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Das Rätsel der Krapfenschnapper

Von den vielen Bräuchen rund um Allerheiligen und Allerseelen ist das Krapfenschnappen oder Krapfenbetteln in Osttirol und in einigen Südtiroler Tälern besonders interessant.

Fast überall sind es Buben oder junge Burschen, die vermummt von Haus zu Haus ziehen und auf Kommando ihre sonderbaren, verschiedenen Tierköpfen nachgebildeten Klappern betätigen. Dafür bekommen sie von der Bäuerin neben anderen kleinen Geschenken vor allem Krapfen, womit für manche Volkskundler die Beziehung des so rätselhaft scheinenden Brauchs zum Fest der Toten hergestellt ist: Krapfen sind nämlich ein altes Kult- und Weihegebäck, das man häufig auch auf Gräber legte.

Zwei der ältesten und originellsten „Krapfenschnapper",
die von den Buben in Patriasdorf/Lienz heute noch alljährlich verwendet werden.
© Tiroler Volkskunstmuseum, Bildarchiv




Die Patriasdorfer Krapfenschnapper in Aktion.
Ganz verängstigt versteckt sich ein kleines Kind.
© Meinrad Pizzinini



Das Austeilen der Krapfen als ein altes Kult- und Weihegebäck
gehört zum Zeremoniell des Besuchs der Krapfenschnapper, daher auch der Name.
© Elisabeth Gaggl




Viele Orte des Lienzer Raumes und des Pustertals kennen den Brauch des Krapfenschnappens, Krapfenschnaggelns oder Krapfenbettelns in jeweils etwas anderer Form. Hier eine Gruppe in Dölsach bei Lienz.
© Heimatwerbung, Bildarchiv