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13. August

Kassian, Gertrud, Hippolyt, Ludolf

Wie das Wetter an Kassian,
hält es mehrere Tage an.

Legende:

Kassian (13. August) wurde als Bischof abgebildet mit Hirtenstab und Buch.

Ein Albrecht Dürer gar hat sich auf seiner Reise nach Italien in einer Felsenge des Eisacktales hingesetzt, seinen Zeichenblock hervorgeholt und das Bild festgehalten: Etwas erhöht über einem Flusse drückt sich, von ihm beengt, ein Städtchen an einen hoch aufstrebenden Fels. Wo der in den Himmel hinein sich wölbt, stehen an den Rand gebaut Mauern mit Zinnen und Türmen und ein breites, klosterähnliches Gebäu: das Kloster Säben über dem Städtchen Klausen.

Der Maler ahnte wohl kaum, daß da oben im Lichte des Himmels die Wiege der mächtigen, fürstlichen Diözese Brixen steht, leuchtend, strahlend im Glanz der Sonne, während unten das Städtchen demütig sich an den Felsen duckt.

Ja, unten lag noch alles im Schatten des Heidentumes, als der Verkünder des Lichtes, der aufgehenden Sonne über die Menschheit, aus dem Süden kam und das Evangelium Christi verkündete.

Der Apostel hieß Kassian.

Man weiß aus seinem Leben nicht sonderlich viel.

Vom Erzbischof von Aquilea wurde er zum Wanderbischof und Missionär geweiht und wählte den Stationsort Sabiona zum Mittelpunkt seines Wirkens. Viele ließen sich taufen und es bildete sich bald eine christliche Gemeinde.

Er entkam nach Imola und wurde dort Lehrer.

Dort erlitt er 407 den Märtyrertod.

Bereits im 6. oder 7. Jahrhundert ward Kassian zum Schutzpatron der Diözese Brixen erwählt.

Sage:

Auf dem Felsen von Süden (Sabiona) erbaute er eine Marienkirche und traf Anstalt, diese Höhe zum Bischofssitze zu machen. Kassian stürzte die Götzenbilder samt ihren Altären um. Dies verdroß die Heiden so, daß sie ihn in jenem Turm von Süden gefangen setzten, der jetzt noch hinter der heiligen Kreuzkirche steht und nun eine Kapelle ist. Es gelang ihm aber, sich frei zu machen und er floh so schnell ins Tal hinab, daß er nur auf drei Steine aufsprang, denen sich seine Füße eindrückten. Ein solcher Tritt ist noch sichtbar.

Brauchtum:

Und noch immer blieb einer der größten Festtage dieser Diözese der Kassiani-Sonntag, seit 1733 am zweiten Sonntage nach Ostern gefeiert. Von nah und fern kommen die Kreuzgänge. Die Silberbüste mit einer Reliquie des Heiligen ist zur Verehrung ausgestellt und wird dann in großer, prangender Prozession durch die Straßen von Brixen getragen.

Quelle: Heilige im Südtiroler Volksleben, Hans Matscher, Brixen 1961, S. 59f

 


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