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LEBERBLÜMCHEN ([edles] Leberkraut; Hepatica nobilis, veraltet: Hepatica triloba)

aus: E. Hoffmann-Krayer, H. Bächtold-Stäubli, Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens,
Berlin und Leipzig 1932

Leberblümchen © Harald Hartmann

Leberblümchen, Hepatica nobilis
© Harald Hartmann

1. Botanisches. Niedrige, mit dem Windröschen nahverwandte Frühlingspflanze mit blauen, sternförmigen Blüten und dreilappigen (nach der Blütezeit erscheinenden) Blättern. Das Leberblümchen ist in Laubwäldern, unter Gebüsch, Hecken usw. fast überall bei uns häufig 1). In der volkskundlichen Literatur wird das Leberblümchen anscheinend manchmal mit der Haselwurz (siehe dort) verwechselt. Als Leberkraut wird auch manchmal das Herzblatt (Parnassia palustris), der Waldmeister und das Brunnenlebermoos (Marchantia) bezeichnet.

1) Marzell Kräuterbuch 472.

2. Wer die drei ersten Blüten, die er im Frühling findet, verschluckt, bleibt das ganze Jahr über vom Fieber verschont (Oberfranken) 2), vgl. Frühlingsblumen, Windröschen. Wenn man die Milchgefäße mit dem Kraut des Leberblümchens und der Haselwurz (siehe dort) ausreibt, geben die Kühe viel Milch 3).

2) Fränk. Heimat 2 (1923), 55.
3) Baumgarten Aus der Heimat 1, 136.

3. Wohl wegen der gelappten Blätter, vielleicht auch wegen der etwas violetten (an die Farbe der Leber erinnernden) Blattunterseite 4) wird das Leberblümchen gegen Leberleiden gebraucht 5). Der Tee daraus dient auch gegen Bluthusten 6).

4) Weinkopf Naturgeschichte 72.
5) z. B. Bock Kräuterbuch 1551, 197r; Höhn Volksheilkunde 1, 106.
6) Leithaeuser Berg. Pflanzennamen 23 ; bei den Tschechen gegen Blutsturz: Hovorka u. Kronfeld 2, 31.


Marzell.