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Im 'Königsbad'

An der östlichen Uferstraße, die hart am Wasser fortläuft, steht neben Schiffshütten, Villen und Bauernhäusern aus dunkelbraun angewittertem Holz das Königsbad, ein wohleingerichtetes Haus. Wer in einem seiner bequemen Zimmer sitzt, hat ebenso viele gewaltige Bilder im Rahmen vor sich, wie Fenster im Gemach sind. Wälder und Berge schauen auf seine Lagerstätte oder seinen Arbeitstisch über den sonnig funkelnden See herüber, dessen Strand nur einige Ellen von dem Gemäuer des den Bergwundern zugekehrten Hauses in meergrüne Tiefen abstürzt. Ein halb lichter, halb dunkler Streifen bezeichnet den Rand. Ein anderer grüner Streifen aber setzt sich auf dem trockenen Gestade fort - Pappeln, Weiden und Erlen im saftigen Gras, manchmal von winzigen Gärten unterbrochen, in welchen späte Blumen sich ihrer gehegten Pracht freuen.

Ich nehme in dem Hause mit den wunderschönen Bildern meinen Aufenthalt.

Quelle: Das Österreichische Seenbuch, Heinrich Noë , München 1867, S. 23.