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Auf dem Hühnerhof. Setzt man eine Henne, eine Gans oder eine Ente zum Brüten, so hat man, soll die Brut gedeihen, die Eier in einer Männermütze, am besten in einer heimlich weggenommenen, in das Nest zu tragen. (Angerburg. Königsberg.) Im Samlande nimmt man dazu eine Pelzmütze, weil sich aus den Eiern "behaarte" Thiere entwickeln sollen. Man legt nun ein Ei nach dem andern in's Nest und spricht jedesmal:
Glatt hinein, rauch heraus! -
Der zweite Stein wird nach der linken Seite geworfen mit den Worten:
Der dritte Stein wird geradeaus geworfen und dabei gesprochen :
Gewöhnlich schüttet man die junge Brut,
wenn man sie zum erstenmal in's Freie läßt, durch eine Männerhose,
einen Frauenrock oder ein Hemde - es verläuft sich dann keines der
Thierchen, alle bleiben vielmehr hübsch beisammen.
Oder man nimmt soviel Stückchen Sprock (dürres Reisig) oder Holz, als man Brut hat, wirft diese Stückchen in die Höhe und ruft:
Thut man solches, so nimmt die Krähe kein Junges. Doch kann der ganze Zauber gestört werden, wenn in dem Hause, zu welchem die Brut gehört, während der Handlung ein Messer auf Töpferzeug geschärft wird. (Samland.) In der Gegend von Angerbnrg wird die junge Brut, bevor sie in's Freie gelassen wird, geräuchert. Zu diesem Zwecke wird ein Theil des Nestes in einen Topf gelegt, in dem sich ein Rauchfeuer befindet, auf welches man auch etwas Schießpulver schüttet. (Im Dönhoffstädt'schen legt man noch Schrot hinein.) Sodann errichtet man aus mehreren Steinen eine Art Brücke, unter welcher man die Brut in's Freie laufen laßt. Die Steine wirft man rückwärts über sich, dabei sprechend:
Durch diese Handlung werden die Thiere gegen die genannten
Räuber geschützt. Zum Schlusse dieses Abschnittes sei noch angeführt,
daß Hühner gut legen, wenn man sie am Sylvesterabend mit weißen
Erbsen füttert. (Samland.) Im Kreise Goldap nimmt man am ersten Weihnachtsfeiertage
und am Neujahrstage einige Hände voll Erbsen in der Tasche zur Kirche
mit und rührt dieselben während des Segens dreimal um. Heimgekehrt,
füttert man Enten, Gänse, Hühner etc. damit, was deren
Fruchtbarkeit fördern soll. (An den genannten Tagen - oft schon beim
ersten Hahnenschrei - füttert man dort zu gleichem Zwecke sämmtliches
Vieh mit ungedroschenem Getreide oder mit Körnern aller Art.) - In
Masuren schüttelt man am Sylvesterabend den Grenzzaun und spricht
dabei: Die Eier sind für uns, und das Krakeln für euch! Die
Folge davon ist, daß die Hühner des Nachbarn auf dem Hofe des
Sprechenden die Eier legen und auf dem ihres Herrn krakeln gehen. (Töppen,
S. 66.) Quelle: H. Frischbier, Hexenspruch und Zauberbann.
Ein Beitrag zur Geschichte des Aberglaubens in der Provinz Preußen,
Berlin 1870. S. 127ff |