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  Veit Jakob Tänzl
  Bergwerksunternehmer (Gewerke)
 
Veit Jakob Tänzl ist um 1465 in Schwaz(?), Tirol geboren.
1530 in Schwaz gestorben.
   
Sohn des Gewerken Christian Tänzl (gest. 1491), Enkel des Innsbrucker Kaufmannes Jakob Tänzl (gest. 1474). Die Tänzl waren seit mindestens 1350 Kaufleute in Innsbruck. Jakob Tänzl beteiligte sich 1441 als Gewerke und Schmelzherr am Schwazer Bergbau. Sein Sohn Christian Tänzl arbeitete sich an die Spitze der Schwazer Gewerken hinauf, baute dort das "Tänzlische Haus" (Kern des heutigen Palais Enzenberg). Ihm gehörte bis 1470 die Weiherburg in Hötting, Schloss Moos bei Sterzing (seit 1487) und Schloss Berneck bei Kauns im Oberinntal (seit 1488). 1491 wurde er in der Schwazer Pfarrkirche begraben, deren Bau er 1472 - 82 geleitet und in der er ein tägliches feierliches Hochamt gestiftet hatte. Veit Jakob und sein Bruder Simon übernahmen das Geschäft.
Veit Jakob Tänzl führte ein prunkvolles Renaissanceleben
1499 tauscht Veit Jakob Tänzl mit dem nachmaligen Kaiser Maximilian Schloss Berneck gegen die Brandruine von Tratzberg. Er lässt Tratzberg neu aufbauen und gut ausstatten.
1502 wurde er geadelt und hieß nun Freiherr Tänzl von Tratzberg
heiratet Anna Rindschait aus dem steirischen Adel und führte ein fürstliches Leben, in dem die Jagd eine große Rolle spielte
Veit Jakob Tänzl und seine Frau Anna Stifter des Sebald Bocksdorfer zugeschriebenen Altars der Kapelle von Schloss Tratzberg
Stifter der Tänzltafel von Niklas Reiser (heute: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum)
erwarb die Burg Reichersbeuren bei Bad Tölz, Bayern
erwarb die Gerichte Rottenburg und Imst und ein großes Gut in Kaltern
kaiserlicher Rat mit großem politischen Einfluss
ab 1520 wirtschaftlicher Niedergang u.a. wegen Misswirtschaft seines Faktors (Bergwerkdirektors)
Bankrott seiner Firma und Veruntreuungsaffären
Die Söhne seines Bruders Simon Tänzl Kaspar Joachim und Hans Jakob Tänzl führen die Reste der Firma weiter, bis 1552 der endgültige Zusammenbruch erfolgte. Die Familie Tänzl zog daraufhin nach Schwaben.
   
Quellen: Gertrud Pfaundler, Tirol Lexikon, Innsbruck 2005, S. 606