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ZEHN DEKA EXTRAWURST, BITTE "Zehn Deka Extrawurst, bitte" oder "Geben sie mir drei Meter von diesem Stoff". Jeder von uns verwendet Maß- oder Gewichtsangaben mehrmals täglich. Wir verwenden im Haushalt für jeden Zweck Messgeräte und nehmen selbstverständlich an, dass ein Kilometer, ein Kilogramm oder eine Sekunde überall das gleiche ist, egal, ob in Wien oder Rom, in Tokyo oder in Santiago. Die Einheiten, die wir verwenden haben sich bei uns so verinnerlicht, dass niemand mehr nachdenkt, woher diese Maße kommen, wie sie entstanden sind, und wie sie überwacht und überprüft werden.
Messgeräte im Haushalt Das war nicht immer so. Bis vor etwa 250 Jahren galten für Maße und Gewichte, die „greifbaren“ Einheiten, lokale Vorschriften. Die dritte wesentliche Größe, das Maß der Zeit nahm im Laufe der Geschichte eine eigene Entwicklung. Doch davon später. Länge und Menge Die "Normgrößen" für Maße und Mengen wurden von der jeweiligen Landesherrschaft festgelegt. Ab dem Mittelalter war es üblich, diese Größe öffentlich aufzustellen und der Allgemeinheit zugänglich zu machen, damit einerseits jeder überprüfen konnte, ob er auch das richtige Maß erhalten hatte und andererseits auch die Händler ihre eigenen Maße danach vergleichen konnten. Einige solcher Maße sind heute noch erhalten. Besonders erwähnenswert sind die beiden Ellenmaße, die aus der Zeit um 1450 stammen und die ältesten noch vorhandenen Maßstäbe Österreichs sind. Die kürzere der beiden Maße, die „Tuchelle“ war mit 0,776 m bis zur Einführung des metrischen Systems in Österreich als Längenmaß gültig.
Ellen am Stephansdom in Wien Die zweite Grundeinheit der Länge war die Klafter. Sie wurde von der Armspanne eines erwachsenen Mannes abgeleitet und betrug in Österreich 1,8965 m
Von P.Josef Liesganig SJ hergestelltes Klafternormal aus dem Jahr 1760 Konnten Längen anhand eines Maßstabes einfach abgelesen werden, so konnte man Mengen auf zweierlei Art messen. Die eine Methode ist die Wägung, hier wird das Gewicht (genauer die Masse) des zu messenden Guts festgestellt, die zweite war die Messung des Volumens mittels eines Hohlmaßes. Getreide war die wichtigste Abgabe, die von den Bauern der Herrschaft zu entrichten war. Für die Beauftragten der Herrschaft war es viel einfacher, das Zehent mit Hohlmaßen, den Metzen aufschütten zu lassen, als dieses „umständlich“ abzuwägen. So steht etwa in den alten Rechten der Lehner zu Weinzierl bei Krems (Bestätigungsurkunde von Albrecht II. vom 25. März 1340): „Si sollen auch auf denselben lehen haben ain rechten metzen und sol den der ambtman inhaben und leichen wer damit verkaufen will und messen hinz ainen halben muth und nicht mehr. wil aber ainer den andern icht getraid leichen, der mag das mit dem selben metzen gemessen wenig oder vil, on gevert. weer aber mehr verkaufen wolt den ainen halben muth, der sol nach del Statmetzen [Anm.: von Krems] senden. möcht er den nicht gehaben, so sol er mit des ambtman metzen messen und sol der stat it recht geben, und sollen des unentgolten sein". Als zweites Beispiel sei die "Abschrift des bannbuechs so im 1401 aufgericht." erwähnt. Hier steht: "Item, wir melden daß wir in unserm markt [Anm: Piesting, NÖ] sollen haben metzen emer gewicht und alle maaß als in der Neustatt [Anm.: Wiener Neustadt]. Die Folge war, dass Maßeinheiten mit dem gleichen Namen ganz verschiedene Mengen bezeichneten.
Der Steinmetzen von Kottes, Niederösterreich Warenmengen, die sich durch Zählen und Messen nicht ermitteln ließen, wurden und werden gewogen. Die Waage eines der ältesten Messinstrumente der Menschheit. Sie ist nicht nur das Symbol des Handels, sie steht auch für Gerechtigkeit, Gleichheit und Unparteilichkeit. Vielleicht liegt die Faszination dieses im Grunde sehr einfachen Instruments darin, dass die Kraft, auf deren Prinzip die Waage beruht, die Massenanziehung, bis heute nicht erklärt werden kann. Auch die heutige Masseneinheit, das Kilogramm ist die einzige Grundeinheit, die nicht auf Naturkonstanten zurückgeführt werden kann. Ein Kilogramm ist heute noch definiert als die Masse des Kilogrammnormals (Urkilogramm) in Paris. Die älteste nachweisbare Waage stammt aus dem fünften vorchristlichen Jahrtausend aus Ägypten. Eine Stange, an deren Enden Waagschalen gebunden waren, wurde symmetrisch-mittig aufgehängt. Im Laufe der Jahrtausende wurden die Waagenkonstruktionen verfeinert. Die Römer erfanden die ungleichschenkelige Waage, bei der unter Zuhilfenahme des Hebelgesetzes die Masse des Wäggeguts bestimmt werden konnte. Das Grundprinzip der Balkenwaage als Vergleichsinstrument zwischen Messgut und bekannten Massen (den „Gewichten“) hat sich jedoch bis in die neueste Zeit nicht geändert.
Zehentwaage aus dem Kreuttal, Ein bemerkenswertes Exemplar einer solchen Balkenwaage hat sich im niederösterreichischen Weinviertel bis heute erhalten. Es handelt sich um die Zehentwaage aus dem Kreuttal und ist das einzige in Österreich erhaltene Exemplar. Die gut drei Meter hohe Waage ist heute noch verwendungsfähig und hat eine Genauigkeit von weniger als 10 Gramm (vom Autor überprüft). „Diese Waage spricht das Recht Seit dem Mittelalter galt als Einheit das Pfund. Es wurde von Karl dem Große festgesetzt und betrug 0,4065 kg (pondus caroli). Das Pfund verbreitete sich als Gewichtseinheit in ganz Europa, sein Wert war aber von Stadt zu Stadt verschieden. In Wien hatte ein Pfund bis ins 19. Jhdt. stets den Wert von 0,561 kg. Erst kurz vor der Einführung des metrischen Systems wurde es mit genau 0,560 kg festgesetzt, um die Umstellung zu vereinfachen. Erst im 18. Jahrhundert wurde unter Maria Theresia in Österreich eine Vereinheitlichung der Maße und Gewichte angestrebt (Maß- und Gewichtsregulierung, Patent vom 14.7.1756). Die Elle zum Beispiel wurde mit der Wiener Tuchelle vom Wiener Stephansdom definiert, als Einheit für den Metzen (das Hohlmaß für Getreide) galt der Stockerauer Metzen. "Wegen Einführung einer gleichen Maaß und Gewichts, und wegen Hindanhaltung aller Verkürzungen des Publikums wurde verordnet:1. alle, welche nach dem Maasse oder Gewichte kaufen oder verkaufen, oder einen Arbeitslohn darnach einnehmen, oder bezahlen, bloß allein zimentierte Waagen, Gewichte, und Maasse zu gebrauchen, umso mehr verbunden sein sollen, als auch alle k. Ämter und Kassen diesem Gesetze sich unterziehen müssen
Kornmaß für 1/4 Metzen(oben gefüllt) und 1/8 Metzen (unten gefüllt) Das in Wien ansässige "Zimentierungshauptamt" kann also als erster Vorläufer des Nationalen Metrologie-Instituts im Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen als nationale Eichbehörde angesehen werden. "Mit Zustimmung beider Häuser des Reichsrathes finde ich anzuordnen, wie folgt:
Gläsernes Meterprototyp, von der Hamburger Optikerfirma Johann Georg Rapsold (gegr. 1800) hergestellt
Das Original des Kilogramm-Prototypen aus Bergkristall ist verschollen. Ein Meilenstein für die internationale Durchsetzung des metrischen Systems war der 18. Mai 1875: Anmerkung: Die Begriffe „Masse“ und „Gewicht“ können in diesem Artikel aufgrund der historischen Betrachtung textlich nicht immer streng getrennt werden. Während die Masse eine unveränderliche Grundeigenschaft jeden Körpers ist, versteht man unter Gewicht eine Wechselwirkung, nämlich die Kraft, die von einem Körper auf einen anderen ausgeübt wird. Im heutigen Messwesen werden ausschließlich Massen verglichen (gewogen) Die Zeit Seit Urzeiten war die Zeit für die Menschen eine unbeschreibbare aber alles beherrschende Macht. Der helle Tag und die finstere Nacht bestimmen seit jeher das Leben der Menschen. Ein Tag, genauer, der mittlere Sonnentag ist das grundlegende, älteste Naturmaß der Menschheit. Bereits im Altertum wurden die Tagzeit und die Nachtzeit in je zwölf gleichlange Stunden geteilt. Die Länge dieser „Antiken Stunden“ oder „Temporalstunden“ änderte sich mit der Jahreszeit. Im Sommer waren die Nachtstunden länger als die Tagstunden, im Winter war es umgekehrt. Gezählt wurden die Stunden ab Sonnenaufgang. So war z.B. die die sechste Stunde die Mittagsstunde.
Eine der ältestenSonnenuhren Österreichs: Die von den Römern geschaffene Einteilung des gesamten Tages in 24 Stunden verbreitete sich ab dem zweiten Jhdt. über ganz Europa. Die Astronomen arbeiteten jedoch bereits damals mit 12 gleich langen Stunden, die in je 60 Minuten zu 60 Sekunden geteilt wurden. Astronomische Forschung und wissenschaftliches Arbeiten wäre anders auch nicht möglich gewesen. Im 14. Jhdt., mit dem zunehmenden Handels- und Reiseverkehr und dem Aufkommen von Räderuhren wurde es notwendig, den Tag in gleich lange Teile zu teilen. Der Zeitraum zwischen zwei unteren Meridiandurchgängen der Sonne, ein „Wahrer Sonnentag“ besteht aus zwei mal zwölf gleich langen Stunden. Um 1870 gab es für den Eisenbahnverkehr für Deutschland noch 76 Zeitzonen, während es in Österreich-Ungarn „nur“ sechs waren (Lindauer, Münchner, Linzer, Prager, Lemberger und Budapester Zeit) diese Unterschiede mussten durch längere Aufenthalte in den Bahnhöfen ausgeglichen werden. Zur Verdeutlichung sei erwähnt, dass Lindau am 10. und Lemberg am 24. Längengrad liegt, was zu einer Zeitdifferenz von fast einer Stunde führt. Erst am 1. Oktober 1891 wurde im Eisenbahnwesen die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) eingeführt.
Unser Leben wird heute von Altlengbach bis Wellington von der Uhr beherrscht ... Heute gilt nach einigen nur messtechnisch und physikalisch interessanten Zwischenschritten als Zeiteinheit die Sekunde, definiert als "Dauer von 9 192 631 770 Schwingungen der Strahlung, die dem Übergang zwischen den beiden Hyperfeinstrukturniveaus des Grundzustandes des Cäsiumatoms-133 entspricht" und als Zeitbasis die "Universal Time Coordinated" (UTC). Sie ist in der Tageslänge der Erdrotation angepasst, wobei Schwankungen derselben durch Schaltsekunden angepasst werden. Fragen und Diskussion zu diesem Thema nur in unserem Forum! Quellen:
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