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Burg Landskron

Burg Landskron © Harald Hartmann

Burg Landskron
© Harald Hartmann, 8. August 2005

Der Weg zieht sich in Windungen hinauf und erreicht die Burg durch ein gegen Osten gelegenes Eingangstor, welches durch eine rechts vom Eintretenden vorspringende Bastei verteidigt wird. Durch dieses Tor gelangt man in einen Vorhof und weiter in den die Burg rings umgebenden Zwinger, welcher an der südöstlichen Seite noch durch zwei weitere Reihen von Umfangsmauern geschützt ist. Tritt man durch das Haupttor ein, so gelangt man zu jenem Teile des Zwingers, welcher vor der gegen Südost gekehrten Hauptfront des Burggebäudes liegt. In dieser Hauptfront erhebt sich ein sechs Stockwerke hoher viereckiger Turm, dessen sechstes Stockwerk von außen rings herum ein Gang umgab, von dem die Kragsteine noch sichtbar sind. Diesem Turme schließen sich links und rechts zwei Stockwerke hohe Wohngebäude an, deren Zimmer mit den unteren Räumen des Turmes in Verbindung waren. Das Haupttor in dem Burggebäude war ungefähr in der Mitte dieser Front neben dem Turm, ist jedoch jetzt, da vor einigen Jahren die Hälfte des Turmes zusammenstürzte, verschüttet. Über diesen Schutt gelangt man in den inneren ausgedehnten Hofraum, welcher von mehreren, zu Wohnungen und Ställen bestimmt gewesenen Gebäuden umschlossen ist. Unter erhöhten Stellen des Erdbodens im Hofraum und Zwinger befinden sich große unterirdische Gewölbe, wobei fast in allen Gebäuden das Erdgeschoß aus schönen gewölbten Räumen besteht.

Auf der Südostseite befand sich die Kapelle, in deren rundem Abschluß des Altarraumes noch ein hohes Fenster aus gehauenem Stein mit gedrückten gotischen Spitzbogen erhalten ist. Über dieser Kapelle auf einem erhöhten Teil des Terrains erhebt sich ein freistehender achteckiger Turm, der wohl als Glockenturm benützt worden sein dürfte.

Die Tore sind fast insgesamt aus gehauenem Stein, und die Umgänge an der inneren Seite der Umfangsmauern ruhten nicht, wie gewöhnlich, auf hölzernen, in die Mauer eingefügten Trägern, sondern auf gemauerten arkadenartigen Bögen. Dies alles gibt dem ganzen Bau den Charakter des Luxus und zeugt von den Reichtum des Erbauers. Der Sage nach soll vom südöstlichen Teil der Burg aus ein unterirdischer Gang in die am Fuße des Berges gelegene, zur Burg gehörige Meierei geführt haben, der jedoch nun nicht mehr aufzufinden ist.

Den Hauptreiz der Aussicht von diesen Burgtrümmern werden immer die Karawanken und die über ihnen aufragenden Karnischen Alpen darstellen. Auch die Wasserläufe und der Talblick werden viele entzücken. Meiner Meinung nach verdient überhaupt Landskron weit eher einen Besuch als der vielgerühmte Faaker See, der als das Mekka der Villacher Spaziergänger genannt werden kann.

Quelle: Das Österreichische Seenbuch, Heinrich Noë, München 1867, S. 190 - 191.