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NELKE (Dianthus-Arten, z.B.:
Dianthus carthusianorum).
1. Botanisches. Die Garten-Nelke (Dianthus caryophyllus), die bei uns in vielen Spielarten gezogen wird, stammt aus Südeuropa 1). Von den wildwachsenden Arten sind im Volke am bekanntesten die rot blühende Karthäuser-Nelke (Dianthus Carthusianorum) und die Heide-Nelke (Dianthus deltoides), deren purpurrote Kronblätter helle Punkte tragen. Beide Arten bewohnen sonnige Abhänge, Waldränder, Heiden usw. 2). 1) Pauly-Wissowa 5, 1, 1082; Schrader Reallexikon2
2, 111; Strantz Blumen in Sage und Geschichte 1875, 196218; Christ
Bauerngarten 1916, 70ff.; E. M. Kronfeld Geschichte der Gartennelke Wien
1913.
3) Bolte-Polivka 3, 121ff., vgl. auch Grimm Sagen 1,
344ff. 3. Stehen auf einem Grab beim Leichenstein Karthäuser-Nelken und pflückt man eine davon, dann hört man, wenn man den Kopf auf den Grabhügel legt, in der Erde ein dumpfes, dreimaliges Klopfen 9). Wer von einem Grabe eine Nelke bricht, muß für die armen Seelen beten, sonst kommen sie in der Nacht und tun einem etwas zuleide 10). 9) Bartsch Mecklenburg 2, 98. 4. Wie von vielen anderen roten Blüten (siehe Gewitterblumen) heißt es auch, daß das Abreißen von (Karthäuser- oder Heide-) Nelken ("Donnernelken") den Blitz anziehe 11). An den Blutnelken (Dianthus deltoides) darf man nicht riechen, sonst bekommt man Nasenbluten 12), aus dem gleichen Grunde darf man im Vogtland die Karthäuser-Nelken nicht zu Sträußen oder Kränzen pflücken 13). Wenn man die Blütenblätter von drei Stein-Nelken ("Nasenbluata") abzupft und in die Nase stopft, so hemmen sie das Nasenbluten 14). Gegen Wassersucht dient ein Tee aus "Trüfnelken" 15), im Riesengebirge gegen Lungen-, Brustleiden und Wassersucht 16). Wer von der Straße eine Nelke aufhebt, wird räudig, d. h. er bekommt die Krätze 17). 11) Bohnenberger 1, 112; Meyer Baden 361 ; Birlinger
Aus Schwaben 1, 412; ZfdMda. 1913, 317 (Baden); Das Kuhländchen 10
(1928), 10; Marzell Bayerischer Volksbote 133 (für die Pechn. geltend).
5. Damit die (Garten-)Nelken gut wachsen, muß man sie in der Christnacht 18), an Maria Himmelfahrt 19), im "Dreißiger" 20) setzen. Gefüllte ("dicke", "doppelte") Nelken bekommt man, wenn man sie im Vollmond 21) oder am Karfreitag 22) setzt. Wer den Regenbogen sieht, soll schnell Nelkensamen säen, dann gibt es "allerhand-farbige" Nelken 23). Wenn es wetterleuchtet, soll man von den Blättern der "Buschnägele" (= Busch-Nelken) die Spitzen abzupfen, dann gibt es "gspriggleti" (gesprenkelte) Blumen 24). 18) SAVk. 8, 279; auch in der Abruzzen ("damit
man jeden Monat Nelken hat"): ATradpop. 8, 211.
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