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  Ludwig von Hörmann
 

Zur hundertsten Jährung seines Geburtstages

Am 12. Oktober waren es hundert Jahre, seitdem Ludwig von Hörmann als der Sprößling eines alten Tiroler Beamtenadels in Feldkirch, wo sein Vater in Amt und Würden stand, das Licht der Welt erblickte.

Die Familien Hörmann entstammen einem alten Kaufbeurer Geschlecht. Ihr erster sichergestellter Ahne ist Johannes Hörmann, der im Jahre 1403/04 Bürgermeister in Kaufbeuren war. Dessen Enkel Georg (gestorben 1469) scheint erstmalig in Tirol auf, und zwar als fuggerischer Handelsfaktor in Nals (Vintschgau). Auch dessen nächste Nachkommen finden wir in fuggerischen Diensten in Nals. Im Laufe des 16. Jahrhunderts müssen die Nalser Hörmann in landesfürstlichen Dienst übergetreten sein, und zwar dürften sie nach Hall ihren Wohnsitz verlegt haben. Im Jahre 1585 verlieh Erzherzog Ferdinand den vier Brüdern Leonhard, Hans, Wolfgang Christoph und Balthasar Hörmann einen Wappenbrief mit Lehenartikel. Von dem ältesten dieser Brüder, Leonhard, der den Titel eines erzherzoglichen Leibtrabanten führte, ist in der alten Pinakothek in München ein von Leandro Bassano (1558 bis 1623) gemaltes Bildnis erhalten, das ihn in schwarzer Hoftracht und in einem Buche schreibend darstellt, also ihn wohl in hervorragender Amtsstellung vermuten läßt. Dessen jüngerer Bruder Hans pflanzte die Familie fort. Sein in Hall geborener Sohn Georg wanderte 1611 nach dem damals österreichischen Städtchen Saulgau im heutigen Württemberg aus und starb dort als "Stadtrechner". Dessen Enkel Thomas (1660 bis 1727) lebte noch als Chirurg, Stadtammann und zeitweiliger Bürgermeister in Saulgau, Aber schon sein Sohn Johann Heinrich (1694 bis 1763) kehrte wieder in den österreichischen Staatsdienst zurück und wurde zuerst "Raitrat" in Innsbruck, dann Oberbuchhalter der vorderösterreichischen Raitkammer in Konstanz und Freiburg. Johann Heinrichs Sohn Johann Joseph (1719 bis 1796) war durch vierzig Jahre (1747 bis 1787) Landgerichtsschreiber der Grafschaft Hörtenberg bei Telfs. Er wurde im Jahre 1785 in den erbländischen Adel mit dem Prädikat "Hörbach" erhoben. Von dessen zwei Söhnen war der ältere Johann Ignaz (1750 bis 1810) Dr. jur., k. k. Kammerprokurator, Appellationsgerichtsrat und einer der angesehensten Professoren an der Universität in Innsbruck. Er erfreute sich auch von Seite der bayerischen Regierung eines besonderen Vertrauens, noch mehr sein Sohn Josef von Hörmann (1778 bis 1852), der in bayerischen Diensten verblieb und als Gesandtschaftsrat vom König wiederholt mit wichtigen Missionen betraut wurde.

Er war auch literarisch tätig, war neben Andreas Aloys von Dipauli, Gottfr. Primisser und Al. Röggl ein Hauptmitarbeiter am "Sammler für Geschichte und Statistik Tirols" (1806 bis 1809) und gab unter anderem im Jahre 1816 die bemerkenswerte Schrift "Tirol unter der bayrischen Regierung" heraus. Im Jahre 1814 in die bayrische Adelsmatrikel eingetragen, eröffnete er die heute noch lebende bayerische Linie der Familie Hörmann von Hörbach. Die tirolische Linie setzte Johann Josefs zweiter Sohn, Michael Alois (1758 bis 1822), Gerichtsschreiber in Hörtenberg, dann Landrichter von Glurns, Bludenz, Sterzing, mit seinen zwei Söhnen Johann Nepomuk (1795 bis 1871), Sekretär der Hof- und Landesbaudirektion in Innsbruck, und Ignaz Johann (1797 bis 1855), k. k. Kameralkommissär, fort. Der Letztgenannte verfaßte unter dem Titel "Anmerkungen zur Jurisdiktions-Norma für Tirol und Vorarlberg" (1797) ein praktisches Handbuch für angehende Richter und Advokaten. Aus seiner Ehe mit Josefa geborene Pfaundler, geschlossen am 19. August 1833, gingen als Söhne unser Ludwig von Hörmann (1837 bis 1924) und dessen Bruder Robert, Dr. jur., gestorben 1928 [sic! richtig: 1936] in Wien als Sektionschef i. R., hervor. Der Ehe Ludwigs mit Angelika Josefine geborene Geiger entsproß 1865 ein Sohn Walther, Hofrat und Univ.-Professor i. R., seit 1896 mit Bertha geborene Schöch vermählt, dessen Söhne und Enkel den Fortbestand der Familie verbürgen.


Ludwig von Hörmann verlebte seine Kindheit im Lande Vorarlberg, dem er zeitlebens eine lebhafte Zuneigung bewahrte, besuchte in Feldkirch und Innsbruck das Gymnasium und studierte dann an der Innsbrucker Universität zuerst die Rechtswissenschaft, dann klassische und germanische Philologie. Seine idealistische Geistesrichtung bezeugt der Umstand, daß er eines der eifrigsten Mitglieder des "Schillerbundes" war, einer vom juridischen Univ.-Prof. August Geyer gegründeten Vereinigung von akademischen Lehrern und Hörern, welche bei ihren Zusammenkünften, namentlich bei ihrer jährlichen Hauptversammlung auf dem Lanserkopf, mit feurigen Reden, Gesängen und Gedichten die freiheitlichen und nationalen Ideale feierten. Nach Vollendung des Hochschulstudiums wirkte Hörmann zunächst als Supplent am Innsbrucker Gymnasium und vermählte sich mit der dichterisch hochbegabten Tochter Angelika des Univ.-Prof. Dr. Matthias Geiger. Im Jahre 1866 ging er zum Bibliothekars-Berufe über, diente als Bibliotheksbeamter in Innsbruck, Klagenfurt, Graz und seit 1877 wieder an der Innsbrucker Universitätsbibliothek, zu deren Direktor er im Jahre 1882 vorrückte. Im Jahre 1902 trat er nach in jeder Hinsicht verdienstlichem Amtswirken in den Ruhestand über, nicht um zu ruhen, sondern vielmehr, um sich nun mit der ganzen Kraft, die er sich bei hoher Rüstigkeit des Körpers und Geistes bewahrt hatte, ausschließlich seinem Lieblingsfache, der heimatlichen Volkskunde und Kulturgeschichte, dem er sich schon in jungen Jahren mit Leib und Seele verschrieben hatte, und der Vollendung seines literarischen Lebenswerkes zu widmen.

Schon einige seiner ersten Veröffentlichungen, "Mythologische Aufzeichnungen" (1864). "Mythologische Beiträge aus Welschtirol" (1870), "Die Saligfräulein und Nörgelen" (1874) ließen neben dem tiefgründigen Gelehrten den hervorragend berufenen Forscher und trefflichen Darsteller der Heimat- und Volkskunde erkennen. Wohl hatten auf diesem Gebiete schon ältere Forscher für Tirol mit Eifer gearbeitet und wertvolle Ergebnisse erzielt: Ludwig Steub, Adolf Pichler, Ignaz Zingerle, Christian Schneller, Heinrich Noe, denen sich Ludwig von Hörmann als jüngster Bahnbrecher zugesellte, aber zugleich als gründlichster und erfolgreichster, der sie alle überholte und überlebte. Während die Genannten entweder nur einzelnen Zweigen der Volkskunde mit besonderer Vorliebe nachgingen oder sich in ihren Schriften mehr so nebenher und gelegentlich mit volkskundlichen Dingen befaßten, setzte sich Hörmann die Volkskunde zur Hauptaufgabe seines Lebens und literarischen Schaffens und seine Forschung umfaßte das ganze Volkstum in Sitte und Brauch, im Wirtschaftsleben, in Sage, Volksgesang und Volkskunst, Tracht, Mundart und Redeweise. Er ist so recht eigentlich der Begründer einer allgemeinen, geographisch und stofflich umfassenden Tiroler Volkskunde.

Ludwig von Hörmann war zeitlebens eine rüstige, wetterharte Wandernatur. Diese erlaubte es ihm, seine Studien auf die zuverlässigste und ergiebigste Art zu treiben, nämlich durch persönliche Anschauung und Erfahrung oder durch unmittelbare Mitteilung aus dem lebendigen Volksmunde, statt seine Kenntnisse aus den papierenen Quellen der Bibliotheken und Archive zu schöpfen. Mit rastlosem, unermüdlichem Forschertrieb durchstreifte er das Land in allen Richtungen, bis in die fernsten Talwinkel und zu den höchsten Siedlungen, und mit Bienenemsigkeit trug er in seinen unzähligen Sammelheften alles zusammen, was unser Volkscharakter und Volksleben noch an bodenständiger Eigenart bietet oder zu seiner Zeit noch bot. Denn in der Erkenntnis, daß diese tirolische Eigenart durch den gleichmachenden Zug der Zeit schwer bedroht ist, war es ihm darum zu tun, von ihr noch so viel als möglich in Wort und Schrift festzuhalten und für die Nachwelt zu retten. Daß vieles von dem, was wir in Hörmanns Schriften finden, heute nicht mehr besteht, vermag ihren wissenschaftlichen Wert nicht herabzusetzen, sondern eher noch zu erhöhen.

Zahllos und fast unübersehbar sind die gedruckten Schriften, die von Hörmanns Feder stammen. Wir müssen hier von den einzelnen Aufsätzen absehen, die in Zeitungen und Zeitschriften, namentlich in allen tirolischen Tages- und Wochenblättern, in Roseggers "Heimgarten", in der "Gartenlaube", in Amthors "Alpenfreund", in der "Alpenpost", in der Alpenvereinszeitschrift, im "Kyffhäuser" und an vielen anderen Orten erschienen sind, absehen und uns auf jene Veröffentlichungen beschränken, die als selbständige Bucherscheinungen oder als wesentliche Bestandteile größerer Sammelwerke herauskamen.

In erster Linie sei da jener zierlichen, bei Liebeskind (Leipzig), später bei Cotta (Stuttgart) verlegten Miniaturbändchen gedacht, die von den achtziger Jahren an, meist in mehreren Auflagen, erschienen und wegen ihres urwüchsigen Inhaltes in ganz Deutschland weiteste Verbreitung gefunden haben. Es sind die Früchte vieljähriger, mühevoller Kleinarbeit im Sammeln solcher sprachlicher Äußerungen der älplerischen Volksseele, die der unmittelbarste, unverfälschte Ausdruck ihrer Fühl-, Denk- und Redeweise sind. "Schnaderhüpfeln aus dem Algäu [sic! richtig: Alpen]", "Grabschriften und Marterln", "Haussprüche aus den Alpen", "Volkstümliche Sprichwörter und Redensarten aus den Alpen", so lauten die Titel dieser reizvollen, leider fast durchwegs vergriffenen Büchlein. (Aus Anlaß des 100. Geburtstages erschien eine Neuausgabe der "Marteln und Grabschriften" in einer Auswahl von Walter Schmidkunz und mit reizendem Buchschmuck von Hans Jörg Schuster in der Verlagsanstalt Gebr. Richter, Erfurt.) "Bauern- und Wetterregeln" liegen druckbereit vor.

Von seiner reichhaltigen Sammlung von Tiroler Volksliedern gelangten nur "Die tirolischen Kriegslieder aus den Jahren 1796, 1797 und 1809" im "Tiroler Boten" 1879 zur Veröffentlichung. Viel wertvolle Ausbeute für die künftige Volkskundeforschung verspricht das noch ungedruckte Sammelmaterial in Hörmanns umfangreichem Handschriftennachlaß, der sich gegenwärtig noch teils im Museum "Ferdinandeum", teils im Besitze seines Sohnes befindet, später jedoch in einem eigenen Raum der Universitäts-Bibliothek vereinigt werden soll.

Als besonderes Verdienst Hörmanns um die volkstümliche Poesie und um die Mundartsache Tirols muß die von ihm besorgte Neuauflage von Lutterottis "Gedichte in Tiroler Dialekten" (1896) gewertet werden, wobei ihm seine Vertrautheit mit fast allen Mundarten des Landes zu statten kam.

Das Schwergewicht von Hörmanns Lebenswerk liegt in jenen Büchern, die der erzählenden und schildernden Darstellung des Tiroler Volkscharakters und Volkslebens gewidmet sind, in denen er sich am meisten als gründlicher Forscher und Kenner wie als glänzender Stilist bewährt. "Tiroler Volkssagen" (1877) [sic! richtig: "Tiroler Volkstypen"], "Jahreszeiten in den Alpen" (1889), in der zweiten Auflage (1899) "Das Tiroler Bauernjahr" betitelt, und "Tiroler Volksleben" (1909), dem schon ein Beitrag "Volksleben der Deutschen in Tirol" im großen Kronprinzenwerk (1893) vorausgegangen war, das sind volkskundliche Meister- und Musterwerke von unvergänglichem Wert. In leichtfließender, gemeinverständlicher, fesselnder Sprache geschrieben, bieten sie ein getreues Spiegelbild unverfälschtem Alttirolertums und sind von keinem, der sich je mit tirolischer Volkstumsforschung befaßt, zu umgehen. In ganz hervorragendem Maße gilt dies von dem klassischen "Tiroler Volksleben", das gewissermaßen die zusammenfassende Krönung der volkskundlichen Forschungsarbeit Hörmanns ist. Vielleicht war Hörmann der letzte, der als einzelner das ganze Gebiet der tirolischen Volkskunde betreute und beherrschte. Heutzutage, wo die Heimatforschung sich in die Breite und Tiefe gewaltig entwickelt hat, ist sie auch weitgehend spezialisiert und auf viele Forscher verteilt, die meist nur einzelne Zweige oder Bezirke bearbeiten, diese aber umso gründlicher. Es erscheint daher ganz natürlich, daß Hörmann durch neuere Forschungsergebnisse vielfach ergänzt und berichtigt wurde. Dies schmälert sein Verdienst keineswegs. Seine Arbeiten bilden für immer die Grundmauer der tirolischen Volks- und Heimatkunde und bleiben im wesentlichen auch für die weitere Forschung vorbildlich.

Ein erster Platz gebührt Ludwig von Hörmann auch als Schilderer der Tiroler und Vorarlberger Landschaft. Von dem großen, bebilderten, bei Gebrüder Kröner in Stuttgart herausgekommenen Sammelwerk "Wanderungen durch Tirol und Vorarlberg" trug er neben Ignaz Zingerle und Ludwig Steub den Hauptteil des Textes bei. Außerdem gab er noch zwei selbständige Bücher "Wanderungen in Vorarlberg" (1895) und "Wanderungen in Tirol" (1897) und aus Anlaß der Eröffnung der Arlbergbahn ein Bändchen "Durch den Arlberg" heraus. Auch die zwei stark verbreiteten Sammelwerke "Unser Vaterland" (Kröner, Stuttgart) und "Stubai" (Leipzig, 1896) zählten ihn zu ihren Beiträgern. Hörmanns Wanderbilder weisen alle Vorzüge seiner Darstellungskunst auf. Er begnügt sich nicht mit der Schilderung der Landschaft und ihrer Schönheiten, sondern weiß ganz ungezwungen geschichtliche Erinnerungen und volkskundliche Betrachtungen, ernste und heitere Erlebnisse, Schnurren und Anekdoten einzuflechten, alles ohne Überschwang und frei von jeglichem Gelehrtenzopf, in schlichten Worten und doch oft durchwärmt von poetischer Empfindung, so daß sich das ganze leicht und angenehm liest wie eine Erzählung.

Daß Ludwig von Hörmann eine poetisch veranlagte Natur war, erhellt schon aus seinem tiefen Verständnis für alle Erscheinungsformen der Volkspoesie sowie auch aus seinem vielfach von dichterischem Gefühl und Schwung zeugenden Prosastil; aber auch als selbständiger Dichter ist er nicht zu unterschätzen. Seine Betätigung als Lyriker gehört zwar vorwiegend seinen jüngeren Jahren an, war aber im ganzen von erheblicher Fruchtbarkeit. In eigenen Sammlungen sind seine zahlreichen Gedichte nie erschienen, sondern nur verstreut in verschiedenen Blättern und Almanachen, die meisten im "Nürnberger Album" (1863 bis 1867), in den "Frühblumen aus Tirol" (1863), in der von I. G. Obrist geleiteten "Dorflinde", im "Tiroler Dichterbuch" (1888) und in den "Dichterstimmen aus Vorarlberg" (1895). Echtheit und Reinheit der Empfindung, ungekünstelte Schlichtheit des Ausdruckes, Formgewandtheit kennzeichnen Hörmanns Gedichte, deren einige auch vertont wurden. Neben seinem literarischen Prosaschaffen und im Schatten des strahlenden Dichterruhmes seiner Gattin Angelika, der Sappho Tirols, fand seine dichterische Bedeutung weniger Beachtung, als sie wohl an sich verdient hätte.

Tirolisch ungekünstelte Schlichtheit und Einfachheit gehörte auch zu den Hauptmerkmalen des Menschen Hörmann. Durch seine eigenartige Forschungsweise auf ständigen Verkehr mit den breitesten Volksschichten, namentlich mit den Bauern, angewiesen, kannte er keinen Standesdünkel und Formenkram und der Gelehrte wie der Beamte traten hinter dem Gemütsmenschen und Menschenfreund zurück. Sein grundgütiges und stets hilfsbereites Wesen kam besonders gegenüber der studierenden Jugend zur Geltung, die, soweit Bedürftigkeit und Begabung vorlagen, zu unterstützen und zu fördern ihm Herzenssache war. Um äußere Auszeichnungen bemühte er sich nicht, auch hatte er nicht den Ehrgeiz, im politischen Leben oder in der sogenannten "großen Gesellschaft" eine Rolle zu spielen. Wohl aber liebte seine gesunde, lebensfrohe und humorbegabte Natur die Freuden gemütlicher und anregender Geselligkeit im Kreise gleichgestimmter und gleichgesinnter Freunde. So gehörte das Ehepaar Hörmann durch viele Jahre der schöngeistigen Tafelrunde "Heimgarten" an, die, von Balthasar Hunold gegründet, 1868 - 1892 beim "Delevo" ihre Zusammenkünfte hatte und eine Auslese literarisch und künstlerisch hervorragender Männer vereinigte. Ähnlich zusammengesetzt war später eine Stammtischgesellschaft im Gasthof "Kreid", in der Hörmanns gleichfalls verkehrten. Wer von auswärts kommend auf kurzem Wege einige Hauptvertreter des tirolischen Geisteslebens kennen lernen wollte, der konnte sich glücklich schätzen, wenn er in diese Gesellschaften als Gast eingeführt wurde, und nicht wenige bedeutende Männer machten so die persönliche Bekanntschaft mit dem besten Kenner und Schilderer des Tiroler Volkes, der als solcher in ganz Deutschland einen rühmlichen Namen hatte.

Was vor 15 Jahren ein Biograph Ludwig von Hörmanns geschrieben hat, gilt heute noch: "Kein Schriftsteller und Forscher hat mehr für die Volks- und Landeskunde Tirols und Vorarlbergs geleistet als Ludwig von Hörmann. Solange die Alpen ein Jungbrunnen unseres Volkes sind, solange im deutschen Volk die Liebe zu den Bergen und ihren Bewohnern lebendig bleibt, solange werden auch Ludwig von Hörmann und seine Schriften über Tirol und Vorarlberg nicht vergessen werden."

Quelle: Rudolf Sinwel, Ludwig von Hörmann. Zur hundersten Jährung seines Geburtstages, in: Tiroler Heimatblätter, 15. Jahrgang, Nr. 11, 1937, S. 322 - 326.

Korrekturen aus Heft 12/1937, S. 381. - Zu den Gesellschaften, in welchen Ludwig von Hörmann verkehrte, gehörte auch der Stammtisch Norikum beim Breinößl, an dem die Universitätsprofessoren v. Ficker, Alf. Huber, Nißl, Semper, v. Ottenthal, Busson, Archivar Schönherr u. a. teilnehmen pflegten. - Der genealogische Teil des Aufsatzes ist dem 6. Bande des "Wiener Genealogischen Taschenbuches" entnommen.