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7. Jänner

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Reinhold, Valentin von Rätien, Sigrid, Tilmann, Isidor

St. Valentin nimmt die Feiertag hin.

Fährt der Bauer im Januar Schlitten,
muss er im Herbst um Sä-Frucht bitten.

St. Valentius-Eier, sein gschenkt a no z'teuer.

Legende Valentin von Rätien:

Valentin (14. Februar)*
Er kam zur Zeit der Völkerwanderung um die Mitte des 5. Jahrhunderts angeblich als flüchtiger und vertriebener Bischof von Passau in die Gegend, die man heute Burggrafenamt nennt, und ließ sich in Mais nieder. Die Sage weiß, er habe im alten Schlosse Neuberg (später Trautmannsdorf) in der Nähe der Kirche ein Zimmer als Zelle bewohnt und sei dort gestorben.

Beigesetzt wurde der Leichnam in der Kapelle des hl. Zeno des Castrum Majense auf dem Zenoberge, aber er fand dort nicht ewige Ruhe. Valentin genoß schon zu Lebzeiten eine hohe Verehrung und schon 565 gab es dem Valentin geweihte Kirchen in unserem Gebiete. Im 8. Jahrhundert zur Zeit Korbinians war das Grab eine Wallfahrtsstätte. Die Langobarden unter Leitprand brachten dreihundert Jahre nach der Bestattung seine Leiche nach Trient. Herzog Tassilo von Bayern jedoch überführte sie nach Passau, wo sie verblieb.

* Valentin von Rätien wird oft mit Valentin von Terni verwechselt, aufgrund der geschilderten Legende handelt es sich um Valentin von Rätien!

Sonnenuhr in Nauders © Berit mrugalska
Sonnenuhr in Nauders (Tirol)
Muttergottes mit Jesuskind als Himmelskönigin
darunter zwei Heilige und Engel mit Vanitassymbol
rechts der heilige Valentin von Rätien, links eins Bettelmönch oder Wanderprediger
© Berit Mrugalska, 17. September 2004

Hintergrundinformation aus volkskundlicher Sicht:

Das Hochaltarbild von Nauders zeigt den Heiligen in bischöflichem Ornate, wie er auf die Ortschaft zuschreitet, um die Bewohner für das Christentum zu gewinnen. Und auf dem Triumphbogen der Valentinskirche in Obermais (Meran), wo der Heilige bereits ein Kirchlein errichtet haben soll, predigt er den Rätiern.

Sagen zum heiligen Valentin: Der heilige Valentin und die Schlösser

Mit diesen beiden Bildern ist bereits die überragende Bedeutung Valentins als Glaubensapostel in Rätien, wozu das nachmalige Tirol gehörte, angedeutet.

Die hohe Verehrung Valentins bezeugen auch die vielen ihm geweihten und über ganz Südtirol verstreuten Kirchen wie St. Valentin auf der Haide, Eppan, Preitenbach, Valgenäun bei Stilfes, Brenner, Obervintl und Pfalzen. Die Valentinskirche in Obermais stand lange Zeit in Mode als Trauungsort.

Brauchtum:

Valentin ist Schutzpatron der Haustiere, insbesonders bei Viehseuchen, hauptsächlich gelten dafür die Kirchen von Obervintl und Pfalzen im Pustertale. Er ist auch Helfer bei Fallsucht (Epilepsie), Vergicht und Fraisen. Eine ziemlich umständliche und nicht ganz ungefährliche Kur gegen Zahnweh und Grimmen dürfte ein Stücklein Holz gewesen sein, das man von einem Valentinaltare schnitzeln und verschlucken mußte.

Quelle: Heilige im Südtiroler Volksleben, Hans Matscher, Brixen 1961, S. 9ff, © www.SAGEN.at

 

Legende Reinhold (Reinold, Reinald) von Köln:

Der Heilige Reinhold wurde im 10. Jh als Adeliger geboren und ist um 960 in Köln gestorben. Er gehörte den Benediktinern von St. Pantaleon in Köln an und half beim Aufbau des "Alten Domes" mit. Durch seine Unermüdlichkeit wurde er bald zum Vorarbeiter und durch seine Genauigkeit zog er bald den Zorn der Steinmetze auf sich. Der Legende nach soll der Heilige von Steinmetzen erschlagen worden sein, seine Gebeine wurden nach Dortmund gebracht, wo sie heute als Reliquien in der Propsteikirche (Reinoldikirche) verehrt werden. Auch in Köln und in Toledo (Spanien) finden sich Reliquien.

Reinhold von Köln ist der Patron der Steinmetze, Bildhauer und Maurer, der Stadt Dortmund und gehört zu den Pestpatronen.

Attribute:

Dargestellt wird der Heilige Reinhold von Köln als Mönch (oder Ritter) mit Maurerkelle und Hammer.

Sagen zum heiligen Reinhold:

Sankt Reinoldus (von Montalban)

Die Ev. Reinoldikirche in Dortmund ist einzigartig in Westfalen, um ihren Schutzpatron ranken sich viele Legenden. Erstes Dokument ist eine altfranz. Sage "Von den vier Heymonskindern (und dem Wunderroß Beyard)".
Heymon von Dordogne führte lange Krieg gegen Karl den Großen. Er bekam später dessen Schwester Aya zur Frau, aber Karl verweigerte seine Teilnahme an der Hochzeit. Frau Aya versteckte ihre vier Söhne nach der Geburt, da Heymon einmal Karl geschworen hatte, alle Karlserben zu töten. Reinold war der jüngste und mutigste: "ein Falke unter den Sperbern". Als Karl seinen Sohn Ludwig krönen lassen wollte, wurden alle Verwandten eingeladen.
Nun hielt Frau Aya den Zeitpunkt für richtig und stellte Heymon die Söhne vor, die im Kloster aufgewachsen waren. Er umarmte sie sogleich voll Freude und schlug sie zu Rittern. Reinold bekam das Roß Beyard als Geschenk. -Alle vier Brüder konnten darauf reiten, es konnte auch fliegen- Bei den Turnieren tat sich Reinold als Bester hervor.
Karl war nun versöhnlich und nahm die Brüder zu Lehnsmännern, was Ludwigs Neid hervorrief. Es gab Streit und die Heymonssöhne mußten fliehen. Sie erlebten viele auswärtige Abenteuer mit dem Wunderroß.
Aya war stets bestrebt, die Fronten zu versöhnen. Als Karl einwilligte bestand er jedoch darauf, daß Beyard
ertränkt wurde. --
Danach gab Reinold aus Kummer sein Rittertum auf und ging als einfacher Mönch nach Köln. Dort wurde er "Sankt-Peters-Werkmann", er arbeitete als Handwerker beim Dombau mit. Neidische Männer erschlugen ihn und warfen ihn in den Rhein. Sein Leichnam wurde in einem Sack treibend gefunden und ehrenvoll bestattet. Sein Grab wurde bald zum Wallfahrtsort. Die Dortmunder erbaten sich nun Reinold als Schutzpatron für ihre neue  Kirche, dies lehnte aber der Bischof ab. Als dieser den Leichnam jedoch auf einen Karren laden ließ, um ihn in eine andere Kirche zu verbringen, setzte sich dieser von selbst in Bewegung und rollte nach Dortmund bis zu der neu erbauten Kirche. Dort sind noch heute seine Gebeine. --
Der Heilige beschützte immer tatkräftig seine Stadt: Als die Märker nachts die Stadt überfielen, hörte ein Wächter mit dem Namen Wunder: Wunder, schlag die Glocke! Dreimal rief die laute geisterhafte Stimme, dann
war plötzlich ein helles Licht am Himmel, das die Feinde gut sichtbar machte. Dies geschah 1352.  --
Zum Dank für die Errettung hielten die Dortmunder jedes Jahr am Montag nach Laetare eine
Prozession ab. -
1377 stand Reinold mit erhobenem Schwerte auf der Stadtmauer und fing die steinernen Kanonenkugeln des feindlichen Grafen von Berg mit bloßer Hand auf und warf sie zurück! So vermischt sich in Reinold der Ritter mit dem Mönch, der in Köln "zur Ehre Gottes" (Dombau) in den Tod ging. -
In Dortmund sind diese Geschichten noch sehr "lebendig", der Vorname war hier auch sehr verbreitet.

Quelle: Nacherzählt von Ulrike Berkenhoff, E-Mailzusendung Februar 2009.

Brauchtum:

Als Stadtpatron findet er besondere Verehrung in Dortmund, aber auch im gesamten Bergischen Land, wo er besonders als Zunftpatron gefeiert wird.

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