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Beim Buttern.

Bei Bereitung der Butter, dem sogenannten Buttern, sind noch allerlei Gebräuche im Schwange, welche das Geschäft fördern oder etwaigen Zauber beseitigen sollen.

Damit man schnell und viel Butter gewinne, faßt man beim Beginn des Butterns den Stab des Butterfasses mit verkehrten Händen und stößt ihn so dreimal in's Butterfaß. Darauf bringt man die Hände in die übliche Lage und setzt das Geschäft des Butterns fort. Man muß jedoch darauf sehen, daß man mit dem Butterfasse nicht unter einem Balken zu stehen kommt, man würde dann keine Butter bekommen. (Wehlau.)

Ein Klettenblatt unter dem Butterfasse bewirkt die schnellere Bildung der Butter. (Dönhoffstädt.)

In Masuren legt man zu gleichem Zwecke ein Geldstück in den Schmand (Sahne), steckt ein Messer unter den Reifen des Butterfasses oder legt einen Kamm unter dasselbe. Je schmutziger dieser ist, desto besser wird die Butter.
(Töppen, S. 100.)

Frauenzimmer, welche eine Maulwurfsgrille mit der flachen Hand auf der Erde zerdrückt haben, machen stets leicht Butter. (Ebenda.)

Während des Butterns spricht man nachfolgenden Spruch:

Botta, Botta Lenze,
Kam't von alle Grenze,
Botta, Botta ut er Stadt,
Kam't bi mi ön't Botterfatt! (Dönhoffstädt.)

Hat man lange Zeit vergeblich gebuttert, so kann man annehmen, daß die Milch, welche die Sahne gegeben, verhext worden ist. Um den Zauber zu bannen, gieße man die Sahne aus dem Butterfasse und fülle dieses mit Wasser. Dann gehe man zur Grenzmarke, nehme von dort drei Feldsteine, mache diese glühend und lege sie in's Butterfaß. Ist nun das Wasser mit den Steinen kalt geworden, so nehme man diese heraus, gieße das Wasser aus und trage die Feldsteine wieder an ihren alten Platz zurück. Doch sehe man sich auf dem ganzen Wege nicht um. Jetzt gieße man die Sahne wieder in's Butterfaß, fange von neuem zu buttern an und man wird sogleich Butter haben. (Samland.)


Quelle: H. Frischbier, Hexenspruch und Zauberbann. Ein Beitrag zur Geschichte des Aberglaubens in der Provinz Preußen, Berlin 1870. S. 124f
Für SAGEN.at korrekturgelesen von Gabriele U., Juli 2005.
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