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KALTENLEUTGEBEN, JAKOBSBRUNNEN Kaltenleutgeben, Niederösterreich
Pfarrkirche zum hl. Jakob den Älteren,
ursprünglich gotische Kirche, die baufällig wurde. Sie lag der
jetzigen Kirche, die 1729 bis 1732 errichtet wurde, gegenüber. Indessen
wurde unterhalb der neuen Kirche auch eine neue Jakobskapelle aufgeführt.
Legende: Ursprünglich ein heilsamer Jakobsbrunnen, worauf noch auf dem 1. Stiegenaufgang zur Kirche eine gotische Skulptur mit dem hl. Jakob hindeutet, die sich früher bei dem Bründl auf dem Wieden'schen Anwesen befand, dessen Schlußstein noch heute die Inschrift "Gesundheitsbrunn 1590" trägt. Der Jakobskult wurde durch die Marienstatue verdrängt, die namentlich zur Pestzeit 1713 aufgesucht wurde. Jetzt nur in der Jakobskapelle einige neuere wertlose Votive, namentlich Öldrucke, die aber bei der Restaurierung der Kirche hierher übertragen wurden und der Marienstatue zugedacht waren. Ein Inventar von 1719 spricht von goldenen Votiven, 13 Votivbilder werden in Austria Mariana 1733 angeführt und aus dem Jahre 1784 liegt ein Verzeichnis von Silbervotiven vor. Es waren ihrer 87 im Werte von 168 fl. 36 Kr., größtenteils menschliche Figuren, daneben Füße, Brüste, Bauch und ein Magen, die alle abgeliefert werden mußten. In den Pestzeiten des 17. und 18. Jahrhunderts von den Wienern aus den Vorstädten St. Ulrich, Wieden und Lichtental aufgesucht. Die Lichtentaler ließen sich im Pestjahr 1713 nicht abhalten, nach Lainz und Kaltenleutgeben zu gehen. Aber auch als die marianische Gnadenstatue noch nicht aufgestellt war, wiesen die Opferstöcke bedeutende Eingänge auf. Nach der josephinischen Zeit versiegte die Frequenz fast gänzlich, so daß der Lokalkaplan 1811 sein Leben kaum fristen konnte. - Jetzt noch große Kaltwasserheilanstalt in der Nähe. Quelle: Gustav Gugitz, Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch, Wien 1955, Bd 2, S. 54 - 55.
Versiegter Brunnen in der Jakobskappelle vor der Pfarrkirche von Kaltenleutgeben
Wenige Meter oberhalb der Kirche entspringt die Rebeccaquelle, möglicherweise die Ursprungsquelle des Jakobsbrunnens.
Die Rebeccaquelle in Kaltenleutgeben
Blick von der Rebeccaquelle (im Vordergrund) auf die Pfarrkirche von Kaltenleutgeben
Alter, mit Natursteinen ausgemauerter Brunnen im Ortsteil Kaltenbrunn. Das Wasser in dem 24 Meter tiefen Brunnenschacht erscheint in türkisgrüner Farbe. Links: Rebekka-Quelle
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