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SELLERIE (Eppich; Apium graveolens). 1. Doldenblütler mit dicker, fleischiger Wurzel und glänzenden, fiederteiligen Blättern. Der Sellerie wird häufig in den Gärten als Gewürz- bzw. Salatpflanze kultiviert. Er ist teilweise identisch mit der Pflanze xxxx (apium) der Antike, die im Totenkult eine große Rolle spielte 1). Unter "Eppich" werden auch andere Doldenblütler (z. B. Wasser-Eppich = Sium latifolium; Garten-Eppich = Petroselinum sativum; Roß-Eppich = Heracleum sphondylium, Seseli macedonicum, Smyrnium olusatrum) sowie der Efeu verstanden. In einem Wälschtiroler Märchen wird ein Mädchen, als es Sellerie ausziehen soll, von der Pflanze hinabgezogen 2). 1) Pauly-Wissowa 6, 1, 252 ff.; Rohde Psyche 2, 432;
Köchling de coronarum vi 50. 2. Der Sellerie gilt wegen des starken Geruches wie viele seiner Verwandten (siehe Dill, Fenchel, Kümmel, Meisterwurz) als hexenabwehrendes Mittel 3). Das Brautpaar mußte eine Selleriewurzel in die Tasche oder in die Schuhe stecken 4), siehe Dill (2, 296). Das Kraut steckte man in Fugen und Ritzen des Schweinestalles, damit die Tiere nicht verrufen werden. Auch in die Kuhställe wurde es gebracht, damit die Milch nicht gerinnt 5). Bei den Neugriechen ist Sellerie eine Glückspflanze und wird nebst Knoblauch und Zwiebel in Zimmern aufgehängt, an Seidenwurmhürden angebunden, den kleinen Kindern beigegeben usw. 6). 3) Dirksen Meiderich 45; ZfVk. 4, 324; Seligmann Blick
2, 84. 3. Der Sellerie gilt im Volke allgemein als starkes Aphrodisiakum, was jedoch pharinakologisch nicht erwiesen ist 7). So sagt schon Konrad von Megenberg 8): "ez sprechent auch etleich, daz daz kraut und sein säm den ammen schad sei, wan ez pringt unkäusch und mit der unkäusch sinket in diu behend fäuht auz den prüstleinn hin ab zuo der unkäuschen stat". In einem Arzneibuch des 15. Jh.s heißt es: "Item das dich din frouw fur al man lieb hatt, so nim epich safft mit honig gestoßen und tempteriert und schmir den zagel da mit und die hoden, so machst du als wohl, das ir kein ander fur dich liebt" 9). Verschiedene erotische Reime spielen auf diese vermeintliche Kraft des Selleries an, z. B. in der Pfalz:
7) Schulz Vorlesung über Wirkung und Anwendung
der deutschen Arzneipflanzen 1919, 275.
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