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Wie der Gletscher der Vedretta marmolada entstand (Buchenstein)

Da, wo heute ein weiter Gletschermantel die Nordseite der Vedretta marmolada bedeckt, lagen einst herrliche grüne Wiesen. Einmal arbeiteten dort die Bauern am Maria Himmelfahrtstage und führten Heu ein; das thaten sie zum Spotte. Als sie fertig waren, sangen sie:

"Santa Maria majou de quà quà.
Santa Maria majou de là là,
Nos ongh el fengh en te tablà
E i autri sul prà!"
(d. i. "Heilige Maria die grösste hier und dort, wir haben das Heu im Stadel und die andern auf der Wiese").

Da fing der Himmel an sich zu bewölken, es schneite und schneite und als nach langer Zeit der Himmel wieder heiter wurde, lag dort, wo erst die Wiesen waren, ein ungeheurer Gletscher. Da ist Schnee und Eis noch bis heute nicht geschmolzen und wird auch nicht mehr schmelzen.

Quelle: Chrsitian Schneller, Märchen und Sagen aus Wälschtirol, Innsbruck 1867, S. 227
Für SAGEN.at korrekturgelesen von Helene Wallner, 2007.
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