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Das Salz der Alpen
1913
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Wieder einmal besteigen wir den überfüllten Zug München-Innsbruck. Rasch fliegt er bis Kufstein dahin, von da ab macht sich die österreichische Gemütlichkeit bemerkbar. Aber das ist den meisten lieb und dicht belagert sind stets die Fenster, an denen, wie in einem Wandelpanorama, bald liebliche Waldbilder, bald dräuende Felskolosse vorüberziehen. Bis Innsbruck hat sich wohl jeder satt gesehen an diesem Kinematographen der Natur und wenn die richtigen Schaustücke der Inntalkette, die Vomperberge und der Bettelwurf auftauchen, finden sie nur mehr wenig ihrer Erhabenheit wirklich gerecht werdende Bewunderung. Alles Interesse konzentriert sich auf Innsbruck; Hotelsorgen und des Leibes Atzung werfen „ihre Schatten voraus“, wer würde sich da noch wenige Minuten vor Innsbrucks Toren mit so einem Nest wie Hall aufhalten? Aber just hier steigen wir aus, denn gerade Hall in Tirol hat uns diesmal mehr zu erzählen, als alle Berge und Städte des Inntales zusammengenommen.

Die Kenner nennen es das „Rothenburg Tirols“, wovon ich jedoch bemerken muss, dass besagte Kenner offenbar Rothenburg nicht kennen. Die Bezeichnung soll wohl nur soviel besagen, dass auch in Hall eine große Zahl altertümlicher Gebäude erhalten ist. Die lauschigsten Winkel und die wirklichen Sehenswürdigkeiten stellen sich da zwar nicht auf die Gasse vor den Fremdenstrom, sondern verbergen sich in Höfen und sind eingesperrt in die hohen massigen nach Tiroler Art burgenähnlich anmutenden Häuser.

Aber auch Hall fesselt uns nicht zu lange; uns zieht es zum „Hackl“, an den Fuß der eisengrau herabdräuenden Bettelwurfwand, an der ein winziger rotbrauner Punkt: die Bettelwurfhütte und damit die große Beliebtheit dieses Aussichtsberges ersten Ranges verrät. Auf der gut gehaltenen Straße ist von dieser Beliebtheit jedoch nichts zu merken; nur Sonntags ist das anders. Da zieht der ehrsame Bürger mit Familie in den „Gnadenwald“, und im Eiltempo jagen pickelbewehrte verschwitzte Touristen an den harmlosen Spaziergängern vorüber, die den Kopf schütteln, ob solch sinnloser Anstrengungen. Die große Eile ist jedoch geboten, denn „elend weit“ sind alle Entfernungen im Bettelwurfgebiet und wenn man schon fünf Stunden allein bis zur Hütte braucht, so wird mit der Spitze und dem Rückweg leicht eine elfstündige Tour aus der Bettelwurfbesteigung, und da ist bei der rasenden Art, wie wir den Sport betreiben, größte Eile von vornherein geboten. Man begnügt sich eben mit dem Genuss, auf der Spitze gewesen zu sein und bezahlt ihn damit, dass man vor lauter Hast von der ganzen Schönheit des Weges kaum etwas genossen hat.

Gipfel des kleinen Bettelwurfes im Karwendel (Tirol)

Abb. 256. Gipfel des kleinen Bettelwurfes im Karwendel (Tirol)

So haben wohl die meisten jener, die das Halltal besuchen, gar nicht bemerkt, welch wunderbare Häufung von Naturbildern dieser uralte Weg zu den „Herrenhäusern“ bietet, dem ich trotz hundertfacher Wanderungen im ganzen Alpengebiet vom Fuß des Montblanc bis zur „Hohen Wand“ vorm niederösterreichischen Schneeberg unbedenklich die Siegespalme der Schönheit zuspreche. Es gibt in diesem Halltal liebliche Winkel, wo sich smaragdenes Laub des Buchenwaldes über mächtige Farnwedel und lauschige Waldwiesen breitet, so idyllisch, als ob wir im Thüringer Wald und nicht im Herzen der Hochalpen wären. Es birgt aber auch schauerliche Schluchten, die ohne weiteres als Dekoration der Wolfsschlucht im Freischütz dienen können; man genießt von ihm wunderbare Fernblicke in weites, verträumtes sonniges Land, wie als ob man auf einem Bergesgipfel stände, man wandert an rauschenden Berggewässern im Düster von Klammen, deren Wände jedoch zu 800 und 1000 m Höhe emporgetürmt sind; mitten im Tal ist man in die erhabene Szenerie der Hochgipfel versetzt, trostlose Schuttreißen strömen an den Flanken herab und pralle glatte Felswände umstellen manchmal den Pfad so labyrinthisch, dass man nicht mehr glaubt, einen Ausweg aus dem Kessel finden zu können. So reiht sich Bild an Bild, jedes anders, jedes in seiner Weise schön und alle zusammen gewähren so viele Eindrücke, wie man sie von mancher großen Reise nicht heimbringt.

Stempeljoch im Karwendel, vom Lafatscherjoch aus gesehen, A. Wagner

Abb. 257. Das Stempeljoch im Karwendel, vom Lafatscherjoch aus gesehen (Tirol)
Original von Prof. Dr. A. Wagner, Innsbruck

Durch diese ganze Schönheit leitet jedoch eine prachtvoll gehaltene Straße, die zwar nach dreistündigem ununterbrochenen Steigen niemand für bequem halten wird, da sie eben während dieser Zeit von den 560 m von Hall zur ansehnlichen Bergeshöhe von 1500 m emporsteigen muss, in der die Herrenhäuser liegen. Diese Straße ist wie eine schöne Frau, von der der Kenner der Ars amandi versichert, dass sie in jeder Stimmung neue und besondere Reize zeigt. Die Wintersportler preisen sie als die idealste aller Rodelbahnen der Welt, auf der man inmitten der schönsten Veduten in einer Viertelstunde den dreistündigen Weg hinabgleitet. In den milden süßen Tagen des Vorherbstes, da die große Illumination der Natur beginnt, bietet sie bei der eigenartigen dichten Durchdringung aller Pflanzengesellschaften der Alpen, von der Zwergstrauchheide bis zum üppigsten Laubwald, eine Farbensymphonie, die deshalb kein Maler auf seiner Tafel festhält, weil man solche Farbenkühnheiten als unmöglich ablehnen würde. Am schönsten ist sie aber, so wie ich sie das letzte Mal gesehen habe, wenn schwarzes Gewölk über dem Lafatscher Joch aufsteigt, die Felsenstirne des Bettelwurf geisterbleich herabdräut, aus den tiefen Schluchten die Nebel qualmen und zerfetzte Wolken, wie wallende Fahnen eines Geisterheeres hereinziehen vom Stempeljoch. Ein unbeschreiblicher Ernst lagert dann über dem gewaltigen Bilde; es ist als ob die Geister der Natur Zwiesprache halten würden im fernen Murmeln des Donners und dem eigentümlichen Rauschen und Sausen der Lüfte, das den Hochgewittern voranzugehen pflegt.

Ansicht von Berchtesgaden in Bayern

Abb. 258. Ansicht von Berchtesgaden in Bayern
Original von G. Mayer, Wien

Die Straße, mit deren Schönheiten man ein ganzes Buch füllen könnte, beschäftigt auch den Geist mehr, als jede andere in diesen Bergen, denn eine uralte Geschichte ist auf ihr gewandelt, und in den hundert Vermummungen der wechselnden Trachten sind die Menschen immer wieder ins Halltal geströmt, das ihnen ungezählte Reichtümer bot. Im Gejaidbuch des Kaisers Maximilian, des letzten Ritters, ist schon ein farbig Bild des Karteller Jöchls im Halltal zu sehen, unten in der Talsohle die lachende und pokulierende Hofgesellschaft, von der einige vortreten und sich an den verängstigten zusammengetriebenen Gemsen weiden, die ein Jäger mit langer Lanze von den Abhängen an eine unzugängliche Stelle zusammengetrieben hat. Und dicht am Eingang in das Tal steht an der weißen Bergler Kapelle noch eine lebendige Inschrift, welche die Stelle als die Grenze der vom König Heinrich im Jahre 1325 bestimmten „Freyung des Salzberges“ bezeichnet.

Es ist die wichtigste aller Salzstraßen des Mittelalters, auf der wir da stehen, und Salzstraße heißt sie auch heute noch, da sie zu dem kaiser-königlichen Salzbergwerk der Herrenhäuser führt, das nach wie vor aus einem unerschöpflichen Reservoir schon annähernd 700 Jahre Tirol mit Salz versorgt. Auf 700 Jahre reichen nämlich die Urkunden zurück, in Wirklichkeit mag aber das Salzbergwerk im Halltal so alt sein, wie der Name des Tales und der Stadt und all der vielen Hallorte, die als Hallein und Hallstadt, Reichenhall und Hall bei Admont der Alpen Salzreichtum, als Halle in Sachsen, Hall in Schwaben und sonst noch vielfältig stets ein Salzbergwerk ankündigen. Auf keltischen Ursprung soll dieses Wort, das Salz bedeutet, zurückgehen, und das mag uns eine Zeitgrenze festlegen, die lange vor der Römer Tagen in die Vorgeschichte hinaus weist, wofür ja in Hallstadt im Salzkammergut auch noch die unwiderleglichen Zeugen vorliegen, als im Bergwerk vergessenes Handwerksgerät des „vorsintflutlichen“ Menschen.

Ansicht von Salzburg

Abb. 259. Ansicht von Salzburg

Das Haller Salzbergwerk bietet heute einen gar stattlichen Anblick mit den dreistockhohen, wie eine gewaltige Burg anmutenden Herrenhäusern, die nicht nur die Schreibstuben, sondern auch die Wohnungen der Knappschaft umfassen, da diese in der großen Einsamkeit und Abgelegenheit des Tales dort fast das ganze Leben verbringen muss. Hochinteressant ist der Besuch des unterirdischen Teiles der Werke, der durch das Entgegenkommen der Bergwerksverwaltung von Montag bis Mittwoch jedermann möglich ist. Bei der eigentümlichen Art der Salzgewinnung wird nämlich nur an diesen drei Tagen gearbeitet; in den übrigen Zeiten weilen im Bergwerk selbst nur einige Wächter, um den Stand des Wassers in den Sinkwerken zu kontrollieren. Die höchsten der Stollen sind zugleich die ältesten und stammen vom Jahre 1263. Über eine Stunde lang führen die Gänge durch die verschiedenen Grotten, Solenkammern und Sinkwerke und erreichen ihren „Clou“ in dem unterirdischen See, den man bei elektrischer Beleuchtung befährt (54).

Unter einem Sinkwerk versteht man einen Hohlraum (Kammer genannt, in den künstlich Wasser hineingeleitet wird, das von den verschiedenen erdigen und felsigen Bestandteilen, mit denen das Steinsalz in den Alpen zusammen vorkommt, nur dieses löst. So entsteht eine künstliche Sole, die man nach Belieben auch meilenweit dorthin leiten kann, wo sich ihre Verarbeitung am besten lohnt. Deshalb wird z. B. die Sole von Berchtesgaden bis nach Rosenheim geleitet (teilweise auch nach Traunstein), wo sich erst die staatliche Saline befindet, die das Salz aus der Sole gewinnt. Dem Wesen nach besteht die Salzgewinnung daraus, dass man die Sole in großen flachen Pfannen langsam eindampft. Von Zeit zu Zeit zieht man das am Boden der Pfanne abgelagerte Salz heraus, füllt es in Holzformen, trocknet und formt es und erzielt dadurch die Salzstöcke des Handels, die dann in verschiedener Weise, mehr oder minder gereinigt, die einzelnen Qualitäten des Salzes liefern.

Bekanntlich liegen unermessliche Schätze von Steinsalz an vielen Orten der Alpen, als deren westlicher das soeben geschilderte Salzbergwerk von Hall gelten kann. Andere berühmte Salzorte sind Berchtesgaden in Bayern, Hallein, Aussee, Hallstadt, Ebensee und Ischl im Salzkammergut und Oberösterreich, womit jedoch keineswegs der gesamte Salzreichtum der Alpen erschöpft ist, da sich Lagerstätten dieses Minerals auch in Liezen, Admont, St. Gallen in Österreich und Mariazell finden. Verbindet man alle diese Stätten auf der Karte, entdeckt man bald, dass sie in einer ununterbrochenen parallelen Linie liegen, so dass man sie als Aufbrüche ein und derselben Formation ansehen kann. Als deren geologisches Anzeichen stellt sich sehr bald der Werfner Schiefer heraus. Nachdem sich dieser in der Triaszeit, und zwar entsprechend dem Buntsandstein Deutschlands im unteren Trias, auf einem Untergrund von altkristallinischen Schichten gebildet hat, ist uns damit eine genaue Zeitangabe für die Bildung dieses ungeheuren Salzlagers gegeben. Sein Hangendes sind überall Kalke, die sich vor der Kreidezeit bildeten und dem deutschen Muschelkalk entsprechen; des engeren unterscheidet man sie als Zlambachschichten, Hallstädter Kalke, Reichenhaller Kalke, auch Wettersteinkalke. Durch diese beiden Grenzen hat uns die Geschichte der Erde verraten, dass sich im unteren Trias vor Ablagerung des Muschelkalkes aus den an Stelle der Alpen sich erstreckenden Meeren ungeheuere Lager von Salz niedergeschlagen haben.

Natürlich taucht hier sofort die Frage auf, wie man sich die Bildung eines solchen Salzlagers vorzustellen habe. Wir wissen, wenn auch nicht aus den Alpen, so doch von dem größten aller Salzbergwerke der Erde, nämlich von Wieliczka bei Krakau, dass derartige Salzlager an 100 Meilen lang, 20 Meilen breit und bis zu 1400 m dick sein können. Auch jenes berühmte von Staßfurt erreicht eine Dicke von 3 bis 400 m, und in Spanien, aber auch in Ungarn kennt man wahre Salzfelsen, die wie der zu Cardona einen Umfang von 7 km erreichen und aus reinstem Kochsalz bestehend, 180 m hohe Wände bilden können.

Es liegt nun nahe, daran zu glauben, dass ein Salzlager einfach durch das Austrocknen eines Meeres zustande kommt. Die Erdkunde verwendet es als ganz geläufigen Begriff, dass weite Meere in relativ kurzer Zeit abflossen, und man braucht nur anzunehmen, dass ihre letzten Reste in Mulden langsam eingetrocknet sind, um eine durchaus befriedigende Erklärung für das Zustandekommen von Salzlagern zu haben. So dachte sich die ältere Geologie die Sache; als man jedoch versuchte, die Erscheinung im kleinen experimentell nachzuahmen, machte man folgende Erfahrungen:

Wenn man in ein Glas Wasser Kochsalz bringt, erreicht man sehr bald den Sättigungsgrad. Er tritt bereits bei einem Salzgehalt von 27 Proz. ein. Jede Vermehrung des Salzes bewirkt dann, dass dieses ungelöst zu Boden fällt. Die gleiche Erfahrung kann man auch mit Gips machen; nur wird bei diesem der Sättigungspunkt schon bei 2 ½ g im Liter erreicht. Mit anderen Worten: Kochsalz ist mehr als zehnmal so leicht löslich im Wasser als Gips. Bringt man ein Gemenge von Gips und Kochsalz in das Wasser und lässt dieses eindampfen, entsteht ein Bodensatz, in dem der schwer lösliche Gips unten liegt und das erst später sich abscheidende Kochsalz darüber.

Übertragen wir diese Erfahrungen auf die Natur, zeigt sich, dass z. B. die Nordsee in 100 Gewichtsteilen Meerwasser 3,3 Gewichtsteile Salz, und zwar davon 2 1/2 Teile Kochsalz und 0,12 Teile Gips enthält. In andern Meeren ändern sich diese Zahlen sehr verschiedener Weise; die Ostsee und das Schwarze Meer enthalten nur 1,77 Teile Salz, der Atlantische Ozean 3,62, das Mittelmeer 3,76. Wenn man eine Wassermenge aus der Nordsee von 2 cbm eindampft, erhält man zu unterst eine Gipsschicht von 2 ½ kg und daneben nebst einigen Magnesium-, Natrium- und Kalziumsalzen etwa einen Zentner Kochsalz. Überträgt man dies auf die Weltmeere, und stellt man sich vor, dass der stille Ozean auf diese Weise eindampfen könnte, ergibt die Berechnung ein Salzlager von 100 m Dicke.

Nun weist der stille Ozean Tiefen von 10 000 m auf; es ist vollkommen ausgeschlossen, dass eine solche Wassermenge abfließen oder eindampfen kann, und das Zechsteinmeer, dem die großen mitteleuropäischen Salzlager entstammen, hatte zweifelsohne nur einige 100 m Tiefe. Nach unserem Versuch könnte die Salzschicht nicht viel mehr als einige Dutzend Meter betragen, sogar dann, wenn man annehmen würde, dass das Zechsteinmeer in seinem ganzen Bestande nicht abgeflossen, sondern eingetrocknet wäre. Die aus ihm niedergeschlagenen Salzlager von Staßfurt haben aber z. B. eine Dicke von 100 m — ergo mussten sie auf anderem Wege zustandegekommen sein, als unsere Versuche es bisher annehmen ließen.

Querschnitt durch die Salzlagerstätte von Staßfurt (den "Staßfurter Sattel")

Abb. 260. Querschnitt durch die Salzlagerstätte von Staßfurt (den "Staßfurter Sattel")

Die Ansichten, die über diese Frage hier bisher geäußert wurden, decken sich mit denen des Geologen Ochsenius, der zur Erklärung der für uns fragwürdig gebliebenen Erscheinung seine Barrentheorie aufstellte. Er hatte für sie im Karabugas, dem bekannten vom Kaspischen Meer abgeschnürten Binnensee ein sehr gutes Vorbild. Was man dort noch heute sieht, nahm er gegen Schluss der Zechsteinzeit für die deutschen Meere an. Durch eine Bodenschwelle seien sie fast ganz vom Ozean abgeschnürt gewesen — sagt diese Theorie — so dass über die Sandbarre nur ein ganz seichter Wasserstreifen strömte. Da man annehmen muss, dass zur Buntsandsteinzeit in Deutschland ein wahrhaft tropisches Klima herrschte, lässt sich auch eine großartige Verdunstung für möglich kalten. Aber soviel Wasser auch verdampfte, ebensoviel konnte aus dem offenen Ozean nachströmen, und dadurch wurde die Lösung immer salzhaltiger bis ihr Sättigungsgrad erreicht war. Dann schlug sich der Gips nieder und deshalb findet sich in allen deutschen Salzlagern als deren Liegendes eine mehr oder minder ansehnliche Schicht von Zechsteingips, so gesetzmäßig, dass es alte Bergmannsregel ist, aus dem Vorhandensein von Gips auf Kochsalz zu schließen. Als die Lösung konzentriert genug war, schlug sich auch das Kochsalz nieder, dann folgte das Kalium- und Magnesiumsalz. Man kann alle diese Stadien in dem weltberühmten Staßfurter Kalisalzlager auf das lehrreichste verfolgen. Dort bildet stets Anhydrit das Liegende, darüber liegt Kochsalz, und dann kommen jene goldeswerten Regionen, die man einst als Abraum missachtete, aber jetzt als Kainit, Karnallit, Sylvin und sonstige Kalidüngesalze nicht genug hoch schätzen kann. (Vgl. Abb. 260—261.)

Querschnitt durch ein Bergwerk der Kalisalzlagerstätte von Staßfurt

Abb. 261. Querschnitt durch ein Bergwerk der Kalisalzlagerstätte von Staßfurt

Was uns diese große Salzpfanne der Vergangenheit lehrt, zeigen die Abscheidungen des größten Salzsees der Erde noch in der Gegenwart. Der Kaspisee ist an manchen Stellen nahezu süß, namentlich dort, wo die Wolga ihre Fluten darein ergießt. Im Süden enthält das Wasser bis 1 ½ Proz. Salz. Und aus diesem so gering gesalzenen Wasser hat sich auf natürlichem Wege an einer Stelle eine Sole von 18 Proz. Salzgehalt gebildet. Dies ist das Adschidarja-Haff, das eben durch den schwarzen Schlund oder den Karabugas mit dem Hauptmeere in Verbindung steht. Professor Waagen schildert die Verhältnisse in jenem eigentümlichen Stück Erde in folgender Weise: „Der Adschidarja ist in eine heiße, trockene Steppe gebettet, und die Verdunstung ist daher ungeheuer groß, so dass der Verlust an Wasser unausgesetzt aus dem Kaspisee ersetzt werden muss. Zwischen beiden erscheint jedoch ein natürlicher Damm, eine Nehrung, aufgerichtet, die nur durch den Karabugas dem Kaspiwasser Eintritt gestattet, aber so seicht ist, dass dem schweren Adschidarjawasser der Ausfluss unmöglich ist. So hat sich allmählich hier eine Sohle angereichert, die eine gesättigte Mutterlaugenlösung darstellt, in der neben Kochsalz Chlor-Magnesium und Magnesiumsulfat eine bedeutende Rolle spielen. Das zuströmende Kaspiwasser setzt seinen Gipsgehalt und einen großen Teil seines Kochsalzes an den Ufern ab, während sich das übrige Kochsalz mit dem Magnesiumsulfat verbindet, so dass gegenwärtig reines Mutterlaugensalz am Grund zum Absatz gelangt, das sogen. Epsomsalz, von dem alljährlich eine große Menge mittels Baggermaschinen gewonnen wird. Bei der Konzentration der Lauge im Adschidarja ist natürlich jedes Leben ausgeschlossen. Dennoch hat Maximowitsch beobachtet, dass besonders im Frühjahr ganze Scharen von Fischen: Heringe, Welse, Karpfen, Brachse, Lachse, Störe und selbst junge Seehunde mit dem einziehenden Wasserstrom in dies Becken gelangen. All diese Tiere werden zunächst blind, dann gehen sie bald zugrunde und werden in Menge vom Winde ans Land geworfen, wo Vögel auf diese willkommene Nahrung warten. So fand die Forschungsexpedition unter Andrussow im Jahre 1897 am Strande eine Menge ausgetrockneter und natürlich eingesalzener Fischkörper, die bei den benachbarten Turkmenen als Nahrung Verwendung finden. Dennoch wird zweifellos auch ein großer Teil der Fische zur Tiefe sinken, und Andrussow meint, „dass sich durch deren massenhaften Untergang auch Petroleum bilden könnte.“ (55).

Petroleumbohrtürme in den Alpen bei Wiessee am Tegernsee (Bayern), H. Dopfer

Abb. 262. Petroleumbohrtürme in den Alpen bei Wiessee am Tegernsee (Bayern)
Original von H. Dopfer, München

Es muss jedoch auch andere Möglichkeiten der Salzbildung geben, denn solche sehen wir an den zahlreichen salzausscheidenden Seen der Gegenwart, die sich in allen Wüsten- und Steppengebieten finden. Im Gouvernement Astrachan kennt man allein 2000 solcher Salzseen und Sümpfe. Der größte von ihnen stellt eine konzentrierte Salzlösung von 29 Proz. dar, aus der sich im Sommer dicke Schichten von reinem Speisesalz absondern; bei den Frühlingsüberschwemmungen lagert sich auf diese wieder Schlamm, so dass der ganze Boden des Sees mit abwechselnden Schichten von Ton und Salz bedeckt ist. Dies müssen wir uns merken, da wir es im „Haselgebirge“ der alpinen Salzbergwerke wiederfinden.

Ein anderer berühmter Salzsee ist jener, an dem die Gemeinde der Mormonen ihr tolles Wesen treibt. Auch er enthält 16 Proz. Kochsalz und trocknet so rapid aus, dass er in den letzten 20 Jahren um 4 m Tiefe abgenommen hat und gegenwärtig nur mehr 4 bis 14 m tief ist.

Das berühmteste und jedermann geläufige Beispiel von Salzseen ist jedoch das Tote Meer, an dem schon Kaiser Vespasian sich das „Vergnügen“ machte, Sklaven mit zusammengebundenen Händen und Füßen hineinwerfen zu lassen, um darob zu erstaunen, dass sie ohne jede Schwimmbewegung an der Oberfläche bleiben und nicht ertrinken. Dieses Wasser stellt eine Sohle von nahezu 25 Proz. Salzgehalt dar, an dem Chlormagnesium, Kochsalz, Chlorkalzium, Chlorkalium und verschiedene Bromide beteiligt sind. Die Fällung des Kochsalzes geht darin besonders energisch vor sich; ein ununterbrochener Regen von Steinsalzkristallen rieselt in diesem Wasser nieder und bildet an seinem Grunde mächtige Lager.

Nach diesem Streifzug durch die Möglichkeiten der Salzbildung auf Erden haben wir nun Freiheit, welcher Ansicht wir uns anschließen wollen. Man kennt Salzablagerungen aus allen Zeiten der Erdgeschichte, vom Kambrium bis zu der vorhin geschilderten Gegenwart, und wir werden wohl am besten tun, für unseren Fall beide Möglichkeiten der Salzbildung anzuerkennen. Im allgemeinen kann man gegen die Anschauung von Ochsenius nur soviel einwenden, dass man gegenwärtig an keinem Punkt der Meeresküsten einen solchen Vorgang kennt, während andererseits die Funde von Meeresmuscheln in Wieliczka unzweifelhaft dartun, dass jenes größte aller Salzlager ebenfalls dem Meere und nicht einem Salzsee seine Entstehung verdankt.

Kehren wir nach dieser Abschweifung zu den Salzbergwerken der Alpen und im besonderen zu dem berühmtesten, das zugleich als Typus aller anderen gelten kann, zu dem von Hallstatt zurück, so lässt sich über dessen Bildung etwa folgendes sagen.

Seit dem Jahre 1850 war unter den Geologen die Ansicht verbreitet, dass alle alpinen Salzlager zur Fazies des Buntsandsteins, also dem unteren Trias zugehören. Sie dürften sich aus den Resten der Triadischen Meere niedergeschlagen haben, wurden aber später durch die gebirgsbildenden Kräfte, in Hallstatt speziell auch durch einen Melaphyreinbruch aus ihrer ursprünglichen Lagerung gebracht, wofür jedem Besucher von Hallstatt der Anblick der Echerwand einen sehr belehrenden Vortrag halten kann. Die ursprünglich horizontalen Schichten der Werfener Schiefer, des Gipses und Kochsalzes und der auch hier ebenso gut wie in Staßfurt vorhandenen Abraumsalze wurden dadurch zerdrückt, nach allen Richtungen auseinander geschoben, es entstand jene Lagerung, die der Bergmann in den Alpen als „Haselgebirge“ bezeichnet, wobei das Salz abwechselnd in Tonschichten eingepresst ist, weshalb es nicht rein gebrochen, wie in Galizien oder Spanien, sondern viel besser ausgelaugt wird. Diesem Zweck dienen eben die eingangs dieses Abschnittes geschilderten Sinkwerke.

So wie in Staßfurt lagert auch in Hallstatt über dem Salz ein schützender Mantel von Salzton, der nichts anderes ist, als der Überrest der durch Regen und Schnee ausgelaugten und zerstörten Salzschichten. Aus ihnen wurden die zahlreichen Solebäche und Quellen gespeist, die von diesem Salzbergwerk zu Tal flossen und einst sicher begierig von Hirschen und Gemsen aufgesucht wurden. Es lag nahe, dass der Urmensch auf der Jagd dem Wilde folgend, dadurch alle die Salzorte entdeckte und an ihnen zur Sesshaftigkeit verleitet wurde.

Schnitt durch den Hallstätter Salzberg, von Ost nach West

Abb. 263. Schnitt durch den Hallstätter Salzberg, von Ost nach West.
VII = Salzgebirge. Die geraden Linien entsprechen dem modernen, die krummen dem keltischen Grubenbau.
Nach Aigner gezeichnet von G. Schoch, München.

Hallstatt war schon in vorgeschichtlicher Zeit eine Kulturstätte, und sie ist es geblieben auch in den Tagen der Kelten und der ihnen nachdrängenden Römer. Die ersten aufdämmernden Zeugnisse der Geschichte bestätigen es, dass die Römer wohl in erster Linie durch das Salz in das unwirtliche und von ihnen verabscheute Hochgebirge gelockt wurden. Schon insofern hat es seinen Anteil an der Weltgeschichte und für uns Deutsche viel mehr Bedeutung als man gemeinhin ahnt. Die Römer hatten bei Berchtesgaden und im Salzkammergut ihre Bergwerke, die offenbar unmittelbar das Werk der Kelten fortsetzten. In Hallstatt senkt sich in etwa 125 m Länge durch das heutige Appoldwerk der sogen. „Keltenschacht“, der auf diese Verhältnisse hinweist, und in Goisern sowie auf dem Hallstätter Salzberg sind zahlreiche Münzen, aber auch Grabdenkmäler und Gebäudereste gefunden worden, die auf ein reich entwickeltes römisches Leben hinweisen. Die Neromünze aus Silber, die des Vespasian aus Bronze zeigt den handwerksmäßigen und flüchtigen Charakter der römischen Provinzialarbeiten, die große Zahl der ausgegrabenen römischen Steinurnen mit Leichenbränden weist aber auch auf eine ansehnliche römische Bevölkerung der Salzorte Noricums hin. Auch bei Hallein fanden sich römische Werkzeuge, und Plinius erzählt uns vom natürlichen Salz in den Bergen, „dessen hohe Bedeutung daraus zu erkennen sei, dass keine heilige Handlung ohne Salz und Mehl verrichtet werde. Ein so notwendiges Element sei das Salz, dass sein Name sogar auf geistige Vergnügungen angewandt würde, und man könne die Lieblichkeit und höchste Fröhlichkeit des Lebens nicht besser als durch den Namen des Salzes bezeichnen.“

Und diese Anschauung durchzieht auch die ganze deutsche Auffassung. Heilige Salzsiederinnen sotten in Schicksalsnächten in den Pfannen das belebende Element (56), und Salzbereitung war ihr Tun auf den heiligen Bergen, vor allem auf dem Untersberg, an den vielleicht deswegen so viele deutsche Volkssagen anknüpfen. Ein ganzes großes Alpenland erhielt von seinem Hauptprodukt den Namen, und zwar nicht, wie eine köstliche neuere Ableitung behauptet, von den Salzkammern, sondern weil das Salzland ein Kammergut, ein Herzogliches Regal war, dem zuliebe Städte gegründet, blutige Schlachten geschlagen, Wege gebaut und Kultur verbreitet wurden. Nicht nur die Salzaburg wurde zum festen Bollwerk und Stadtmittelpunkt, um den Salzhandel zu schützen, sondern auch München ist eine Salzstadt, zu keinem anderen Zwecke gegründet, als um die nach dem Verfall der Grünwalder Römerbrücke über die Isar notwendig gewordene neue Brücke zu schützen, die man deswegen genau an der Stelle des heutigen Münchens anlegte, weil dies der erste Punkt war, wo die Hochufer der Isar sich das erste Mal dermaßen verflachen, dass man sie ohne Beschwer überschreiten kann.

Die „Münche“, die nicht nur ausgesucht ihre Klöster stets an den schönsten, sondern auch an den in handelspolitischer Beziehung zweckmäßigsten Orten erbauten, wussten also sehr wohl, was sie taten, als sie in dem unwirtlichen Wald neue Siedelungen anlegten, und auch der Herzog, der dem Freisinger Bischof das Erträgnis des Salzregals abjagen wollte, war ein weitsichtiger Sozialpolitiker, als er sich den Ruhm zuzog, der Begründer dieser Stadt zu sein. Sein Verdienst dadurch war zweifelsohne nicht gering.

Das Salz hat uns die Alpen erschlossen, ohne seine reichen Lager wäre man nie so frühzeitig in die Bergwildnis eingedrungen, hätte sie nicht so dicht besiedelt und hätte nicht so gute Wege zu den Alpen und durch die Täler gebaut. Es ist also kein Zufall, sondern nur eine Bekrönung dieses welthistorischen Prozesses, als im Jahre 1825 die erste Pferdebahn mit eisernen Schienen vom Salzkammergut über Linz nach Budweis gebaut wurde, um das kostbare Mineral noch leichter verfrachten zu können. Diese erste eiserne Bahn war der Vorläufer der gesamten Technik und so zugleich das letzte Glied an der langen Kette von Segnungen, die das Salz der Alpen über den Menschen gebracht hat.

54) nicht angeführte FN.

55) Zu S. 523. Demgegenüber machte jedoch Walther und andere Geologen geltend, dass das arktische Weltmeer zur mittleren Zechsteinzeit im russischen Gebiete nach Westen bis Heidelberg vorgedrungen sei. Diese Bucht wurde nun in der oberen Zechsteinzeit in einen Binnensee, der ganz Polen, Nord- und Mitteldeutschland umfasste, verwandelt, in dem sich ähnliche Vorgänge abspielten, wie derzeit in den Salzseen des südlichen Russlands. Sie glauben, dass das Salz aus England und Russland in diese „deutsche Salzpfanne“ abgewandert sei, und erklären damit das auffallend geringe Salzvorkommen jener Länder. Doch hat man gegen diese Annahme gewichtige Gegengründe (namentlich den Mangel von erdigen Beimengungen) ins Treffen geführt.

Zur Geschichte des Haller Salzbergwerkes bemerkt R. v. Lendenfeld (Aus den Alpen, Bd. I):

Obwohl Solquellen in der Gegend schon früher bekannt waren und benutzt wurden, so ist doch das große Salzlager selbst erst 1274 von Niklaus von Rohrbach entdeckt worden. Das Salz kommt gemischt mit Lehm vor und wird durch Auslaugen dieses Lehms gewonnen. Das Salzgebirge gehört der untersten Trias an und ist durch die großartige Faltung und Verquetschung der Schichten in jener Gegend zu einer Art Breccie zertrümmert worden. Die Baue liegen in einer Seehöhe von 1400 bis 1500 m, nahezu 1000 m über dem Inntal, und es wird die in denselben erzeugte Sole durch Röhren hinabgeleitet nach Hall und dort eingedampft. Zwei Stollen werden übereinander angelegt. Der obere geht in den Berg hinein nach abwärts, der untere geht in den Berg hinein nach aufwärts. Die Enden dieser beiden Stollen liegen übereinander und werden durch einen vertikalen Schacht verbunden. In diesem wird ein Vertikalrohr angebracht, welches das Ende des oberen Stollens mit dem Leitungsrohre verbindet, welches durch den unteren Stollen hinausläuft und in die Hauptsolenleitung nach Hall mündet. Der vertikale Schacht wird wasserdicht verschlossen und auch das darin herablaufende Rohr mit einem Verschlußhahn versehen. Nun werden am Ende des oberen Stollens zahlreiche kurze, einander kreuzende Horizontalgänge gegraben und endlich Wasser in diese geleitet. Das Wasser löst das Salz im Lehm auf und dieser fällt zu Boden. Hierdurch bildet sich an der unteren Begrenzung des auszulaugenden Raumes eine Schicht von salzfreiem Lehm, welcher für Wasser nicht durchlässig ist und die Vergrößerung der Kammer nach unten hin verhindert. Nach oben und nach den Seiten hin vergrößert sich aber die Auslaugkammer, während sich ihr Boden durch Anhäufung ausgelaugten Lehms fortwährend erhöht. Es entsteht ein horizontal ausgebreiteter, niedriger Hohlraum von beträchtlichem, immer zunehmendem Durchmesser, der die Gestalt einer genau horizontal liegenden, mit der Wölbung nach abwärts gekehrten plankonvexen Linse hat. Da die entstehende Salzsole spezifisch schwerer als Wasser ist, also ein geringeres Volumen einnimmt als das Wasser und das Salz, aus denen sie entstand, zusammengenommen, so muss fortwährend frisches Wasser zugeführt werden. Hat das Wasser in dem Hohlraum 26 Proz. Salz aufgenommen, so wird der Hahn der vertikalen Abflussrohre geöffnet und die Sole strömt durch dieselbe, durch das Leitungsrohr im unteren Stollen und die Hauptleitung im Halltal hinab zum Sudwerk in Hall. Betrachtet man nun den Raum, aus welchem die Sole gewichen ist, so fällt vor allem die vollkommen ebene, genau horizontale Decke derselben auf, und erstaunlich scheint es, dass dieselbe nicht ganz oder teilweise einstürzt. Es finden sich aber in dem Salzgebirge außer dem Kochsalz in geringer Menge noch andere hygroskopische Salze, welche Wasser aufsaugen, sobald sie mit solchem oder mit Luft (die stets wasserhaltig ist) in Berührung kommen. Durch diese Wasseraufnahme schwillt aber das Gestein derart an, dass es einen ungeheueren Seitendruck ausübt und, dadurch gefestigt, sich selbst in seiner Lage erhält.“

56) Zu S. 525. Infolgedessen gehörte es zu den Indizien des Hexenverdachtes, am Salzsieden teilgenommen zu haben, woraus zugleich nähere Aufklärung über diesen Teil der Motive der mittelalterlichen Hexenverfolgung resultiert.

Quelle: Raoul Heinrich Francé, Die Alpen. Gemeinverständlich dargestellt, Leipzig: Thomas Verlag, o.J. (ca. 1913), S. 514 - 526.
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