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TEUFELSKRALLE (Phyteuma-Arten, z.B.: Phyteuma orbicularia, Phyteuma spicata)

aus: E. Hoffmann-Krayer, H. Bächtold-Stäubli, Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens,
Berlin und Leipzig 1932

Die blau blühende Kugel-Teufelskralle (Ph. orbiculare; der Name rührt von den krallenförmig gebogenen Blüten her) darf man nicht abreißen, denn das zieht den Blitz an 1), vgl. Gewitterblumen (3, 833). Die dunklen Flecken auf den Blättern der Ähren-Teufelskralle (Ph. spicatum) rühren vom Menstruationsblut der hl. Maria her (Weißenburg i. B.), die Pflanze heißt daher auch "Marienblatt" 2), ähnliches erzählt man sich am Lechrain vom Löwenzahn (siehe dort), in Oberösterreich von den Blättern des kriechenden Hahnenfußes (Ranunculus repens) 3), in Belgien 4) und um Halberstadt von den gefleckten Blättern des Floh-Knöterichs (Polygonum persicaria) 5).

1) Marzell Bayerische Volksbotanik 133.
2) Ebd. 235.
3) Baumgarten Aus der Heimat 140.
4) Rtradpop. 19, 299.
5) JbndSpr. 34, 61.


Marzell.