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VILLACH, Maibachl

Villach, Bezirk Villach Stadt, Kärnten

 

Maibachl bei Villach © Barbara Albert

Maibachl bei Villach
© Barbara Albert, 22. Oktober 2008

Legende:


Hintergrundinformation aus volkskundlicher Sicht:

Allgemeines

Die Quellaustritte des Maibachls liegen im Mittel etwa 15 Meter Uber den Quellen des Warmbad Villach.
Die Quellen des Maibachls fließen im Gegensatz zu denen des Thermalbades nur zeitweise. Durch Messungen wurde festgestellt, dass die Maibachquellen mit den 50 Meter höher gelegenen Kaltenbachübersprung zusammenhängen. Sowohl der Kaltenbach, als auch das Maibachl werden laut Beobachtungsergebnissen aus dem selben Kluftsystem gespeist. Zwischen dem nach außen und dem nach außen und dem nach innen abfließenden Wasser muß eine Wasserteilung vorhanden sein. Diese ist so beschaffen, dass 35% der beim Kaltenbach überfliessenden Wassermenge in die Warmquellen gelangt.

Heilwirkung

Im Wasser lassen sich verschiedenste pharmakologisch wirksame Inhaltstoffe feststellen. Neben Calcium (Osteoporose, Harnwegsinfektionen) und Magnesium (Herz- Kreislauf Erbranbungen) enthält das Wasser auch Hydrogencarbonat (Harnsäurestoffwechsel-Störungen, chronische Gastritis) und andere heilwirbsame Stoffe.
Die Thermalquellen im Kurbereich liegen vom Warmbaderhof ausgehend entlang der Kadischen Allee in einer Linie. Die Gesamtschüttung beträgt in etwa 30 bis 200 l/s, wobei die Temperaturen zwischen 24 und 29 C° liegen. Die Hallenbadquelle tritt direbt am Boden des Kurbeckens aus.

Geologie

Der Dobratsch wird überwiegend von tiefgründig verkarsteten Wettersteinkalken aufgebaut, die eine gute Wasserdurchlässigkeit aufweisen, über sogenannte Staffelbrüche ist der Dobratsch in einzelne Teilschollen zerlegt, die von Westen gegen Osten immer tiefer absinken. Im Bereich des Warmbad Villach sind feinkornreiche, dichte Rotlehmschichten den Wettersteinkalken vorgelagert. Über die verkarsteten Wettersteinkalke und die Staffelbrüche gelangt Niederschlagswasser in große Tiefen. Hier liegen Temperaturen um 38C° vor, wodurch das Wasser erwärmt wird. Aufgrund der stauenden Wirbung der vorgelagerten Rotlehmschichten im Bereich des Warmbades steigt das Wasser entlang des Staffelbruches auf und vermischt sich mit dem vorhandenen Kaltwasser. Diese Mischwässer treten als Quellen im Warmbad mit einer Temperatur um 28°C aus und werden für die Thermalbäder genutzt. Die Quellen des Maibachls und des Hungerbaches gehören zum selben System wie die übrigen Thermalquellen Sie sind etwas höher gelegen, weshalb sie nur bei entsprechend hohem Bergwasserspiegel nach der Schneeschmelze oder nach starken Niederschlägen aktiv sind.

Hydrografie

Von 1959 bis 1967 wurde das Maibachl erstmals vom Hydrografischen Lahdesdienst beobachtet. 2003 wurde die Messstation neu errichtet. Nun wird bei Quellaustritt mittels einer Sonde die Temperatur und die elektrische Leitfähigbeit gemessen. Der Wasserstand wird mit einem Lattenpegel gemessen und gleichzeitig durch einen elektronischen Datensammler aufgezeichnet.


Wegbschreibung:

Am besten geht man im Thermenzentrum vom Warmbaderhof in Richtung Zentrum Villach. Vor der Seniorenresidenz links abbiegen und den Wald entlang gehen, bis linkerhand ein kleiner Parkplatz- bzw. Wendeplatz kommt. Dort führt der Gehweg rechts in den Wald hinein, nach ca. 50m den kleinen Bach entlang kommt man zum Wasserbecken des Maibachls.

Quellen: Hinweis von Dagmar Wabnig;
Dagmar Wabnig, Sagenhaftes Wasser, Wassersagen, Heil- und Wunderbründerl, Wanderungen in Kärnten, Wolfsberg 2003.
Recherche vor Ort, Barbara Albert, im Oktober 2008. Informationen an Schautafeln.

Ergänzungen und Fotos sind gerne willkommen!