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WUNDKLEE (Anthyllis vulneraria) aus:
E. Hoffmann-Krayer, H. Bächtold-Stäubli, Handwörterbuch
des deutschen Aberglaubens,
Wundklee Schmetterlingsblütler
mit unpaarig gefiederten, unten behaarten Blättern und hellgelben,
zu Köpfchen vereinigten Blüten. Der Wundklee wächst auf
trockenen Wiesen, an Rainen usw. 1). In Westböhmen (Grün,
Bezirk Petschau) wird der Wundklee als "Schreiklee" (siehe Beschrei-,
Berufkraut, 1, 1103) gegen das "Verschreien" (siehe 1, 1096ff.) gebraucht
2). Offenbar stammt der Brauch aus dem Slavischen, wo der Wundklee
als "urocnica" ein bekanntes "Beschreikraut" ist. In Böhmen gibt
man dem beschrienen Vieh einen Absud des Wundklees zu trinken oder räuchert
die jungen Gänschen damit 3); in der mährischen Walachei
gibt man die in der Johannisnacht gepflückte Pflanze den Schafen,
sie wird dort zusammen mit Tausendguldenkraut bündelweise zu Markt
gebracht 4). Im Kanton Schaffhausen gibt man den Kühen
zur Erleichterung des Kalbens Wundkleetee 5), vielleicht ursprünglich
ein apotropäisches Mittel. |