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Schloß Ried an der Talfer.

Zu der Zeit als Ludwig der Brandenburger, der jugendliche Gemahl Margaretha's, der Maultasche, seine Kämpfe gegen den Tiroler Adel führte, das heißt in der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts, und in seinem Namen der Landeshauptmann Konrad von Teck arge Strafgerichte über die Aufständischen ergehen ließ, wird zum ersten Male das von der reißenden Talfer umspülte Schloß Ried genannt.

Dieses Castell steht in einer der burgenreichsten Gegend des Landes, an der Ausmündung des Sarntales, am nördlichen Rand des Bozener Bodens, dort wo der von den Flüssen angeschwemmte Grund sich an die Porphyrfelsen legt.

Runggelstein, der alte rhumreiche Sitz des Minnesängers Konrad des Vintlers, erhebt sich nebenan, und hoch darüber ragen die Trümmer des Fingeller Schlosses und noch höher Rafenstein - das Luginsland der ganzen Gegend - und zur Rechten, nur auf steiler Felstreppe zugänglich die schier gänzlich in einen Schutthaufen verwandelte Veste der Edlen von Wangen.

Wohl an Wildheit der nächsten Umgebung, aber nicht an geschichtlichem Glanze kann sich die Burg der Edlen von Ried mit ihren Nachbarinen vergleichen. Sie erscheint in den Urkunden nicht früher als die Haselburg und andere Schlößer der Bozener Gegend, in den Tagen, in welchen jener Brandenburger seines mühevollen Herrscheramtes waltete. Als ihr erlauchtester Eigentümer wird der ritterliche Kaiser Maximilian genannt, der sie zu Anfang des sechzehnten Jahrhunderts besaß.

Schloss Ried an der Talfer, www.SAGEN.at

Schloß Ried an der Talfer

Schon früher, weit vor dem gänzlichen Herabkommen ihrer Nachbarinen, sank Ried. Die Veste wurde ein Zollhaus, dann verfiel sie. Anton von Ingram stellte sie zum Teile wieder her und umgab sie mit edlen Fruchtbäumen, mit seltenen Reben und allerlei Ziergewächs. Aber die Talfer, gegen welche sich die Stadt Bozen selbst durch hohe Steindämme schützt, der wilde Fluß, der von entholzten Berghängen und geschändetem Waldland so viel Schutt herabreißt, überdeckte oder verschlang dies Alles in einer Nacht.

Ried ist von herrlicher Landschaft umgeben - es würde mehr gefeiert werden, wenn nicht ein berühmterer Altersgenosse es nachbarlich verdunkelte - Runggelstein.

Quelle: Heinrich Noe, B. Johannes, Die Burgen von Tirol in Bild und Wort, Partenkirchen ca. 1890, Nr. 15.

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