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Kalvarienberg Unterranna (Mühldorf, Bezirk Krems)

Hans lll. von Neudegg stiftete gemeinsam mit seiner Gattin Kunigunde 1414 ein Kloster in Unterranna und wandelte die Kirche in Unterranna in eine Klosterkirche um. Die Blütezeit des Klosters Unterranna fiel in die zweite Hälfte des 17. Jhdts. In diese Zeit fällt auch die Errichtung des Kalvarienberges (1675-1680). Joseph II. löste das Kloster 1783 auf. 1786 wurde das Gebäude mit allen anderen Besitztümern zugunsten des Religionsfonds versteigen. 50 Jahre später wurden Kirche und Klosterzellen zur Baumaterialgewinnung niedergerissen, der Rest verfiel.
Nach 150-jährigem Dornröschenschlaf erinnerte man sich der verfallenen Stationen und der Kreuzigungskapelle, von der nur mehr Reste der barocken Fassade erhalten geblieben waren. So faßte der Vorstand des Verkehrsvereins Mühldorf 1985 den Entschluß, die Revitalisierung der Anlage unter Anleitung von Fachleuten in Angriff zu nehmen. Die mühevollen, zeitaufwendigen und teuren Arbeiten, die erst durch den unermüdlichen Einsatz des leider allzu früh verstorbenen Obmannes Oswald Stalzer und eines harten Kerns seiner Mitarbeiter ermöglicht wurden, fanden nach kurzer Zeit Anerkennung und Unterstützung der Bevölkerung.

Kalvarienberg von Unterranna - Informationstafele © Elfriede Hochher

Informationstafeln beim Kalvarienberg von Unterranna
©Elfriede Hochher, Juni 2009

Wahrend der Bauarbeiten entdeckte man die Grablegungskapelle, die heute ebenso wie die Kreuzigungskapelle zu den Schmuckstücken des Kalvarienberges in Unterranna zählt. Prof. Hermann Bauch aus Kronberg im Weinviertel hat die aussagekräftigen Stationsbilder des Kreuzweges gemalt. Im Jahre 1993, nach 8 Jahren Bauzeit, wurde die Anlage von Prälat Dr. Clemens Lashofer, Abt des Stiftes Göttweig. in würdiger Weise und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung geweiht.

Kalvarienberg von Unterranna - Jesus und Pilatus © Elfriede Hochher

Der Beginn des Kalvarienberges von Unterranna - Pilatus wäscht seine Hände in Unschuld
©Elfriede Hochher, Juni 2009

Der Kreuzweg beginnt in Unterranna,nordöstlich über dem Ort, neben dem Bildstock des hl. Johannes Nepomuk und führt steil den Berg empor. Rechts des Weges wird in überdachten Schaukästen die Geschichte und Baugeschichte dokumentiert. Rechts und links des steilen Bergpfades befinden sich die Kreuzwegstationen in Form von offenen, gemauerten, halbrunden BreitpfeilerbiIdstocken.

Kalvarienberg von Unterranna © Elfriede Hochher

Kalvarienberg von Unterranna - Der steile Weg zur Kreuzigungskapelle
©Elfriede Hochher, Juni 2009

Nach neun solchen Stationskapellen erreicht man die barocke Kreuzigungskapelle. Sie hat einen elliptischen Grundriß und ist mit einer Kuppel ausgestattet.

Kalvarienberg von Unterranna - Kreuzigungskapelle © Elfriede Hochher

Die Kreuzigungakapelle von Unterranna
©Elfriede Hochher, Juni 2009

Im Inneren der Kreuzigungskapelle befinden sich ein Altar mit dem großen Kruzifix (12. Station) und zwei Stationsbilder (10. und 11. Station).

Kalvarienberg von Unterranna - Blick in die Kreuzigungskapelle © Elfriede Hochher

Blick in die Kreuzigungakapelle von Unterranna
Links: Jesus wird seiner Kleider beraubt - Rechts: Jesus wird ans Kreuz genagelt
Mitte: Jesus stirbt am Kreuz
©Elfriede Hochher, Juni 2009

Vor der Kapelle führt der Weg hinunter zu einem Rundbau, der Grablegungskapelle, die erst im Zuge der Renovierungsarbeiten als solche identifiziert werden konnte. Im Inneren führen steinerne Stufen hinab zur Grablegungsstelle, die ursprünglich durch ein Halbgewölbe vom übrigen Raum getrennt war Ansätze dieses Gewölbes blieben erhalten.

Kalvarienberg von Unterranna - Grabkapelle © Elfriede Hochher

Kalvarienberges von Unterranna - Grablegungskapelle
©Elfriede Hochher, Juni 2009

Der Weg bergabwärts führt wieder zum Ausgangspunkt zurück.

Kalvarienberg von Unterranna © Elfriede Hochher

Kalvarienberg von Unterranna - Im Hintergrund die Burg Oberanna
©Elfriede Hochher, Juni 2009

 

Zusendung von Elfriede Hochher, Juni 2009
Textquellen: Informationsblatt des Verkehrsvereins Mühldorf und DEHIO, Niederösterreich nördlich der Donau
Fotos: © Elfriede Hochher

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