campanula rotundifolia. Rundblättrige Glockenblume. "Vaschreikräutl" im niederösterreichischen Viertel unter dem Manhartsberg. Die merkwürdig gestalteten Samenkapseln haben wohl auf die Pflanze die Aufmerksamkeit gelenkt.

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Corylus avellana. Haselnusstrauch. Der breitlaubige, für stille Liebe wie geschaffene Strauch, unter dem Alfred Tennyson's herrlicher "Enoch Arden" beginnt:

Dahinter ragt die Düne hoch gen Himmel
Mit Hünengräbern: Haselnussgesträuch,
Im Herbst durchwogt von Nüssesuchern, grünt
In einer Kesselschlucht der grauen Düne . . .

war nach Höfler früher das Zeichen der Mahl- und Gerichtsstätte. Bei einer Hasel stiess Adelgar, der Bayernherzog, seinen Lanzenschaft in die Erde und sagte:

Das lant hân ich gewunnen
die Beieren ze êren.
die marke diene in immer mêre.

Mit der Haselgerte soll man alles Gewürm tödten. Die am Berchten- oder Johannestage geschnittene Wünschelruthe ist die Haselgerte. Man sagt beim Schneiden im Lechrain:

Ich schneide dich, liebe Rute,
Dass du mir sollst sagen,
Was ich dich will fragen,
Und dich so lang nit rühren,
Bis du die Wahrheit thust [sic] spüren.

Felix von Thümen war noch in seiner Kindheit Zeuge eines Wünschelruthenganges [Wünschelrutenganges] 16): "Es war in einem sächsischen Dorfe, nicht gar zu weit von Dresden entfernt, ein Weingartenhüter das zauberverständige Medium, der gesuchte Gegenstand jedoch in diesem Falle kein Schatz, sondern der kostbare schwarze Diamant, die Steinkohle. Mit tief gesenktem Kopfe, weit nach vorn gebeugtem Oberkörper, so ging der Mann mit langsam abgemessenem Schritte die Felder auf und ab, in ehrerbietig-scheuer Entfernung gefolgt von der andächtig-gläubigen Menge der Dörfler. In der linken Hand (in dieser, als dem Herzen näher liegend, ruht die Zauberkraft) hielt er eine ziemlich lange, schwankende Haselgerte wagerecht vor sich hin. Die Ruthe schnellte natürlich, durch das Gehen des Mannes veranlasst, unaufhörlich auf und ab, doch plötzlich senkte sie sich auffallend gegen den Boden, der Träger blieb stehen und hob sie, scheinbar mit gewaltigster Kraftanstrengung, wieder empor - umsonst, es gelang ihm nicht völlig, immer und immer wieder neigte sich die Ruthe; endlich schien das Medium diesen Kampf aufzugeben, schweigend machte es ein Zeichen gegen die abergläubische herandrängende Menge und sofort war ein bereitgehaltener Pfahl an der von der Wünschelruthe bezeichneten Stelle in den Boden getrieben. Hier war ein reiches Kohlenlager verborgen und der Besitzer des Grundstückes schier ausser sich vor Freude; einen Zweifel auszusprechen, hätte Niemand wagen dürfen, das Niederschlagen der Wünschelruthe war ja das unfehlbarste Zeichen, unbedingter Glauben ward ihm entgegengebracht, wenn auch erprobte Bergleute und Markscheider das Gegentheil behaupteten."

Die Hasel war früher zauberberühmt. Noch lebt sie als "Frau Hasel" im deutschen Volksliede. Man konnte der Wünschelruthe, die gewöhnlich gabelförmig war, durch einen Spruch die Kraft verleihen, Abwesende zu prügeln. Mit dieser "Schlagfertigkeit" mag auch das niederösterreichische Scherzwort "Haselnusssalbe" für Prügel zusammenhängen, zu welchem noch bemerkenswert, dass "salb'n" (salben) für prügeln oder schlagen in Wien und Niederösterreich häufig vorkommt. Mit der freundlichen Hasel führt das Volk Zwiesprache:

Guten Tag, guten Tag, liebe Hasel mein,
Warum bist du so grüne ? -
Hab' Dank, hab' Dank, wack'res Mägdelein,
Warum bist du so schöne ?

Kinder soll man mit der Zauberruthe nicht schlagen, so kräftig auch der "Haslinger" wirken mag; sie werden sonst bucklig. Bemerkenswerth ist die Rolle, die der Hasel bei verschiedenen Nationen im Liebesleben zukommt. In der Christmesse gehen Mädchen und Bursche in Niederösterreich zum Gartenzaun, fassen einen haselnen Pfahl und sagen :

Gartenzaun, ich schütt'r dich,
Feines Lieb', ich witt'r dich,

Worauf die Gestalt der oder des Zukünftigen erscheint. Im bayrischen Volksliede lässt sich der Klausner beim Abschied vernehmen:

B'hüat dich Gott! Schatzerl;
I muss a Klausner wer'n;
Hast a letzt Schmatzerl,
Haselnusskern;

Wer weiss, wer d' Nuss aufbeisst,
Wer weiss, wer .........
Alle Leute essen gern
Schöne Haselnusskern.

In "Der Widerspenstigen Zähmung" (A. 2, Sc. 1) sagt Petruchio zu Katharina :

Wie fabelt auch die Welt, mein Käthchen hinke ?
Die böse Welt! Nein, wie ein Haselzweig
Ist Käthe schlank und g'rade, und auch so braun
Wie Haselnuss und süsser als ihr Kern.

Und in "Romeo und Julie" (A. 1, Sc. 4) wird von Frau Mab, der gütigen Fee, erzählt:

Die Kutsch' ist eine hohle Haselnuss
Vom Tischler Eichhorn oder Meister Wurm
Verfertigt, die seit grauer Zeit die Wagner
Der Feen sind ....

Ferner heisst es in einem slavischen (mährischen) Volksliede ("Oesterr.-Ungarn in Wort und Bild", Land Mähren, p. 217):

Hoch dort oben im Gebirg,
Wandert' ich alleine,
Da fand eine Haselnuss
Ich im grünen Haine.

Und die Nuss barg süssen Kern,
Voll und unverdorben,
Ach, vergebens hab' ich treu
Um mein Lieb geworben.

Ja, vergebens warb ich treu
Um ein Liebeszeichen,
Nimmer willst den Blumenstrauss
Mir, du Stolze, reichen.

Ei, und hab' ich dir's versagt,
Noch kann ich's gewähren,
Sollst nicht, was dein Herz begehrt,
Ewiglich entbehren.

Auch die Medicin [Medizin] von früher hatte allen Respect vor dem Haselstrauch. Frank weiss von ihm viel Heilsames zu berichten. Er preist namentlich die Salbe aus der auf Corylus erwachsenen Mistel, die wider Hexerei und Bezauberung diene.

16) Schriften des Vereines zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse. Wien 1881, S. 334.

Quelle: Zauberpflanzen und Amulette, Dr. E. M. Kronfeld, Wien 1898, S. 23ff
Für SAGEN.at korrekturgelesen von Gabriele U., Juni 2005.
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