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Fadel |
Ferkel, ein junges Schwein; auch
ein Dintenfleck auf dem Papier und eine unflätige Person wird
Fadl genannt. |
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Fräule Wuscherl |
ein lüderliches, mit ihrem Körper
gewerbtreibendes Frauenzimmer. |
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Flegel |
ein grober, sittenloser Mensch. Er
is a hauptflegel. |
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Fideln |
geigen. Ein schlechter Musikant,
der in Wein- und Bierhäusern geigt, wird ein Fidler, ein Bierfidler
genannt. |
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Fasanaugen |
rothe Augen, wie der Fasan hat. |
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Faxen |
komische, lächerliche Geberden.
Er macht allerlei Faxen, ist ein Faxenmacher. |
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Flitschen |
ein Schimpfname einer jungen Weibsperson.
Geh du Flitschen ! |
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Fensterln |
sich bei Nacht am Fenster mit Mädchen
unterhalten. |
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Vokativus |
ein sehr durchtriebener Mensch. Du
bist mar a wahrer Vokativus. |
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Franziskerl |
ein wohlrichendes, in die Gestalt
eines Dreifußes gebrachtes Pulver, das man im Gemache anzündet.
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Verhappeln |
verzärteln. Sie habn ihn
ganz verhappelt. |
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Frötten |
sich indeß mit etwas Schlechtem
begnügen. Daher Frötterin. |
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Furz |
ein dem Körper mit Geräusch
entschlüpfter Wind. Der Kerl kan furzen und farzen. |
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Fräulein Schlizki |
der Schimpfname eines ausschweifenden
Frauenzimmers. |
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Frum |
fromm. Das is mar a frumme Lichtputzen,
soviel als Bethschwester. |
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Flausen |
Phantaseien, Einbildungen. Du
hast lauter Flausen im Kopf. Ein Prahler wird auch Flausenmacher
genannt. |
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Fotzmaul |
das Fleisch am Maul und an der Nase
des Ochsen, welches der Flecksieder verkäuft. |
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Fotzmatz |
ein feiger, muthloser Mensch. |
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Fuchs |
ein schlauer, listiger Mensch. Das
is an alter Fuchs. |
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Fledermaus |
Eine gerichtliche Vorladung wird
vom gemeinsten Pöbel Fledermaus genannt. Da hab i di
Fledermaus kriegt. |
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Fikrament |
Ein Aufruf, so eine Verwunderung
anzeigt. Fikrament das hat i nöt glaubt. |
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Fettlat |
etwas fett. S'Madl is fettlat.
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Fratschlerin |
ein Weib, das den Erzeugern ihre
Feilschaften ablöset und wieder verkauft. |
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Fratscheln, ausfratscheln |
von Jemanden auf eine listige Art
was zu erfahren suchen. Manst du wirst mi ausfratscheln ? |
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Fratschlergoschen |
ein loses, schlimmes Maul. I kenn
schon dein Fratschlergoschen. |
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Firasegna |
Hervorsegnen. Eine Kindbetherin
nach Kirchengebrauch aus dem Wochenbette hervorführen und samt
dem Kinde segnen. |
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Verlaub |
Erlaubnis. I bitt um Verlaub.
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Fergeln |
mit einem schlechten Messer schneiden.
Deingend um etwas zu erhalten. Du thust nichts als fergeln.
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Vorthel |
Vortheil. Er hat sein Vorthel
ersehn, hat die geschickte Gelegenheit benützt. Jemanden
den Vorthel in d'Hand geben, Jemanden mit der wahren Methode bekannt
machen, dieses oder jenes zu verrichten, z. B. der Vorthel im Kochen.
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Fleck |
die Geschäll-Theile des Ochsen.
Die feinsten derselben werden L e s e r genannt. |
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Flennen |
weinen. |
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Ficken |
ein wenig hauen. |
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Ficker |
ein kleiner Ruttenstreich. Geh,
gib dem Kind a paar Ficker. |
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Fahnstanga |
Fahnstange. Eine sehr große
Weibsperson wird im Scherz Fahnstange genannt. |
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Verschleudern |
eine Waare für sehr geringen
Preiß oder wohl gar unter eigenen Kösten verkaufen. |
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Verbauen |
durchjagen, anbringen, verthun. Die
Wörter verputzen, vermachen, bezeichnen das Nämliche.
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Verkimmeln |
unter der Hand verkaufen. Er hat
alle seine Kleider verkimmelt. |
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Flienschen |
ein wenig lächeln, oder vielmehr
eine lächelnde Miene machen. |
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Vertuschen |
verbergen, verheimlichen. |
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Vermachen |
Jemanden einen Erbtheil. Er hat
mir sein Uhr vermacht. |
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Futti-Kerl |
schlechter Kerl. |
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Fünfte Rad am Wagen |
ein unbedeutender Mensch, der nichts
bricht, nichts macht und leicht zu entbehren ist. |
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Verzählen |
erzählen, sich im Zählen
irren. Geh verzähl mir a schöne Histori. |
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Fast |
faist, fett. Das is a fasti Erbschaft,
eine reiche, ergiebige Erbschaft. Der Kerl kan leicht fast werden.
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Fliegengatter |
ein genetztes Gitter zur Hindanhaltung
der Fliegen. |
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Fall |
zum Fall bringen, ein Mädchen
schwächen. Von einem dummen Menschen sagt man, der is recht
aufn Kopf gfallen. |
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Fickmühle |
eine gute Quelle des Einkommens.
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Fischgradn |
Fischgräten. Es steckt mir
a Gradn im Hals. Geh du alte Fischgradn. An dem hab i schon lang a
Grad gfunden, schon lange fand ich ein Hinderniß darin.
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Flaschen |
eine Maulschelle, ein Backenstreich.
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Flaschenkeller |
ein kleines Behältnis der Weinflaschen
in Gestalt eines Kästchens. |
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Verdrahn |
verdrehen, unter einem falschen Gesichtspunkte
darstellen. Der Advokat thuat alles verdrahn. |
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Fad |
abgeschmackt; daher Fadikeit,
Abgeschmacktheit. |
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Faltel |
ein blöder, einfältiger
Mann. |
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Fürafangen |
hervorfangen. Fang mirs füra.
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Flederwisch |
ein aus Federn gemachter, zur Anfachung
des Feuers bestimmter Fächer. Auch eine schlecht verfaßte
Schrift wird Flederwisch genannt. |
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Vertranschen |
versplittern. |
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Vierschrodi |
vierschröttig. Ein grober, ungesitteter
Mensch. Der Kerl is vierschrodi. |
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Verschandeln |
verunstalten. Die Blattern habn
s'Madl ganz verschandelt. |
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Fischen |
stehlen. Er geht herum und schaut,
ob's nix z'fischen giebt. |
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Fras |
Ohnmacht. Ein derlei Zufällen
oft unterworfener Mensch wird von der muthwilligen Klasse des Pöbels
ein Frasmicherl genannt. |
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Füxeln |
schnipfen. Er thut gern füxeln.
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Vordere Füße |
Sich auf die vordern Füße
stellen, sich widersetzen. |
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Fidel |
ein offenherziger Mensch. |
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Vieräugel |
ein falscher Mensch, der Niemanden
ehrlich ins Gesicht sieht. |
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Flag |
Floh. |
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Väterliche |
Das vom Vater ererbte Vermögen.
Er hat sein Väterlichs ganz durchgjagt. |
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Fludern, herumfludern |
den Ausschweifungen nachlaufen. Sie
fludert Tag und Nacht herum. |
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Vize |
der Vize. Darunter wird in einem
Gasthofe der Vizehausknecht verstanden. |