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Die Stöckl in Schwaz - Eine Tiroler Gewerkenfamilie im Frühkapitalismus
von Erich Egg

Der Silber- und Kupferbergbau in Schwaz war in seiner Blütezeit von etwa 1470 bis 1550 von europäischer Bedeutung und hat wesentlich dazu beigetragen, das habsburgische Imperium unter den Kaisern Maximilian I. und Karl V. zu begründen und zu festigen. 1) Im Zeitalter des Frühkapitalismus spielte das Geld als Machtfaktor eine so bedeutende Rolle, dass Darlehen mehr vermochten als Feldzüge. Aber auch die Kriege wurden nicht mehr von Lehensheeren, sondern von Söldnertruppen geführt, wobei das Geld als Löhnung die entscheidende Rolle hatte. Das Silber aus Schwaz war soviel wie bares Geld; Darlehensgeber nahmen dieses Silber als Rückzahlung an. Das Kupfer war für die Geschützproduktion und die Herstellung von Handfeuerwaffen aus Bronze und Messing ebenfalls unentbehrlich. In Schwaz wurden am bedeutendsten Stollenrevier des Falkenstein von 1470 bis 1550 824.000 kg Silber und 59.000 Tonnen Kupfer gewonnen. 2) Dazu kamen an den schwächeren Revieren Ringenwechsel und Alte Zeche (1470 bis 1550) weitere 484.000kg Silber und 37.000 t Kupfer. 3) Diese Produktionsziffern sind auch für heutige Verhältnisse eindrucksvoll, umso mehr in den Jahren um 1500. Die europäische Rolle des Schwazer Silbers verdeutlichen nicht nur die Millionendarlehen, die die Fugger und andere Handelsfirmen dem Hause Habsburg im Vertrauen auf das Schwazer Silber gegeben haben, sondern im besonderen die Tatsache, dass von den 600.000 Gulden, mit denen die deutschen Kurfürsten von Jakob Fugger zur Wahl Karls V. zum Römischen König „bewogen“ wurden, 415.000 mit Schwazer Silber rückgezahlt wurden. 4) Es war wohl einzigartig, dass bei einer hochfürstlichen Wahlbestechung das Schwazer Silber das Gold des französischen Königs Franz I. aus dem Felde schlug.

Die großen Zahlen sind aber nur Endprodukte, die nichts über den Aufbau, die Rentabilität, die sozialen Spannungen und die Persönlichkeiten, die dieses Wirtschaftswunder schufen, aussagen. Im Gegensatz zu anderen Montangebieten ist aber die Quellenlage im Tiroler Landesarchiv so ausgezeichnet, dass man Licht und Schatten in dieser Zeit weitgehend ausloten kann. Dies soll hier am Beispiel der Stöckl, einer der führenden heimischen Gewerkenfamilien, dargestellt werden. Sie waren, anders als die meisten ausländischen Kapitalgesellschaften in Schwaz, auch Träger kultureller Leistungen — ein Thema, das dem Jubilar in seinen „Leobner Grünen Heften“ immer sehr am Herzen liegt, aber hier nicht behandelt werden soll.

1) Egg, E.: Schwaz ist aller Bergwerke Mutter. In: Der Anschnitt 1964, Nr. 3, S. 10 ff.
2) Schwatzer Prandtsilber vom 1470. Jar an, Pestarchiv XIV/897 und Leopoldina Litt. S/102, Tiroler Landesarchiv Innsbruck; Isser, M. v.: Schwazer Bergwerksgeschichte, Manuskript, Schwaz 1905, FB 19.680, Tiroler Landesmuseum Innsbruck, S. 68 - 71, 196, 209, 261, 272. Alle im Beitrag angeführten Produktionsziffern stammen aus den beiden Quellen im Landesarchiv. Eine Wiener Mark entspricht 0,28 kg.
3) Egg wie Anm. 1, S. 21 - 22.
4) Pölnitz, G. v.: Jakob Fugger, Tübingen 1949, S. 418, 444; Egg, wie Anm. 1, S. 27.

Die Stöckl haben nach dem Aufstieg über den Bergbau in die herrschende Gesellschaft natürlich versucht, auch ihre Ahnenreihe zu veredeln. 5) Darum leiteten sie, allerdings ohne Begründung und nur wegen des gleichen Hahnenwappens, ihr Herkommen von den alten adeligen Herren von Matrei im Wipptal ab. Dieses Geschlecht war aber um 1400 beim Aussterben des Mannesstammes in den berühmten Herren von Trautson aufgegangen. Die Stöckl stammten vielmehr aus der Gegend von Telfs, 30 km westlich von Innsbruck, genauer aus dem uralten Dorf Flaurling, wo sie mit Konrad Stöckl 1320 erstmals auftauchen und in den folgenden Generationen mit Rudigier (1350/63), Hans († 1382), Oswald († 1424) und Adam Stöckl jeweils als Pfleger des für Flaurling zuständigen Landgerichtes Hörtenberg aufscheinen. Ein Bruder des Adam, Anselm Stöckl († 1475), war Rat Kaiser Friedrichs III. und starb in Wien. Vom Adel war damals noch keine Rede. Sein Sohn Hans I (1444 - 1491) war der Begründer des stöcklischen Reichtums. Er heiratete 1470 Anna, eine von den fünf Erbtöchtern des söhnelosen Schwazer Gewerken Jörg Perl, und bekam damit zwei einflussreiche Schwäger: den kaiserlichen Hofkanzler Dr. Konrad Stürtzl († 1509) und dessen Nachfolge im Amt Cyprian von Sarntein († 1524), die beide Töchter des alten Perl geheiratet hatten. 6)

Jörg Perl war von 1470 bis 1491 Gewerke in Schwaz, seine Erben führten den Betrieb Perls Erben bis 1500 weiter. Perl und seine Erben produzierten am Falkenstein 117.420 Mark Brandsilber (die Mark zu 0,28kg), die 106.412 Mark fünfzehnlötiges Feinsilber im Wert von 1,287.000 Gulden ergaben und 41.684 Zentner (zu 50kg) Kupfer im Wert von 1,704.427 Gulden. Der Schwiegervater scheint Hans Stöckl I noch zu seinen Lebzeiten zur Beteiligung am Bergbau ermuntert und aus dem zukünftigen Erbe unterstützt zu haben, denn von 1481 bis zu seinem Tod 1493 beteiligte sich Hans Stöckl selber am Falkenstein und gewann 12.840 Mark Brandsilber. Dies war allerdings ein bescheidener Betrag gegen Jörg Perl, dessen Reichtum alle genealogischen Berichte im Hinblick auf seine Töchter besonders betonen. Hans Stöckl I und seine Gattin Anna Perl († 1500) liegen in der Schwazer Pfarrkirche begraben. 7)

Damals, um 1500, hatte sich die Situation am Schwazer Bergbau gegenüber den patriarchalischen Anfängen gründlich geändert. Anstelle der 30 heimischen Gewerken von 1470 gab es nur mehr elf. Die großen Investitionen hatten nur finanzkräftige Unternehmer überleben lassen, da die Stollenbaue immer tiefer führten und die Schmelzhütten viel Kapital verschlangen. Diese Übriggebliebenen erzielten allerdings immer größere Gewinne, obwohl das Silber in der Münze in Hall zum festen Preis von acht Gulden (davon fünf Gulden Schmelzerlohn) an den Landesfürsten abgeliefert werden musste. Dort diente es nur zum geringen Teil der Münzprägung, die Masse wurde zur Darlehensrückzahlung an die ausländischen Kapitalgesellschaften Fugger von Augsburg und Paumgartner von Wasserburg verwendet. Gegen Bezahlung des Wechsels von etwas über drei Gulden pro Mark Silber konnten einzelne kleinere Gewerken aus Gnaden ihr Silber von der Münze in Hall zurückkaufen. Der allgemeine Silberpreis lag bei zwölf Gulden. Über das Kupfer konnten die Gewerken, in Schwaz meist Schmelzer genannt, frei verfügen. Als Gewerken bezeichne ich jene Unternehmer, die neben dem Stollenabbau des Erzes auch über eine eigene Schmelzhütte verfügten. Alle Kleingewerken ohne eigene Hütte waren 1500 längst vom Berg abgetreten.

5) Kurtzer Bericht vom Herstammen deren Edlen Herrn Stöckl (verfasst um 1730), Tiroler Landesmuseum, FB 39.666; Bericht, die Stöckliche Verwandtschaft betreffend, Fach V, Fasz. I, 2/3, Archiv des Franziskanerklosters Schwaz.
6) Franz Getzners Geschlechterbüchl 1491, Archiv Schloss Krippach, Absam; Röggla, F. v.: Geschichte des Schlosses Fragenstein, Innsbruck 1938, S 66 - 79; Hormayr, J. v.: Taschenbuch für die vaterländische Geschichte Bd. III, Wien 1822, S. 385 - 391; Buchwald, G.: Konrad Stürtzl von Buchheim, Leipzig 1900.
7) Kurtzer Bericht wie Anm. 5.

Die Söhne des Hans I, Hans der Jüngere (II) und Jörg Stöckl, führten den Betrieb als Stöckls Erben von 1494 bis 1498 weiter (Produktion 7013 Mark Brandsilber) und zählten vorerst zu den kleinen Unternehmern. 1501 wurden die Firmen Jörg Perls Erben und Hans Stöckl des Älteren Erben zusammengeschlossen, wobei sich der Hofkanzler Cyprian von Sarntein als Miterbe durch seine Frau Dorothea Perl beteiligte. Die Firma Sarntein-Stöckl produzierte 1501 bis 1507 46.334 Mark Brandsilber (13.000kg), die auf 41.990 Mark Feinsilber gebrannt wurden, und 16.449 Zentner Kupfer, im Gesamtwert von 1,180.652 Gulden, wobei der größere Betrag von 672.000 Gulden auf das Kupfer entfiel. Damit war die Firma bereits im vorderen Drittel der Produzenten. Dann verkaufte Sarntein, wegen seiner dienstlichen Inanspruchnahme und weil der Kaiser die Beteiligung von Beamten verbot, seine Anteile an die Brüder Hans und Jörg Stöckl, seine Neffen. Sie fingen 1511 klein mit 2100 Mark Silber an und erreichten schon 1517 mit 12.831 Mark Brandsilber die Spitze aller Gewerken am Falkenstein in Schwaz. Von 1511 bis 1521 produzierten sie am Falkenstein 75.842 Mark Brandsilber.

1521 kam der Kufsteiner (und Wasserburger) Gewerke Martin Paumgartner als erster Großunternehmer in Schwierigkeiten. Seinen Betrieb, die Bergwerke in Schwaz, Rattenberg und Lienz und die Hütte Kufstein übernahmen als Gläubiger die Brüder Stöckl und die Fugger von Augsburg. Sie produzierten 1522 bis April 1525 gemeinsam in den Hüttwerken Jenbach und Brixlegg 44.294 Mark Brandsilber. 1525 trennten sie sich, wobei die Fugger den Großteil der Grubenanteile kauften. Die Stöckl erzeugten in den restlichen sieben Monten des Jahres 1525 noch 6423 Mark Silber und übernahmen wahrscheinlich mit dem Verkaufserlös von Wolfgang und Virgil Hofer dem Jüngeren 1526 die Firma Hofers Erben, die seit dem Tod des älteren Virgil Hofer (1496) jährlich 5000 bis 7000 Mark Brandsilber am Falkenstein erzeugt hatte. 8) Der Sohn Wolfgang Hofers, Virgil der Jüngere, war mit Ursula Stöckl, der Tochter Hans Stöckls des Jüngeren (II) verheiratet. Die Brüder Stöckl werden schon 1502 als Vormünder der Kinder des alten Virgil Hofer genannt.

So blieb alles in der Familie, und die Hofer konnten mit dem Erlös ihres Verkaufs in Schwaz ihren Grundbesitz in Bayern vergrößern, da sie als Gewerken nicht mehr mithalten wollten. Durch verschiedene Heiraten war schließlich die große Firma der Brüder Hans und Jörg Stöckl entstanden, die von 1526 bis 1552 76.000 kg Brandsilber erzeugte, und diese Firma hielt meist die erste oder zweite Stelle unter den Schwazer Gewerken. Die Zahl der Gewerken hatte sich 1530 auf drei einheimische (Stöckl, Tänzl und Reiff) und drei augsburgische Handelsgesellschaften (Fugger, Baumgartner und Bimbl-Hörwart) verringert.

So glanzvoll die äußere Geschichte und die Produktionsziffern auch erscheinen, so problemgeladen war die Situation für den, der die Verhältnisse aus der Nähe sieht. Die geringsten Schwierigkeiten gab es im ersten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts. Die neu gegründete Firma Cyprian von Sarntein und Hans und Jörg Stöckl bewährte sich nicht zuletzt wegen der guten Beziehungen Sarnteins als Hofkanzler zur tirolischen Regierung. Schon am 20. Juli 1501 durfte die Firma gegen ein Darlehen von 800 Gulden an die Regierung 100 Mark Silber frei verkaufen. 9) 1502 folgte ein neuer Darlehensvertrag mit dem Chef der Regierung, Paul von Lichtenstein, um 1000 Gulden. Stöckl hatten von König Maximilian I. dafür Silbergeschirr als Pfand genommen. 10) Sie erklärten, noch 14 Tage Geduld zu haben. Wenn bis dahin das Geld nicht zurückgezahlt wäre, müssten sie das Silbergeschirr einschmelzen und vermünzen lassen.

8) Egg, E.: Virgil Hofer, Bergherr zu Rattenberg, Tiroler Heimatblätter Innsbruck 1963, S. l - 11; Urkunde 8687 von 1502 Mai 25, Schatzarchiv II, Landesarchiv Innsbruck.
9) Kurtzer Bericht wie Anm. 5.
10) Pestarchiv XIV, 980, Tiroler Landesarchiv Innsbruck.

1504 verkaufen die Stöckl im Zug der Rationalisierung der Verhüttung ihre Schmelzhütte mit dem Treibherd am Vomperbach westlich von Schwaz um 130 Gulden an die Liebfrauenkirche in Schwaz, die in Zukunft dort ihr Almosensilber selber schmilzt. 11) 1506 dürfen Sarntein und Stöckl 400 Mark Silber, das sie in ihrem Hüttwerk in Pill bei Schwaz gewonnen haben, auf Befehl des Königs wechselfrei verkaufen. 12) 1507 verkaufen die Stöckl 600 Zentner Kupfer an die Gesellschaft Ambros Höchstetter in Augsburg, ein Geschäft, an dem auch andere Schwazer Gewerken mit 1400 Zentnern beteiligt waren. 13) Höchstetter ersucht den König um zollfreie Ausfuhr nach Venedig, das der Hauptmarkt für das Tiroler Kupfer war. 1505 erhalten die Stöckl erneut 400 Mark Silber an der Haller Münze gegen Bezahlung des Wechsels zum freien Verkauf. 14) 1510 übernehmen sie zusammen mit anderen Gewerken die Bezahlung von 4250 Gulden, die Maximilian I. seit 1505 dem Augsburger Händler Philipp Adler für gekaufte Kleinodien schuldete. 15)

Die Stöckl waren wie die anderen großen Gewerken in Schwaz nicht nur Produzenten, sondern auch im Metallhandel engagiert. 1512 werden sie aufgefordert, die reichen Kupfersteine und Kobald, die sie am Falkenstein und am Weißen Schrofen (im Revier Ringenwechsel östlich von Schwaz) machen, binnen Monatsfrist in die landesfürstliche Hütte nach Brixlegg zu liefern, wo man sie als Beimaterial zum Schmelzprozess dringend benötige. Die Stöckl erhalten dafür pro Mark 5 Gulden 29 Kreuzer. 16) 1513 gestattet der Kaiser ihnen für ein Darlehen 3000 Mark Silber frei zu verkaufen. 17) Um 1515 ändert sich die Situation im Schwazer Silber- und Kupfergeschäft grundlegend. Kaiser Maximilian I. hatte bei Jakob Fugger Darlehen in der Höhe von 300.000 Gulden aufgenommen, so dass die Silberproduktion in Schwaz auf acht Jahre und die des Kupfers auf vier Jahre ihnen verpfändet war. 18) Die heimischen Gewerken lieferten aber nicht alles Silber ab, denn die Fugger beschwerten sich, dass in den Schmelzhütten in Schwaz, Jenbach und Brixlegg früher jährlich 12.000 bis 14.000 Mark Silber gemacht wurden, jetzt aber nur noch 6000 bis 7000 Mark abgeliefert werden. 19)

Um die Gewerken zu befriedigen, hatte der Kaiser ihnen bewilligt, dass sie nur ¾ ihres Silbers an die Haller Münze abliefern mussten, den Rest aber frei verkaufen durften. 20) 1516 wurde am Bergwerk Weißer Schrofen im Revier Ringenwechsel erstmals auf drei Jahre der kleine Wechsel bewilligt. 21) Dies war ein erstes Anzeichen, dass man durch Bearbeitung zu vieler, nicht sehr ertragreicher Reviere in große Unkosten gekommen war. Der große Wechsel betrug damals pro Mark Silber 3 Gulden 20 Kreuzer. Dieser musste bezahlt werden, wenn die Gewerken auf Grund von Darlehen einen Teil des Silbers behalten und frei verkaufen wollten. Der „ringe“ oder kleine Wechsel war jedenfalls weniger als 3 Gulden 20 Kreuzer pro Mark Silber. Dabei ist zu sagen, dass der Wechsel je nach der Kaufkraft des Guldens variierte. 1518 richten die Schwazer Gewerken (die Tiroler Tänzl, Stöckl, Fieger, Harrer, Hofers Erben, Reiff und Wieser und der Augsburger Hans Baumgartner) an den Kaiser eine energische Beschwerde. 22)

11) Egg, E.: Die Kirche Unserer Lieben Frau in Schwaz als Bergbauunternehmer. In: Der Anschnitt 1973, Nr. 6, S. 3 - 4.
12) Pestarchiv XIV, 980, Landesarchiv Innsbruck.
13) Maximiliana XII, 25 (Bergbau in Schwaz 1494 - 1513), Landesarchiv Innsbruck.
14) Kurtzer Bericht wie Anm. 5.
15) Schatzarchiv, Repertorium II f. 1161, Landesarchiv Innsbruck.
16) Pestarchiv XIV, 716, Landesarchiv Innsbruck.
17) Schatzarchiv Repertorium II, f. 1086, Landesarchiv Innsbruck.
18) Egg wie Anm. l, S. 26.
19) Dohel, F.: Über den Bergbau und Handel des Jakob und Anton Fugger in Kärnten und Tirol, Zs. des Historischen Vereins f. Schwaben und Neuburg, Bd. 9, Augsburg 1882, S. 200.
20) Pestarchiv XIV, 716 (1520), Landesarchiv Innsbruck.
21) Schatzarchiv Repertorium III, f. 1351, Landesarchiv Innsbruck.
22) Pestarchiv XIV, 716, Landesarchiv Innsbruck.

Wegen des schweren und tiefen Bauens ist man in Not und wartet daher seit 1517 auf eine versprochene Besichtigung der Gruben am Falkenstein, nach der ein Gnadgeld für das schwere Verbauen festgelegt werden sollte. Der Tod Maximilians 1519 verhinderte eine Regelung, so dass die Gewerken 1520 erneut sich an die Regierung wandten. Das Bergwerk am Falkenstein sei seit Jahren im Abnehmen begriffen, die Gänge bei allen Gruben gemindert. Es muss daher in die Tiefe gebaut werden, was viel Geld koste. Trotzdem sei bisher nichts Gangkräftiges an Erz gefunden worden, darob großes Erschrecken herrsche. Schon 1517 habe man vergeblich wegen eines Hilfsgeldes oder Wechselnachlasses vorgesprochen. Der verstorbene Kaiser habe, als die Gewerken ihm nachreisten, das Gnad- und Hilfsgeld bewilligt, sobald das Bergwerk beschaut worden sei. Es geschah aber bisher nichts. Die Gewerken verlangen jetzt pro Star (ein Star war ca. 50 kg) Erz am Falkenstein für alle Gruben, die tiefer als St. Jakob am Stier liegen, 24 Kreuzer, für alle darüberliegenden 30 Kreuzer Gnadgeld. Außerdem solle der König in alles Verbauen den 10. Pfennig Hilfsfreiheit auf fünf Jahre geben, da er ja jeden 10. Kübel Erz als Abgabe (Fron) erhalte. Da aber dieses Gnad- und Hilfsgeld so lange hinausgeschoben worden sei, sollen die Gewerken pro Mark Silber, die sie an der Münze in Hall abliefern, zusätzlich 30 Kreuzer erhalten. Wenn diese Forderungen nicht erfüllt werden, so wolle man „etlich gruben und viel gebeu und taube örter“ ganz auflassen und viele Knappen entlassen. Dieser massive Vorstoß zeigt, bei aller Schwarzweißmalerei der Gewerken — 1523 wurde mit 55.855 Mark Brandsilber die höchste Jahresproduktionsziffer am Falkenstein erreicht —, dass durch das Abteufen der Stollen und eine übergroße Anzahl von Grubenverleihungen eine erste Krise am Schwazer Bergbau entstanden war.

Der Landesfürst, der bisher nur die gesamte Silberproduktion zu einem sehr niedrigen Fixpreis in der Haller Münze übernommen hatte, wurde jetzt zur Beteiligung an den Unkosten aufgefordert. Der am stärksten betroffene Beamte, der Froner Heinrich Zehentner (Zehentmair), der jeden 10. Kübel Erz für den Landesfürsten als Steuer einhob, erklärte, dass in Schwaz große Aufregung herrsche und 200 Gesellen bei der Beratung im Berggericht teilgenommen hätten. Er ist gegen das Hilfsgeld, da er jetzt viel Arbeit mit dem Freierz habe, zwei Schreiber halten müsse und dafür nur 100 Gulden im Jahr bekomme. Er sei seit 1487 im Amt und vor 1514 gab es wenig Freierz und daher für ihn weniger Arbeit. Nicht die Armut, sondern der Eigennutz der Gewerken seien die Ursache, warum sie nur noch das halbe Frongeld zahlen wollen (die Fron konnte in Geld abgelöst werden und das Gnad- und Hilfsgeld hätte er dabei abziehen müssen). Die Gewerken forderten aber in einer Supplikation stürmisch den ihnen zustehenden Rest an Gnad- und Hilfsgeldern von 1518 an und drohten mit der Einstellung der Arbeit. Sie verlangten auch die Absetzung des Bergmeisters wegen schimpflicher Reden gegen sie. König und Regierung müssen schließlich einlenken. 1521 machte bei 15.232 Star Erz der 10. Pfennig (Hilfsgeld) am Falkenstein 784 Gulden, das Gnadgeld (pro Star 33 Kreuzer) 8390 Gulden aus, die den Gewerken ausgezahlt wurden.

Im Jahr 1526 bahnte sich der erste Zusammenbruch eines Gewerken an. Martin Paumgartner von Kufstein—Wasserburg (nicht zu verwechseln mit dem Baumgartner von Augsburg) hatte 26 Jahre am Falkenstein gebaut, ohne eine Hilfe zu erhalten. Er bittet jetzt um 1000 Gulden Hilfe zur Aufrichtung seines Hüttwerks in Kufstein, wo er seit 1499 11.167 Mark Silber erzeugt hatte. 23) Seine Schulden haben sich je länger je mehr gehäuft, er habe weder Frischwerk noch Holz und Kohle, so dass die Hütte stillsteht und die Gläubiger ungeduldig sind. Die Regierung gibt ihm 2200 Gulden Darlehen, die er aber nicht zurückzahlen kann. Die Stöckl sind seine Hauptgläubiger 24)

23) Pestarchiv XIV, 716 (Memorial Herrn Martin Paumgartner), Landesarchiv Innsbruck; Pölnitz, G. v.: Anton Fugger, Bd I, Tübingen 1958, S. 414.
24) Pestarchiv XIV, 646 (1523), Landesarchiv Innsbruck.

Der königliche Hüttmeister Ambras Mornauer in Brixlegg erklärt, das landesfürstliche Hüttwerk sei kein Wohlfahrtsinstitut und verlangt dringend das Darlehen zurück. Paumgartner, ein gebildeter Humanist, der mit Martin Luther im Briefverkehr steht, aber kein Geschäftsmann ist, hat in Schwaz 32 Gruben, in Lienz vier (wo er im Jahr nur 168 Zentner Erz ausbringt) und in Rattenberg 18 und dazu das Hüttwerk in Kufstein. Unter diesen düsteren Vorzeichen beharren die Schwazer Gewerken 1522 auf ihrem Gnad- und Hilfsgeld und erklären: „Wir werden uns auf andere Weise Gehör verschaffen“, verweigern die von den Fuggern gewünschte Ablieferung ihres freien Silbers (ein Viertel der Produktion, für das sie pro Mark 3 Gulden 27 Kreuzer Wechsel zahlen mussten) und wollen die Angelegenheit vor den Landtag bringen. 25) Diese Resolution trägt auch das Siegel Hans Stöckls.

Auch im Bergbau in Klausen im Eisacktal gibt es die gleichen Schwierigkeiten. 1521 verlangen die Stöckl und Hans Baumgartner pro Kübel Erz im großen Wechsel 36 Kreuzer Hilfsgeld wie bisher. Dafür sollten sie aber 500 bis 100 Kübel mehr Schneeberger und Gossensasser Bleierz kaufen als im Vorjahr. 26) Das silberhaltige Bleierz wurde zum Treiben des Silbers als Hilfsmetall (Frischwerk) gebraucht. Sie weigern sich, diesen Kauf zu tun, da sie schon 3000 Star Bleierz zuviel liegen haben, wodurch ihnen ein Wert von 10.000 Gulden in der Hütte stilliege. Die Produktion des Bleierzes sei für den Bedarf viel zu groß. Außerdem verlangen sie pro Star Erz, das sie in das Inntal hinausführen und im großen Wechsel schmelzen, 36 Kreuzer Gnadgeld. Der König bewilligte ihnen schließlich pro Star gefrontes Erz 1521 33 Kreuzer (samt dem 10. Pfennig) Verbaugeld. 27)

Im Bergrevier am Pfunderer Berg bei Klausen galten die Stöckl und ihre Vorfahren nach der Aussage des Bischofs von Brixen als Erwecker des dortigen Bergwerks, die dem Bistum namhafte Geldsummen geliehen hatten. Das Revier fiel teilweise unter die Jurisdiktion des Bischofs. Dort hatten sie schon 1521 eine Schmelzhütte mit zwei Öfen und nur jeden 19. Kübel anstelle des 10. Kübels Erz als Fron zu zahlen. Der Ertrag war mit dem am Falkenstein nicht zu vergleichen. Aus Rentabilitätsgründen wollen sie das Erz in Schwaz verschmelzen und erhalten pro Star Klausner Bleierz, das sie nach Schwaz führen, ein Hilfsgeld von 36 Kreuzer, da der Zentner Klausner Erz nur 3 Lot Silber enthielt. 1527 erhalten sie die bischöflichen und landesfürstlichen Anteile in Klausen und Sterzing am Erzkauf verschrieben, weil dort die Rentabilität gering war. Auch erhalten sie auf zwei Jahre das Erz zum alten Preis pro Kübel um 15 Pfund zum Kauf. 1528 verschmilzt Stöckl sein Klausner Erz in der Hütte von Vahrn bei Brixen, um die Transportkosten nach Schwaz zu sparen. Außerdem hatte er bis 1536 in Sterzing eine Schmelzhütte. 28)

Die Sprache der Gewerken ist deshalb so grob, weil ihnen die Regierung so viel an Gnad- und Hilfsgeld und an Rückzahlung von Darlehen schuldet. So ist man den Stöckl 1522 noch 20.000 Gulden schuldig. 29) Im gleichen Jahr gibt es Schwierigkeiten mit der Fleischversorgung in Schwaz. 30) In einer Versammlung der Gemeinen Gesellschaft (der Knappen und Hüttenleute als Vertreter der Arbeiterschaft) im Bruderhaus klagen die Metzger ihre Notlage, da der König von Ungarn, Ludwig II. (der Schwager des Tiroler Landesfürsten Erzherzog Ferdinand I.), kein Vieh aus dem Land lasse und die Steiermark, Kärnten, Welschland und der Erzbischof von Salzburg ebenfalls die Fleischexporte verhindern. „Das Fleisch gibt aber in Schwaz die allermeiste Leibsnahrung und fehlt am meisten.“ Die Folge ist die Entkräftung der Arbeiter. Ferdinand solle den ungarischen König bitten, den Export von Rindern wieder zu gestatten. Das Fleisch solle aber wie zu Zeiten Erzherzog Sigmunds und Kaiser Maximilians I. an Reiche und Arme gleich ausgeteilt werden und nicht den Wirten in die Geschirre geschlagen werden. Die etwa 8000 bis 10.000 Menschen umfassende Bergarbeiterschaft brachte mit der Fleischversorgung für ein agrarisch armes Land wie Tirol große Probleme.

25) Pestarchiv XIV, 716, Landesarchiv Innsbruck.
26) Pestarchiv XIV, 716 und 787, Landesarchiv Innsbruck.
27) Detto.
28) Wolfstrigl-Wolfskron, M. v.: Die Tiroler Erzbergbaue 1301 - 1665, Innsbruck 1902, S. 244 - 245: Pestarchiv XIV, 787, Landesarchiv Innsbruck; Handschrift FB 3243 (1546 Streit zwischen Stöckl und Baumgartner), Tiroler Landesmuseum Innsbruck.
29) Kurtzer Bericht wie Anm. 5.
30) Pestarchiv XIV, 617, Tiroler Landesarchiv Innsbruck.

1524 drohen die Gewerken am Falkenstein erneut nicht mehr tapfer zu bauen, wenn ihnen keine Hilfe gewährt werde. 31) Sie wollen Kupfer und Silber frei verkaufen und außerdem eine Verringerung des großen Wechsels (von 3 Gulden 30 Kreuzer pro Mark). Dafür schlagen sie vor, die halbe Silberproduktion gegen einen leidlichen Schlagschatz an die Haller Münze abzuliefern. Sie erklären, dass vor 13 Jahren erstmals ein Gnadgeld für das Verbauen gewährt worden sei. Über diese erste Gewährung besitzen wir keine genauen Unterlagen. Wohl hatte 1510 Kaiser Maximilian I. erstmals einen Nachlas von 12 Kreuzern pro Star Roherz als Gnadgeld gewährt, aber dies war eher eine einmalige, durch ein Darlehen der Gewerken an den Kaiser kompensierte Bewilligung, denn selbst das 1517 vom Kaiser endgültig zugesagte Gnad- und Hilfsgeld wurde wegen der nicht durchgeführten Bergbeschau zu seinen Lebzeiten nicht realisiert. 32) Die Regierung bemerkte 1524 mit Recht, dass die Gnadgeldforderungen immer höher steigen und die Gewerken die Silberproduktion (das Feinschmelzen für die Handelsform des Silbers) der Münze und damit dem Landesfürsten entziehen und in ihre Hand bringen wollen. Allerdings seien „die geng schmal und das Bergwerk nottig.“ Die Schwazer Gewerken seien trotz allem die besten in ihrer Majestät Erblanden. Man müsse wohl etwas nachgeben, aber ihnen nicht freie Hand lassen.

Der Froner berichtet dazu, dass am Falkenstein 86 Gruben gebaut und pro Star Erz auf Führen, Umschlagen und Gnadgeld 33 Kreuzer Hilfsgeld gewährt werden, so dass 1523 46.477 Gulden verbaut wurden. Nur sechs Gruben haben einen Überschuss von insgesamt 23.082 Gulden. 1524 wurden 29.519 Gulden verbaut und nur 2857 Gulden Überschuss am Berg erzielt. Die Situation am Schwazer Bergbau spitzte sich von allen Seiten zu. Die Gewerken wollten mehr Zuschüsse, um die hohen Unkosten des Tiefbaues aufzufangen, der Landesfürst wollte hohe Erträge, um die Darlehen an die Fugger und andere Gesellschaften abzuzahlen, und die Bergarbeiterschaft wurde aus Gründen der Versorgung unruhig, was sich schließlich in den Meraner Artikeln des Bauernführers Michael Gaissmair 1525 zeigte, der alle Bergwerke verstaatlichen wollte. 33) Da damals der Staat noch nicht bereit war, ein Risiko zu tragen, war an eine Verstaatlichung der Bergwerke schon aus diesen Gründen nicht zu denken.

In dieser Zeit sind die Brüder Stöckl besonders stark. Sie haben schon 1523 einen Teil der Schulden Martin Paumgartners übernommen und erreicht, dass die Kammer in Innsbruck mit ihren Forderungen gegen Baumgartner stillhielt. Allerdings musste Paumgartner sogar sein Haus in Kufstein verpfänden. 34) Inzwischen führen die Stöckl gemeinsam mit den Fuggern seit 1522 die Paumgartnerschen Grubenanteile bis 1525 weiter. Dann teilen beide die Anteile auf. Die Fugger werden damit selbst zum ersten Mal in Tirol Gewerken, die Stöckl erwerben durch Kauf das Hüttwerk und Zeug der Firma Hofers Erben, das sie seit 1524 ebenfalls mit den Fuggern gemeinsam geführt hatten. 35)

31) Pestarchiv XIV, 959, Landesarchiv Innsbruck.
32) Synodus Schwatz 1510, Cod. 40, Landesarchiv Innsbruck.
33) Pestarchiv, XIV, 646, Landesarchiv Innsbruck; Buchholtz, F. v.: Geschichte der Regierung Ferdinands I. Urkundenband, Wien 1838, S. 654.
34) Pestarchiv XIV, 526, Landesarchiv Innsbruck.
35) Siehe Anm. 2, Schwatzer Prandtsilber; Dobel E., a. a. O., S. 202.

1528 verkauft Ursula, die Witwe des Kanzlers Konrad Stürtzl, ihre Güter und Zinsen in Schwaz um 4000 Gulden an ihre Neffen Hans und Jörg Stöckl. Damit ist die Masse des großen Besitzes des 1491 gestorbenen Gewerken Jörg Perl in der Hand seiner Enkel. 36) 1529 macht der zweite große Unternehmer, der Augsburger Ambros Höchstetter, Bankrott. Seine Schwazer Anteile kaufen die Fugger auf. Die Krise in Schwaz steigert sich trotz großer Produktion immer mehr, weil die Investitionen im schwierigen Grubenbau viel Kapital verschlingen und die Silberausbeute dadurch immer teurer in den Unkosten wird. 1530 wird König Ferdinand I. ungehalten wegen der dauernden Gnad- und Hilfsgeldforderungen seit 1524. 37) Er droht den Gewerken: „Ihr seid ungehorsam gegen die Kammer gewesen und habt am 4. Mai bei der Kammer zu erscheinen, um einen Vergleich zustandezubringen, wenn ihr gut gesinnt seid. Sonst soll nach Recht gehandelt werden, haltet euch danach.“ Aber solche königliche Drohungen beeindruckten die Gewerken nicht, denn von der Schwazer Produktion hing weitgehend die Handlungsfähigkeit der Regierung Ferdinands ab. Darum muss der König ihnen 1531 auf zwei Jahre 2/3 der Silberproduktion zum freien Verkauf bewilligen, wobei sie pro Mark nur einen Gulden 40 Kreuzer als Wechsel an die Kammer zu zahlen hatten. Das Gnad- und Hilfsgeld wird bis 1549 verlängert.

Am 24. Dezember 1533 will Hans Stöckl wieder 2/3 seines Silbers, das er im großen Wechsel macht, auf etliche Jahre zum freien Verkauf haben. 38) Er hat am Falkenstein 109, am Ringenwechsel 178, in Rattenberg 141 Anteile (zusammen 438 Neuntel) und weitere Anteile an den Bergwerken in Imst, Gossensass, Sterzing und Klausen. Er erklärt, es sei gut, wenn viele Gewerken bauen, denn je mehr einer den andern „jag und lere desto mehr werde gearbeitet“. Jedes Jahr habe er 36.000 Mark Silber ohne Gnad und Hilf gemacht. Die Regierung hat aber in der Kasse 2333 Mark Abgang und dazu 6000 Mark an Silber und in Geld, die in den Jahren 1534 und 1535 gezahlt werden müssen, auch 49.000 Mark Silber an die Fugger, mit denen sie seit 1534 einen neuen Darlehensvertrag haben, dass diese 49.000 Mark in vier Jahren abgezahlt werden müssen, so dass den Fuggern für dieses und ein neues Darlehen von 73.512 Gulden in den kommenden vier Jahren 101.000 Gulden in vier Raten bezahlt werden sollen. Die Verschuldung des Landes hatte zufolge der Reichspolitik der Habsburger und der Türkenkriege (beide aber durchaus notwendig) katastrophale Formen angenommen. Trotz der eigenen Notlage will die Regierung den Stöckl eine Gnade geben. Wenn 1534 36.000 bis 38.000 Mark Silber im großen Wechsel am Falkenstein produziert würden, so soll den Stöckl „als Übermaß“ gegen Bezahlung (pro Mark ein Gulden 40 Kreuzer wie vom anderen Freisilber) über die Gnade hinaus 4000 Mark Freisilber bewilligt werden. Das brächte für sie um 1400 Mark weniger Gnadgeld als in den vergangenen Jahren, wo sie jährlich 8000 Mark Silber produziert hätten. Für den Rest sollten die Kaufleute mit ihren Forderungen an die Stöckl bis 1535 warten. Macht die Produktion 1534 aber mehr als 38.000 Mark Silber am Falkenstein aus, so ist der Abgang gedeckt. Bei dieser Regelung würden die Stöckl sich bemühen, soviel als möglich Silber zu machen. Außerdem wird ihnen von 1524 an eine Schuld von 4200 Gulden an die Kammer aus Gnade erlassen, damit sie die Schmelzer bezahlen können. Wenn man den Bitten der Stöckl um völlige Freigabe des Silbers nachgebe, so kommen alle einheimischen Gewerken um dieselbe Gnade ein, die Münze erhält kein Silber mehr, die Münzergesellen müssen entlassen werden, was bei „gemeiner Landschaft nit ainen clainen geruech gepern möchte.“

36) Buchwald, wie Anm. 6, S. 41.
37) Pestarchiv XIV, 602, Landesarchiv Innsbruck.
38) Pestarchiv XIV, 602, Landesarchiv Innsbruck; Wolfstrigl-Wolfskron, a. a. O., S. 46 - 47.

Die Verschuldung Tirols durch die Rückzahlung der Darlehen an die Fugger und Baumgartner war gerade in den Jahren nach 1530 besonders drückend. Die Kammer rechnet für 1534, dass die beiden Augsburger Firmen 36.666 Mark Schwazer Silber und 1535 37.666 Mark Silber zur Darlehenstilgung zu erhalten haben. So blieben nur 9000 Mark Silber pro Jahr als Freisilber für die heimischen Gewerken übrig.

Neben diesen Darlehensfragen wurde die Versorgung von Schwaz mit Pfennwerten (Beleuchtung und Werkzeugen für die Stollenarbeit) immer schwieriger. Schon am 1. Jänner 1526 war über Auftrag der Regierung der „Eisen- und Unschlitthandel“ erneuert worden, der den Gewerken vorschrieb, mit ihrem Kapital gegen eine geringe Gewinnspanne diese Versorgungseinrichtung zu finanzieren. 39) Als Verursacher des Problems sollten sie dieses auch regeln. Schon die Bergwerksordnung von Schwaz im Jahre 1506 hatte die Bildung einer Unschlitt- und Eisenhandelsgesellschaft vorgeschrieben, wo Lehenschaften, Gedingheuer und Freigrübler frei einkaufen sollten. 40) Der Pfennwerthandel betraf nur Eisen (Werkzeug) und Unschlitt (für die Beleuchtung der Stollen), aber noch keine Lebensmittel. Die Gewerken hatten ein Kapital von 6000 Gulden bei jährlicher Gewinnbeteiligung aufzuwenden. 1533 gab es neue Schwierigkeiten mit dem Unschlitt- und Eisenhandel, da Hans Stöckl eine Aufstockung des Kapitals der Gesellschaft des von allen Gewerken betriebenen Handels um 1500 Gulden ablehnte und die anderen Gewerken dafür sein Silber im Brenngaden pfänden wollten. 41) Die Regierung entscheidet, dass Stöckl mit 2000 Gulden Kapital sich zu beteiligen habe, ebenso die Fugger, Baumgartner und Bimbl, alle von Augsburg. Die drei heimischen Gewerken Stöckl, Tänzl und Reiff müssen nach drei Raitungen (bei vierteljähriger Abrechnung) eine Rechnung voll bezahlen. Sie werden also bereits zusammen mit nur einem Viertel der Leistungskraft der Augsburger eingeschätzt.

Im gleichen Jahr musste Stöckl um eine Verlängerung des Freierzes am Ringenwechsel bitten, da er in Not sei. 42) Die heimischen Unternehmer kamen bei dem immer stärker „supranationalen“ Charakter des Schwazer Bergbaues in große Schwierigkeiten. Als die Regierung schnell ein Darlehen von 1050 Gulden braucht und die Augsburger nicht einspringen wollen, bringen die heimischen Gewerken die Summe nur mit Mühe zusammen, die Stöckl beteiligen sich nur mit 100 Gulden. 43) Zur gleichen Zeit sind die Stöckl gezwungen, ihre Bergbautätigkeit im Bergrevier Sterzing-Gossensass einzuschränken. Nachdem sie schon seit etwa 1500 dort beteiligt waren, verkaufen sie 1531 zehn Gruben am Schneeberg und am Ladurnsbach an die Fugger und geben 1535 die Gruben in Navis auf. 44)

1539 ist das Gnadgeld als Bauhilfe der Regierung bereits auf 56 Kreuzer pro Star Erz gestiegen, sowohl bei den 11.898 Star Teilerz als auch bei den 45.931 Star Freierz. Dafür leisten die Gewerken die Samkost (Transportkosten) und die Abgabe der Erzlosung. 45) 1541 war nach dem Bericht des Fuggerfaktors Wolfgang Roner in Schwaz „beim gemeinen Mann ein großer hunger und not“, so dass ein Aufstand befürchtet wird, der sich gegen die Stöckl und Tänzl richten wird. 46) Die Stöckl hatten damals schon große Zahlungsschwierigkeiten.

39) Scheuermann, L.: Die Fugger als Montanindustrielle in Tirol und Kärnten, München-Leipzig 1929, S. 25.
40) Pestarchiv XIV, 980 (Ordnung und Erfindung des Perckwerchs zu Schwatz), Landesarchiv Innsbruck.
41) Pestarchiv XIV, 602, Landesarchiv Innsbruck.
42) Pestarchiv XIV, 602, Landesarchiv Innsbruck.
43) W 2167/1, Landesmuseum Tirol Innsbruck.
44) Wolfstrigl - Wolfskron, a. a. O., 283, 289.
45) Pestarchiv XIV, 913, Landesarchiv Innsbruck.
46) Pölnitz , G. v.: Anton Fugger, Bd. II, Teil l, Tübingen 1963, S. 195.

1543 hatte sich die Lage der einheimischen Gewerken so verschlechtert, dass die Regierung ihnen wieder 2/3 der Produktion im schweren Wechsel als Freisilber bewilligt, den Ausländern aber nur die Hälfte. 47) 1547 gibt es neue Schwierigkeiten mit der Unschlitt- und Eisenhandelsgesellschaft der Gewerken, die jetzt auch Pfennwerte, das heißt Getreide, verkauft. 48) Die Stöckl hatten den Roggen pro Star um 18 Kreuzer und den Weizen um 28 Kreuzer eingekauft und werden gezwungen, ihn um 26 bzw. 36 Kreuzer zu verkaufen, damit „der gemaine Mann“ nicht bedrückt werde. 1548 müssen die Gewerken den Metzgern ein Hilfsgeld gewähren, weil sie 650 ungarische Schafe, das Pfund um 7 Vierer (5 Vierer = 1 Kreuzer), gekauft haben, es aber auf Befehl der Regierung nicht teurer als um 7 Vierer verkaufen dürfen. 49)

Der Gewerke Jörg Stöckl († 1536) Vom Fresko im Kreuzgang des Franziskanerklosters Schwaz 1522

Der Gewerke Jörg Stöckl († 1536)
(Vom Fresko im Kreuzgang des Franziskanerklosters Schwaz 1522)

Die heimischen Gewerken können jetzt alles gewonnene Silber frei verkaufen und brauchen nur den kleinen Wechsel zu bezahlen. Die Regierung bevorzugt sie, da sie ihre Bücher und Rechnungen vorlegen, während die Ausländer alles geheim halten. Außerdem haben die Tänzl und Stöckl seit über 80 Jahren ihr ganzes Kapital zum Nutzes des Landes im Bergbau investiert, was man von den Ausländern nicht behaupten kann. 50) Diese protektionistische Haltung der Regierung kann den Untergang der zwei letzten Tiroler Gewerken Tänzl und Stöckl nicht aufhalten. Die Fugger geben keine Darlehen mehr an die Habsburger, diese wollen selbst von den Silberdarlehen und Schulden loskommen. 51) Zum letzten Mal wird 1549 die Unschlitt- und Eisenhandelsgesellschaft erneuert, mit vier Augsburger Firmen und den Tänzl und Stöckl. 52) Es sind jetzt nicht mehr die alten erfolgreichen Brüder Stöckl - Hans II starb 1544 und Jörg 1536 -, sondern die letzte Gewerkengeneration der Familie mit Georg Viktor (1528 - 1575) und Hans III (1511 - 1570), die dem wirtschaftlichen Druck der Augsburger nicht mehr gewachsen sind.

Der Gewerke Hans Stöckl († 1544) Vom Fresko im Kreuzgang des Franziskanerklosters Schwaz 1522

Der Gewerke Hans Stöckl († 1544)
(Vom Fresko im Kreuzgang des Franziskanerklosters Schwaz 1522)

Der neue Vertrag auf fünf Jahre legt fest, dass das Unschlitt 17 Vierer, das leobnische Eisen pro Pfund 11 Vierer, der Stahl 12 Vierer kosten darf. Die Werkzeuge (Kratzen, Keilhauen, Pocher und Lampen) hat die Gesellschaft zu besorgen und in ihren Hammerschmieden nur gute Schmiede anzustellen. Den Ladlern und Fratschlern wird verboten, das rohe oder gesottene Unschlitt zum Schaden des Bergwerks aufzukaufen, da deswegen Mangel an Kerzen herrscht. Alles eingeführte und von den Metzgern in Hall und Innsbruck gemachte Unschlitt (Rindstalg) darf nur im Land verkauft werden, zusätzlich soll Unschlitt aus Bayern und Salzburg eingeführt werden. Alle Metzger haben das Unschlitt um 5 Vierer pro Zentner abzuliefern. Die Schwazer Metzger erhalten seit 1547 jährlich eine Hilfe von 1000 Gulden zur Einfuhr und zum Transport von ungarischem, steirischem und böhmischem Vieh. 53) Damit wurden 1547 800 Ochsen aus Ungarn und der Steiermark nach Schwaz eingeführt. Die 1000 Gulden Metzgerhilfe wurden aufgeteilt: 400 von der Regierung, 300 von den Gewerken, 25 von den Freigrüblern und 275 von den Wirten und Gewerbsleuten im Landgericht. Der „kleine Mann“ durfte durch diese Belastungen nicht getroffen werden.

In Sterzing, wo vor allem Blei als Frischwerk, aber auch Silber gewonnen wurde, haben die Stöckl als Hauptgewerken 1531 allein den Pfennwerthandel für die Knappen aufgerichtet. 54) In ihrem Doppelhaus (Haus Sternbach) errichteten sie ein Magazin für Tuch (Seide, Arras, Barchent), Getreide, Schmalz und Käse. Der Verkauf war nur an die Bergarbeiterschaft gestattet.

47) Scheuermann wie Anm. 39, S. 59.
48) Cod. 13 (Pfennwerthandel 1547), Landesarchiv Innsbruck.
49) Cod. 13, Landesarchiv Innsbruck.
50) Scheuermann , wie Anm. 39, S. 60 - 61.
51) Scheuermann, wie Anm. 39, S. 68 - 73.
52) Cod. 13, Landesarchiv Innsbruck.
53) Cod. 13, Landesarchiv Innsbruck.
54) Fischnaler, C.: Sterzing am Ausgang des Mittelalters, Schlernschriften 9, Innsbruck 1925, S. 30.

Dieser Pfennwerthandel wurde 1544 erneuert, und 1553 verkauften die Stöckl das Haus und den Handel an ihre Vettern und Gläubiger Hans und Matthias Manlich von Augsburg. Am Bergbau in Persen (Pergine, Trentino) waren die Stöckl noch 1547 beteiligt. 55)

Grundsätzlich ist festzustellen, dass der hohe Kapitalbedarf des Bergbaues beim Abteufen die „supranationalen“ Gesellschaften bevorzugte, die über genügend Mittel für langfristige Investitionen verfügten. Dies allein schon bestätigt die europäische Bedeutung des Schwazer Bergbaues. Die Zunahme der Aufschließungskosten zwang die Regierung zur indirekten Beteiligung am Bergbau durch Gewährung von Gnad- und Hilfsgeldern. Der Versuch, die leichter zu kontrollierenden heimischen Gewerken zu bevorzugen, scheiterte am Kapitalbedarf der Regierung, den nur die Augsburger Gesellschaften befriedigen konnten. Nur bei den sozialen Belangen blieb die Regierung hart, da in Tirol eine Unterdrückung einzelner Volksschichten nicht üblich war. Darum setzte die Regierung nicht nur die Löhne, sondern auch die Preise für Fleisch, Getreide und den Bergwerksbedarf, den die Knappen selbst bezahlen mussten (Unschlitt und Werkzeug), amtlich fest und kontrollierte die Eisen-, Unschlitt- und Pfennwertgesellschaften der Gewerken genau, damit hier nur landesübliche Gewinne gemacht wurden. So mutet uns diese Zeit modern an, denn sie hatte wie wir heute einerseits den Zug zur Weltwirtschaft mit den großen multinationalen Kapitalgesellschaften und anderseits große soziale und Versorgungsprobleme, die von der Regierung kontrolliert und gesetzlich geregelt wurden.

Das Ende der Stöckl kam schnell. Die hohe Produktion der Firma (1550 8124 Mark Brandsilber, 1551 7910 Mark und 1552 7259 Mark) täuscht, denn die Unkosten und der Schuldenstand waren zu groß, die ausländische Konkurrenz der aus dem Bankgeschäft kommenden Fugger, Baumgartner, Hörwart, Neidhart und Lingg aus Augsburg zu gewichtig, außerdem hatten die Stöckl sicher seit Jahren über ihrem Standard gelebt und fehlte der jungen Generation die Härte, die dieser Beruf erforderte. So kam es am 13. Jänner 1554 zur Zusammenschlagung des Tänzl- und Stöcklhandels beim Tod Kaspar Joachim Tänzls, auf gut deutsch zum Bankrott der beiden letzten heimischen Gewerken, 56) und der nach Schwaz zugewanderte Hans Dreyling übernahm für 80.000 Gulden die Firma Stöckl, die Augsburger Manlich kauften die Tänzl auf. Die Firma Manlich und Dreyling machte 1553 8637 Mark Brandsilber am Falkenstein in Schwaz und erwarb auch die Bergwerksanteile der Stöckl in Sterzing, Klausen und Pergine. Die Stöckl hatten in 40 Jahren ihres Betriebes 800.000 Gulden an Fron und Wechsel an den Staat gezahlt und 1481 bis 1552 358.000 Mark Brandsilber (324.500 Mark Feinsilber) im Wert von 3,916.000 Gulden und 127.000 Zentner Kupfer im Wert von 5,196.500 Gulden allein am Falkenstein produziert, eine gewaltige Summe, die die Bedeutung des Schwazer Silberbergbaues und des frühen Kapitalismus deutlich werden lässt. 57)

Die Gewinne haben die Stöckl in Macht und Besitz investiert: Hofmark und Gericht Höhenrain in Bayern (1502 - 1507), 58) Landgericht Freundsberg-Schwaz (1507 - 1512), 58) Landgericht Hörtenberg bei Telfs (1501 - 1570), 60) Schloss und Hofmark Lichtwer bei Brixlegg (1542/1543), 61) große Häuser in Hall, 62) Sterzing 63) und Schwaz. Das heutige Rathaus in Schwaz haben sie um 1500 erbaut und 1563 um 11.000 Gulden an den Landesfürsten verkauft. 64). Hans Stöckl II war Rat Kaiser Maximilians I., Ferdinands I. und Karls V., sein Bruder Jörg betrieb in Sigmundslust bei Schwaz aus humanistischer Neigung 1520 bis 1526 die erste Druckerei Tirols, 65) beide Brüder waren im tirolischen Adel immatrikuliert, seit ihnen Kaiser Maximilian I. am 9. April 1513 das alte adelige Wappen gebessert und den schwarzen Hahn mit goldenem Feld, Turnierhelm und Krone bewilligt hatte. Sie vertraten das Gericht Schwaz auf den Tiroler Landtagen 66) und verewigten sich schließlich als Stifter der beiden Fresken Christus in der Vorhölle und Auferstehung (1520/1522) im Kreuzgang des Schwazer Franziskanerklosters. 67) Ihre Nachkommen blieben zum Teil noch lange als Beamte im tirolischen Bergbau tätig, die anderen wanderten nach Bayern aus, wo sie im Fürstendienst einen neuen Aufstieg erlebten. 68)

55) Cod. 13, Landesarchiv Innsbruck.
56) Cod. 13, Landesarchiv Innsbruck; L. Scheuermann, a.a.O., S. 95, 135, 185.
57) Leopoldina, Litt. S. 102, Landesarchiv Innsbruck, Wolfstrigl-Wolfskron, a. a. O., S. 47.
58) Wiedemann, Th.: Die Hofmark Höhenrain, Oberbayrisches Archiv VIII, München 1847, S. 162 - 163.
59) Stolz, O.: Historisch-Politische Landesbeschreibung von Tirol, Teil I, Wien 1923, S. 407 (die Pfandsumme für das Gericht Schwaz betrug 2000 Gulden).
60) detto, S. 233 (die Pfandsumme für das Gericht Hörtenberg betrug 12.000 Gulden); Schatzarchiv I, Urkunde 741, v. 1501 Dezember 9.
61) Schwarz, K.: Tirolische Schlösser, Innsbruck 1907, S. 145.
62) Stadtkammerrechnungen 1515 (drei Häuser von Hans Perl herrührend), Stadtarchiv
63) Fischnaler, wie Anm. 54, S. 30.
64) Kurtzer Bericht wie Anm. 5; Egg, E.: Kunst in Schwaz, Innsbruck 1974, S. 47 - 48; Egg, E.: Bildteppiche in Tirol, Tiroler Heimatblätter 1964, Heft 4/6, S. 7 - 8.
65) Egg, E.: Die Stöckl-Offizin in Sigmundslust bei Schwaz, Veröffentlichungen des Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck 1970, S. 5 - 27.
66) Kurtzer Bericht wie Anm. 5.
67) Lhossky.B.: Die Fresken im Kreuzgang des Franziskanerklosters zu Schwaz in Tirol, Wien 1951; Egg, E.: Die Fresken im Kreuzgang des Franziskanerklosters zu Schwaz, Schlernschriften 85, Innsbruck 1951, S. 197 - 209.
68) Kurtzer Bericht wie Anm. 5.

Quelle: Erich Egg, Die Stöckl in Schwaz - Eine Tiroler Gewerkenfamilie im Frühkapitalismus, in: Bergbauüberlieferungen und Bergbauprobleme in Österreich und seinem Umkreis, Festschrift für Franz Kirnbauer zum 75. Geburtstag, Herausgegeben von Gerhard Heilfurth und Leopold Schmidt, Wien 1975, S. 51 - 64
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