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Nachtbild

Ludwig von Hörmann

Der Himmel ist durchschimmert
Von mildem Vollmondlicht,
Auf Wiesen schneebeflimmert
Der Silbernebel kriecht.

Mit Riesenleibern strecken
Die Berge sich durchs Tal,
Gleich schlafversunknen Recken
Nach Tages Müh' und Qual.

Kein Laut in weiter Runde,
Nur auf der Höfe Wacht
Fernher Gebell der Hunde,
Verhallend in der Nacht.

Und dort, halb dachverborgen,
Matt eines Öllichts Brand
Mahnt, daß ein Aug' voll Sorgen
Noch keinen Schlummer fand.

Quelle: Tiroler Heimatblätter, 15. Jahrgang, Heft Nr. 11/1937, S. 352
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