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SUMPFGARBE (deutscher Bertram, Achillea ptarmica)

aus: E. Hoffmann-Krayer, H. Bächtold-Stäubli, Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens,
Berlin und Leipzig 1932

Korbblütler mit linealen oder lanzettlichen, am Rande gesägten Blättern und weißen Blütenköpfchen, ein naher Verwandter der Schafgarbe. Die Sumpfgarbe wächst auf sumpfigen Wiesen, in feuchtem Gebüsch usw. Die Sumpfgarbe ist (besonders auf slavischem Boden) der "weiße Dorant" (2, 350), der vor Verhexung schützt 1). Der Teufel, der eine Wöchnerin mit sich fortnehmen will, ruft ihr zu:


Heb hoch deine weiße Leinwand (Kleid),
Damit du nicht stößt an den weißen Dorant 2).


Im Rheinland (Süchteln) ist die Sumpfgarbe als "Blitzkraut" im Kräuterbüschel; es wird zur Abwendung des Blitzes bei Gewittern in den Ofen gesteckt 3).

1) Irmischia 2 (1882), 37; Mitteilungen der Vereinigung für Gothaische Geschichte und Altertumsforschung 1901, 187; Schulenburg 228.
2) Gander Niederlausitz 19.
3) Original-Mitteilung von Leuken 1908.


Marzell.