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Kalvarienberg Unterranna (Mühldorf, Bezirk Krems) Hans lll. von Neudegg stiftete gemeinsam mit seiner Gattin Kunigunde 1414 ein Kloster in Unterranna und wandelte die Kirche in Unterranna in eine Klosterkirche um. Die Blütezeit des Klosters Unterranna fiel in die zweite Hälfte des 17. Jhdts. In diese Zeit fällt auch die Errichtung des Kalvarienberges (1675-1680). Joseph II. löste das Kloster 1783 auf. 1786 wurde das Gebäude mit allen anderen Besitztümern zugunsten des Religionsfonds versteigen. 50 Jahre später wurden Kirche und Klosterzellen zur Baumaterialgewinnung niedergerissen, der Rest verfiel.
Wahrend der Bauarbeiten entdeckte man die Grablegungskapelle, die heute ebenso wie die Kreuzigungskapelle zu den Schmuckstücken des Kalvarienberges in Unterranna zählt. Prof. Hermann Bauch aus Kronberg im Weinviertel hat die aussagekräftigen Stationsbilder des Kreuzweges gemalt. Im Jahre 1993, nach 8 Jahren Bauzeit, wurde die Anlage von Prälat Dr. Clemens Lashofer, Abt des Stiftes Göttweig. in würdiger Weise und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung geweiht.
Der Kreuzweg beginnt in Unterranna,nordöstlich über dem Ort, neben dem Bildstock des hl. Johannes Nepomuk und führt steil den Berg empor. Rechts des Weges wird in überdachten Schaukästen die Geschichte und Baugeschichte dokumentiert. Rechts und links des steilen Bergpfades befinden sich die Kreuzwegstationen in Form von offenen, gemauerten, halbrunden BreitpfeilerbiIdstocken.
Nach neun solchen Stationskapellen erreicht man die barocke Kreuzigungskapelle. Sie hat einen elliptischen Grundriß und ist mit einer Kuppel ausgestattet.
Im Inneren der Kreuzigungskapelle befinden sich ein Altar mit dem großen Kruzifix (12. Station) und zwei Stationsbilder (10. und 11. Station).
Vor der Kapelle führt der Weg hinunter zu einem Rundbau, der Grablegungskapelle, die erst im Zuge der Renovierungsarbeiten als solche identifiziert werden konnte. Im Inneren führen steinerne Stufen hinab zur Grablegungsstelle, die ursprünglich durch ein Halbgewölbe vom übrigen Raum getrennt war Ansätze dieses Gewölbes blieben erhalten.
Der Weg bergabwärts führt wieder zum Ausgangspunkt zurück.
Zusendung von Elfriede Hochher, Juni 2009 Zurück zur Übersicht: Kalvarienberge in Österreich |