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6. Jänner

Heilige Drei Könige, Erscheinung des Herrn

Ist Dreikönig hell und klar,
gibt's viel Wein in diesem Jahr.

Die heiligen drei Könige mit ihren Gaben, Reith bei Seefeld © Berit Mrugalska,
Die heiligen drei Könige mit ihren Gaben, Reith bei Seefeld
Fassadenbild an einem Bauernhaus, 1948
© Berit Mrugalska, 13. September 2004

Brauchtum:
In den Tagen vor "Heilige drei Könige" ziehen in Tirol (und katholischen Raum) die Sternsinger von Tür zu Tür. Die als Könige verkleideten Kinder (meist Ministranten) singen Weihnachtslieder und bringen den Haussegen. Sie schreiben dabei mit geweihter Kreide drei Kreuze und die Buchstaben C, M, B sowie die Jahreszahl an den Türstock. Die Sternsinger sammeln Spenden für ein Projekt, welches wiederum Kindern zu Gute kommt und bekommen selber einige Süßigkeiten zugesteckt. In manchen Gegenden bringen die "heiligen drei Könige" jedem Haushalt geweihte Kreide und Weihrauch (Harztropfen), singen und beten mit der Familie. Der eigentliche Haussegen wird am Abend des 6. Jänners vorgenommen, alle Familienmitglieder gehen wie bei einer Prozession durch das Haus bzw. gehen den Hof ab. Es wird Rosenkranz gebetet, mit Weihrauch geräuchert, jedes Zimmer mit Weihwasser besprengt und mit geweihter Kreide den Segen an Tür oder Türstock geschrieben. Im Volksmund wird C † M † B † als Capar, Melchior und Balthasar ausgelegt. Leitet sich aber von dem Segen "Christus mansionem beneficat" - Christus segne dieses Haus ab.

Siehe auch Am Dreikönigstag

Anbetung der Könige © Berit Mrugalska
Anbetung der Könige (Epiphanie) von Cosimo Piazza 1606
Hochaltarbild in der Kapuzinerkirche Innsbruck
© Berit Mrugalska, 17. März 2004

Siehe auch Caspar, Melchior, Balthasar

 

Sagen und Legenden um die drei heiligen Könige und dem gleichnamigen Schrein im Kölner Dom:

Die Geschichte zum Schrein im Kölner Dom

Kaiser Barbarossa (Rotbart) belagerte 1161 die Stadt Mailand, nach einer Hungersnot mußte diese sich 1162 ergeben. Der Bürgermeister war dem Kaiser verhaßt, er sollte nach der Niederlage gehängt werden. Nun stand dem Kaiser als Kanzler der Erzbischof von Köln zur Seite, Graf Reinald von Dassel. Dieser hatte ausspioniert,
daß in einem Nonnenkloster die Gebeine der Heiligen Drei Könige versteckt wurden. Die Äbtissin war aber des
Bürgermeisters Schwester. Sie machte mit dem Kanzler einen Deal (würde man heuer sagen). Dieser erbat vom Kaiser für seine Dienst nur so viel Lohn, wie die Äbtissin auf ihrem Rücken tragen könne. Er
bekam das kaiserliche Wort. Natürlich hatte dieser an Klosterschätze und dergleichen gedacht. Aber tief gebeugt, ihren Bruder auf den Rücken tragend, lief die kluge Frau aus der Stadt. Der grimmige Rotbart mußte sein Wort halten. Die ersehnten Gebeine für seine Stadt Köln ließ der Erzbischof schnell fortbringen. Bevor gegenerische Ritter ihm diese Kostbarkeiten abjagen konnten, versteckte er sie in drei Särgen als gefallene Krieger, die in die Heimat überführt werden sollten. So kam die Fracht ungehindert an den Rhein und mit dem Schiff nach Remagen. Dort geleitete der Dekan des Kölner Domkapitels, Phillipp von Heinsberg, sie unter Jubel und Glockengeläut an ihren Bestimmungsort, den Dom. Dadurch wurde Köln noch berühmter und nahm
drei Kronen ins Wappen auf. Der goldene Dreikönigsschrein ist Ziel vieler Wallfahrten.

Zug der drei Könige, Tympanon-Relief über dem Portal der Ritterkapelle in Haßfurt

Zug der drei Könige, Tympanon-Relief über dem Portal der Ritterkapelle in Haßfurt, um 1430 (Kreis Haßberge, Unterfranken, Bayern)

 

Statuen der drei Könige an einem Eckhaus in Lörrach

Statuen der drei Könige an einem Eckhaus in Lörrach (Baden-Württemberg)

 

Anbetung der Könige, Dom St. Markus, Venedig

Anbetung der Könige, Dom St. Markus, Venedig

 

Ausleger des ehemaligen Gasthauses "Drei Könige", Wangen im Allgäu

Ausleger des ehemaligen Gasthauses "Drei Könige", Wangen im Allgäu (Kreis Ravensburg, Baden-Württemberg)



Quelle: Nacherzählt von Ulrike Berkenhoff, E-Mailzusendung Februar 2009.
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