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MUNDART DER ÖSTERREICHER

oder Kern ächt österreichischer Phrasen und Redensarten
Von A bis Z.

Joseph Sonnleitner, Wien 1811

Texterfassung: © Wolfgang Morscher

Abdrucken einen in der Bezahlung hart halten
Adupfn abtupfen, etwas mit Tupfen bezeichnen; klan adupfn, klein abtupfen heißt, auch auf dem kleinsten Plätzchen betupfen.
Adutt von Atout, in vielen Kartenspielen die sogenannte Farbe, die alle übrigen sticht.
Adutten ein unter der gemeinen Klasse sehr gewöhnliches Kartenspiel
Aduttiren Atout spielen, und die Atout herausfordern
Ächer die Ähren, Kornäcker
Äd öd; an äder Mendsch, ein schaaler, abgeschmackter Mensch; eben so an äder Spaß, ein Scherz ohne Salz;
Ädlanas Holz Erlenholz
Ähnl Großvater
Asam Absaum; du Asam von an Mendschen, oder Asam allein, du abscheulicher Mensch; asama absaumen, den Faum abnehmen. Der agsamte Spitzbua, der abgesaumte Schurke.
Afangan abfangen, durch Fangen entziehen, z. B. die Dauben afangan, an sein Madl afangan, einem sein Mädchen abfangen, heimlich ihre Meinung gewinnen.
Afaunznan wiederhohlte Maulschellen geben
Afel eine Entzündung der äußersten Bedeckung an der Hand oder andern Theilen; davon kommt Afli, mit dem Afel behaftet.
Afirn abführen, Unreinigkeiten aus dem Leibe schaffen. Zun Afirn einnehma, zum Purgiren einnehmen. G'hatn zstark agfirt, die Arznei hat ihn zu stark gereinigt
Agradschen abgrätschen. An agradschen, einen heimlich, unvermuthet an einem Orte ertappen.
Agen eigen. G'kost mein agens Geld, es kostet mein eigenes Geld, es bezahlt Niemand für mich. I habs mit agnan Augen gsehn, ich selbst hab es gesehen. I bin agens dastwögn kuma, ich bin eigens deßwegen gekommen, ausdrücklich in dieser Absicht.
Agras Stachelbeere
Ahalsen abhalsen; Jemand häufig und abwechselnd auf beiden Seiten des Gesichts küßen.
Ahatschen abhatschen. Sich an Schuach ahatschen, einen Schuh durch trägen, schleifenden Gang verlieren.
Ahausen abhausen, durch schlechte Wirthschaft sein Haus verlieren. Er wird bald ahausen.
Ahobeln abhobeln, durch einen Hobel glatt machen. Wan er a bissel aghobelt sein wird, wenn er ein wenig abgehobelt sein, wenn er mehrere Palitur erhalten haben wird.
Ajagen abjagen, durch Jagen von einem erhalten. I hab ihm a Madl abjagt, ich hab ihm ein Mädchen abgejagt.
Ai ai das Streicheln der Backen. Man braucht es nur bei Kindern. Gib an ai ai, streichle mit deinen Händchen meine Backen.
Ai ai heißt auch Busel oder Kuß; gieb mir an ai ai, gieb mir einen Kuß in den Vorlanden hat es dieselbe Bedeutung.
Aidl Aidl ist dasselbe mit ai ai.
Ajideln abjüdeln; einem etwas nach Art der Juden abhandeln.
Akatzel oder Achkatzel ein Einhörnchen.
Akampeln abkämmen; 1tens einen kleinen Streit ausmachen. Wir habn no allahand mitanond azkampeln, wir haben noch allerlei mit einander auszumachen; 2tens Jemanden ausschelten; di sollt i recht akampeln, dich sollt ich tüchtig ausschelten.
Akarten abkarten, heimlich verabreden, besonders zum Nachtheil eines Dritten.
Akletzeln durch kletzeln oder leichtes Aufkratzen wegschaffen.
Akochen abkochen, zur Genüge kochen, wird besonders bei Speisen gebraucht, die zum künftigen Gebrauche unterdessen gesotten werden. Auch wird dieses Wort anstatt heimlich verabreden gebraucht; so habn alls hamli unteranand akocht, sie haben alles heimlich untereinander verabredet.
Akrageln abkrageln, den Kragen oder Hals ab oder auch nur umdrehen
Aküln abkühlen, kühl machen. Wenn weit entfernte Blitze, deren Donner man nicht hören kann, einen Wiederschein in den Wolken verursachen, pflegt man zu sagen: da Himmel kült si ab, der Himmel kühlt sich ab. Nach dem Tanze: i bin nonöt akült, ich bin noch nicht abgekühlt.
Akümmern abkümmern, sich durch Kummer verzehren.
Alala nennt man einen gewöhnlich etwas jüngeren Menschen, welcher tölpisch geblieben ist. Man will ihm damit sagen, daß er erst das Buchstabiren, die Anfangsgründe der Wissenschaften lernen sollte. Das Wort selbst drückt die Buchstabirung der Silbe La aus, und sollte daher Elala geschrieben werden.
Allawal alleweil, immer.
Ahawasda ? Allons ! was da, ein gewöhnlicher Ermunterungsausruf der Betrunkenen aus der niedrigsten Klasse.
Alächti ablächtig, so viel, als matt. Einen Fisch, der schon bald zu sterben scheint, nennt man alächti, eben so einen abgeschmackten Scherz.
Alaufen ablaufen, die Läufe abnehmen; wird vorzüglich gebraucht, wenn man Jemanden im Spielen viel abgewonnen hat. Den haabn mar aglauft, dem haben wir abgewonnen.
Albachen altgebacken, seit vorigen Tag, oder seit mehreren Tagen gebacken. An albachner Spaß, ein bekannter abgenützter Spaß. Ein albachner Mensch, ein Mensch voll Faulheit und Abgeschmacktheit.
Algsöl Mitgeselle bei Handwerkern.
Allert Dieses französische Wort wird in Wien sehr oft gebraucht, besonders von genesenen Kindern und Hunden. Er ist schon wieder lustig allert, er ist wieder aufgeräumt.
Alögn ablegen, einen ablegen, nicht Recht geben. Auch an Empfehlung, oder, anstatt Empfehlung, an schön Befehl, Gruas alögn, dem anderen, dem er geschickt wird, melden.
Aistern Elster.
Alt Die Weiber pflegen den Mann ihren Alten zu nennen. Geh mein Alter, thu das, pflegt man auch zu jüngern Männern aus dem gemeinen Stande zu sagen, wenn sie etwas, wozu sie nicht verpflichtet sind, oder etwas geschwinder, als sie zu handeln pflegen, thun sollen.
Altl, das Der Wein hat an Altl, er hat schon etwas vom Geschmacke des alten Weines
Amant, Amantin Liebhaber, Liebhaberin; in der älteren Bürgerklasse, und bei dem gemeinen Volke werden beide Worte immer noch gebraucht.
Ambrell Ombrell, Sonnenschirm.
Ameln Ammendienste thun; sie hat in schönsten Häusern g'amelt, sie hat in den ansehnlichsten Häusern Ammendienste gethan.
Ammaxl Amsel.
Amper ein Gefäß für flüssige Körper; ein Amper Wein u. s. w.
Amperl das Verkleinerungswort von:
Amper und Ampel einer Lampe.
Amring ein Ammer, ein Singvogel.
Amtl Verkleinerungswort von Amt, Bedienstung; anstatt zu sagen, ein sehr gutes Amt, sagt man: a guats Amtl, ein gutes Ämtchen.
Anarn abnarren, einem etwas, Jemandes Gutmüthigkeit benützen, um etwas von ihm zu erhalten; dem Alten hab i sein Geld recht agnart, dem Alten hab' ich sein Geld recht abgenarrt. So pflegen die Freudenmädchen zu sagen, wenn sie einen alten Gecken um sein Geld prellen.
Anbandeln eine Verbindung anknüpfen; wird gewöhnlich von Jemanden gesagt, der eine Liebesintrigue, oder sonst eine Intrigue anspinnet, zuweilen auch von einem Händelsstifter.
Anbauen durch Unachtsamkeit verlieren. Er hat sein Schnupfduach, sein Geld anbaut, er hat sein Schnupftuch, sein Geld verloren.
Anbicken ankleben. Mir bickts Hämad am Leib, mir klebt das Hemd am Leibe.
Anbintn anbinden. Folgende zwei Redenarten sind sehr im Gange. Er hat mar an Bärn anbuntn, er hat mich eine Unwahrheit glauben gemacht. Er is kurz anbuntn, er ist nicht lange mit etwas hinzuhalten.
Anblauschen anschwätzen, einem Unwahrheiten glauben machen, oder überhaupt Jemanden viel vorplaudern.
Anbrenna anbrennen, die Suppe, verursachen, daß sie nach dem Rauche schmackt. Er is anbrennt, er ist angebrennt heißt, es raspelt ein wenig in seinem Kopfe, oder er fängt an, verliebt zu werden.
Anbumma anbummen, übel ankommen, in seiner Erwartung getäuscht werden. Er hatn högeln wolln, aber er is anbummt, er hat ihn aufziehen wollen, ist aber übel angekommen.
Andächti andächtig. Wer gelassen forttrinkt, ohne zu lärmen, heißt ein andächtiger Trinker. Er trinkt in aner Andacht, er trinkt immerfort sittsam.
Aneis der Anies. Ein gewöhnlicher Schimpfnahme des gemeinen Volkes, besonders der Gassenjungen, heißt: Mussi Aneis mit der Kimbarocken, Monsieur Anies, mit der Kümmelperücke.
Anerla einerlei
Anfahrn, an anfahren, einen, verweisend und rasch anreden.
Anfechtung das macht mar gar kan Anfechtung, das sicht mich gar nicht an, reitzt mich nicht.
Anfeichtn Anfeuchten, befeuchten. Er feicht si brav an, er trinkt wacker fort.
Anfirn anführen, betrügen im strengeren und milderen Sinne. Den habi hibsch angfirt, den hab' ich hübsch angeführt.
Anfluchen, einen Einem viele Flüche versagen.
Anfölti einfältig, dumm.
Anfrima aufriemen, bestellen, besorgen, verfertigen lassen.
Anfragn anfragen; i mir mi anfragn, ich werde mich anfragen, anstatt ich werde anfragen.
Anfrössen voll fressen; er hat si recht angfrössen, er hat sich recht voll gefressen.
Angänzen von einem Ganzen etwas zuerst wegnehmen. An Budeln Wein, an Lab Brod angänzen, eine Bouteille Wein, einen Laib Brod angänzen.
Angloren mit offenen Augen starr ansehen.
Angelweit ganz offen, so weit es die Angel zuläßt. Die Thür is angelweit offen, die Thüre ist offen, so weit sich die Angel dreht.
Angschirren angeschirren, das Pferdegeschirr anlegen; wird auch oft scherzhaft anstatt des Ankleidens gebraucht. Gschirr di an, kleide dich an.
Angsti ängstig, mit Angst erfüllt. Wenn man sich in einem Zimmer zu eingeschränkt fühlt, wenn es zu wenig Luftzug hat, sagt man: in den Zimmer is angsti, in diesem Zimmer ists ängstig.
Anheirathen durch eine Heirath Mitglied einer Familie werden. Angheirathi Kinder, angeheirathete Kinder, die durch eine Heirath unser geworden.
Anhenken An a Luch anhenka, einem eine Lüge anhängen. Er hängt si an, wie a Kleppn, er hängt sich an mich, wie eine Klette.
An an Stich anhenken einem eine beissende Rede hinwerfen.
Anhebn anheben, anfangen; Die Komödie höbt an, die Komödie fängt an. Was wir i anhöbn, was werd' ich anheben, anfangen ?
Anhussen aufhetzen. Er hat mi anghußt, er hat mich angehetzt, mich mehr aufgereizt.
Anigeln die Empfindung in den Fingerspitzen nach einer darin empfundenen strengen Kälte.
Anklopfen pochen an der Thüre, metaphorisch einen entfernten Versuch machen, ausholen. Wart nur, er wird schon anklopfen; Geduld, er wird schon den Versuch machen, er wird forschen.
Anl (von Ahn), Großmutter, wie Öhnl, Großvater.
Anlachen Jemanden ein Lächeln zeigen, metaphorisch Jemanden reitzen. Der Zeich hat mi schon lang anglacht, hat mich schon lange gereizt. Die Speiß lacht mi an, diese Speise macht mich lüstern.
Anlahna anlehnen. Von einem Menschen, der eine geringe Anstellung erhalten hat, bei der er sich lange nicht zu versprechen hat, daß er fortrücken werde, sagt man: er ist anglant worn, er istangelehnt worden
Anleiten anläuten, anschellen, anklingeln.
Anliagn anlügen, belügen.
Anlögn anlegen. An die Drais anlögn, einen gleichsam nöthigen, etwas zu thun.
Anmahnung Erinnerung an eine Ähnlichkeit. Er giebt mir viel Anmahnung, er sieht mir sehr ähnlich.
Anmelden der Ausdruck, wodurch man sagt, daß irgend ein unsichtbares Wesen seine Gegenwart, oder einen Zufall verkündiget hat. Wenn ein Bekannter gestorben, und sich zuvor oder nachher ein Zeichen geoffenbaret hat, das man als Typus auf diesen Sterbefall bezieht, so sagt man: eer hat si angmeldt, er hat sich gemeldet.
Anöd Einöde
Anpackn Die Krankheit, s'Fiabr hatn recht anpackt, die Krankheit, das Fieber hat ihn recht angepackt.
Anpumpern mächtig an etwas pochen, schlagen
Anrucken näher rücken. Metaphor. Er kommt schon angruckt, er kömmt schon angerückt, er läßt schon merken, wo er hinaus will.
Anrumpeln verweisend und rasch anreden.
Ansagn ansagen. 1) Die Komödi ansagn, das Stück für den folgenden Tag verkündigen. 2) Einen ansagen, anmelden. 3) Für ansägen, etwas zu sägen anfangen.
Ansatz 1) Ansatz zu einer Krankheit, Keim einer Krankheit. 2) Für Fähigkeit im Scherze, Ansatz zum Trinken, zur Eifersucht.
Ansauen besudeln. Den Fleck, Makel, heißt man in der Wienersprache eine Sau
Ansailat ansäuerlich, etwas nach Saurem schmeckend.
Anschafn 1) Zum Gebrauch herbei schaffen, Kleider, Holz. 2) Für Befehlen: du derfst nur anschafn, es wird alles gschegn, du darfst nur befehlen, es wird alles geschehen.
Anscheina anscheinen, bescheinen. Er is nöt werth, daßn d'Son anscheint, er ist nicht werth, daß ihm die Sonne bescheine.
Anschichti einschichtig, eigentlich, was aus einer Schicht besteht. In der Wienersprache so viel als e i n z e l n. An anschichtigs Wirthshaus, ein von der Hauptstrasse abgelegenes Wirthshaus.
Anschidn anschütten, beschütten, mit Schutt bewerfen, oder füllen. Ma muaß den Grabn anschidn, man muß den Graben mit Schutt füllen. An schidn, einen mit Wasser begiessen.
Anschlagn 1) Sö schlagn an, sie schlagen an, heißt in Wien: man giebt dem Stephansthurme durch Hammerschläge an die Glocke das Zeichen einer Feuersbrunst. 2) Schlagt an ! im Militärexerzizium heißt: legt die Finger an die Feder des gespannten Hahns. 3) Das Bad schlagt ma gut an, es bekommt mir gut.
Anschnarchen brummend anreden. Er schnarcht alle Leute an.
Anschnofeln Obschon in der Wienersprache Schnofeln das Riseln bedeutet, heißt doch anschnofeln, in der Nähe betrachten, neugierig besehen. Er schnofelt alls an, er betrachtet alles neugierig, hält die Nase an alles.
Ansegn ansehen. S' hat no kan Ansegn dazu, es hat keinen Anschein dazu. Er steht in Ansegn, er ist im Ansehen. I sig di nöt dafür an, ich sehe dich nicht dafür an, du siehst mir nicht darnach aus, z. B. daß du betrügen solltest. An über d'Axel ansehn, geringschätzig ansehen.
Anseitet einseitig, etwas höckerig, schief gewachsen.
Ansetzen betrügen. Den hams recht angsetzt, den haben sie tüchtig betrogen. Essig ansetzen, mit Kräutern, Früchten vermischen, und durch Stehen an einem warmen Orte bereiten. Einen Betrüger, eine Betrügerin neunet man Leutansetzer, Leutansetzerin
Ansingn ansingen, einen um etwas ersuchen; vermuthlich vom singenden Tone, mit dem man etwas abzuschmeicheln sucht. Er hat mi um main Dosn angsunga, er hat mich um meine Dose ersucht.
Anspanna sich, fleißig arbeiten. Heund muas i mi anspanna, heut muß ich mich anspannen, auch einspannen. Alle Kräftn anspanna, ist sehr gebräuchlich.
Anspreitzn anspreitzen
Anständi anständig, beliebig. Das is mar gar nöt anständi, das ist mir gar nicht angenehm, willkommen.
Anstiftn 1) Etwas anstiften, ein Übel, ein Unglück. 2) Jemanden anstiften, heimlich zu etwas bereden, daß er thun sollte. Hali hast dudn dazua angstift, heilig, sicher hast du ihn dazu beredet.
Anstrich Schminke
Anstückeln ein Stück an etwas setzen; in der Wienersprache heißt a klad anstückeln, ein Stück an ein Kleid setzen.
Ant thuan befremden; es thuat mar ant, es befremdet mich als etwas Ungewohntes. Es thuat mar um mein alten Huat ant, mein alter Hut geht mir ab.
Antrenzen sich, sich besonders aus dem Munde besudeln, ist bei Kindern gewöhnlich. Gib acht, daß di nöt antrenzt, nimm dich in Acht, damit du dich nicht besudelst.
Anwachsen in der wienersprache öfter dick, fett, als groß werden. Der wachst recht an, dieser wird recht fett.
Anwandeln ein Ausdruck des Kegelspiels, wenn die Kugel an die Bretterwand der Kegelbahne rollt.
Anwurf metaphorisch als Einleitung zu etwas; hingeworfene Worte. I hab schon an Anwurf gmacht, ich habe schon einige Worte davon hingeworfen.
Anzapfen den Anfang mit Zapfen machen; metaphorisch einem im Spiele oder auf eine andere Art abgewinnen. Den hams anzapft, dem haben sie abgewonnen.
Anziglikeit Anzüglichkeit; eine anzügliche, beleidigende Rede. Kani Anziaglikeiten, wenn i biden derf, keine anzügliche Rede, wenn ich bitten darf.
Apatitli appetitlich, Eßlust machend, auch überhaupt Luft machend. An apatitligs Madl, ein appetitliches Mädchen.
Arama abraumen. An s'Maul arama, einem das Maul abraumen, ihn derb ausschelten.
Araten abraiten, abrechnen. Mir miaßn no mit anander aratten, wir müssen noch mit einander abrechnen, manches ausgleichen.
Arbes Erbsen. Wenn der gemeine Wiener rein deutsch sprechen will, sagt er Erweis.
Areden abreden, durch Worte abwendig machen. Die Dienstbothen aredn, die Dienstbothen abreden, den Dienst zu verlassen, bereden.
Arm. Armer Narr ein Mensch, der sehr arm ist, und den man darob bedauert; manchmal wil man auch damit sagen, daß Jemand schwache Geisteskräfte habe. Armer Sünder, ein zum Tode verurtheilter Verbrecher. Armer Teufel, in der ersten Bedeutung des Ausdrucks armer Narr. Armes Hascherl, ein armer Narr, der zugleich schwächlich vom Körper ist.
Armseli armselig, von wenig Werth oder Gehalt, z. B. an armseliger Gspaß, ein schaaler Scherz. In diesem Sinne sagt man auch an Armseligkeit, eine Armseligkeit, wie Anzüglichkeit.
Arsch Dieses Wort ist durchaus für den Hintern oder After, und überdies in vielen Zusammensetzungen und Phrasen gebrächlich. Leck mim Arsch, lecke mich im Arsche, ein Ausdruck der Verachtung, dessen sich jede Volksklasse bedient. Arschgsicht, ein fleischiges Gesicht; oft auch nur ein Schimpfname zur Bezeichnung einer widerlichen Physiognomie. Arschloch für den After selbst. Arschgrapfen sind Schläge. Arschling, rücklings; er gehet arschling.
Art Lebensweise, Betragen. Er hat a guati Art, er ist wohlgesittet, er beträgt sich anständig, Es is kan Art, es ist unschicklich, ungebührlich, vorzüglich beleidigend. I willn ausmachn, das an Art hat, ich will ihn ausschelten, daß es eine Art hat, ich will ihn gehörig, tüchtig ausschelten.
Artli artlich, sonderbar. Er is an artlicher Mensch, er ist ein sonderbarer, wunderlicher Mensch.
Aaß todtes Vieh. Eine häßliche Weibsperson nennt man a wildes Aaß, ein wildes Aaß
Aschachern abschachern, nach Art der Juden abhandeln.
Aschatzeln abschaffeln, sich vom Halse schaffen, und zwar auf eine schlaue Art.
Aschinten abschinden. Er hat im d'Haut agschunten, er hat ihm die Haut abgeschunden, er hat ihn um sein Letztes gebracht, oder auch nur, er hat ihn zu strenge mitgenommen.
Aschlagn abschlagen, s'Wasser aschlagen, harnen.
Aschleckn ablecken, häufige Küsse. Er hat im Händ und Fiaß agschleckt, er hat ihm die Hände und Füße häufig geküst.
Aschmutzen abschmutzen, schmutzig machen. Die Klader aschmutzen, die Kleider ganz beschmutzen.
Aschnalzen abschnalzen, eine rasche, kurz abfertigende Antwort geben. Dö hat di recht agschnalzt, diese hat dich tüchtig abgefertigt.
Aschnitzl Abschnitzel. 1) Die Überbleibsel, vorzüglich der Speisen. 2) Der kleine Gewinn, den man bei einem Geschäfte für sich behält. Er fint iberal seine Aschnitzel, er findet überall seine Abschnitzel.
Asiaden absieden. Wenn jemand an verschiedene Ort, z. B. Klöster, Prelaturen, als Schmarotzer herumzieht, pflegt man zu sagen: er siedt die Klöster, Prälaturen ab.
Aspeisen Abspeisen, einen ohne gründliche Auskunft abfertigen. I habn glei agspeist, ich hab ihn gleich abfertiget.
Aspickeln abspickeln, einen Vortheil, einen Handgrif durch aufmerksames Beobachten entdecken und lernen. I hab im agspickelt, wie ers macht, ich hab' ihm abgesehen, wie ers macht.
Astappeln abstappeln. Er stappelt alli Kirchen a, er besucht alle Kirchen.
Asteln abstehlen. Von einem Thunichts sagt man: er stült unsern Herr Gott den Tag a, er stiehlt Gott den Tag ab.
Astossen abstossen. Er muaß si erst abstossen, er muß durch Erfahrung, und zwar durch Fehler klug werden; vielleicht von einem Vogel, der erst oft an das Bauergitter stößt, bis er kirre wird.
Atlaspfingsttag ein Name des Donnerstags vor dem Chorfreitage.
Atsiawohl ein gewöhnlicher Ausdruck des gemeinen Volks: hat sich ja wohl, beileibe nicht.
Atrumpfen abtrumpfen, durch eine rasche, passende, gewöhnlich ziemlich empfindliche Antwort eine neugierige, oder neckende Rede abfertigen.
Aufbeißen Er hat a harti Nuß aufzbeissen, er hat manche Schwierigkeit zu überwinden. I wir im scho was aufzbeißen gebn, ich werde ihm schon etwas aufzubeissen geben, schon Schwierigkeiten machen.
Aufbringen einen neuen Brauch einführen, an neuen Brauch aufbringa. Er hat ihm das nur angedichtet, er hat ims nur aufbracht.
Aufdamen 1) Bezahlen. er wird recht aufdamen müssen, er wird tüchtig bezahlen müssen. 2) Im Brettspiele durch Auflegung eines Steins die Dame des Gegners bezeichnen; daher vielleicht der erste metaphorische Ausdruck.
Auffrössen auffressen, verzehren. Er hat alls aufgfressen. An aufgfressene Nasen, ein von bösartiger Feuchtigkeit wund gewordene Nase.
Aufgebn Der Beichtvater giebt eine Busse auf, der Professor giebt dem Studenten ein Pensum über Haus auf.
Aufgrunft An aufgrunfti Nasn, eine aufwärts gebogene Nase.
Aufgstulpt aufgestülpt; eine aufgestulpte Nase, wie aufgemust.
Aufhelfen emporbringen. Er wird si wider aufhelfen, er wird sich wieder emporbringen.
Aufhenkn aufhängen.
Aufhöbn aufheben. Er hat an Faschetz aufghobn, er hat Verdruß veranlaßt.
Aufi hinauf.
Aufitreibn hinauftreiben, Jemanden steigern, Di Uhr is auf 100 Ducatn aufitribn worn. Die Uhr ist auf 100 Dukaten hinauf getrieben, gesteigert worden.
Aufkinten aufkünden. Die Wohnung, die Freindschaft aufkintn, die Freundschaft, die Wohnung absagen.
Aufkitzeln durch Kitzeln von einem Orte, gewöhnlich vom Bette treiben.
Aufkumma aufkommen. Es is di Modi aufkumma, es ist die Mode aufgekommen. Er wird schwerli mehr aufkumma, er wird schwerlich mehr genesen.
Auflachen laut auflachen. Das ist zum laut auflachen
Aufladnan aufladen. Er kan guat aufladnan, er kann tüchtig fressen und saufen.
Auflaufen Der Todte lauft auf, er schwillt. An aufgloffens Koch, ein aufgelaufenes Muß. Auflauf ist der Nahme einer Brei- oder mußartigen Speise.
Auflign aufliegen. Er likt auf, er liegt auf, er ist dem Verderben nahe, kann sich nicht mehr helfen.
Auflosen aufhorchen, gehorchen. I los nöt auf ihm, ich horche nicht auf ihn, ich thue nicht nach seinem Willen.
Aufrödn aufreden, durch Reden aufreitzen, abwendig machen. Er hat mar mein Bedöanten aufgrödt, er hat mir meinen Bedienten aufgeredet, durch Zureden unfolgsam gemacht.
Aufsagn den Döanst, die Loschirung, den Dienst, die Wohnung absagen. A Lekzion aufsagen, eine Schulaufgabe hersagen; von einem schlechten Deklamator, der so eintönig spricht, sagt man: er sagt auf.
Aufschnappen Er wird bald aufschnappen, bald sterben, bald den letzten Athemzug, der immer etwas gewaltsam, und dem Schnappen ähnlich ist, hohlen.
Aufschneiden lügenhaft erzählen, meistens zugleich prahlen. Der schneidt auf, der Übertreibt, prahlt im Erzählen. Aufgschnittenes ist ein Gericht, das aus Stücken von kalten Schinken, Ochsenzungen und Kalbsbraten besteht.
Aufsitzen Er is mar aufgsössen, er ist mir aufgesessen, er hat sich von mir durch eine verfängliche Rede fangen lassen. Eine allgemeine Insurrektion in Hungarn bei Feindesgefahr nennt man das Aufsitzen der (reitenden) Nation. Der Vogel sitzt auf, er setzt sich auf das Fanginstrument.
Aufspandln hinhalten. Wirst mi no lang aufspandln ? noch lange hinhalten ?
Aufspringa aufspringen, zerplatzen. Ma möcht aufspringa vor Lachen, man möchte für Lachen bersten.
Aufspreitzen weit öffnen. Er spreitzts Maul, die Thüre auf, er öffnet den Mund, die Thüre sehr weit und anhaltend.
Aufstehn von der Tafel oder aus dem Bette.
Aufsteign Es steigt ma die Gall auf, ich werde zornig. Es steigt ihms Wasser auf, der Mund läuft ihm vom Wasser über.
Aufstöchen Er sticht alles auf, er er hinterbringt heimlich jedes Verstehen, das er bemerkt. Er is an Aufsteher, er ist ein solcher Hinterbringer.
Auftragen die Speisen auf den Tisch stellen.
Auftröten lassen auftreten lassen. 1) Viel Geld ausgeben. 2) Schnell fahren. 3) Furzen.
Aufwarma aufwärmen. An aufgwarmter Spaß, ein bekannter, wiederholter Spaß.
Aufzama aufzäumen.
Aufzuch Aufzug, Fracht; er hat an wunderlichen Aufzug, er hat eine wunderliche Tracht.
Aufzwicken mit der Scheere öffnen, z. B. eine Eiterblase.
Äugeln sich durch Blicke besprechen. Bei Verliebten sagt man auch: Liebsäugel werfen. Äugeln heißt auch in der Ökonomie pfropfen.
Augenbram Augenbraunen.
Augentrost eigentlich eine Pflanze, Liebchen, oder überhaupt, was ich gerne sehe.
Aus Es is aus mit ihm, es ist mit ihm zu Ende, oder es ist nichts mit ihm anzufangen. Jahr aus Jahr ein, das ganze Jahr durch.
Ausbachen ausgebacken; er is no nöt ausbachn, er ist noch nicht ganz gesund.
Ausbariren auspariren, einen Streich abwenden, physisch und moralisch.
Ausbatzen ausbeitzen. I habn ausbatzt, ich hab ihn langsam aus dem Hause geschaft.
Ausbeideln ausbeuteln, leeren. I hab mi ganz ausbeidelt, ich hab kein Geld mehr.
Ausbickt ausgepicht, nennt man starke Säufer und versteckte Schurken.
Ausbidn ausbitten. I wir schon dein Baba ausbidn, ich werde sie beim Vater ausbitten, ihn bitten, daß er sie zu mir kommen läßt.
Ausblasen dasselbe, was ausbaucken. Er wird ims Lebensliacht ausblasen, er wird ihm das Leben nehmen.
Ausbögeln ausbiegeln, klätten, glatt machen; metaphorisch wieder gut machen.
Ausbruch nennt man den Wein aus den reifsten, eigens auserlesenen Beeren, besonders in Ungarn.
Ausbund das Beste in seiner Art, z. B. das is an Ausbund von an Menschen, ein Ausbund von Menschen.
Ausbuxen schnell austrinken. Er buxt viele Gläser aus.
Auschelm ein sehr schlauer Mensch, eben nicht in bösem Sinne.
Ausdipfeln austüpfeln, durch sehr genaue Untersuchung aller Umstände das Wahre oder Schickliche an einer Sache entdecken.
Ausdinsten ausdünsten, sich der Ausdünstung erhalten. Ausdünsts Kraut, gedünstetes Kraut.
Ausdöana ausdienen, das Vertrauen, die Gunst verlieren. Du hast bei mir schon ausdöant, du hast schon mein Vertrauen verloren.
Ausdrumeln austrommeln, kundmachen. Er drumelts in der ganzen Stadt aus, er macht es allenthalben kund, z. B. eine Neuigkeit.
Auseisnan auseisen, aus einer Geldverlegenheit bringen. Sein Vater hatn zwamal ausgeisent, hat zweimal seine Schulden bezahlt.
Ausfirn ausführen, entwenden; er hat an Löffel ausgfirt, einen Löffel entwendet. D'Rebarbara firt aus, die Rebarbara reinigt.
Ausfliagn ausfliegen; er is ausgflogen, heimlich ausgegangen. Das Pferd fliagt aus, fliegt gleichsam. Mein Mantel is ausgflogn, ist nicht mehr zu finden.
Ausfratschln durch Fragen aushohlen, zu erfahren, abfragen.
Aussülzen ausfilzen, ausschelten, oder sehr verwickeltes Haar auskämmen.
Ausgehn Er geht lar aus, leer aus, er erhält nichts. Das Liacht geht aus, verlöscht. Das Geld geht aus, zu Ende. Der Tram geht aus, der Traum geht in Erfüllung. Der Fleck geht aus, verliert sich.
Ausghurt durch Unzucht erschöpft.
Ausgleichn versöhnen. Sö gleichen si wider aus, sie versöhnen sich bald wieder.
Ausgreina ausgreinen, ausschelten.
Aushageln aus dem Hacken nehmen.
Aushaln 1) ausheilen, ganz heilen, reinigen; 2) ausglitschen, auf dem Eise oder einer anderen Fläche.
Auskögeln aus dem Gelenke bringen. Er hat si den Arm auskögelt.
Ausgkülschen hohl machen, das Inwendige herausnehmen. An ausghölschte Mauer, eine zum Theil verfallene Mauer.
Auskenna sich auskennen; wissen, woran man ist. Das gemeine Volk hat das Sprichwort: er kennt si aus bei der Gaugaulisel (Cakaolisel.)
Ausklauben aussuchen. Da giebts Madeln zum Ausklauben, da giebts Mädchen zum aussuchen.
Ausklopfen An s'Löder ausklopfen, einem das Leder ausklopfen, ihn prügeln.
Auskumma auskommen. Er is auskumma, er ist entwischt. Er kumt nöt aus, sein Geld reicht ihm nicht hin. Es wird auskumma, unter die Leute kommen. Es is ihm aner (ein Furz) auskumma.
Auslachen verlachen. Laß mi auslachen, laß mich zu Ende lachen.
Auslach Auslage, der Vorrath, den die Krämer vor den Buden auslegen. Auch der blosse Busen eines Frauenzimmers, den sie der Welt zeigen will, wird so genannt.
Auslangen Er wird nöt auslangen, er wird seinen Zweck nicht erreichen. S'Geld langt ihm nöt aus, reicht ihm nicht hin.
Auslaufen oft aus dem Hause laufen. Das Gesinde, das diesen Fehler hat, nennt man Auslaufer, Auslauferin.
Ausläuten ein Theil des Gepränges bei Todesfällen ist, daß man mehrere Glocken durch eine gewisse Zeit läutet. Unschicklich die Füsse wie zwei Perpendikel hin und wieder bewegen, wenn man sitzt, heisset Hundausläuten.
Auslerna auslernen, Jemand ganz unterrichten. Der Schuster hatn ausglernt. Ein ausglernter Schlingel.
Ausliften auslüften, in der Luft erfrischen, oder erfrischt werden.
Auslinsen ausforschen, aushohlen.
Ausmergeln an Kräften und Vermögen erschöpfen.
Ausmisten den Mist wegschaffen, physisch und moralisch.
Ausniachten wieder nichtern werden, nach einem Rausche.
Auspeitschen An auspeitschter Minet, ein allenthalben bekannter Minuet. Das Liad (Lied) is schon auspeitscht.
Auspfnausen wieder zu Athem kommen. I muaß erst auspfnausen.
Auspasauna ausposaunen, etwas unter die Leute bringen.
Ausrasten sich durch ruhen erhohlen.
Ausraten ausraiten, ausrechnen.
Ausreissen sich losreissen; er is mir ausgrissen, hat sich aus meinen Armen losgerissen. Mir reißt die Geduld aus, sie versiegt mir. Er sicht ihm ausgrissen gleich, vollkommen ähnlich; wie ausn Gsicht grissen.
Ausrichten einen Auftrag, eine Post bewirken; in diesem Sinne sagt man auch Ausrichtung kriagen.
Ausrinna ausrinnen. Er is völli ausgruna, ganz ausgeronnen, mager. Einen sehr hageren Menschen nennt man auch an ausgrunnana (ausgeronnenen) Darm.
Ausröcken ausrecken, ausstrecken, z. B. die Hände
Ausrödn Ausreden. Laß mi ausrödn, zu Ende reden; er rödt si nur aus, es ist nur Ausrede.
Ausrucken ausrücken. Er will nöt ausrucken, kein Geld geben; wen i amahl ausruck, wenn ich einmal sage, was mir bekannt ist.
Ausrutschen ausglitschen; auch etwas versehen, zu weit in einer Sache gehen.
Aussakeln den Sack leeren. Er is ausgsackelt, er hat kein Geld mehr.
Aussagen Im Spiel: er sagt sich aus, er zeigt mit einem Mahle, daß er gewonnen hat.
Aussachen ganz trinken, z. B. eine Flasche.
Ausschauen 1) Ansehen haben; du schaust narrisch aus. 2) Aussehen. I hab mir schon was ausgschaut, ausgelesen.
Ausschenken Er schenkt Wein aus, verkauft Wein in kleinen Massen.
Ausschiaßn 1) als Preis des besten Wettschußes aussetzen; 2) als mangelhaft absondern.
Ausschidn ausschütten.
Ausschlafen genug schlafen.
Ausschedern auslädern, in Seifenlauge waschen.
Ausschnaufeln ausschnauben, allmählig zu schnauben aufhören.
Ausschöln ausschälen. Nuß ausschöln.
Ausschreien etwas unter die Leute bringen. Er is ausgschrien, übel berüchtigt.
Ausschoppen ausstopfen, z. B. Vögel. ausgschoppte Wadel, falsche Waden.
Ausschwaben ausspülen.
Ausschwabatzen einen flüssigen Körper durch Bewegen aus dem Gefäße treiben. Auch s'Wasser schwabatzt aus.
Ausser heraus.
Ausserbutzen herausputzen. Er mecht si ausser butzen, möchte sich beschönigen. Sie butzt si ausser, sie putzt sich, daß sie gut aussieht.
Ausserdraxeln herausdrechseln, künstlich herausbringen; z. B. einen Beweis.
Ausserklaubn herausklaubn. I kan nix ausserklauben, ich kann nicht klug daraus werden.
Aussernehmen herausnehmen. Er nimmt si viel ausser, heißt, er nimmt sich viele Freiheiten, und eine grosse Porzion von Speise heraus.
Ausserschaun. Da schaut was ausser, da sieht etwas heraus, das scheinet etwas zu versprechen.
Ausserstreichen Er weiß's ausserzstreichen, er weiß alles zu rühmen.
Aussingen An ausgsungene Stimm, eine durch Singen sehr rein gewordene Stimme. Er hat ausgsunga, er wird nicht mehr singen.
Ausspioniren durch Spionieren entdecken, oder zu entdecken suchen.
Aussprengen etwas schnell unter die Leute bringen. s'Klad aussprengen, das Kleid zersprengen.
Ausstaffiren mit der nöthigen Einrichtung versehen. Sie hat a schöni Ausstaffierung kriegt, sie ist von ihren Eltern als Braut gut eingerichtet, versehen worden.
Ausstellen tadeln; auch Ausstellungen machen.
Ausstöchen an Glasel nachn andern ausstöchen, austrinken. Er hat mi ausgstochen, er hat mich aus einem Orte verdrängt. An ausgstochener Kerl, ein listiger Mensch.
Ausstrecken er streckt sich, er streckt Arme und Füsse von sich.
Ausstucken durch eingesetzte Stücke ausbessern.
Ausstudiren die Studien vollenden. Er ist ausstudirt, sehr schlau.
Austern Auster; a dummi Austern, ein dummer Mensch.
Austragn unter die Leute bringen.
Austreibn I wir im den Teufel schon austreibn, die böse Gewohnheit, Sucht.
Auswachsen höckerig werden. Ausgwaschen, ganz gewaschen, er is no nöt ausgwaschen.Er wascht dir übern Kopf aus, er fängt an, über dich ein Ansehen zu behaupten.
Auswana ausweinen. Er want si d'Augen aus, er weint ohne Unterlaß.
Auswarten bekommen. I was nöt, wies mar auswarten, bekommen, was es für Wirkung haben wird.
Auswaschen Er wascht ihna degli di Gurgl aus, er wascht ihnen täglich die Gurgel aus, er bewirthet sie täglich.
Ausweißn ausweissen, die Mauer mit Kalk übertünchen.
Auswexeln auswechseln. Du bist heint (heut) ausgwexelt, gar nicht derselbe Mensch.
Auswischn An d'Augen auswischen, einen tüchtig zahlen lassen.
Auswötzen auswetzen. Di Scharten (den Schart) auswötzen, etwas wieder gut machen; mit der Zeit wetzt si an eisani Wagenax aus, endlich wetzt sich eine eiserne Wagenachse aus, alles vergeht endlich.
Auswurf das Schlechteste, Verworfene in seiner Art.
Auswürfel ein verworfener Mensch unter einer Gemeinde, Gesellschaft.
Auszahln übel ankommen lassen. Den hab i auszahlt, den habe ich übel ankommen lassen.
Auszohna verspotten, zwar einen klagenden, jammernden Menschen.
Auszaufen ausschelten.
Auweh o weh ! ma mecht Auweh und Juhe schreien, klagen und jauchzen, weinen und lachen.
Aweichen Er hats Aweichen, er reinigt sich von selbst.
Awischen er soll si nur s'Maul awischen, er mag sich den Mund abwischen, als ob er gegessen hätte, davon wird ihm nichts zu Theile.
Axel Er is Axeltrager, er hält es mit beiden Parteien; er nimmt alls auf die leichte Axel, er ist leichtsinnig, nichts liegt ihm drückend an.
Azahln abzahlen, vergelten. I zahl dirs gewiß a, gewiß vergelt ich dirs.