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Wider die Keile.

Keile nennt man das übermäßige Großwerden des Hodensacks, von welchem Uebel zuweilen kleine Knaben betroffen werden. Man heilt dasselbe auf folgende Weise:

Man sucht im Walde eine Eiche, etwa von der Stärke eines Mannesarmes, spaltet den Stamm derselben dergestalt auf, daß das kranke Kind bequem hindurch gesteckt werden kann und sucht das Zusammenschlagen der Spalte durch festes Hineintreiben großer Keile zu verhindern. Ist dies Alles vorbereitet, so wird mit dem kranken Kinde in aller Stille zu dem Baume hingegangen und dort dasselbe dreimal durch die gemachte Spalte hindurchgesteckt. Hiernach werden drei ganz kleine, dünne Keile in die Spalte gesteckt und die großen Keile herausgenommen. So wie nun der Baum wieder zusammenwachst, so auch schwindet die in Rede stehende Krankheit. (Wehlau.)

Quelle: H. Frischbier, Hexenspruch und Zauberbann. Ein Beitrag zur Geschichte des Aberglaubens in der Provinz Preußen, Berlin 1870. S. 68.
Für SAGEN.at korrekturgelesen von Gabriele U., Juli 2005.
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