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Arbesbach

Die unter der Bezeichnung "Arbesbacher Stockzahn" oder auch das "luckate G’schloß" bekannte Ruine wurde um 1190 wahrscheinlich vom Kuenringer Hadmar II erbaut. Der Warthturm umfasste drei Stockwerke und war bewohnt. Der westseitige Mauervorsprung wird von den einen für den Abort, von anderen für eine "Pechnase" gehalten, von dem aus man den Feind mit siedendheißem Pech, Öl oder Wasser begrüßen konnte.

Ruine Arlesbach © Tanja Beinstingl

Ruine Arlesbach
© Tanja Beinstingl

Von 1277 bis 1593 war hier der Sitz des Landgerichtes. 1593 wurde das "neue Schloss" (Herrenhaus) gebaut und die Ruine dem Verfall preisgegeben, zum Teil wurde ihr Material auch für neue Bauvorhaben benötigt und daher abgebrochen.

Einige unterirdische Gänge durchziehen das Gebiet. Die Sage erzählt, die Magd des Kürschners Ochs war gerade in der Karwoche in einen dieser Gänge geraten, der sie in eine geheimnisvolle, schatzreiche Höhle geführt hatte. Um die Schätze zu heben, kehrte sie um und wollte die Familie des Kürschners zu Hilfe rufen. Inzwischen hatte der Pfarrer die Passion fertig gelesen, und als die Magd wiederkam, konnte sie den Eingang in die Schatzhöhle nicht mehr finden. In den folgenden Jahren hatte man des öfteren probiert, in der Karwoche während des Lesens der Passion die Höhle wieder zu finden, es ist aber niemandem gelungen.

Ruine Arlesbach © Tanja Beinstingl

Ruine Arlesbach
© Tanja Beinstingl

Die rund 60 m hohe Aussichtswarte ist mithilfe der 176 Stufen zu erreichen; für die Anstrengungen entschädigt ein Blick der bis zum Ötscher, Hochschwab, Hochkar, Dachstein und bis ins Tennengebirge reicht. Der Schlüssel liegt in der örtlichen Bäckerei auf.

Rund um den Stockzahn finden sich wunderschöne Granitsteinblöcke, unter anderem ein "Frauensitz".


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