SAGEN.at >> Informationen, Quellen, Links >>Dokumentation >> Märchen und Sagen aus Wälschtirol, Christian Schneller, 1867

   
 

Maitenade

52. Auch die "maitenade" (statt mattinata, Morgenständchen) kommen in Wälschtirol vor, so z. B. in Vallarsa. Nachts gehen mehrere Burschen mit einer Geige oder andern Instrumenten vor die Häuser, wo Mädchen wohnen, singen dort und bestimmen jedem Mädchen einen Bräutigam. Man glaubt auch, dass ein Mädchen, welchem zum ersten Male die maitenade gesungen werden, wirklich den ihm dabei bestimmten Bräutigam heiraten werde. Ein solcher Gesang ist z. B. folgender: "En te sta contrada — Gh' e tre putte 'n parada — Angelina èla pù bizarra — Teresinella è la pù pomposa — Lucietta bella la volem far sposa" etc. Nach dem Singen wird gespielt und gesprungen.

Quelle: Chrsitian Schneller, Märchen und Sagen aus Wälschtirol, Innsbruck 1867, S. 243
Für SAGEN.at korrekturgelesen von Helene Wallner, 2007.
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