SAGEN.at >>Informationen, Quellen, Links >> Dokumentation >> Lostage

   
 
4. Juli

Berta, Ulrich, Werner, Berthold, Bruno

A Fauler bringt's Heu guat ein,
wenn St. Ulrich Sonnenschein.

Legende:

Ulrich (4. Juli), starb als Bischof von Augsburg 973 und gilt als "Brunnenheiliger".

Ein griechischer Dichter hat schon das Wasser als das Beste aller Dinge gepriesen und es gab heilige Quellen in heiligen Hainen, wie es im Christentume alte Quellkirchen (siehe Medardus in Tartsch, St. Felix in Marling) und Gnadenquellen gibt.

Ulrich fällt auch in den Eintritt zur heißen Jahreszeit, wo sogar das Wasser der Brunnen mundet.

 

Volkskundliche Hintergrundinformationen:

Ulrichsbründeln sind besonders heilsam für Augen und das Wasser des Stilfser Ulrichsbrunnen trinkt der ganze Vinschgau als heilsam.

Es wurde auch Erde vom Grabe Ulrichs in der Afrakirche in Augsburg für wirksam gehalten, besonders gegen Ungeziefer, Mäuse und Ratten.

Dem Heiligen ist bei uns manche Kirche und Kapelle geweiht, ja in Gröden sogar ein ganzes, schönes Dorf, was sich daher schreibt, daß das Hochstift Augsburg Weingüter und Höfe in Südtirol besaß.

Der Brunnenheilige waltete aber nicht ausschließlich als Wasser-Patron, sondern auch als der eines gesegneten Trunkes des in Augsburg ja bekannten Südtirolers. Womit keineswegs erwiesen ist, daß Ulrich etwa übermäßige Trinkgelage gesegnet hätte. Freilich war im Schlosse Firmian (Sigmundskron) ein vom Heiligen benutzter Kelch aufbewahrt, aus dem ein Trunk von schweren Beängstigungen befreite.

Möglicherweise stammt von daher der Spruch: "Den heiligen Ulrich anrufen!", wenn man von gewissen "Beängstigungen" befreit sein möchte, die meistens durch "zu viel des süßen Weines" erklärbar sind.

Brauchtum:

Heute noch werden da und dort Ulrichskreuze in die Äcker eingegraben als Schutz gegen Ungeziefer: kleine Kreuze aus Messing ähnlich dem eisernen Kreuze mit der Abbildung der Schlacht am Lechfeld, in der Ulrich 955 die Seinen gegen die Ungarn siegreich und heldenhaft führte.

 

Quelle: Heilige im Südtiroler Volksleben, Hans Matscher, Brixen 1961, S. 39f

<< vorheriger Tag
zurück zum Kalender
nächster Tag >>
zurück zu Nachschlagewerken