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16. Mai

Johannes Nepomuk, Ubald, Adalbert, Peregrin von Auxerre

Zusammengestellt von © SAGEN.at

Heiliger Johann Nepomuk,
halt uns die Wassergüss zurück.

An allen Wegen, Stegen und Brucken
Stehen hölzerne und steinerne Nepomuken.

Johannes Nepomuk © Wolfgang Morscher
Der "Brückenheilige", und damit einer der am häufigsten dargestellten
Heiligen, Johannes Nepomuk, Glurns (Südtirol)
© Wolfgang Morscher, 17. Mai 2005

Legende:

Johannes von Nepomuk (16. Mai) ist - abgesehen von Maria - neben Sankt Florian wohl einer der häufigst dargestellten Heiligen und zwar meist als Statue.

Und stets ist er angetan mit der Priester-Kleidung, einem weißen Chorrock und schwarzem Barett, das Haupt umgeben von fünf Sternen, er trägt den Gekreuzigten im gebogenen Arm oder hält den Zeigefinger vor den Mund, als ob er Schweigen geböte. In letzterer Haltung steht er da und dort auf Beichtstühlen.

Eine solche Darstellung geht aus der Legende hervor ob seiner standhaften Wahrung des Beichtgeheimnisses der Gemahlin des Königs Wenzel von Böhmen, der um ihre Sünden wissen wollte. Doch Johannes schwieg beharrlich, weswegen ihn der erzürnte Herrscher foltern und dann am 20. März 1393 in die Moldau werfen ließ. Fünnf Lichter aber offenbarten die Lage des Leichnams.

Dem heiligen Florian war ja der gleiche Tod beschieden gewesen, und er galt einstmals auch als Wasserpatron, und im Mittelalter besonders auch der heilige Nikolaus, doch Nepomuk lief beiden darin den Rang ab. Seine Verehrung als solcher und Wahrer des Beichtsiegels setzte namentlich im 17. Jahrhundert ein gegen die Lehren von Hus und Ziska. Sie ward hauptsächlich betrieben von den Jesuiten, deren zweiter Schutzpatron Nepomuk ist.

Außerdem ist er Schutzherr der Schiffer, der Verleumdeten und der Lungenleidenden.

Volkskundliche Hintergrundinformationen:

Er war ja im frühesten Mittelalter der Schutzpatron gegen Wassergefahr in Südtirol. Es dürfte sich auch damit erklären lassen, daß die von der Passer ständig bedrohte Stadt Meran ihre Kirche dem hl. Nikolaus weihte.

Brauchtum:

An vielen Orten, namentlich von Wildbächen oder Überschwemmung bedrohten, werden an seinem Tage eigene Andachten gehalten. Umgänge mit Segen des Baches von der Brücke, meist als Rest von erlittenen Wassereinbrüchen. Am eigenartigsten gestaltete sich wohl das Nepomuk-Fest in Wans am Jausen unter großem Zulaufe.

Begangen wird die Feier erst am Tage des Namensbruders Nepomuks am 24. Juni (Johannes der Täufer). Am 16. Mai hindern oft noch Schneemassen und schlechte Wege die Abhaltung des Festes: die altüberlieferte Übertragung des Nepomuk-Standbildes. Am frühen Morgen zieht die Prozession unter Böllerknall und Musikschall aus der Kirche von Walten taleinwärts zum Wanser Kirchlein, wobei im Freien die vier Evangelien gehalten werden.

Dann beginnt die historische Übertragung des Wasserheiligen. Seine lebensgroße Statue liegt auf einer künstlichen Insel im rauschenden Bach. Von Ufer zu Ufer sind Bretter gelegt. Die Priester gehen über den Notsteg, tragen Johannes ans Land und legen ihn auf ein Purpurbett (in gröberen Zeiten war es ein Strohsack). Vier Burschen in Tracht tragen ihn zum Kirchlein auf ein kunstvoll und geziertes Podium. In ältesten Zeiten wurde übler mit den Heiligen verfahren: er wurde beim Wanser Wirt in den Waltnerbach geworfen und weiter flußabwärts herausgefischt, wohl als eindringliche Mahnung an ihn, welche Gefahren das reißende Gewässer in sich birgt, und wie nötig man Neepomuks Schutz hat.

Durch Jahrhunderte hindurch haben die Waltener und Wanser an diesem Brauche festgehalten, dessen Ursprung in älteste Zeiten reicht. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß in frühchristlichen Zeiten diese Feier dem ursprünglichen Wasserheiligen St. Nikolaus galt.

Quelle: Heilige im Südtiroler Volksleben, Hans Matscher, Brixen 1961, S. 26ff

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