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  Rassenfragen.

Ich habe schon viele Bilder des berühmten tarrolischen Malers Defreegaa gesehen. Sie scheinen alle ein heute gänzlich ausgestorbenes Volk darzustellen, das einstmals da lebte, wo die jetzigen Tarrola hausen. Damals muß natürlich auch der besagte Maler Defreegaa gelebt haben. Der Menschenschlag, den er darstellte, lauter ideale Gestalten, ist seither vollkommen verschwunden und gehörte zweifellos einer ganz anderen Völkerfamilie an als die heutigen Tarrola. Man kann es aus den besagten Bildern mit Sicherheit feststellen, daß es zu jener Zeit in Tarrol gar keine Bauern und überhaupt keine Leute gab, die etwas arbeiteten. Daher haben seine Frauengestalten - pardon! - Damen - alle zarte, weiße und kleine Hände, die weder von der Kälte gerötet noch von irgend einer Arbeit derb und rauh geworden sind.

Ihre Gesichter zeigen die glatte, ebenmäßige Schönheit kostspieliger Wachsmodelle, wie man sie in feinen Barbierstuben findet, und auch die Männer sind - selbst wenn sie in den Krieg ziehen - proper gekleidet und adrett frisiert. Kein Zweifel: das waren Gentlemen, die sich beim "Tailleur" und Friseur sauber herrichten ließen, ehe sie für das Vaterland starben.

In diesem Volke Defreegaas gab es, nach den hunderten und aberhunderten Bildern zu schließen, weder mißgestaltete noch unschöne Gesichter, weder bei den jungen noch auch den allerältesten Leuten.

Ein seltsames Geschlecht! Wohin mag es gekommen sein? Zum Vergleiche folgen Typen dieser

Rassenfragen Einst - Jetzt

völlig ausgestorbenen Defreegaa-Rasse nach Bildern des Meisters, daneben sieht man die Vertreter des jetzt lebenden Geschlechts nach der Natur gezeichnet.

"Ach, es ist dahin, es ist entschwunden,"

Dieses hochbegünstigte Geschlecht - -"
bei dem fast nichts anderes vorfiel, als daß sich "Buam" und "Menscha" heiter zulächelten.

Aus demselben auserlesenen und jetzt leider längst dahingegange n en Geschlechte stammte zweifellos H.Ueberbachers "Tarrolerin,°. Unter den heutigen Verhältnissen würde man sagen: das ist eine feine, sorgsam geschnürte Stadtdame, die einen Bauernkostümball besuchen will.

- Vielleicht hat unser interessanter Maler nur die Mitglieder einer einzigen, äußerst ausgebreiteten Verwandtschaft gemalt?

So macht es doch wohl auch der gleichfalls aus Tarrol stammende Maler Blaas mit seinen "Venezianerinnen", wobei er aber bisher höchstens zwei Modelle für ein paar hundert Frauenköpfe hatte, und diese zwei Modelle stammten nicht aus Venedig.

Allein Defreegaa ist ein "ehrlacha Tarrola". Selbst die hundertköpfige Verwandtschaft würde das Problem des ausgestorbenen Geschlechtes nicht lösen, sondern nur etwas einengen.

Darum wäre es von wissenschaftlichem Werte, festzustellen, wann Defreegaa gelebt.

Jedenfalls ist es schon sehr, sehr lange her.