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WACHOLDER (Kaddig, Knirk, Kranewitt, Machandel, Reckholder; Juniperus communis).

aus: E. Hoffmann-Krayer, H. Bächtold-Stäubli, Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens,
Berlin und Leipzig 1932

Wachholder-Beeren, © Walter Larcher

Wachholder-Beeren
© von Univ.-Prof. Dr. Walter Larcher freundlicherweise zur Verfügung gestellt

1. Botanisches. Der Wacholder ist ein Strauch (ab und zu wächst er auch baumartig) mit nadeiförmigen, stechenden Blättern, die in dreizähligen Quirlen stehen. Die Blüten sind sehr unscheinbar. Die Früchte sind (im reifen Zustande) blauschwarze Beeren. Der Wacholder ist über die ganze nördliche gemäßigte Zone verbreitet1). Reste des Wacholders finden sich in den Schweizer Pfahlbauten, der Strauch war schon in altgermanischer Zeit in Deutschland sehr häufig 2).

1) Marzell Kräuterbuch 121 f.
2) Hoops Waldbäume und Kulturpflanzen 1905, 86. 241; Schrader Reallexihon 2, 612.

Wachholder-Zweig, © Walter Larcher

Wachholder-Zweig
© von Univ.-Prof. Dr. Walter Larcher freundlicherweise zur Verfügung gestellt

2. Der Wacholder erfreut sich seit alters besonders bei den germanischen Völkern einer hohen Verehrung 3). Loccenius (17. Jahrh.) erzählt, daß ein Knecht auf dem Gute Vendel im Kirchspiel Osterhanning (Södermannland) einen schönen, schattenreichen Wacholder hauen wollte. Da hörte er eine Stimme: "Haue den Wacholder nicht", und als er sich dennoch anschickte zuzuschlagen, ertönte die Stimme abermals: "Ich sage dir, haue den Wacholder nicht" 4). Auch auf dem Hofe Hohl im Kirchspiel Haaböl stand ein Wacholder. Auf dem Hof ging der Glaube, daß ein Tier sterben müsse, wenn man diesen Wacholder eines seiner Zweige beraube. Dieser Glaube erhielt Nahrung, als ein Zimmermann einen Zweig dieses Wacholders abschlug und gleich darauf ein großes Schwein auf dem Hof einging 5). In Estland opferte man unter Wacholderbäumen den Schutzpatronen der Herden 6). Nach einem deutschen Volksspruch soll man vor dem Wacholder ebenso wie vor dem Holunder (siehe 4, 262) den Hut abziehen oder das Knie beugen 7): "Vor Hollerstaud'n und Kranawitt'n (== Wacholder) — Ruck' i mein Huat und noag bis halbe Mitt'n" (Oberösterreich) 8), oder "Vor de Holdere sell me de Huet abziehe und vor der Reckholdere (= Wacholder) 's Chnü biege" 9). Der Spruch geht wohl hauptsächlich auf das Ansehen des Wacholders in der Volksmedizin (siehe unter 5). Wenn kleine Kinder kränkeln, dann müssen die Eltern Wolle und Brot in einen Wacholderbusch einer anderen Feldflur bringen und dabei sprechen:


Ihr Hollen und Hollinen
Hier bringe ich Euch etwas zu spinnen,
Und etwas zu essen
Und meines Kindes vergessen 10).


Man wollte also offenbar den im Wacholder wohnenden Geistern ein Versöhnungsopfer bringen. In Märchen und Sagen erscheint öfters der Wacholder, es sei nur an das niederdeutsche Märchen vom "Machandelboom" 11) erinnert, wo der Wacholder als der immergrüne, wieder zum Leben erweckende Strauch (siehe unter 3) auftritt. Nach einer bayrischen Sage fingen Bauern einst in unterirdischen Gängen ein kleines "Bergmännl" (Zwerg), und als sie es wegführten, da rief ihm das "Erdweibel" nach: "Wenn du alles sagst, so sage nicht, warum die Kranwettbeeren (Wacholderbeeren) ein weißes Kreuz haben" 12); vgl. auch Kalmus, Walnuß, Zwiebel. Unter dem "weißen Kreuz" ist die (durch Verwachsen der Fruchtblattschuppen entstandene) kreuzähnliche Zeichnung auf der Oberseite der Wacholderbeeren zu verstehen. Ganz ähnlich ruft ein im Obersimmental (Schweiz) gefangenes Zwerglein seinen entkommenen Genossen zu:


Si möge mit dir fürnäh, was sie wei,
Verrat nit, was d' Reckholderstude z' behüete hei.


Später fand man dann, daß die Wacholderzweige den Eingang zu den Höhlen der Zwerge verdeckten 13). Nach einer Kärntner Sage steht eine Wacholderstaude am Eingang zur Wohnung der Riesen 14). In Norwegen erzählt sich das Volk, daß man bei großen Wacholdern zur Nachtzeit Gelächter, Musik und einen Klang höre, als zähle man Silbergeld, und sogar am Tage sehe man, daß der Gipfel des Strauches leuchte oder der ganze Strauch in Flammen stehe. Dieses Licht rühre aber vom Schein des Geldes her, das von den „Unterirdischen" zu Tage gebracht werde, um es der Sonne auszusetzen 15). Auch auf deutschem Boden gibt es Sagen, nach denen der Schlüssel zu einem unterirdischen Schatz unter einer Wacholderstaude liegt 16). Wenn man mit einer Haselrute an einen Wacholderstrauch schlägt, dann öffnet sich der Schatz 17). Vielleicht gab der reichliche, goldgelbe Blutenstaub der (männlichen) Wacholdersträucher, der im Volk als "Blütenrauch, Heidesegen, Gnadenregen" 18) wohl bekannt ist, Veranlassung zu derartigen Sagen von glänzenden Schätzen. Schließlich kommt der Wacholder auch in der christlichen Legende vor. Das steinerne Marienbild von Mariaort bei Regensburg kam auf der Donau schwimmend auf einer großen Kranewittstaude aufrecht stehend an. Einwohner haben dann das steinerne Bild samt der Staude auf ihr Schiff genommen; der Wacholderstrauch wurde mit dem Bild beim Frauenaltar der Kapelle aufgestellt 19). Ein blindes Mädchen träumt, daß auf dem Kreuzberg bei Wolfstein (Niederbayern) die hl. Anna (auch Patronin der Augenkranken, siehe l, 450) unter einer Wacholderstaude liege, die ihr das Augenlicht wiedergebe 20). Ein blindes Weib von Widdersberg (Oberbayern) hörte eine Stimme, die sie hieß, einen Wacholderstrauch aufzusuchen und sich mit der Wurzel die Augen zu bestreichen. Das Weib tat es und sah plötzlich 21). Nach einer estnischen Legende enthielt das Kreuz Christi auch Wacholderholz; deshalb sehe man auch auf den Wacholderbeeren ein Kreuzzeichen 22). Auch in Deutschland soll diese Legende bekannt sein 23).

3) Vgl. auch Marzell Die deutschen Bäume in der Volkskunde. 8. Der Wacholder, in: Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft 43 (1931), 270—280; Heilpflanzen 18—24; Höfler Waldkult 109—115; Botanik 49; Lemke Asphodelos 1 (1914). 13—35; K. Bugge Eneren (Juniperus communis) i norsk Folketro og Skik, in: Tidskr. f. Histor. Botan. 1 (1921), 141—170.
4) Mannhardt 1, 34; Grimm Mythologie 2, 543; Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft 5 (1868), 297; Tettau und Temme 259.
5) Schübeler Pflanzenwelt Norwegens 1875, 147.
6) Hurt Estnische Sagen 1863, 12.
7) ZfVk. 8, 442; Reiser Allgäu 2. 433. vgl. ZfdMyth. 1, 326.
8) Hovorka und Kronfeld 1, 440.
9) Schweizld. 2, 1184.
10) Curtze Waldeck 373.
11) Grimm Märchen 1856, 77 = Bolte-Polivka 1, 412—423.
12) Panzer Beitrag 1, 71; 2, 437.
13) SAVk. 17, 93; vgl. Herzog Schweizersagen 2, 141 f.
14) Graber Kärnten 52.
15) Schübeler Pflanzenwelt Norwegens 1875, 147.
16) Herzog Schweizersagen 1, 233; Brückner Sagenborn der Fränkischen Schweiz, N. F. 1929, 36.
17) Heyl Tirol 252.
18) Höfler Waldkult 113.
19) Panzer Beitrag 2, 4 f.; vgl. ebd. 2, 349, 374 f.
20) a. a. O. 2, 46.
21) Hovorka und Kronfeld 1, 440.
22) Hurt Estnische Sagen 1863, 15; Dähnhardt Natursagen 2, 208.
23) Handtmann Märkische Heide 33.

Wachholder-Strauch, © Walter Larcher

Wachholder-Strauch
© von Univ.-Prof. Dr. Walter Larcher freundlicherweise zur Verfügung gestellt

3. Als immergrüner, frischer Strauch (Wacholder bedeutet vielleicht den "wachen", d. h. immergrünen Strauch; vgl. das mhd. quecholder zu "queck" = lebensfrisch) stellt der Wacholder nicht selten die "Lebensrute" (siehe dort) dar. In verschiedenen Gegenden ist der Wacholder ein Bestandteil des am Palmsonntag geweihten "Palms" (siehe 6, 1366) 24). Mit Vorliebe wird der Wacholder zum "Pfeffern", "Fitzein", "Schmackostern" usw. an Weihnachten, Neujahr, Fastnacht oder Ostern gebraucht 25). Die Martinsgerte ("Mirtesgert'n"),die vor allem in Niederbayern, in der Oberpfalz und im Böhmerwald am Martinstag vom Dorfhirten bei jedem Bauern unter Hersagung eines Spruches abgegeben wird, ist eine (mehr oder minder verzierte) Wacholderrute 26). In der Chamer Gegend (Niederbayern) z. B. hat der Dorfhirte an Martini so viele Haselgerten, als Bauern im Dorfe sind, hergerichtet. Diese Gerten sind mit Wacholder, Hagebutten (Haarwurzel), Eichenlaub und dergl. verziert. Vor jeder Haustür stellt der Hirt eine solche Gerte hin und sagt den Spruch:


Da kommt der Hirt mit seiner Girt,
Für dieses Jahr ist das Hüten gar.
Ob's naß oder kalt
Muß der Hirt in den Wald:
Furt (fort) treibt er ein Stuck
Und zwei bringt er zruck;
Hinein treibt er' dürr
Und foast (fett) kommens herfür.
Wieviel Blüml und Halm
Soviel Küah und Kalm (Kälber),
Wieviel Krametsbirl (Wacholderbeeren)
Soviel Ochsen und Stierl,
Wieviel Haarwuzl
Soviel Kälberstuzel.


Nach Aufsagung dieser Verse erhält der Hirt von der Bäuerin Krapfen usw. 27). Die Wacholderbeeren sind hier offenbar ein Fruchtbarkeitssymbol. Inhaltlich ganz ähnliche Sprüche treffen wir in Weihnachtsbräuchen der Südslaven, wo der Wacholder durch einen anderen immergrünen Strauch, den Lorbeer, ersetzt ist 28).

24) MarzelI Bayerische Volksbotanik 18; Baumgarten Aus der Heimat 1862, 142; auch bei den Kroaten: Ethnologische Mitteilungen aus Ungarn 4 (1895), 175 und in Toskana: Gubernatis Plantes, 154.
25) Mannhardt 1, 265; Heimatbilder aus Oberfranken 3 (1915), 115 f.; 4 (1916), 99 f.; Meier Schwaben 467; Knoop Hinterpommern 180; Posen 328; ZfVk. 7, 75 (Anhalt); Bauernfeind Nordoberpfalz 17; Das Kuhländchen 9 (1927), 102; DG. 12, 171; Marzell Bayerische Volksbotanik 2 f.
26) Sartori Sitte und Brauch 3, 265; Panzer Beitrag 2, 42; Tille Weihnacht 26 f.; Schramek Böhmerwald 171; Marzell Bayerische Volksbotanik 59.
27) Brunner Heimatbuch des bayerischen Bezirksamtes Cham 1922, 177 f.
28) Schneeweis Weihnachten j.

4. Im Volksglauben gilt der Wacholder in erster Linie als ein antidämonischer Strauch. Die Zweige mit den starren, stechenden Nadeln (s. Dorn 2, 357) sollen den Teufel, die Hexen und andere böse Geister abwehren. Dazu kommt noch der aromatische Geruch des Strauches, wie er sich besonders beim Räuchern mit den Zweigen und Beeren bemerkbar macht (siehe unten). Wohl sekundär ist die Erklärung, daß das "Kreuz" (siehe unter 2) auf den Wacholderbeeren alles Böse verscheuche 29). Unter dem "Wacholder" Wacholder, der "bei den antiken Beschwörungen chthonischer Drachen ebenso wie bei der Anrufung der Zaubergöttin Hekate" 30) vorkommt, ist wohl nicht unser Wacholder zu verstehen, sondern eher die südeuropäischen Arten des Zypressen- (Juniperus phoenicea) oder Stech-Wacholders (Juniperus oxycedrus) 31). Die Verwendung des Wacholders bei der germanischen Leichenverbrennung 32) kann wohl auch apotropäischen Ursprungs sein. Nach oberösterreichischem Glauben haben da, wo "Kranewiten" (Wacholder) stehen, Teufel, Hexen und allerlei Zauber wenig oder gar keinen Einfluß 33). Im Salzburgischen ist es gut, einen Strauß von Kranewitt und Eichenlaub auf dem Hut zu tragen (vgl. unter 6 als Mittel gegen den "Wolf"), denn


Eichenlaub und Kranewitt
Dös mag der Teufl nit 34).


Im Weichseldelta vertreibt der Wacholder die Mäuse (chthonische Tiere, die "angehext" sein können!) und überhaupt alles Böse 35). Der über den Türen aufgehängte Wacholder vertreibt deshalb die Hexen, sagt man im Gebirg von Pistoja (Toskana), weil sie vor dem Eindringen ins Haus alle Blätter, Nadeln des Wacholders zählen müßten 36). Mit der gleichen Begründung steckt man in der Oberpfalz Birkenzweige (1, 1334) an die Häuser. In einer schwäbischen Sage muß das Mädchen die Schlange (ein verzaubertes weißes Fräulein) nur ein wenig mit einem "Weckholderstrauß" schlagen, dann wird diese fortgehen und dem Mädchen nichts zu leide tun 37). Gegen "zauberische Beulen" wandte man im 17. Jh. das aus den Beeren bereitete Wacholdersalz an 38). Das aus den in der Dreisgenzeit gesammelten Wacholderbeeren gebrannte Wasser ist ein wirksames Gegengift gegen bösen Zauber 39). Wenn jemand ins Haus kommt, den man im Verdacht eines "Zauberers" hat, so kann man ihn nach einem Glauben in Kiefersfelden (Oberbayern) mit einem Wacholderstrauch vertreiben 40). Der Wacholder gehört auch zu dem "neunerlei Holz" (siehe 6, 1060), aus dem man den hexenentlarvenden Schemel verfertigt 41). Der Bauer, der den Teufel sehen will, bindet sich "Kronawöttkränze" um Hände und Füße 42). Aus Wacholderholz soll auch der Rührstecken sein, mit dem man die Milch ausbuttert, dann kann keine Hexe das Buttern verhindern 43), vgl. Kreuzdorn (5,505). In der Oberpfalz muß dieser Rührstecken am Walperntag geschnitten sein und zwar womöglich von einem Wacholder, woran das Wild die Rinde mit dem Geweih abgestoßen hat 44). Wenn die Milch nicht ausbuttert, dann zieht man dem Butterfaß Weiberkleider an und schlägt es mit einem Wacholderstrauch; die betreffende Hexe bekommt dann lauter blaue Flecke 45). Der Fuhrmann hat einen Peitschenstiel aus Wacholder, dann können die Pferde nicht festgebannt werden 46). Auch in die Wasserbitschen und Trinkgefäße bindet der Schäffler etliche Streifen, "denn auch im Trunk (beim Trinken) kann einem von bösen Leuten viel geschehen" 47). In Forstbach bei Bensberg erhält die Braut zwei Eimer aus Wacholderholz zum Geschenk. Aus solchen Gefäßen soll das Wasser besonders gut schmecken 48). Wer ein Haus bauen will, muß einen Wacholderstrauch ins Fundament legen, dann kommt kein Teufel oder böser Geist ins Haus 49). Ein einjähriger Wacholderschößling in Werg eingewickelt, im Stall oberhalb des Roßstandes aufgesteckt oder aufgehängt, hält die Truden fern 50). Um Glück im Stall zu haben, holt man am Karfreitag mittag 12 Uhr Wacholder-, Hagebutten- und Dorngesträuch und legt sie in den Stall (Ebersdorf bei Koburg) 51). Ein über die Haustür gestecktes Wacholderreis schützt nach einer Mitteilung aus Mittelfranken vor dem Einschlagen des Blitzes 52). In der Oberpfalz, in Niederbayern und im Böhmerwald ist der Wacholder besonders ein Mittel gegen den Bilmesschnitter. Man schlägt mit einer Wacholderrute auf das Getreide, drischt Wacholdernadeln mit 53) oder gibt unter dem Dreschen einige Wacholderbeeren in die Dreschmaschine (!) 54). Ein Geheimmittelbuch aus dem Ende des 18. Jh.s enthält folgendes Mittel "vor den Pilmschnitter": "Ist der Pilmsschnitter durchgegangen, so geh an einem heiligen Tag früh vor Sonnenaufgang hinaus und schneide auch von den Halmen, welche er hat stehen lassen, du mußt aber Handschuhe anziehen und schneide auch gleich Wacholderreisig mit ab im Namen +++ und trisch es mit dem Getreide vor Sonnenaufgang, werfe es, sieb es und schütte es auf den Boden, so wirst du Ruhe haben, du darfst aber nichts reden, wenn du dies machst und mußt es im +++" 55). In etwas abgeschwächter Form erscheint das Mittel, wenn man in Westböhmen "gegen Mäuse" vor Beginn des Dreschens drei Stück Wacholderbeeren ausdrischt 56). Damit der Acker rein von Unkraut bleibt, soll im OA. Freudenstadt der Bauer seine Hände an einem Wacholderbusch reiben 57). Ganz besonders wird der Wacholder zu dämonenverscheuchenden Räucherungen verwendet; vgl. auch die Wacholder-Räucherungen bei (dämonischen) Seuchen (unter 5). Wohnräume und Ställe werden zum Schutz gegen Hexen, vor allem in den "Rauchnächten" 58), auch am Dreikönigstag 59), am Palmsonntag 60) oder am Walpurgisabend 61) mit Wacholder angeräuchert 62). Die Hirten des Riesengebirges zündeten am 2. und 3. Pfingsttag ein Wacholderfeuer an. Dann kamen ihre Herren mit Weib und Kind, schmausten mit ihnen und sprangen durch den Rauch, der die Hexen von der Herde wie von der Saat wegtrieb 63). Im Allgäu und in Nordwestböhmen räuchert man den Stall beim erstmaligen Austreiben des Viehs mit Wacholder 64). Auf Rügen räuchert man ein kleines Kind, das nach der Geburt unausgesetzt schreit, mit Knirk (= Wacholder) 65). In Steiermark verbrennt man Wacholder als Gewitterschutz 66). "Der Rauch von Weckolter holtz und beeren gemacht / vertreibt Schlangen und allerlei ungeziffer" 67). Auch bei vielen anderen indogermanischen sowie bei finnisch-ugrischen Völkern ist der Wacholder (bzw. Räucherungen damit) ein antidämonisches Mittel, so bei den Südslaven 68), den Ostjaken 69), den Baschkiren 70), den Wotjaken 71), den Lappen 72), den Esten 73), den Schotten 74). Wacholderzweige (Juniperus squamosa; Juniperus excelsa) verbrannte man nach einer chinesischen Quelle im Tibet, um Patienten damit zu räuchern 75). Räucherungen mit Wacholder am Weihnachtsabend werden noch für die Mitte des 18. Jh.s aus Oberitalien berichtet 76). Nach einem jüdischen Zauberbuch des 18. Jh.s lege man, um das Haus zu sperren, in dem eine Wöchnerin liegt, Weinranken, Wacholderbeeren, schwarzen Kümmel unter die Türschwelle 77).

29) Staricius Heldenschatz 1682, 37; vgl. Rochholz Glaube 2, 280.
30) Stempliuger Aberglaube 76.
31) Vgl. auch Murr Pflanzenwelt 127 f.
32) Sitzb. Mü. 1888, 242; Grimm Mythologie 1, 50 = Höfler Organotherapie 36.
33) Baumgarten Aus der Heimat 1862, 142.
34) ZfVk. 8, 396.
35) Hempler Psychologie des Volksglaubens 1930, 51.
36) Gubernatis Plantes 2, 152.
37) Meier Schwaben 1, 27.
38) Frommann De Fascinatione 963 ; Alemannia 12,29.
39) Alpenburg Tirol 396.
40) Gierl Kiefersfelden 1899, 39.
41) Hovorka und Kronfeld 1, 440; Leeb Sagen Niederösterreichs. 1892, 65.
42) Graber Kärnten 310.
43) Leoprechting Lechrain 96; Zingerle Tirol 1857, 67.
44) Schönwerth Oberpfalz 1, 337 = Wuttke448 § 707.
45) John Westböhmen 204.
46) Leoprechting Lechrain 96; ZfrwVk. 5, 228.
47) Leoprechting a. a. O.
48) ZfrwVk. 2, 316.
49) Kühn Westfalen 2, 60 = Wuttke 286 § 420 = Seligmann Blick 2, 89.
50) Reiser Allgäu 2, 434.
51) Bayerische Wochenschrift für Pflege von Heimat und Volkstum 9 (1931), 107.
52) Marzell Bayerische Volksbotanik 136.
53) Panzer Beitrag 2, 210; Schönwerth Oberpfalz 1, 436 f.; Bavaria 3, 937; ZföVk. 3, 112; Pollinger Landshut 117.
54) Oberpfalz 7, 235.
55) MsäVk. 3, 317.
56) John Westböhmen 228.
57) Eberhardt Landwirtschaft 201.
58) Wuttke 286 § 420.
59) Meyer Baden 495.
60) John Westböhmen 207.
61) Westböhmen: ZföVk. 3, 113; John Westböhmen 72.
62) Schönwerth Oberpfalz 1, 319.
63) Meyer Volkskunde 139.
64) Reiser Allgäu 2, 434; Marzell Heilpflanzen 21.
65) Urquell 6, 173.
66) ZföVk. 35, 152.
67) Bock Kreuterbuch 1551, 405 r., ebenso bei Albertus Magnus De Vegetabilibus 6, 122: "Suffumigatio autem ex qualibet parte huius arboris (i. e. iuniperi) facta vermes expellit venenosos".
68)Krauß Slavische Volkforschung 41; Seligmann Blick 2, 89.
69) Seligmann a. a. O.
70) Rtradpop. 24, 131.
71) Wasiljev Übersicht über die heidnischen Gebräuche usw., Helsingfors 1902, 103.
72) Qvigstadt Lapp. Aberglauben 1920, 68.
73) Hurt Estnische Sagen 1863, 12; Rußwurm Eibofolke 1855, 2, 99; FFComm. 32, 69.
74) Bartels Pflanzen 13.
75) Laufer Tibetische Medizin 1900, 65.
76) Muratorius Antiquit. Ital. Medii Aevi (1741), 78.
77) MittjüdVk. 24, 124.

5. In der Zaubermedizin spielt der Wacholder eine große Rolle, die sich zum großen Teil aus seinen apotropäischen Eigenschaften erklärt. Es darf jedoch nicht übersehen werden, daß der Wacholder, bzw. der Rauch aus seinem Holz usw., antiseptische oder sonst physiologisch wirksame Stoffe (gewisse Terpene) enthält, so daß seine Wertschätzung in der alten bzw. Volksmedizin z. T. gerechtfertigt ist. "Ist ein sonderlich Preservativum zur Zeit der Pest in Germania. — In summa die Würckung und tugent des Weckholterbaums seind zu beschreiben nit wol möglich" 78). Im MA. waren Räucherungen mit Wacholder ein berühmtes (vorbeugendes) Pestmittel, wobei natürlich unter "Pest" nicht nur die Bubonenpest, sondern allerlei Seuchen zu verstehen sind. In einer Tiroler (Stubai) Pestsage (s. 1, 1223) verkündet der Zwerg als Heilmittel


Eßt's Kranebitt (= Wacholder) und Bibernell,
Packt enk der Tisel (Seuche) nit so schnell 79).

Nach einer oberpfälzischen Pestsage starben bei Waldheim (BA. Vohenstrauß) alle Leute bis auf einen Jüngling, der sein Lager unter einem Wacholder aufschlug und sich von dessen Beeren nährte 80). Der "Kronabetbaum" ist ein so gutes Mittel gegen die Pest, daß auch Christus, als ihm einmal die Pest begegnete, unter einen Wacholder getreten ist, damit er geschützt sei 81). In neuerer Zeit dient der Wacholder gegen andere ansteckende Krankheiten wie bei Grippe 82), gegen Blattern 83). Bei Klauenseuche sollen Stallräucherungen mit Wacholder guten Erfolg haben 84). Die Ausräucherung des Sterbezimmers 85) oder der Bewohner des Sterbehauses 86) gehört wohl auch hierher (vgl. auch Wacholderholz bei Leichenverbrennungen unter 4). Die Lappen verbrannten in den Hütten, wo ein Kranker gestorben war, Wacholder 87). Um Marienwerder wird bei einem Begräbnis der Weg vom Trauerhaus zum Kirchhof mit Wacholder bestreut 88). Wacholdersträußchen werden über den Türen gegen Fieberkrankheiten befestigt 89), ähnlich hängt man in Gacko (Bosnien) über dem Haustor Wacholderzweige auf, damit keine Krankheit ins Haus eindringen kann 90). Der Wacholder kommt in vielen Sympathiemitteln vor. Zahnenden Kindern wird eine Kette von Wacholderbeeren umgebunden 91). Die Beeren, früh morgens nüchtern so lange gegessen, bis sie widerstehen, sind ein sicheres Mittel gegen die Gelbsucht 92). Gegen Zahnweh reißt man die Wacholderbeeren in den drei höchsten Namen ab, nimmt sie in den Mund und speit sie dann unter einen Wacholderbusch 93). Erkrankt jemand an bösem "Wehtig", so gibt man ihm ein "Kranewitstäudle" in den Mund (Unterinntal) 94). Unter das Futter gemengt sind die Beeren gut gegen den Kröpf der Pferde 95). Daß ein Pferd nicht steif wird, tue man drei Sonntage hintereinander vor Sonnenaufgang drei Hände voll Salz und 72 Wacholderbeeren in die Krippe und wasche alsdann die hintern Schenkel mit warmen Essig 96). Gegen Epilepsie trägt man ein Amulett, das 14 Stück Wacholderbeeren enthält. Diese müssen an Maria Himmelfahrt gesammelt sein, vor, während und nach dem Pflücken muß ein Rosenkranz gebetet werden. Das Amulett selbst darf nur in der Christnacht zwischen 11 und 12 Uhr angefertigt werden. Die 14 Wacholderbeeren bedeuten die 14 Nothelfer. Bei jeder Beere, die in das Bündelchen eingelegt wird, muß man je ein Vaterunser zu einem dieser Märtyrer beten. Dieses Amulett hilft ferner gegen den "Strädel" (Alpdrücken). Auch gegen "schwache Augen" verwendet man die in der oben angegebenen Weise gesammelten Wacholderbeeren, man beginnt mit einer Beere und geht (jeden Tag um zwei steigend) bis zu 15 Beeren und dann wieder bis auf eine zurück, so daß die Anzahl der genossenen Beeren immer ungerad ist 97). Gegen das "Augenfell" muß man neun Wacholderstauden mit der Wurzel aus der Erde ziehen, gegeneinander reiben und das Päckchen neun Tage auf dem kranken Auge liegen lassen. Nach neun Tagen sucht man sieben solcher Stauden, nach weiteren sieben Tagen fünf usw. und läßt die so gewonnenen Päckchen sieben bzw. fünf usw. Tag lang auf dem kranken Auge liegen 98). Gegen Krämpfe werden pulverisierte Wacholderbeeren geröstet und in Säckchen aufgebunden (Thurgau) 99). Nach dem Volksglauben sollen Wacholderbeeren, die zu Heilzwecken gebraucht werden, am Sonnwendtag in der Mittagsstunde 100), am Rochustag (Pestpatron! 16. August), zwischen den beiden "Frauentagen" 101), am Remigiustag (1. Oktober)102) gepflückt werden. Der Wacholder eignet sich besonders zum "Übertragen" (Wenden) der Krankheiten. Im Hausruckviertel (Oberösterreich) trägt man das kranke Kind zu einer Wacholderstaude. Ein altes Weib murmelt einige Gebete, dann schneidet es drei Zweigspitzen vom Strauch ab, die sie in das Haus der Eltern trägt und an der Mauerecke, wo das Kruzifix seinen Platz hat, aufhängt. Hier müssen sie bis zur nächsten Weihnachten unberührt hängen bleiben. Am ersten Morgen des Neumondes nimmt die Frau die Zweige herab und trägt sie zum Wacholderstrauch zurück, um sie mit drei neuen zu vertauschen. Das gleiche geschieht dann jedesmal zu Beginn des Neumondes bis zum dritten Mal, wobei stets das kranke Kind zugegen sein muß. Nach solchem dreimaligem "Wenden" ist der kleine Patient geheilt 103).
Um Warzen zu vertreiben, geht man dreimal zu einem Wacholder, schneidet jedesmal drei Ästchen, jedes dreimal beinahe durch und spricht bei jedem Schnitt:


Reckholder, gib dich gefangen,
Daß dem N. N. seine Warzen vergangen.


Dann legt man auf jedes der drei Ästchen drei reine kleine Kieselsteine: sind die Ästchen vertrocknet, so sind auch die Warzen weg (Aargau) 104). Man geht "arschlings" (rückwärts) zu einer Kranewittstaude und bricht, ohne zu schauen, so viele Zweiglein ab, als man Warzen hat. Dann wird man von diesen befreit 105). Auch ritzt man die Warzen mit den Nadeln des Wacholders und knickt hierauf den Zweig; wie er verdorrt, verschwinden die Warzen (Baden) 106). Warzenbeschwörungen, in denen der Wacholder vorkommt, finden sich auch in einem altungarischen Segenspruch aus dem 15. Jh. 107) und in einem jüdischen Zauberbuch des 18. Jh.s 108). Ganz ähnlich wie die Warzen werden die Hühneraugen (Leichdorne) vertrieben 109). Um die Hühneraugen zu vertreiben, muß man nur eine Weile auf einem Wacholderstrauch stehen 110).

78) Bock Kreuterbuch 1551, 405 r.
79) ZfVk. 3, 171; 35/36. 166.
80) Schönwerth Oberpfalz 3, 20.
81) Krainz 93; Fossel Volksmedizin 137.
82) Kummer Volkst. Pflanzennamen usw. aus dem Kanton Schaffhausen 1928, 22.
83) Fossel Volksmedizin 137.
84) Das Kuhländchen 9, 193.
85) Sudetendeutsche Zeitschrift für Volkskunde 2, 165 (Riesengebirge); Rtradpop 24, 150 (Ain).
86) Zingerle Tirol 25: wenn ein Inwohner des Hauses bei dieser Räucherung fehlt, stirbt er bald.
87) Qvigstadt Lappischer Aberglaube 1920, 59.
88) Hempler Psychologie des Volhsglaubens 1930, 51.
89) John Erzgebirge 244.
90) ZföVk. 6, 170.
91) John Erzgebirge 54.
92) Schönwerth Oberpfalz 3, 255.
93) Zimmermann Volksheilkunde 40.
94) Heyl Tirol 795.
95) Treichel Westpreußen 5, 39.
96) Albertus Magnus Toledo 20 1, 16; Urban in Prager Medizinische Wochenschrift 27 (1902), 30 (S. A.).
97) Stoll Zauberglauben 80 f. 86.
98) Schramek Böhmerwald 283.
99) SAVk. 8, 150.
100) Baumgarten Aus der Heimat 1862, 142.
101) Schweizld. 4, 1468.
102) Fischer Einführung des Christentums im jetzigen Königreich Bayern 1863, 524 f.
103) Hovorka und Kronfeld 1, 183.
104) ZfdMyth. 1, 444; 4, 115 = Schweizld. 2, 1188; vgl. auch Meyer Baden 548.
105) Tiroler Heimatblätter 3 (1925), H. 7, 12.
106) Tschirch-Festschrift 1926, 256.
107) Herba, Budapest 5 (1922), 88.
108) MittjüdVk. 24, 128.
109) Zingerle Tirol 1857, 66; ZfdMyth. 1, 326 = Wuttke 345 § 514; Schönwerth Oberpfalz 3, 263.
110) Vonbun Beiträge 128; vgl. Helbok Vorarlberg 1927, 60.

6. Weit verbreitet ist besonders im Bayrisch-Österreichischen der Brauch, bei einer Wanderung ein Wacholderreis auf den Hut zu stecken, damit man nicht müde wird und nicht den "Wolf" (Wundlaufen, intertrigo) bekommt 111). In Steiermark soll dieses Mittel auch gegen Schwindelanfälle (bei Bergtouren) gut sein 112). Anscheinend soll hier der Wacholder als frischer, immergrüner Strauch auch den Wanderer frisch halten oder durch seinen aromatischen Geruch die Müdigkeit vertreiben, ähnlich wie im Kanton Schaffhausen die in den Hosentaschen getragenen Walnußblätter vor dem "Wolf" schützen sollen 113). Vielleicht ist auch der Wacholder hier ursprünglich ein apotropäisches Mittel, vgl. Beifuß (1, 1007). In Italien bedeutet ein Reisestab aus Wacholderholz Glück für die Reise 114).

111) ZfdMyth. 2, 420; Zingerle Tirol 1857, 66 = Wuttke 407 § 629; Schönwerth Oberpfalz 3, 265; Höser Volksheilkunde 29; Reiser Allgäu 2, 434; Andrian Altaussee 137; Fossel Volksmedizin 136.
112) Fossel Volksmedizin 88.
113) Kummer Volkstämmige Pflanzennamen usw. aus dem Kanton Schaffhausen 1928, 39.
114) Atradpop. 4 (1885). 181.

7. Verschiedenes. Der Wacholder gilt wie die Hasel (siehe 3, 1534) als Fruchtbarkeitssymbol. Wenn er fruchtbar ist, werden viele Knaben geboren (Bern) 115). Damit die Pilze gut wachsen, muß man den Schwammplatz mit Kranawit (= Wacholder) oder einer einjährigen Haselrute (siehe 3, 1335) schlagen 116). Gedeiht nicht (?) der Wacholder in Menge, so wird das folgende Jahr sehr fruchtbar sein (Mähren) 117). Ein paar Wacholder müssen zusammenstehen, sonst gedeihen sie nicht 118) Räuchert man mit männlichem (der Wacholder ist zweihäusig) Wacholder die Kühe zur Zeit des Neumondes, so nehmen sie am Fleische zu 119). Dagegen soll man das Vieh nie mit einer Wacholderrute schlagen (vgl. aber unter 3), weil sich der Teufel am Wacholder erhängte 120), vgl. Hasel (3, 1538) - Um Eichstätt darf man das Vieh nie mit einem dürren Wacholderstecken treiben, sonst magert es ab 121). Ein Bauernbursche belauscht den Teufel unter einer Kronewittstaude 122), oder es erscheint der Teufel hinter einer solchen Staude als grüner Jäger 123). Schießt der Jäger auf einen Wildschützen, der sich durch eine Hostie kugelsicher gemacht hat, dann trifft er nur eine Kronewitstaude 124). Ein in Sympathiebüchern usw. immer wiederkehrendes Rezept: "Daß einer das gestohlene Gut wieder bringen muß" lautet: Geh morgens früh vor Sonnenaufgang zu einem Wacholderbusch, bieg ihn gegen Sonnenaufgang mit der linken Hand und sprich: Wacholderbusch, ich tu dich bücken und drucken, bis der Dieb dem N. N. sein gestohlen Gut wieder an seinen Ort getragen, du mußt einen Stein nehmen und auf den Busch eine Hirnschale von einem Übeltäter +++, du mußt aber Achtung geben, wann der Dieb das gestohlene Gut wieder gebracht hat, daß du deinen Stein wieder an seinen Ort tragest, wie er gelegen ist, und den Busch wieder losmachest 125). Aus dem Zauberbüchlein des Miltigauer Wunderdoktors Haberditzel: Raben zu machen. Schneide einen Stab von einem Wacholderbaum, der in einem Jahr gewachsen ist mit diesen Worten: nomos wostycos lamla: wosti, auf den Stab schneide diese Buchstaben Q:X:Z:Y:C:W und sprich: Wuly, Maxe, Lamiam, Com Panimomla hai; so wird die ganze Stube voll kommen. Mit diesem Stab kannst du sie hinweisen, wo du willst. Lese zurück, so weichen sie alle 126). Der Glaube, daß die Glut des Wacholderholzes mit Asche bedeckt ein Jahr daure 127), ist kein deutscher Glaube, sondern geht auf Isidorus Hispalensis 128) zurück.

115) SAVk. 8, 271.
116) Ferk Steiermark 43.
117) Grohmann 102.
118) Leithaeuser Berg. Pflanzennamen 35.
119) Grohmann 138.
120) Grohmann 102.
121) Marzell Bayerische Volksbotanik 203.
122) Baumgarten Aus der Heimat 1862, 143.
123) Heyl Tirol 280.
124) Höfler Volksmedizin 11.
125) Romanusbüchlein 30 f.; Albertus Magnus Toledo 20 1, 54; Geistl. Schild 171; Kühn Westfalen 2, 194 = Wuttke 415 § 644; Mannhardt 1, 68; Jäckel Oberfranken 191; Andrian Altaussee 157; SAVk. 25, 66; Gubernatis Plantes 2, 153.
126) Egerl. 9,55.
127) Albertus Maguus De Vegetabilibus 6, 122; Megenberg Buch der Natur, hrsg. von Pfeiffer 325; Martin und Lienhardt Elsässisches Wörterbuch 1, 326.
128) Origines 17 cap. 7, § 35.


Marzell.