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BOVIST (Lycoperdon-Arten)

aus: E. Hoffmann-Krayer, H. Bächtold-Stäubli, Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens,
Berlin und Leipzig 1932

1. Botanisches. Pilze (Ordnung der Bauchpilze) mit kugeligem oder eiförmigem Fruchtkörper, deren Inneres bei der Reife in die einen braunen Staub darstellenden Sporen verfällt. Verschiedene Arten sind auf trockenen Wiesen, auf Grasplätzen oder in Wäldern häufig 1).

1) Marzell Kräuterbuch 310.

2. Die Boviste wachsen an den nächtlichen Tanzplätzen der Hexen 2)(vgl. Pilz). In England heißen die Boviste "Elfenknöpfe". Wenn sie im Innern schwarz werden, hat der Teufel seine Hand aufgelegt und die Elfen vertrieben 3). Deutsche Volksnamen wie Hexeneier, -staub, Trudengakele (= Trudenei), Teufelsfist für den Bovist (bzw. den Sporenstaub) weisen auf ähnliche Anschauungen hin.

2) Buck Volksmedizin 71.
3) Bartels Pflanzen 11.

3. Allgemein glaubt man bei uns 4), daß der in die Augen geratene Sporenstaub der Boviste blind mache 5).

4) Auch in Dänemark: Feilberg Ordbog 3, 972, auf Island: ZfVk. 8, 450, in England: Bartels Pflanzen II.
5) z.B.Strackerjan Oldenburg 2, 132; Wilde Pfalz 196; ZföVk. 11, 52; Martin und Lienhart ElsWb. 1, 146; Wartmann St. Gallen 47.

4. Als Sympathiemittel wird der Bovist zum Vertreiben verschiedener Krankheiten verwendet (Nordböhmen) 6). Gegen Gelbsucht ißt der Kranke einen Eierpfannkuchen in den Bovistpulver gebacken ist 7).

6) ZföVk. 13, 132.
7) Hovorka und Kronfeld 2, 113.


Marzell.