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24. Juni

Johann d. T., Reingard, Bartholomäus

Johannisregen
bringt keinen Segen. -

Vor Johanni bitt um Regen,
nachher kommt er ungelegen. -

Wenn der Kuckuck nach Johanni schreit,
ruft er Mißwachs und teure Zeit. -

Vor Johannestag
keine Gerste man loben mag. -

Tritt auf Johannis Regen ein,
so wird der Nußwachs nicht gedeihn. -

Regnet's auf Johannistag,
ist's der Haselnüsse Plag.

Legende:

Johannes der Täufer (24. Juni) ist leicht erkennbar an seiner mehr oder minderen Bekleidung mit einem Fell und an einem langen Stab, der oben in einem Kreuze endigt, als Zeichen, daß der Heilige Vorläufer Christi ist.

Allenthalben ist sein Martyrium bekannt, die Enthauptung, da er den König Herodes öffentlich ermahnte, sein Sündenleben mit der Frau seines Bruders aufzugeben.

Johannes ist Schutzpatron vieler Ortschaften und von noch mehr Kirchen, z.B. des alten Mönchsklosters in Taufers (Vinschgau), weiters der Hirten und Herden, schließlich der Schneider (obwohl sie an ihm gewiß wenig verdienten).

Kopf des Johannes © Martin Morscher
Salome tanzt für Herodes (ganz links) und fordert den Kopf des Johannes
berühmte Szene aus dem größten erhaltenen romanischen Freskenzyklus!
Unesco Weltkulturerbe: Kloster St. Johann in Müstair (Münster), Schweiz
© Dr. Martin Morscher, Mai 2005

Volkskundliche Hintergrundinformationen:

Des Heiligen Fest wurde von der Kirche in die Nähe der Sonnenwende gesetzt, und damit gingen die Vorstellungen und Gebräuche der heidnischen Sonnwendnacht auf den Vorabend von St. Johannis über, was schon seit 1181 nachgewiesen werden kann. Das Feuer soll als Läuterung und Kraftspender für Mensch und Tiere wirken, wie z.B. im Sprunge durch die lohende Glut.

Aberglaube:

In seinem Schutze stehen auch die Johannisbeeren und das Johannisbrot (ceratonia siliqua), weil sie der Heilige gesegnet und gegessen habe, und das Johanniskraut (hypericum perforatum), dessen roter Saft an das Blut der Enthauptung erinnert. In der Johannisnacht blühen die Farnkräuter. In Prad gibt die Glocke abends nur ein kurzes Zeichen, das als Glücksaugenblick gilt. Wer da z. B. einen Vierklee findet, ist ein Glückskind.

Johanniskraut  © Berit Mrugalska
Johanniskraut
© Berit Mrugalska, Sommer 2004

Für Heiratslustige ist die Johannisnacht bedeutungsvoll. Das Mädchen braucht während des Abendläutens nur mit der rechten Hand schnell einen Kranz zu winden und nachts unter den Kopfpolster zu legen, dann erscheint ihr im Traume das Bild des Geliebten. Im Sarntale gehört dazu das "Goschal" (Gauchheil oder die Schafgarbe). Die Pustetalerinnen werfen den Kranz auf die Bäume.

In der Johannisnacht blühen auch die Schätze in "verlorenen Erzgruben". Wer um Mitternacht zu einer Stelle kommt, wo das Silber schläft, sieht es glühen und glänzen, wie es z. B von den Aichleitnern berichtet wird, die um Mitternacht noch verlorenes Vieh suchten. Sie schlichen davon, um mehr Leute zu holen und geweihte Sachen, allein bei der Rückkunft war aller Johanniszauber verschwunden.

Quelle: Heilige im Südtiroler Volksleben, Hans Matscher, Brixen 1961, S. 35ff

Die Johannisnacht ist in vielen Gegenden mit Aberglauben belegt - bitte verwenden sich unsere Suchfunktion!

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