Univ.-Prof. Dr. Guntram Plangg über das Gullibuch:
"Das Buch war unter den einstigen Brixner Studenten recht bekannt, aber lange vom Markt verschwunden und eine gesuchte Tirolensie für Insider. […] Somit dürfte eine Neuausgabe heute nicht nur historisches Interesse beanspruchen, sondern auch die eher knappen Zeugnisse für den Humor in unseren Bergen ergänzen.[...]
Es gibt nicht allzu viel humoristische Literatur in Tirol und erst recht nicht Humor, der den Leser schmunzeln und nicht in ein Gelächter ausbrechen lässt. Während Satiren wie die von C. Techet oder moderne "Sagen" aggressiv wirken und vielleicht deshalb einiges an positiver Wirkung verlieren, zieht sich durch die originelle, nie bös gemeinte Diktion des Brixner Biologieprofessors aus dem Buchenstein/Fodom wie ein roter Faden sein Engagement für seine Schüler, denen er trotz aller Lausbübereien und Streiche nie ernstlich böse sein kann und für die er, wenn es ernst wird, immer nachhaltig einsteht.
Auch sein Fach liegt ihm natürlich am Herzen, und als Kleriker hatte er damals als Vertreter der Naturwissenschaften keinen leichten Stand. Manches mag heute Schmunzeln erregen, was vor hundert Jahren noch gängige Münze war und heute abwegig erscheinen mag; in vielen Belangen wie etwa zum Tabakgenuss sagt er auch heute noch Gültiges. Wenn der Lehrer — und er ist einer aus Berufung — immer wieder eigene Erfahrungen aus seiner Kindheit in den Dolomiten oder die Lebensweisheit eines Älteren einfließen lässt, so verdient dies unsere Achtung. Die meisten Lehrer halten sich heute bedeckt, um ja nicht anzuecken. Der Mut, sich zu Herkunft und eigenem Hintergrund zu bekennen, eine eigene Meinung zu haben und damit nicht hinter dem Berg zu halten war auch in Monarchiezeiten nicht jedermanns Sache."
(Guntram Plangg, Innsbruck, in: Mondo Ladino, Boletin de L'Istitut Cultural Ladin, 2006) |