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KATZENMINZE (Nepeta cataria)
Katzenmintze
(hier: Nepeta mussinii, Zierpflanze) 1. Botanisches. Lippenblütler mit herzförmigen, am Rande grobgesägten Blättern. Die Blüten sind weiß oder rötlich. Ab und zu in Dörfern, auf Schutt, an Zäunen; eine zitronenartig riechende Abart wird manchmal in Bauerngärten gezogen 1). 1) Marzell Kräuterbuch 333. 2. Die Wurzel soll Zorn erregen, wenn sie ein wenig gekaut wird. Man erzählt, daß ein Scharfrichter, der ein sehr weiches Herz gehabt, vor jeder Hinrichtung von dieser Wurzel habe kauen müssen, um nicht vom Mitleid übermannt zu werden 2). Nach Schroeder 3) erzählt dies der Alchymist und Botaniker Thurneysser (16. Jh.), der Aberglaube ist also nicht "aargauisch", wie es an der vorher angegebenen Stelle heißt. 2) ZfdMyth. 1, 446. 3. Hat eine Hexe der Kuh die Milch gestohlen, so pflückt man stillschweigend vor Sonnenaufgang im zunehmenden Mond drei Stengel der Katzenminze im Namen der Dreieinigkeit, wäscht zuerst das Melkgefäß damit (wohl mit dem Absud der Katzenminze) aus, salzt sie dann gut und gibt sie der Kuh zu fressen. Während sie frißt, sagt man dreimal:
4) Schullerus Pflanzen 355.
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